Mastek-OP und die ersten 21 Tage danach

Tag -1
Und plötzlich ging alles ganz schnell
Am Mittwoch, 08.06.11, war ich zur Vorbereitung in der Klinik. Der OP-Termin sollte in der Folgewoche am Dienstag nach Pfingsten sein. So hatte ich noch ein paar Tage Zeit, alles zu regeln und in Ruhe einzupacken.
Am Donnerstag hatte ich einen Termin beim Neurologen zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, Freitag einen Aufnahmetermin für eine Radiosendung, Samstags einen GW-Kurs und abends Stammi und danach wollte ich zur Gayfactory.
Soweit der Plan.

Dann sass ich aber bei Prof. Dr. Joerg Schwarz im Gespräch und seine Sekretärin Frau Boehme kam rein. Die für den 09.06.11 geplante 7stündige OP musste verschoben werden, da es sich um eine Macumar-Patientin handelte und kein Bett auf Intensiv mehr frei war.
„Haben Sie morgen schon was vor?“, ging prompt an mich die Frage. Nee, natürlich nicht. Bin doch hauptberuflich trans. xD

Tag 0
Pulleralarm
Ja, ich hatte Angst vor der OP. Angst vor dem Kontrollverlust und dass ich nicht wusste, ob und wie ich aufwachen würde. Es war nur mein Glück, dass plötzlich alles so schnell ging, denn ich hab richtig gezittert vor Angst, je näher ich zum OP-Saal geschoben wurde. Ich wär am liebsten schnell noch auf Klo gegangen, aber dazu wars dann schon zu spät.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war zum einen der immense Harndrang nach der OP und zum anderen der Bluthochdruck.
Ich musste so dringend pissen, dass es schon weh tat – aber ich konnte nicht. Ich lag über drei Stunden im Aufwachraum, hab mehr gepennt als irgendwas richtig wahrgenommen und war trotzdem nicht breit genug, einfach in die Schüssel (Bettpfanne) laufen zu lassen. Morgens um sechs war ich zu Hause das letzte Mal gewesen und schaffte es erst abends um acht. Das ist mein persönlicher Rekord im Einhalten.
Das gelang mir nur deshalb, weil ich trotz Bluthochdruck und Kreislaufproblemen alleine im Bad auf dem Klo sass. Abwischen war scheissegal, aber ich merkte, wie der Kreislauf wieder absackte und angelte mit dem Dusch-Hocker nach der Leine mit der Klingel, die bekloppterweise neben dem Waschbecken hängt (neben dem Klo halb im Duschvorhang versteckt hing noch eine, aber die hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht entdeckt). Der arme Pfleger war ganz allein im Spätdienst, auch sofort auf Knopfdruck da und machte ein Gesicht, als hätte ich mir ne Knarre an den Kopf gehalten und unschlüssig mit dem Abzugshebel gespielt. „Nicht alleine!“ und in Nullkommanix hat er das Bett vor die Badtür geschoben, so dass ich mich nur noch vom Thron hochwuchten und zwei Schritte machen musste und dann wars gut, weil ich wieder drinne lag und er keinen Herzinfarkt gekriegt hatte.

„Sie sind ja so klein geraten“, hatte er vorher erklärt, „dass ich Sie nicht auffangen kann und auch nicht mehr hoch kriege, wenn Sie umfallen.“ wobei er nicht ganz unrecht hatte. Ich bin durchschnittlich gross und überdurchschnittlich breit, während er zwei Köpfe kleiner ist als ich und normal gebaut.
Deshalb sind wir es ganz vorsichtig angegangen und als ich stand, meinte ich, ich könnte schon wieder sitzen und deshalb ging es da noch nicht mit dem Weg ins Bad. War ja meine Blase, die zu platzen drohnte und nicht seine.
Hätte ich eine Stehpinkelvorrichtung gehabt, hätte es im Sitzen auf der Bettkante vollkommen ausgereicht mit einer Bettflasche. Solche bekommt mein Onkel immer zum Strullern. Meine Pinkelhilfe hatte ich aber nicht eingepackt.
Keine Stehpinkelvorrichtung zu haben ist manchmal echt doof.

