Zurück zu Lück – äh zum Spocht, Futtern und Abspecken

Also es ist nicht so, dass ich faul wäre. Echt nicht. Ich tu was ich kann. (Und ich wette, der ein oder andere, dem ich begegne, hält mich einfach mal für voll kackenfrech naturschlank. Ihr wisst es besser.)

Für die Schnell-Leser: Es folgen die Ergebnisse meiner Kraftübungen. Nach dem Foodtalk. Es ist auch Tag 47 TYRANT dabei.

Was an dem so besonders ist, dass er mehrmals gesucht wurde, wüsste ich natürlich gern. Mein erster Tag 47 aus dem ersten Durchgang der Challenge ist im Forum zu finden: Meine 90-Tage-Challenge (Seite2)

Danach folgt meine Kampfansage für den Montag.

Gut, ich fresse also in der letzten Zeit wie ein Scheunendrescher, weil mein Hirn nach Zucker schreit, und ich müsste mich ungesund viel bewegen, um so viel Energie in Bewegung umzusetzen.

Aber ich brauch(t)e den Dreck, diese Kombination aus Zucker und Fett (Schokolade und Junkfood) und was da noch drin ist an Zusatzstoffen, um die emotionale Überlastung auszuhalten und zurück zur Mitte zu finden. 

Wenn ich dadurch aus den Nähten platze, dann ist das nicht das erste Mal in meinem Leben. Mein Bauch ist nicht umsonst von Narben (durch Hautrisse aka Dehnungsstreifen) übersät wie bei Borderlinern die Arme.

Nur zum ersten Mal bin ich mir meiner Handlungen und ihrer Funktion hinsichtlich meiner Psyche bewusst und nicht nur ihrer Folgen auf meinen Körper.

Vielleicht habe ich deshalb jederzeit die Wahl mit relativ wenig Anlaufschwierigkeiten – wenig heißt ja nicht keine, ich muss schon wieder mal durch den Entzug von der Zuckersucht durch – zurückzufinden zu gesundem Ernährungsverhalten. Damit nicht zwangsläufig zurück zu kontrolliertem Essverhalten, aber auch ohne Mitschrift weniger Impulsen nachzugeben habe ich schon vor.

Nach anderthalb Wochen Pause wegen Reise und Krise habe ich mit der Challenge wieder angefangen. Zugenommen habe ich fünf Kilo in den letzten zehn Tagen.

Vor meiner Reise nach München war ich bei 90,5kg (1. Mai) und nach meiner Rückkehr war ich bei 87,9kg .

Ohne Waage, 0hne Kalorienzählen, rein intuitives Essen (Magerquark, Obst, vegane Hauptmahlzeit vom Stand, einmal Garnelen und Salat im Restaurant, Walnüsse) und bewusst Hunger spüren sowie zulassen und genießen.

Bewusster Rückzug ins Hotel, wenn es mir zu viel wurde. Bewusst unter Leute gegangen, wenn ich bereit war, wieder Kontakt aufzunehmen. Alles easy performing und das frisch nach der Klapse und bei sehr wenig Schlaf durch den inneren Aufruhr. Aber mit Hilfe binauraler Klänge, um das Cortisol zu senken.

Nicht aushalten den Hunger. Ich kann das wirklich genießen, diese Leere im Magen zu spüren. Mit leerem Magen bewege ich mich sehr gerne.

Extremes Völlegefühl bis hin zum Dehnungsschmerz kann ich dagegen nicht genießen. Da ekel ich mich vor mir selbst. Aber beides erdet, weil es mich meinen Körper deutlicher wahrnehmen lässt.

Wenn ich mich fett wie ein Faß fühle, vollgefressen, mag ich mich überhaupt nicht bewegen. Das war mit kurzen Ausnahmezeiträumen mein Dauerzustand seit der 2. Klasse, bis ich mich an ein verändertes Essverhalten herangeschlichen habe.

(Long story:

  1. Der Fettlogik-Knick
  2. Meine innere Reise zum Abnehmen-Wollen

Meine Erkenntnisse daraus: Ernährung

Überblick: Abnehmen)

Nun habe ich dennoch den Kampf mit den Pfunden (siehe auch: Woher ich meine eiserne Disziplin nehme) wieder aufgenommen und mich sozusagen gegen die Fresserei anbewegt. Oder ich habe gegen die Bewegung angefressen – je nachdem, wie herum man es betrachtet. Es blieb bei einem deutlichen Kalorienplus.

Aber eben auch (und wie mir jetzt auffällt, war meine Zäsur genau nach der ersten Hälfte der 90 Tage):


90-Tage-Challenge Tag 46

Einfach machen, wie eine Maschine. Erste Übung, nächste Übung, bei Unsicherheiten nochmal nachlesen. Runde durch, Strich machen.

