Transmann am Elbstrand gesehen!

Transmann am Elbstrand gesehen!

Sonntag, 22. Mai 2016

Ja, das ist eine Schlagzeile.

Warum?

Es ist doch nichts dabei.

Wenn ihr mir eure Nacktheit zumutet, eure blanken Bäuche der Sonne entgegenreckt, euch ungeplant in alltäglicher Unterwäsche präsentiert und sogar  – auch bebuste Menschen (!) – oben ohne zu sehen sind, dann schließe ich mich dem bunten Treiben einfach an.

Es ist Sommer!

Es ist Sommer und ich tu mal so als wenn das heute ein guter Tag werden soll_Lysander

Es sind 28 Grad und in der direkten Sonne ist es mir zu heiß, so dass ich mir einen Platz unweit der mich mit vorbeifahrenden Zügen beschallenden S-Bahnbrücke im Halbschatten gesucht habe, wo ich sowohl einen Blick auf das Wasser als auch auf eine Ansammlung von Bäumen habe, die sich vielleicht für ein Wäldchen hält.

Mein Blick aufs Grün

Dort im vermeintlichen Schutz des Grüns lassen kleine Jungs die Hosen runter, um zu pieseln, wohin der Schniedel zeigt. Ich frage mich, ob ich mich strafbar mache, wenn mein Blick darauf fällt oder ob es in der Verantwortung der Eltern liegt, dafür Sorge zu tragen, dass die Kinder sich von mir wegdrehen.

(Darf ich das überhaupt be-schreiben oder kann das als pornographisch aufgefasst werden?

Reklame für Kinderbekleidung oder Windeln ist auch nicht verboten, obwohl es mit Sicherheit auch manchem als Wichsvorlage dient.

Ich gehe das Risiko ein.)

Wenn also die anderen das auch dürfen und mir ihre Nacktheit und die Nacktheit ihrer Kinder zumuten, warum habe ich mir so lange verboten, mich zu zeigen (wie ich bin)?

Ich liege hier jetzt nur in Unterhose und Rentnersocken auf meinem Handtuch. Noch ist von Polizei nichts zu sehen, niemand hat mich angesprochen, keine komischen Blicke. Es scheint okay zu sein.Trotz Narben, Warzen und Speckrollen. Kuhle Sache.

Was passiert, wenn ich meine Pinkelhilfe auspacke, weil ich auch irgendwann muss, weiß ich nicht. Ich werde es herausfinden.

Einer der Hauptgründe, warum ich mich fünf Jahre lang nicht wirklich vor die Tür gewagt hatte und mein ohnehin vorhandenes Problem mit der Nutzung öffentlicher Toiletten über die Angewöhnung eines höchst ungesunden Trinkverhaltens (erst ab 17 Uhr, damit ich nicht außer Haus aufs Klo muss) hinaus extrem verschärft wurde.


Als ich mich nach einem halbstündigen Telefonat mit einem sehr guten Freund aus Bonn – dem ich mein Leid über die Hellhörigkeit des Hauses hier geklagt hatte – wieder umdrehte, stellte ich fest, dass ich inzwischen alleine war.

Ob die Leute sich nun von mir geräuschbelästigt gefühlt haben?

Der Gedanke gefällt mir, auch wenn es die falschen getroffen hat, falls meine Vermutung überhaupt zuträfe.

Aber:

Die Gedanken sind frei.

Zumindest die, die ich für mich behalte.

Was mir noch zum Thema Sommer, Freibad und nackter Haut einfällt: Als ich zu Beginn der Pubertät – aber noch bevor ich dies bewusst registriert hatte, also noch nicht auf der weiterführenden Schule – ich schätze mal im Alter von elf Jahren im Rahmen eines sechswöchigen Aufenthalts auf einem Ponyhof (Jaaaaha, da guckste: Die gesamten Sommerferien! Wer will das nicht… ) zu einem Besuch im Freibad unter Aufsicht junger Frauen war – OMG Mammutsatz, Verzeihung! Es it schon spät, ich muss ins Bett.^^

Ich liebe Schwimmen! Es hat wirklich einen ausgesprochen ausgleichenden, eigentlich schon meditativen Charakter bzw. entsprechende Wirkung auf mich.

Jedenfalls, ich stand auf grüner Wiese mitten da, wo unsere Handtücher und anderer Krempelskram lagen und ich zog mich nach dem Baden um, trocknete mich also zunächst ab und ließ mir Zeit und dachte mir nichts dabei – fühlte mich einfach nur wohl mit mir und der Welt.

Da haben die Mädels sich wohl fremdgeschämt, wie man heute so sagt. Genau weiß ich das nicht. Es grub sich jedoch tief in meine Erinnerung ein, dass ich mich mindestens entweder beeilen oder bedecken sollte. Was – abgesehen von fehlendem Penis und Hoden – mit meinem Körper zu dem Zeitpunkt nicht in Ordnung gewesen sein sollte, weiß ich nicht.

Aber ab dem Tag machte ich mir wieder Gedanken darüber, was mit mir nicht in Ordnung wäre. Natürlich tat auch die Frage, warum mein Bruder und ich für die gesamten Sommerferien auf den verdammten Ponyhof verbannt worden waren, ihren Anteil daran. Eine Adresse hinterlassen hatten meine Eltern ganz bewusst nicht und nur die Sekretärin rief manchmal an, um zu hören, wie es uns geht. Es war also kein Problem, dass wir mehr Geld für Eis bekamen, das wir anschreiben lassen konnten.

Es sind viel zu viele Fragen, die ich nicht gestellt habe. Und sie lauten immer wieder:

Warum?

So ein unbeantwortetes Warum schmerzt. Es schmerzt mich, bis ich die Antwort kenne oder zu der Einsicht gelange, dass die Beantwortung nicht relevant ist.


Warum ist die Banane krumm?

(Ich bin offline aufgewachsen. Trotzdem weiß ich, dass die Banane zunächst zum Licht wächst und danach der Schwerkraft nachgibt. Zum Beispiel hier nachzulesen.)

Wer nicht fragt bleibt dumm.

(Aus der Titelmelodie der Sesamstraße. Die einzige Fernsehsendung, die ich – zumindest in der Qualität der 80er – empfehlen möchte.)

https://www.youtube-nocookie.com/embed/Tlng8RSxm-4

Und, was mir noch dazu einfällt, das ich noch teilen möchte, bevor ich heia machen gehe:

Egal ist 88.

(Mein Vater, wenn wir mal eine Frage nicht beantworten wollten und „egal“ sagten. Es ist eine Redewendung, die sich (auch laut Wiki) darauf bezieht, dass „88“, egal wie gespiegelt, immer noch nach „88“ aussieht. Die Wiki verweist dazu auf die Spiegelsymmetrie, wovon ich nur Spiegel verstehe, da ich nicht wie mein Vater Ingenieur, sondern mathedoof bin.^^)

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