Keine Stehpinkelvorrichtung zu haben, wenn alle Welt meint, man müsse eine haben ist noch viel schlimmer. (War grade erst am Dienstag vor der OP mit zwei Kumpels Bierchen zischen als kleine Abschlussfeier, weil wir den letzten Praktikumstermin bewältigt hatten. Die sind nach dem dritten Bier erst einzeln nacheinander und später zusammen in den Busch gestakst und der eine nur zu mir „Ey, Respekt, dass Du noch nicht musst!“ Die sind dann noch dreimal und da tat es dermaßen weh, dass mir klar wurde, dass ich es nicht mehr bis nach Hause schaffen würde und froh war, als das Bier alle war und wir gingen. In der U-Bahn musste ich noch eine Station fahren und hab ernsthaft in Erwägung gezogen, es einfach laufen zu lassen. Glücklicherweise fand ich aber ein Örtchen in einer Kneipe im Durchgang und musste nicht erst durch den halben Bahnhof laufen.)
Das einzige, was noch viel schlimmer ist, wenn alle wissen, dass man keine Stehpinkelvorrichtung hat obwohl man eine haben müsste. Sonst hätte ich ja eine Flasche gebracht bekommen und keine Schüssel.

Bis zum nächsten Morgen habe ich nichts anderes gemacht als Wasser zu trinken und Wasser zu lassen. Jedes Mal, wenn die Tür aufging und jemand seine Nase reinsteckte, war ich bereit. Einmal habe ich dann sogar unter höchster Konzentration die Schüssel besiegt, weil ich alleine im Zimmer war und meine Ruhe hatte.
Bei der Visite wurde es dann offiziell, dass ich alleine auf Klo darf, weil die Schwester vom Frühdienst schon mitgekriegt hatte, dass ich fit genug bin.

Tag 1
durchlaufender Posten
Weiter Wasser rein und Wasser raus und so richtig klar im Kopf bin ich immer noch nicht. Die Narkose hängt noch nach.

Tag 2
Ein Indianer kennt keinen Schmerz
Schmerzen habe ich nach der OP weniger als vorher. Trotzdem ist es komfortabler, sich unter Einfluss von Schmerzmitteln zu bewegen als ohne. Die soll man hier nehmen, damit man bald raus aus dem Bett kommt. Von der ersten bin ich so high geworden, dass ich bunte Farben gesehen und im Kreis gegrinst hab.
Es hängt auch an der Wand im Flur ein Poster mit viel Blabla zum Thema Schmerztherapie, dass man die Schmerzen nicht ertragen muss, sondern um Hilfe bitten darf und soll – das hängt da nicht ohne Grund. ^^

Von der Schwester bekam ich einen webstick ausgeliehen und kann jetzt per Laptop ins Internet.
Ausserdem hatte ich Stuhl- und Spaziergang.

Tag 3
Meister Proper auf Pfingsturlaub
Die Pillen knallen jetzt nicht mehr so rein. Aber die Sonne scheint. Und mich vors Fenster zu stellen in den Sonnenschein und die Wärme auf der nackten Brust zu spüren ist einfach nur der Hammer. :)))
Möchte mich am liebsten mit ner Sonnenbrille bewaffnet an die Theke gehen und fragen, wo der Swimming-Pool ist und bei wem ich mich für den Surf-Kurs anmelden kann. *lol

Könnte Bäume ausreissen und fühle mich aufgrund der angenehmen Atmosphäre eher wie im Luxushotel als in einem Krankenhaus.
Nur die Drainageflaschen und -schläuche sind etwas unhandlich, etwa wie eine Handtasche, die man immer mitschleifen muss.

