Mein Wort zum Ostersonntag

Mein Wort zum Ostersonntag

Liebe Gemeinde, Männer und Frauen, Menschen, Suchende und Erfahrene, treue Schafe und Ungläubige, liebe Lesenden, …

;)

Karfreitag ist der Tag, an dem Jesus am Kreuz starb. Ostern ist das höchste evangelische Fest. Näheres zu den Hintergründen bei schlankmitverstand.

Welche Bedeutung messen die Deutschen dem heute bei all den Schokoeiern- und Hasen noch bei? Und wie wichtig ist dieser Tag für den IS?

Ich traue mich gar nicht mehr, die Nachrichten zu verfolgen, weil ich meine Zuversicht behalten will und ich mich schützen muss vor der immer hitziger werdenden Stimmung im deutschen Sprachraum, die mir sehr zusetzt. Wenn es Hellfühligkeit wirklich geben sollte, trifft das vielleicht auf mich zu.

Ich spüre zur Zeit eine sehr starke spirituelle Kraft, wie auch schon zu Karneval und am Valentinstag. Das kenne ich aus früheren Jahren so nicht. Das hängt vielleicht mit meinem Glauben an eine göttliche Kraft zusammen, die ich erst durch meine Psychose wiedergefunden habe. Früher nannte ich Gott immer eine Krücke, die nutzen dürfe wer will und auf die ich nicht angewiesen sei, weil ich an mich selbst glaubte – ich war Agnostiker, weil mein Wunsch, mir solle ein Penis wachsen, sich nach einem Gebet nicht gleich am nächsten Morgen erfüllt hatte. Nunja, Gott ist ja auch kein Weihnachtsmann, dessen Geschenke durch die Eltern ausgeliefert werden. Kann man ja mal verwechseln.

Dieses Bild mit der Krücke ist sehr hilfreich, da sie mir das Recht zugestanden hat, wenn ich schwach werde, eben doch darauf zurückzugreifen. Und das passierte Mitte 2012, nachdem ich ein halbes Jahr eine zunehmende Angst davor entwickelt hatte, die Welt werde untergehen. Es gab ja sogar Duschgel zu diesem Anlass: AXE Final Edition. Nun interpretiere ich diese Flüchtlingskrise als den Untergang der alten Welt. Es ist wohl der Scheitelpunkt des Übergangs ins Wassermannzeitalter.

Diese folgende Passage im Zitat hatte ich bereits am Karfreitag als des Artikels Woher ich meine eiserne Disziplin nehme verfasst und, nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, wieder rausgenommen, weil das das eigentlich nicht mehr zum Thema gehört.

(Manchmal gehen die Pferde etwas mit mir durch und ich komme dann von Hölzchen auf Stöckchen.)

Darum jetzt hier, weil das Ding mit der Wahrnehmung und dem Umgang miteinander mich wirklich sehr tief bewegt und mir daher sehr wichtig ist.

So machen das auch Krankengymnasten: Dehnen, bis es wehtut, dann ein bissl doller und wenn man dann weniger dehnt, fühlt es sich schon angenehmer an. Das habe ich nach der Entfernung des Ganglion-Rezidivs gelernt. (Als das das dritte Mal wiederkam, war ich bereits ein mündiger Patient und es hat sich von selbst wieder zurückgezogen.) Eigentlich sollten in den Schulen Transferleistungen gefördert und gefordert werden. Zu meiner Zeit hat das jedenfalls noch geklappt. Und das Ergebnis ist, dass ich so kackfrech bin, auch aus den Fehlern anderer zu lernen. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was es heißt, als Amerikanerin im Iran zu leben, brauche ich nur ein Buch darüber zu lesen. Und wenn ich dann wissen will, wie sich das auf die nächste Generation auswirkt, lese ich das Buch der Tochter. Wenn ich dann mitbekomme, was gerade um mich herum in dieser Welt passiert, kann ich nicht anders, als zu ermahnen: Seid friedlich, Kinders. Gebt euch die Hand, vertragt euch. Hört auf mit diesem verkackten Theaterspielen und schmeißt euer künstliches Gesicht lieber freiwillig weg. Dann werdet ihr mit Erstaunen feststellen, dass der andere ja genau so eine Scheiß-Berührungsangst hat. Und dann ist man auf einmal gar nicht mehr alleine damit, sondern herrlich normal.

Ich möchte wirklich hoffen – sorry Martin – und glaube auch fest daran, dass der Zoller sich geirrt hat (wenn er schon wie ein Holzgliedermessstab heißt…) oder aber anders gesprochen, dass Mutti recht hat und wir das schaffen. Ich bin überzeugt, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen können, unsere Energien zu vereinen, anstatt einander zu bekriegen. Es ist auf der makroskopischen Ebene doch genau dasselbe Prinzip wie das, was wir uns selbst antun, wenn wir uns im Wege stehen. Wir müssen diese Flüchtlingskrise als Chance betrachten und den Auftrag annehmen, uns zu verändern – beide Seiten verlieren dabei gleichviel ihrer Identität, wenn sie aufeinander zu gehen und sich miteinander arrangieren. Daraus entsteht etwas Neues und dafür muss das alte Ich sterben – aber es müssen keine Menschen sterben. Sie müssen sich nur weiterentwickeln wollen und nicht auf dem Gestern beharren.

