90-Tage-Challenge Tag 5

Die gute Nachricht ist: Jetzt, vor dem Workout, ist mein Muskelkater fast verschwunden. Seit gestern stehen die Schmerzen bei jeder Bewegung nicht mehr im Vordergrund und ich konnte mich im Vergleich überraschend früh wieder auf dem Kackstuhl niederlassen, ohne mich abstützen zu müssen. (Jedenfalls habe ich es so in Erinnerung, vllt. sollte ich es doch mal nachlesen…)

Das mag auch an meinem gegenwärtigen Foodstyle liegen oder an meinem Entschluss, erhöhten Stellenwert auf Regeneration zu legen und die vorgegebenen Zeitfenster für das HIIT eher als Richtwerte zu betrachten.

Vorgestern habe ich geschummelt, weil ich einfach zu platt war und nicht mehr geschafft habe und habe dabei gespürt, wie viel wohler ich mich fühle, wenn ich mehr auf mich achte als auf die Vorgabe. Und das sowie die korrekte Haltung sollte doch im Vordergrund stehen und nicht die Anzahl der geschafften Wiederholungen.

Ruckus, Level Anzahl Runden: 5

Wie gut, dass ich diesen Beitrag bereits vor 7 Stunden vorbereitet hatte. Ich bin zwar jetzt alles andere als erschöpft vom Workout aber ich habe kognitive Defizite vom Feinsten.

Beim Aufwärmen ist mir aufgefallen, dass ich enorme Schwierigkeiten habe, bis zehn zu zählen. Meine Gedanken wandern immer wieder ab und möchten andere Prozesse bearbeiten.

Und jetzt, da ich hier sitze und schreibe, während ich meine Proteinbombe (als erste Speise viertel nach zwölf nachts) zu mir nehme, da fällt mir auf, dass ich den Cooldown vergessen habe. Auch jetzt komme ich hier wieder von Hölzchen auf Stöckchen, anstatt von dem zu berichten, das ich vorhin beobachtet habe.

Es ist mir aufgefallen, dass es mir sehr hilft, mich unter Kontrolle zu bringen, wenn ich mich so sehr auf meinen Körper konzentriere und dabei auch noch zählen muss und den Atem mit der Bewegung kontrollieren. Dieses Wissen ist nicht gänzlich neu, aber ich habe es vorhin sehr deutlich beobachten können, die Bewegung mich entschleunigte.

Das Ergebnis von 5 Runden in 16 Minuten sieht nicht nach einer Glanzleistung aus, wenn man bedenkt, dass ich auch schon 9 Runden gut geschafft habe. Der Unterschied ist allerdings, dass ich mir bewusst zum Ziel gesetzt habe, den Schwerpunkt auf die Regeneration zu legen.Dieses habe ich erreicht, da ich mich alles andere als beansprucht fühle, schon gar nicht überbeansprucht.

Mein Ziel ist ja, zur Mitte zu kommen, ohne von der Bedarfsmedikation Gebrauch machen zu müssen. Dafür kam mir das RUCKUS-Workout heute wie gerufen, denn das war mir immer schon das liebste. Weil ich gefragt bin, mir die Zeit selbst einzuteilen und so gut in einen regelmäßigen fließenden Bewegungsablauf kommen kann. Das hat einen sehr meditativen Charakter.

Und wie ich da so auf der Matte kniete und mich nach vorn beugte, um mich zwischendurch zu entspannen, da fiel mir die Parallele zur Haltung der Muslime auf. Wenn ich bedenke, wie viel Halt mir der Sport gibt und wie sehr mir jetzt gerade die Challenge hilft, meine Zeit zu strukturieren und mir Zeit für mich zu nehmen, da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Moslems in den zu ihrer Religion gehörigen Ritualen Ähnliches finden können.

Ich dachte daran, wie verkopft diese geistige rein abstrakte Lehre der Christen ist (Ich wurde evangelisch getauft und auch konfirmiert, trat dann aber mit 19 Jahren aus der Kirche aus und bin seither konfessionslos.), mit der ich als Kind nie etwas anfangen konnte und stellte dieses den körperbetonten Ritualen des Islam gegenüber. Da wäre mir letzteres sehr viel sympathischer.

Jedoch, dass beide Lehren monotheistisch sind, hat mich schon immer abgeschreckt. Ich empfand das als eine Schwäche, wenn ein Gott so viel Angst vor der Konkurrenz hat. Deshalb überlegte ich, welche polytheistischen Religionen ich kenne und mir fielen Buddhismus und Hinduismus ein.

Von den heiligen Kühen ist es ja nicht weit zu den Veganern und da war ich dann wieder bei mir selbst, meiner bewusst proteinreichen und nicht-veganen Ernährung angelangt und habe mich entschlossen, vorerst bei den Fitness-Jüngern zu bleiben.

Hauptsache, ich fühle mich irgendwo zu Hause und teile meine Glaubenssätze mit anderen Menschen und das passt ja für den Moment auch gerade zu meinem Vorhaben der Gewichtsreduktion.

Nun werde ich mir ein schönes Wannenbad gönnen und hole meine Dehnübungen nach. Dann gehts ab in die Heia, ab acht ist auch die Klingelsperre aktiv und kein Schwein ruft mich an. :-D

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