Wir gehen Eis essen, obwohl die Schwester das mit den Flaschen unappetitlich findet, machen aber einen Stoffbeutel zur Tarnung darum.
Eitel wie ich bin, habe ich statt der schlabberigen Freizeithose meine normale Hose angezogen. Die ist zwar auch Stretch, aber mit Gürtel doch sehr viel enger als die andere und es macht sich deutlich bemerkbar, dass mir zur Laparoskopie der Bauch aufgepumpt wurde. Der Druck auf den Bauch geht mir auf den Kreislauf, also brechen wir die Aktion vorzeitig nach nur einem Getränk ab und ich bin froh, als ich mich im KH wieder ins Bett fläzen kann.

Tag 4
KH-Alltag
Eine gewisse Routine stellt sich ein. Schlafe tags und nachts je drei Stunden.
Jeden Tag wird Blutdruck und Temperatur gemessen, Frühstück zwischen sechs und acht, Mittagessen von zwölf bis halb eins und Abendbrot von sechs bis halb sieben. Visite ist vormittags, Dr. Schwarz kommt meist nachmittags erst rein und sieht selbst nach. Die BW-Pflaster werden jeden Tag gewechselt, abends gibt es noch eine Hepavirin-Spritze gegen Thrombosen und solange nicht weniger als 10ml pro 24 Std in die Drainageflaschen laufen, bleiben die Schläuche drin. Rechts läuft kaum etwas ab, stattdessen hat sich eine kleine Beule gebildet.

Die beste Besuchszeit ist abends nach 18 Uhr, weil dann einfach zwölf Stunden lang nichts mehr los ist und es ab 20 Uhr im Fernsehen interessant wird.

Weil auf der rechten Seite mangels Sog nicht richtig abgelaufen ist, werden vormittags die Drainageflaschen gewechselt. Mit Schuss fliessen die ersten 50ml ein. Nachmittags beschwert sich eine Ärztin darüber, dass der Flaschenwechsel und die letzten Pegelstände nicht dokumentiert wurden.

Die ersten beiden Bücher hab ich durchgelesen.

Da man meinem Kreislauf immer noch nicht traut (weiterhin Bluthochdruck), darf ich nur mit Besuch spazieren gehen. Bin also heilfroh, als ich endlich raus darf. Ein anderen TM und mein Schatzemann überschneiden sich mit ihrer Anwesenheit zeitlich, weshalb wir kurzerhand zu dritt Spargel essen gehen.

Tag 5
Schmerzmittel verursachen Schmerzen
Mir dröhnt der Schädel vom Ibuprofen, weshalb ich auf Paracetamol wechseln will.
Morgens und mittags nehme ich nur je 1 Tablette, was der Pfleger für viel zu wenig hält. Bei mir wirkt das normalerweise auch in geringen Mengen, weil ich nur sehr selten Schmerzmittel nehme, aber ab abends nehme ich brav ein ganzes Gramm.
Das einzige, was vom Kopping abgesehen schmerzt, ist der Schlauch an der rechten Seite. Das geht aber auch durch die Tabletten nicht weg.

Tag 6
Pflasterallergie?!
Nachts um vier wache ich auf und habe derbe Schmerzen an der rechten Seite. Da es sich ausserdem heiss anfühlt und rot ist, sage ich der Schwester Bescheid, dass es sich entzündet hat.
Sie erzählt was von Pflasterallergie und umpolstert den Schlauch so, dass er eine erträgliche Position bekommt. Ich erkläre, dass sich Bakterien exponentiell vermehren und dass es innerhalb weniger Stunden sehr viel schlimmer werden wird, aber sie beharrt auf ihrer Theorie von der Pflasterallergie.