RUCKUS Anzahl Runden: 9

Ich weiß, dass mir ganz knapp noch etwas Zeit fehlte, um die 10. Runde abzuschließen. Darauf kam es aber gar nicht an. Ich durfte einfach tun und mich dabei ordnen.

90-Tage-Challenge Tag 47

Sehr angenehm gewesen. Ich konnte es einfach genießen, das Abarbeiten dieser Aufgaben. Ganz bewusst habe ich mich diesmal nicht kontrolliert gebremst, sondern mir meine Schnelligkeit erlaubt.

TYRANT, Zeit: 16:37:00

Neuer Rekord. Dafür roter Kopf.

90-Tage-Challenge Tag 50

Zählen ging gut, glaube ich. Es ist jedenfalls nichts Bemerkenswertes hängen geblieben.

HAMMER, Wiederholungen des jeweils letzten Satzes
 
Skorpion   24
Kreuzheben 15
Fallschirm 48
Lunges     18

Ja, da hatte ich schonmal mehr Wiederholungen.

90-Tage-Challenge Tag 51

Ich überlege gerade, ob ich Schwierigkeiten mit der Struktur hatte. Die Pause habe ich einmal überzogen. Glückwunsch! Sonst weiß ich jetzt nichts.

ANVIL, Wiederholungen des jeweils letzten Satzes
Hüftheben  11
PBLunges   16
Türziehen  26
Kreuzheben 18

Auch das sind keine neuen Bestwerte. Passt aber.


So, also hier in Kurzfassung wie ich bereits Dine gegenüber geäußert habe:

Der Plan für morgen sieht vor, erst dann zu essen, wenn ich wirklich deutlich Hunger spüre. Eigentlich habe ich für genug Ablenkung gesorgt, um einen guten Start in den Tag zu haben, auch wenn ich mal nicht als erstes Sport mache.

Ich erinnere daran, dass ich 175cm groß bin und bei über 90kg wirklich abnehmen darf.

Eine Nachbarin hatte nämlich neulich (als ich zwischen 95kg und 90kg wog) schon meinen Ehemann gebeten, doch darauf zu achten, dass ich nicht noch mehr abnehme.

Als ich sie dann das nächste Mal traf, erklärte ich ihr, dass ich mehr als 15kg Übergewicht und überflüssiges Körperfett habe und nur so gerade eben nicht mehr adipös bin. Das konnte sie gar nicht fassen.

Ja, ich finde solche Bemerkungen übergriffig.

Genauso übergriffig wie Appelle meinerseits an andere Nachbarinnen wären, doch dringend mal ihren Hüftspeck in Wallung zu versetzen. Aber so bin ich nicht.

Ich habe einer Nachbarin ein Buch zur Überwindung ihrer Fettlogiken geschenkt. Aber erst nachdem es gedruckt erhältlich war und in der Zwischenzeit hatte sie mich zweimal gefragt, wie ich das mache mit dem Abnehmen.

Die andere vergleichbar korpulente Dame wird sicherlich früher oder später ebenfalls davon profitieren können, da beide miteinander im Austausch stehen. Aber das soll nicht meine Sorge sein.

Also:

  1. Ich darf das.
  2. Ich will das.
  3. Ich weiß, wie es geht.
  4. Ich weiß, dass ich mich wohler fühle, wenn ich mich anders verhalte.

Es gibt keinen Grund mehr, zur Schokolade zu greifen. Die hält sich auch dann, wenn sie im Schrank noch eine Weile warten muss. Und der aktuelle Konflikt ist erstmal gelöst bzw. dessen Lösung ist angeleiert.

Ich muss jetzt 14 Tage durchhalten bis ich ins Rheinland darf. Dort habe ich ein Appartment zur Verfügung, ganz für mich alleine. (Finanziert aus Mutterliebe BTW.)

Die erste Etappe sind Montag und Dienstag, die ich funktionieren muss. Am Mittwoch ist Feiertag – dh ich feiere die Teilung der Arbeitswoche.

Für mich ist das eine Regenerationstag auf allen Ebenen, nicht nur in Sachen Workout. Das gilt für Ernährung und Bewegung und Psyche. Die Sch0kolade muss warten bis Mittwoch. Ganz einfach. Und Mittwoch überlege ich mir dann nochmal, ob ich Lust auf ein Date mit der Schokolade habe.

Morgen (ihr lest das frühestens Montagmorgen) habe ich was vor und ich werde es durchziehen. ‚N paar Termine, Aufgaben erledigen. Sowas halt. So.

Auf geht’s!

Euch auch einen guten Start in die Woche. :)


PS:

An die mitlesenden Fachkräfte mal eine Frage…

Was ich hier mache, fällt das unter Neurolinguistisches Programmieren?

