Rezept gegen Depression

Rezept gegen Depression

Garnelenschwänze mit gedünstetem Chiccorée, gewürzt mit Rosmarin, Curry und Kurkuma. Zum Nachtisch Walnussquark.

Bei der Zubereitung von Chiccorée entferne ich bei jedem Blatt einzeln den Strunk und es bleibt nur ein etwa V-förmiger Rest übrig.

Garnelenschwänze 178 2,000 40,000 250,000
Chiccorree 50 0,500 6,000 3,000 250,000
Bärlauchöl 66 7,360 8,000
Magerquark mit Zucker 227 0,750 24,360 30,500 265,000
Walnussöl 3 0,012 0,624 0,028 4,000
523 10,622 30,984 73,528 777,000
Anteil Fett Anteil Kohlenhydrate Anteil Eiweiß
18,67% 24,27% 57,60%

Für mich ist diese Kombination aus proteinreicher Speise mit dem Gewürzen Rosmarin und Kurkuma dann gesund, wenn ich merke, dass ich sehr niedergeschlagen bin und sich die Tendenz zur depressiven Verstimmung abzeichnet. Bei ohnehin bereits gesteigertem Antrieb kann ich das dagegen gar nicht gebrauchen.

Auf die hirnchemischen Hintergründe hatte ich bereits vor 14 Tagen hingewiesen: Das serotonerge System…

Ich hatte euch das Rezept versprochen. Viel Spaß damit!

Nochmal: Die antidepressive Wirkung hat nichts mit dem Chiccorée zu tun, diese steht und fällt mit Rosmarin oder Kurkuma und ausreichend proteinhaltiger Nahrung. Letzteres können Fisch oder Fleisch sein, aber ebensogut Hülsenfrüchte.


90-Tage-Challenge Tag 43

Von der Challenge hatte ich mir erlaubt, anderthalb Wochen Urlaub zu nehmen. Mit dem Ernährungstagebuch habe ich noch keine Lust, wieder zu starten. In der Woche in München ohne Waage und ohne Protokoll habe ich über 2kg abgenommen, war also unter 88kg gekommen. Mit der Challenge ging es gestern wieder los:

EVAL, Level 1
Bodyrocks:                26 34 32 36
Türziehen:                17 17 19 18
Prisoner Back Lunges:     12 13 14 14
Enge 3-Punkt-Liegestütze: 11 09 08 08

Die Werte sind allesamt besser trotzdem ich ausgesetzt hatte. Sicherlich hatte ich deshalb keine großen Einbußen, weil ich das Mobility-Workout fortgeführt hatte.

Da ich meine analoge Stoppuhr nicht gefunden habe, habe ich mein Streichelfon als Timer und als Stoppuhr genutzt. Und was soll ich sagen: Ich suche das olle Ding gar nicht mehr. Durch den Timer, der von sich aus ein Geräusch macht, wenn die Zeit um ist, spare ich es mir, auf die Uhr zu schielen und zu prüfen, wie ob die Zeit schon rum ist. Ich hätte mich schon sehr viel früher nach einem geeigneten Hilfsmittel umsehen sollen.

Was das Problem der mangelnden Konzentration beim Zählen angeht, habe ich herausgefunden, dass ich bei den Lunges zum Aufwärmen auch einfach anders zählen kann: 1.1, 1.2, 1.3, 1.4., 1.5 und dann die fünf Sekunden auf der anderen Seite 2.1, 2.2, … usw. – viel entspannter. :)

Aber warum denn einfach, wenn es auch kompliziert geht. ;)

Wenn ich nun brav bin und nicht zu viel Eis esse etc. brauche ich auch erstmal kein (Ernährungstage)Buch zu führen.

90-Tage-Challenge Tag 44

Vorgestern hatte ich noch Gelüste und schlich abends um den Süßigkeitenautomaten herum. Zum Glück war mein Mann bei mir und hat mich davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, nun irgendetwas anderes haben zu wollen, nachdem der Automat, der das enthält, für das ich mich entschieden hatte, mein Geld nicht akzeptiert. So ist mir die Technik doch irgendwie zu Hilfe gekommen.

Wie damals, als der Zigarettenautomat mein Geld nicht annahm und ich so das Rauchen aufhörte. Es ist eigentlich mit jeder Sucht dasselbe, egal ob Nikotin, Alkohol, Zucker, Tabletten, … : Man muss bereit sein zu einer Veränderung und willens, für seine Freiheit vorübergehend durch die Scheiße zu gehen.