Visite ist dann um halb zehn und bis dahin hat sich die Rötung von der Stelle um den Schlauch herum bis auf fast die ganze Brust ausgebreitet. Deshalb müssen die Drainageschläuche jetzt sofort gezogen werden und ich bekomme Antibiotika verordnet, die ich mit meinem Paracetamol zusammen mampfe.
Das Ziehen der Schläuche ist auf der linken Seite kaum zu spüren (Holger ist der Beste!), aber auf der rechten Seite fühlt es sich an wie ein Vulkanausbruch.

Ich bekomme eine Gelpackung zum Kühlen und ab sofort wird auch abends Temperatur und Blutdruck gemessen.

Ich hab Angst, die Entzündung könnte sich hartnäckig halten wie bei meinem Onkel die offenen Beine. Holger und Dr. Schwarz schaffen es aber, mich ohne Sedierung zu beruhigen.

Den Laptop lasse ich wieder wegschaffen, habe keinen Nerv darauf und das, obwohl der Thriller ausgelsen ist. Kann mich durch die ganzen Medikamente schlecht konzentrieren und will einfach nur schlafen.

Tag 7
Antibiotikum iv
Um vier Uhr morgens nehme ich das erste Mal in meinem Leben ein Schlafmittel, dessen Wirkung die nächsten acht Tage anhält.

Leider hatten die Tabletten nicht die erwünschte Wirkung und die Entzündung breitet sich weiter aus. Deshalb wird jetzt ein Abstrich gemacht, um den Erreger zu ermitteln, und das Antibiotikum intravenös gegeben.

Intravenös heisst in die Vene und deshalb muss ein Zugang gelegt werden. Dazu wird mit einer Nadel reingepiekst und diese dann entfernt, damit eine Braunüle darin verweilt. Soweit der Plan.
Abends tut es der Zugang von mittags jedoch nicht mehr. Es läuft zwar Blut raus, aber nicht das Medikament rein. Also muss ein neuer Zugang gelegt werden. Dazu piekst die Ärztin zwei andere Stellen probeweise an, um sich dann doch für die zweite Vene in der linken Ellenbeuge zu entscheiden.

Weil ich befürchte, mir beim vom-Lokus-hochstemmen die Vene zerdeppert zu haben, pinkle ich die nächsten Tage im Stehen in der Dusche. Da hätte ich auch früher drauf kommen können.

Tag 8
Salbeitee
Trotz Paracetamol, was ja auch fiebersenkende Wirkung hat, geht meine Temperatur bis über 38°C hoch. Im Wechsel friere ich, dass mir die Zähne klappern oder ich schwitze mich selbst und das Bett nass.
Die Schwester bringt mir eine Kanne Salbeitee, da es Patienten gibt, bei denen dieser schweisshemmende Wirkung hat. Ich saufe also brav neben dem Wasser auch diesen Tee weg, aber tagsüber friere ich nur und als die Kanne leer ist, fange ich wieder an zu schwitzen. Dumm gelaufen.

Nachdem das Antibiotikum mittags in den Arm gelaufen ist, gibt es abends den dritten Zugang. Diesmal aber endlich am rechten Handrücken, wie ich das anfangs vorgeschlagen hatte.

Tag 9
Staphylococcus aureus
Morgens gibt es leider gleich wieder einen neuen Zugang (Nr. 4), weil alles in die Hand gelaufen ist.

Das Ergebnis des Abstrichs entlarvte Dr. Schwarz‘ Lieblingskeim. Der kommt wie Streptokokken üblicherweise auf der Haut vor. Bei solchen Infektionen handelt es sich immer um Hygieneprobleme des Krankenhauses, falls ich das als Patient nicht selbst verursacht haben sollte.
Mein Onkel würde an meiner Stelle das KH verklagen.^^

Tag 10
Über den Berg
Noch fühle ich mich krank und habe keinen richtigen Appetit.
Die Entzündung geht deutlich sichtbar zurück und meine Temperatur lässt auch nach.

Tag 11
Will hier raus
Das Klo wurde repariert und es fliesst jetzt nicht mehr ständig Wasser. Das ist besonders nachts sehr angenehm, weil es nicht mehr stets Harndrang fördert.