Gute Reise wünsche ich euch, innen wie außen.

Ich bin kein Esoteriker. Diesbezüglich bin  ich eher zweifelnd, also vielleicht Eso-Agnostiker. Ich kann es eben nicht mit Gewissheit ausschließen. Aber ich möchte mir neben der ausschließlichen Interpretation, an Wahnvorstellungen und anderen Krankheitssymptomen gelitten zu haben auch noch eine weitere Erklärungsmöglichkeit offen halten.

Warum man mir diese Diagnose gegeben hat, kann ich inzwischen sehr gut nachvollziehen und bin nicht nur compliant, sondern auch mittlerweile vollkommen einsichtig. Aber eine Diagnose ist eben nur ein Abrechnungsschlüssel für die Krankenkasse, der einem das Recht auf ausgewählte Heilbehandlungen verschafft und da ist nichts weiter dahinter. Mir reicht das nicht als Sinn, also gebe ich mir den selbst. Benefit Finding ist hilfreich, um dieses Kreuz zu tragen. Ein Genesungsweg ist sehr oft leider auch ein Leidensweg, je nachdem, welchen Abschnitt des Weges man betrachtet.

Kommen wir zurück zu dem Mann, der dem gesellschaftlich hierzulande noch akzeptiertesten Glauben nach am Freitag am Kreuz gestorben ist. Heute soll er auferstanden sein. Auch diese Geschichte ist doch nichts weiter als ein Beispiel für das Prinzip, dass jede Krise eine Chance sein kann. Nur sollte man das Ding mit dem Sterben und Auferstehen doch bitte nicht so wörtlich nehmen.

Ich selbst habe das anders gelöst. Ich habe mein Leben in der gesellschaftlichen Rolle einer Frau beendet, um es in der Rolle eines Mannes fortzuführen. Warum? Und warum werden es immer mehr, die ihre angestammten Geschlechtsrollen verlassen? Weil jetzt die Möglichkeit besteht, die früher ohne Internet und ohne offenen Austausch nicht bestand, weil die Informationen sehr viel zähflüssiger und viel verfremdeter ausgetauscht wurden?

Welche Rolle hat eigentlich das Internet heute im Zusammenhang mit unseren Glaubenssätzen? Ist jeder Blogger nicht auch irgendwo ein Prediger, der von seiner Kanzel aus zu seiner Gemeinde spricht? Ich Jesus – Du Jünger? Das wäre doch mal eine lustige Idee für eine Geschichte. Denn tatsächlich erlebt habe ich es ja bereits, dass ich in der Prodromalphase vor meiner Psychose meinem Berufungscoach (Obacht: Studium der christlichen Psychologie) gegenüber am Telefon erwähnte, mich augenblicklich für Jesus zu halten.

Ich war da irgendwie drauf gekommen, weil ich Anfang Januar geboren bin und ich eigentlich für um Weihnachten ausgerechnet war. Weil ich erst viel zu früh rauswollte, wurden wehenhemmende Mittel gegeben mit dem Ergebnis, dass ich dann drei Wochen Verspätung hatte. Tolle Leistung, Herr Doktor. Ihnen habe ich zu verdanken, dass ich jedes Jahr um den Jahreswechsel durch die Hölle gehe, weil sich mein Geburtstrauma wiederholt. Und sich nicht nur auf einen Tag beschränkt, den man vielleicht feiern könnte, sondern über ein Quartal erstreckt. So, Sündenbock gefunden, ganz so wie man das heute üblicherweise macht.

Mein Berufungscoach fand mich da ganz und gar nicht verrückt mit dieser Vision. Und mittlerweile bin ich selbst auch so weit, das einfach etwas freier und nicht so wörtlich zu interpretieren, sondern auf der Sinnebene: Da steht der Messias einfach für einen Menschen, der andere inspiriert. Der sie anführt, ohne sich je als Führungskraft aufgestellt zu haben. Sonst hätte er ja „was richtiges gelernt“ und nicht bloß Zimmermann. Und wenn er ordentlich was auf sich und sein Handwerk gehalten hätte, dann hätte er ja mindestens den Meister gemacht und wäre bei seinem Leisten geblieben wie die Schuster. Stattdessen schult er um auf Hirte.

Na denn, dann mache ich das eben auch und begleite demnächst Menschen auf ihrem Genesungsweg, anstatt weiter die Maschinensprache zu studieren. Hat ja auch nur knapp fünf Jahre gedauert, um das zu kapieren. Das kommt eben davon:

Wer nicht hören will, muss fühlen.

(Meine Mutter)

Amen

;)

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