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das Pacing doch eher sowas wie ein Selbstläufer und funktioniert auch ohne bewusste Absicht, überhaupt führen zu wollen.

Kann man sagen, dass ich mich durch diese Art, so zu schreiben und mein Vorhaben für den neuen Tag zu formulieren, durch positive Selbstverbalisation selbst programmiere?

Und, falls ja, der nächste Gedankenschritt wäre dann: Alle, die das mitlesen, werden mitprogrammiert?

Oder spinne ich mir das zusammen?

Vllt. studier ich doch nochmal Psychologie… ^^

    • Danke meine Liebe.

      Irgendwie versuche ich mich gegen Deine Komplimente zu wehren… könnte ich es zerschlagen mit: Dir entgeht, dass ich mich durch meine Offenheit schütze?
      Wenn ich freiwillig Beichte ablege, komme ich jeglicher Kritik zuvor. Es gibt überhaupt keinen Wind, so dass Segel nutzlos werden. (Ich brauche mir also nichtmal die Mühe machen, irgendjemandem den Wind aus den Segeln zu nehmen.)
      Vielleicht bin ich aber auch doch einfach nur exhibitionistisch veranlagt und eine kleine dreckige Rampensau. ;)

      Ach verdammt: Ja, ich finde mich auch einfach total super mit meiner Ehrlichkeit und so!!!

      Und ich rieche gar nix mit meiner feinen Nase – von wegen Eigenlob stinkt.

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      • Ich verstehe das – kenne ich von mir selber: die entwaffnende Ehrlichkeit.
        Aus meiner Sicht ist es dennoch ein sehr mutiger Versuch, aus einer (angeblichen) Schwäche eine Stärke zu machen, mit Eigeninitiative und einer Portion Courage.
        Ich finde es jedenfalls anerkennenswert.
        Von mir aus wehr´ dich ruhig – ist mir schnuppe – ich bleibe (vorerst) bei meiner Einschätzung.

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  1. Ein paar Gedanken zu deinem PS: Psychologie studieren??? Ja, unbedingt!!! :) Ich persönlich habe zumindest sehr von meinem Psychologiestudium profitiert. Man kann sich aber natürlich auch alles privat anlesen und dann viel interessengeleiteter vorgehen als es im Rahmen eines Hochschulstudiums möglich ist. Was deine Frage zum NLP angeht: Ich persönlich kann mit solchen ‚halbwissenschaftlichen‘ Konzepten nicht so besonders viel anfangen, habe mich damit aber auch nie intensiv auseinandergesetzt. Wenn ich deinem Nach-, Über- und Querdenken einen Namen geben müsste, dann würde ich es aber wohl am ehesten Selbstreflexion oder Selbsterkenntnis nennen :)

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    • Ja, den Begriff „Selbstreflektion“, welche mich idR zur Selbsterkenntnis führt, kannte ich dafür. :)
      Irgendwie klingt „programmieren“ und „manipulieren“ auch so gruselig – deshalb wollte ich mehr darüber erfahren. Häufig mache ich mir falsche Vorstellungen von etwas und habe deshalb Angst davor – eben wegen dieser Ungewissheit.

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      • Ich glaube, Robert Dilts hat sich mit NLP beschäftigt und böte sich womöglich an als Einstiegslektüre – wenn man sein Wissen nun gerade in diesem Feld vertiefen möchte… ;) ‚Programmierungstechniken‘ als Mittel zur Gestaltung und Lenkung von kommunikativen Prozessen halte ich im besten Sinne für skuril, im schlimmsten Sinne für gefährlich – daher meine Skepsis und Zurückhaltung. Ich habe schon einige psychisch eher labile Menschen kennengelernt, die mit solchen und ähnlichen Methoden manipuliert, finanziell ausgenutzt und teilweise sogar (re)traumatisiert wurden – aber schwarze Schafe gibt es natürlich überall…

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        • Ich fand im Informatikstudium den Vergleich zwischen Maschinensprachen und natürlicher Sprache unheimlich spannend.

          Mein damaliger Therapeut hatte sich meinem Sprachgebrauch angenähert und auch von „programmieren“ gesprochen, wenn es um positive Selbstverbalisation etc ging. Er meinte zum Beispiel, ich müsse die alten „Programme“ (da sprechen Psychologen mWn von „Mustern“) überschreiben. Häufig wird ja auch das Gehirn mit einem Computer verglichen.
          Ich ziehe häufig solche Parallelen.

          Vielen Dank für die Literaturempfehlung.
          Vielleicht hilft es mir ja, Psychotiker mit Angst vor Manipulation durch Psychologen etwas zu beruhigen – oder eben entsprechend zu bestätigen in ihrer Intuition. Dazu muss ich aber erstmal selbst wissen, was es damit auf sich hat.

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