So langsam werde ich quengelig, weil mir die Decke auf den Kopf fällt.
Kann das Brot abends nicht mehr sehen und lasse mir Obst mitbringen.
Zusammen mit Schatz gehe ich Eis essen.

Abends landet die Infusion im Arm anstatt in der Vene, so dass der Zugang gleich entfernt werden kann.

Tag 12
Pus
Brutaleres Wecken lässt meine gegenwärtige Vorstellungskraft nicht zu: Eine Ärztin reisst mich aus dem Schlaf, indem sie ruppig an mir rumzerrt, um mir einen Zugang an einer absolut bescheuerten Stelle zu legen: Seitlich am Handgelenk, so dass ich den Daumen nur unter Schmerzen bewegen kann. Da allerdings erst, nachdem die erste reingerammte Nadel in der rechten Ellenbeuge – ooops! – nicht laufen wollte.

Nachdem bisherige Versuche, den Entzündungsherd zu punktieren, erfolglos waren, entleert sich jetzt der Eiter durch die Naht, welche Dr. Schwarz an einer Stelle ein Stück öffnet, um den Dreck endlich da rauszuholen.
Ab jetzt wird zweimal täglich gespült.

Tag 13
Achselfurzen für Fortgeschrittene
Diesmal freue ich mich ausnahmsweise darüber, dass ich einen neuen Zugang bekomme. Inzwischen der sechste und voerst letzte. Der andere hatte wirklich blöd gesessen.

Der meiste Eiter ist raus und somit auch sehr viel Druck weg. Das ist sehr viel angenehmer jetzt. und ich kann mich sehr viel besser bewegen.
Das Spülen ist lustig, weil es da drin gluckert und die entweichende Luft Furzgeräusche macht.

Tag 14
Puma im Käfig
Ich weise mindestens zum dritten Mal darauf hin, dass ich am Freitag einen Termin habe, den ich unbedingt wahrnehmen will. Den zweiten Aufnahmetermin unseres Radioprojekts. Den ersten hatte ich durch die vorgezogene OP versäumt.
Am Freitag soll ich raus dürfen und zum Sender gehen können.

Wie schon vor Aufkommen der Infektion fühle ich mich wie ein Puma im Käfig und will raus, aktiv sein. Dass ich mich schonen soll, macht mir zu schaffen.

Eine Seelsorgerin verläuft sich offensichtlich – bin ja konfessionslos – in mein Zimmer und ich erzähle auch ihr vom Radioprojekt zum Thema Transsexualität und dass ich am Samstag entlassen werde.

Tag 15
Ausflug zum Radiosender
Tatsächlich darf ich auf eigene Gefahr das Krankenhaus verlassen, natürlich meinen Schatzemann im Schlepp, und soll dann abends wiederkommen, um erst am Folgetag auszuchecken.

Die Aufnahme strengt mich körperlich mehr an, als ich angenommen hatte. Trotzdem ich die ganze Zeit nur sitzen muss.
Ich merke aber auch sofort, dass mein Interesse, mich in transkram zu engagieren, ganz gewaltig nachgelassen hat. Ich habe gar nicht das Bedürfnis, mich zu allem zu äussern. Es ist, als hätte ich das alles hinter mir gelassen.

Abends hat die Schwester keine Lust, den Verband nochmal zu wechseln, der daraufhin bis zum nächsten Morgen durchsuppt und die Bettwäsche vollsaut.

Tag 16
Entlassung
Endlich. Ein letztes Mal Spülen, noch ein Ultraschall für die Nieren und dann wird mir der Arztbrief für die Hausärztin (HA) in die Hand gedrückt. Ich darf nach Hause.
Weil Samstag ist, lasse ich mir noch einmal die BW-Pflaster wechseln und Verbandsmaterial für Sonntag mitgeben.