Natürlich ist es beim Essen bedeutend schwieriger, weil man zum einen nicht gänzlich aufs Essen an sich verzichten kann und zum anderen das anteilige Verzichten auf bestimmte Zutaten wie zB Zucker oder zumindest das verminderte Zuführen mit einem riesigen Mehraufwand an Zeit und Kosten verbunden ist. Das Rauchen aufzugeben oder die Finger von Drogen zu lassen wird einem sehr viel einfacher gemacht.

OPUS, Level 1, Wiederholungen der 4. Runde 
 Skorpion   26
 Zombie     27
 3Punkt     12
 Fallschirm 57

Heute merkte ich schon deutlicher, dass ich früher an meine Grenzen komme als mir lieb wäre. Beim letzten OPUS hatte ich höhere Zahlen da stehen. Allerdings hatte ich auch heute früh zuerst Matratzensport und dabei habe ich wohl schon meine Glykogenspeicher geleert…


Noch eine Anekdote zu Chiccorée

Meine Mutter probiert leidenschaftlich gern neue Kochrezepte aus. Ich glaube, es macht ihr genauso wie mir Spaß, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu befolgen. Eines eigentlich schönen Tages, zu Ehren des Besuchs der Schwiegereltern in unserem Hause, hatte sie ein ganz besonderes Rezept ausgesucht: Gedünsteter Chiccorée.

Das war sicherlich nicht das einzige auf dem Teller und wahrscheinlich einfach nur die einen Fisch begleitende raffinierte Beilage, aber da es meine erste Bekanntschaft mit diesem Gemüse war, hinterließ es einen bleibenden Eindruck.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es ihr ergangen sein muss. Zwei Kinder im nervigen vorpubertären Alter, die Schwiegereltern im Haus, der Gourmet himself, ihr Göttergatte, mitten am Tag daheim und ein neues Rezept mit einer Zutat, die sie bis dahin noch nie verarbeitet hatte.

Nun schrieb das Leben folgende Geschichte: Der gute pflanzliche Lebensmittel kam halb roh, halb angebrannt auf die Teller, ohne von der nichts ahnenden Köchin seines höchst bitteren Strunks beraubt worden zu sein. Das war nicht weiter wild; auch ich gebe gern mein Bestes und wenn das nicht gut genug ist, versuche ich immer noch das Beste daraus zu machen.

Grausam wurde es erst, als wir alle wussten, wie scheußlich es schmeckte und wir Kinder dann trotzdem oder gerade deshalb mit vereinten Kräften vonseiten der Erwachsenen am Tisch zum Herunterwürgen dieses misslungenen Gerichts genötigt wurden.

Mein Bruder hat sich mit 50 Pfennig, die meine Oma ihm dafür anbot, bestechen lassen. Ich weigerte mich standhaft und verzichtete dafür auf alle folgenden Gänge einschließlich Nachtisch sowie auf Fernsehkonsum in der nächsten Zeit, aber ich nahm mir davon mit, dass meine Geschmacksnerven bei Tisch genauso wenig zu sagen hatten wie ich und diesbezügliche Signale meines Gehirns genauso ignoriert zu werden hatten wie mein Sättigungsgefühl.

An jedem anderen Tag hätte der feine Geschmack meines Vaters mich alleine schon aus seinem eigenen Interesse heraus vor solchen Eskapaden beschützt – aber gegen seine eigene Mutter konnte er sich wohl auch nicht zur Wehr setzen.

Ich glaube, dieses Erlebnis hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich später für die Kochlehre entschied. In deren Verlauf lernte ich u.a. wie man Chiccorée verarbeitet und wagte mich auch an eine Rohverkostung. Es war – ohne Strunk – nichtssagend gewöhnlich, vielleicht etwas nussiger als andere Salatsorten.

Weil aber alle Salate irgendwie immer ein bisschen „nach Wiese“ schmecken, bin ich immer noch kein Freund von Rohkost.

Obiges Rezept habt ihr nun einer Mutprobe zu verdanken, die ich mir in diesem Jahr selbst gestellt habe: Iss etwas Gesundes, was du früher nicht mochtest!

Auf Anregung von Mark Lauren hatte ich mir vorgenommen, eine Speise zu essen, die ich in meiner Kindheit gar nicht mochte. Tatsächlich schmeckte der Chiccorée nun hervorragend und erinnerte mich am ehesten an gedünstete dünn geschnittene Gurkenscheiben. Ich habe mir zwar ein halbes Jahr Zeit gelassen, bis ich diese Herausforderung angenommen habe, aber ich habe es nicht bereut.

 

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