Innehalten – Quo vadis, Hotte?

Liebes Tagebuch,

eigentlich müsste ich mich dringend mit meiner Praktikumsaufgabe beschäftigen, die ich morgen abgeben soll. Aber es geht nicht. Ich kann mich nicht dazu aufraffen.

Ich weiss nicht, ob es aufkommende Winter-Depris sind oder es einfach nicht sein soll.

In den letzten Tagen tun mir die Knie weh, ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich wieder dabei bin, mich zu überlasten.

Tagebuch:

Wieso, was ist denn los?

Hotte:

Der Prof denkt sowieso über mich, dass ich das Studium zu locker sehe. Das trifft es nicht ganz, auch wenn es nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Wofür brauche ich denn das Studium? Ich habe doch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ich habe – theoretisch – sogar einen Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst. Immer öfter spiele ich mit dem Gedanken, das Studium aufzugeben und meine Arbeit wieder aufzunehmen. Es hält mich nur das Gefühl, noch nicht bereit dafür zu sein, davon ab.

Die ganzen Operationen, die ich in die Zeit des Studiums legen wollte, haben noch nichtmal angefangen und sind dringend überfällig. Die Krankenkasse hält mich hin (ich darf Anfang Dezember nochmal anrufen und mich nach dem Stand erkundigen) und noch klammere ich mich an die Hoffnung, die Mastek in den zwei veranstaltungsfreien Wochen Ende diesen Jahres machen lassen zu können.

Tagebuch:

Hm, das Warten auf die notwendigen Operationen ist sicherlich eine Belastung für sich und sorgt nicht gerade für Freude.

Aber deswegen das Studium hinwerfen?

Hotte:

Was soll ich denn mit dem Informatik-Studium? Ich bin kein Programmierer und werde auch keiner, soviel ist klar. Ich kann nicht programmieren. Ich kann mich nur durch Bücher und Code quälen und halbwegs nachvollziehen, was da passiert. Selbst etwas entwerfen kann ich nicht. Konzeptionell ja, sehr gut sogar – aber nicht hinsichtlich der Implementierung. Das ist für mich ein Buch mit sieben, naja inzwischen nur noch sechs, Siegeln.

Tagebuch:

Warum hattest Du das Studium denn angefangen? Und warum Angewandte Informatik?

Hotte:

Naja, einerseits weil ich aus der Arbeit wollte. Und auf jeden Fall nach Hamburg zu meinem Schatz. Und so ein Studium ist immer ein guter Grund für Sonderurlaub. Wollte mir ja nach Möglichkeit den Arbeitsplatz freihalten, falls alles ganz anders laufen sollte als gedacht (was ja im Leben öfter mal passiert…), deshalb dieses Konstrukt.

Naja und Informatik halt, weil ich durch meine vorherige Tätigkeit in der Verwaltung irgendwie Richtung IT gerutscht war.

Angewandte Informatik war dann ein Studiengang, den ich an einer anderen Hochschule als in Hamburg zu der Zeit nicht finden konnte, was mir vorteilhaft zur Begründung des Sonderurlaubs schien. Ausserdem schien der Schwerpunkt auf Usability zu liegen, was mir ein Anliegen ist.

Ich möchte die Brücke sein zwischen dem Anwender und dem Programmierer…

Tagebuch:

Inwiefern ist dieser Studiengang dann für Dich der richtige?

Hotte:

Ja, das frage ich mich eben auch. Ohne Hochschul-Abschluss geht es wohl kaum bis gar nicht, wenn ich mir für mich attraktive Stellenangebote ansehe. Abgeschlossenes Studium oder Berufserfahrung wird verlangt. Da reichen meine zwei Jahre nicht aus.

Was mich an dieser Hochschule vor allem gereizt hatte war der enge Bezug zur Praxis und genau der fällt mir jetzt auf die Füsse. ^^

Tagebuch:

Ist es das, was Du mit Überlastung meintest?

Hotte:

Hm, bin nicht ganz sicher, was mich jetzt genau überlastet – es ist einfach alles zusammen etwas zu viel. Dabei habe ich jetzt schon nur noch 3 von 5 Fächern belegt. Letzte Woche kam dann die Hochzeit und die Lesung dazu. Das kann schon sein, dass das der Stress gewesen ist und fertig.

Der Druck im Studium ist schon enorm durch die ganzen Praktika, so dass Fluchttendenzen à la „Ich glaub ich mach ein Praktikumssemester.“ oder das Durchforsten von Stellenangeboten zustande kommen.

Tagebuch:

Zur Hochzeit meinen Glückwunsch!

Aber was für eine Lesung?

Hotte:

Danke.

Naja, hier: Ankündigung  und hier: Reisebericht in meiner Schreibwerkstatt habe ich darüber berichtet.

Tagebuch:

Oh, das les ich mir doch gleich mal durch.

Hotte:

Und ich überlege mir, mich doch auf die ein oder andere Stellenausschreibung zu bewerben…

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