Tag 17
Die Kompressen reichen nicht, deshalb schlachten wir den KFZ-Verbandskasten.

Tag 18
Heute geht es noch einmal zu Dr. Schwarz zum Spülen und Verbandswechsel. Ein KH darf keine Rezepte ausstellen, deshalb soll ich mir von der HA Verbandsmaterial verordnen lassen.
Die BW-Pflaster sollen weiter jeden Tag gewechselt werden und die Streifen alle 3 Tage.

Von der Vertretung meiner HA lasse ich mir Rezepte geben und in der Apotheke bestelle ich Jelonet und Cosmopor für die BW-Versorgung. Leukopor für die Naht hatte Dr. Schwarz mir mitgegeben, auch davon bestelle ich noch Nachschub, ebenso optenisept-Sprühzeugs zur Desinfektion.
Nur an das sabbernde Loch von der Entzündung hatte ich nicht mehr gedacht. Für das habe ich nur ein Wundverband-Pflaster bekommen, für den Notfall.

Tag 19
Morgens ist natürlich der ganze Schlafanzug nass von der Spülflüssigkeit, die nach und nach rausgelaufen ist. Da wir keine Kompressen zum Abwischen haben hält das Pflaster auf der nassen Haut nicht.

Meine HA ist in noch Urlaub und die Vertretung mit der Wundversorgung überfordert.
Ob ich denn den Arzt im KH nochmal aufsuchen solle, fragte sie und ich sagte ihr, wenn alles gut ginge, sollte ich ihn nicht wiedersehen. „Aber es geht nicht alles gut!“, verzweifelte sie.

Ich habe erklärt, wie Dr. Schwarz gespült hat (mit Spritze und Blasenkatheter-Schlauch), aber das könne man hier nicht, weil man solches Material nicht habe. Am liebsten solle ich wieder ins KH gehen.
Unglaublich.
Was mich am meisten geärgert hat: Obwohl ich erklärt habe, dass das Jelonet gewechselt werden muss, haben sie es nicht getan und nur die Pflaster ausgetauscht. Und ein Stück des selbstauflösenden Fadens hat sie trotz meines Protestes abgeschnitten mit dem selben Argument, aus dem das Papierpflaster abgerupft wurde (obwohl sie selbst keins hatten, um es zu erneuern): „Das sieht ja nicht schön aus!“

Immerhin habe ich noch ein Rezept für Kompressen und eins für den Verband für die ehemals eitrige Stelle bekommen können. Das hab ich auch flugs bei der Apotheke abgegeben und gehe es gleich abholen.

Ein Anruf bei Frau Boehme brachte mir einen Termin für die morgige Sprechstunde ein; täglich müsse jetzt nicht mehr gespült werden.
Dann werde ich wohl die Nachsorge selbst übernehmen, solange ich nicht zum Spülen fahren muss.

Tag 20
Heute hat Dr. Schwarz festgestellt, dass das Loch schon so zu ist, dass man nur noch mit Gewalt was reinstecken könnte, um zu spülen. Deshalb hat er davon abgesehen. Es darf jetzt einfach ganz normal zuheilen und muss nicht künstlich offen gehalten werden.
Da die Brust auf der rechten Seite nen Touch röter und etwas wärmer ist, soll ich sicherheitshalber nochmal 5 Tage Antibiotika nehmen. 

Tag 21
Jetzt sind die ersten drei Wochen rum seit der Mastek.
Nach und nach habe ich mir schon einiges wieder erarbeitet, das ich selbst machen kann. Die leeren Pfandflaschen (Plastik) kann ich zB selbst wegbringen gehen, aber die neuen herschleppen darf ich noch nicht. Spazieren gehen ist drin, aber Schwimmen noch nicht. Kann anderthalb bis zwei Kilo je Seite tragen und mehr soll ich auch noch nicht.
Zeit, auf wöchentliche Berichte umzustellen. ;)

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