Bundesverfassungsgericht entscheidet: Der OP-Zwang entfällt!

Diese Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts oder besser gesagt das Urteil, auf das sie sich bezieht, hat auf der einen Seite unverhohlene Freude über die Abschaffung des vorherigen Misstands ausgelöst und auf der anderen Seite grosse Unsicherheit und Besorgnis, wie die Krankenkassen auf dieses Veränderung der Rechtslage reagieren werden.

Mich persönlich betrifft das nicht direkt. (Ich müsste meine innenliegenden Geschlechtsorgane ohnehin, rein aus der pragmatischen Überlegung der späteren „Wartbarkeit“ heraus entfernen lassen, damit die Geschlechtsangleichung auch „untenrum“ stattfinden kann.) Trotzdem freue ich mich für jene, deinen eine Angleichung „obenrum“ ausreicht, um sich in ihrem Körper zurechtzufinden.

Natürlich ist das nur ein weiterer Schritt – das entwürdigende, entmündigende Begutachtungsverfahren als Voraussetzung zur Schaffung des angemessenen Rechtsrahmens (geschlechtlich passender Vorname sowie Korrektur des Geschlechtseintrags) besteht leider immer noch. Das ist, so hoffe ich inständig, nur noch eine Frage der Zeit, bis man erkennt, dass mündige Bürger nicht vor durchaus reversiblen Folgen einer Vornamens- und Personenstandsänderung beschützen muss. Es handelt sich – zwar um etwas sehr Bedeutendes – doch letztlich nur um „Papierkram“.

Irgendwann wird sich herumgesprochen haben, dass es sich bei Transsexualität nicht um eine Störung des Geistes, sondern um eine Fehlentwicklung des Körpers handelt, der die Geschlechtsidentität stört.

Als Schwuler fühle ich zudem mit denen, die sich nun darüber ärgern, dass durch die Urteilsbegründung der Unterschied zwischen der Ehe zwischen Mann und Frau und der eingetragenen Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Verbindungen nun auch kulturell zementiert wird.

Ich bin froh, dass wir das Glück hatten, wegen meines falschen Papiergeschlechts eine rechtlich deutlich besser gestellte Ehe schliessen zu dürfen.

 

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