Es geht weiter: Penis-Epithese

Ich warte.
Auf ein Rezept und ein Attest mit Kurzanamnese von meinem Endo. Unglaublich, dass man dafür länger als eine Woche brauchen kann.

Am Montag vorige Woche hatte ich ein persönliches Beratungsgespräch bei einer Epithetikerin, nachdem diese sich nach der diesjährigen HITT bei unserem Stammtisch vorgestellt hatte.
Ich will so einen Pimmel zum Ankleben haben, mit dem ich im Stehen pinkeln und mich im FKK-Bereich wagen kann. Es gibt auch Epithesen für sexuelle Aktivitäten, aber zum Ficken brauche ich keinen Schwanz.

Allein der Gedanke, dass so etwas möglich ist und ich mich deshalb bald freier bewegen kann, half mir, die Hürde zu nehmen und zum Schwimmen zu gehen bei einem Kurs meines Sportvereins und mit den meisten anderen die Sammelumkleide zu benutzen.
Großartig!
Es machte keinen Unterschied – falls überhaupt jemand was gesehen hat in der Kürze der Zeit.

Nun, sobald der Papierkram erledigt ist, steht der Genitalabdruck an. Schließlich ist es eine Maßanfertigung. Davor habe ich schon etwas Bammel, denn im Gegensatz zur Epithetikerin habe ich Berührungsängste.

Und gestern bin ich doch tatsächlich – nach zwei Jahren Zwangstherapie, Mastek und fünf Jahren Testo – wieder für eine „Dame“ gehalten worden und das nicht nur am Telefon.
Echt krass und wieder taucht die Frage auf, ob das so alles richtig war, hat sein müssen und wirklich was gebracht hat. Natürlich hat es das: Ich lebe.
Nach der Angleichung habe ich erfahren, was es bedeutet, glücklich zu sein. Es ist schade, dass dies nicht schon viel früher hat sein können, nachdem ich mitbekomme, dass heutzutage bereits Schulkinder Unterstützung finden, aber es ist eben so.

Letztes Jahr im Dezember habe ich nach einem halben Jahr Bewegungstherapie in einer Sportgruppe angefangen, die sich speziell an trans* und inter* richtete. Da fühlte ich mich gut aufgehoben und so gelang es mir endlich, mich nach und nach mit meinem Körper anzufreunden und richtiggehend einzuziehen.

Seit Anfang August habe ich rd. 15kg abgenommen durch eine Ernährungsumstellung in Verbindung mit mehr Sport. Es wird.

Dieses Jahr habe ich mich das erste Mal dazu überwinden können, hier in der Stadt ein Schwimmbad aufzusuchen. Weil ich glaubte, meine Narben würden mich automatisch outen oder ich würde darauf angesprochen oder was weiss ich. Nichts davon ist eingetroffen.

Heute abend werde ich versuchen, die Gratwanderung zu begehen, für Trans*Menschen einzustehen, ohne mich selbst zu outen. Ob das ein Ding der Unmöglichkeit ist, weiss ich dann hinterher. Lügen möchte ich nicht.

Sorry, dass das alles grad so durcheinander wirkt, aber es ist viel passiert, seitdem ich regelmässig geschrieben habe und ich habe keine Lust, für jeden Absatz einen eigenen Beitrag zu verfassen..
Mehr fällt mir gerade nicht ein. Also weiter warten.

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