Heiler sein – ich als Behandler_in?

Heiler sein – ich als Behandler_in?

Freitag, 1. Juli 16

Nun, es ist halb drei und ich bin müde. Da dieses Video deutlich länger ist als die anderen beiden, es für mich aber in die Reihe passt, möchte ich euch die faire Chance lassen, euch die Zeit zu nehmen, und es anzusehen. Für mich hat das den Vorteil, dass ich gleich Feierabend machen und mich hinlegen kann. ;)

https://www.youtube-nocookie.com/embed/hsYxN4IDF6I

Nur einen Punkt möchte ich herausstellen: Diese Dame definiert ihre Rolle als Heilerin so, dass nicht sie diejenige ist, die eine andere Person heilt. Sondern sie gibt den Menschen, die sich an sie wenden, lediglich die Erlaubnis zur Selbstheilung.

Erinnert ihr euch an die Aussage des Chefarztes der Psychiatrie der Asklepios Klinik Harburg?

Wir können uns zu Ihnen ins Boot setzen, aber rudern müssen Sie selber.

(Dr. med. Hans-Peter Unger, Chefarzt  der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie in der Asklepios-Klinik Hamburg-Harburg, schonmal zitiert: Wer mir geholfen hat)

Fällt euch die Parallele auf?

Auch Robert B. Dilts schreibt in Die Veränderung von Glaubenssystemen darüber, dass es manchmal ausreicht, einen Klienten einfach nur anzuhauchen, um eine Veränderung herbeizuführen – nämlich dann, wenn diese Person bereit ist zu einer Veränderung und einfach nur noch die Erlaubnis zur Veränderung braucht.

Diese Parallele ist vermutlich deutlicher, aber leider gilt Neurolinguistische Programmierung (soweit ich es bisher erfasst habe, befasst man sich dabei damit, Menschen dahin zu bringen, dass sie diese Veränderungsbereitschaft erlangen) nicht als wissenschaftlich anerkannt.

Auch irgendwie so halb drin halb draußen ist man ja in der Rolle des EX-INlers, die ich anstrebe. Da ist man sich völlig im Klaren darüber, dass man die Menschen in ihrer Genesung oder auch durch Krisen nur begleiten kann und es erwartet auch niemand etwas anderes.

Das ist echt witzig: Von einem Therapeuten erwarte ich etwas anderes als von einem Erfahrenen. Warum glaube ich, ein Therapeut hätte mehr Potential, mich zu heilen als ein Erfahrener? Das ist doch total Bullshit!

Man kann noch so lange Psychologie studieren und noch so viel Wissen ansammeln in der Berufspraxis, man wird immer wieder dahinkommen, festzustellen, dass man andere Menschen nicht gesund machen kann und auch niemandem helfen kann, der sich nicht helfen lassen will.

Was rechtfertigt also, dass eine Person, die sich ausschließlich über die EX-IN-Ausbildung qualifiziert hat, mit einem 450,–Euro-Job bezahlt wird, Menschen mit akademischem Hintergrund aber anders und andere Fachkräfte wieder anders?

Soll ich das Spiel wirklich mitspielen?

Gegen Geld bloggen scheidet für mich aus – zumindest, was diesen Blog hier angeht. Bücher schreiben gerne eines schönen Tages, Lesungen, Tagungen und Online-Kongresse von mir aus, aber irgendwo ist Schluss.

Vielleicht geht es auch wie bisher – halb Hausmann, halb Schriftsteller – weiterhin mit verteilter Aufmerksamkeit tätig zu sein: Halb Schriftsteller, halb Heiler Genesungsbegleiter.

Ab September werde ich Coachings anbieten. Zusätzlich zu den herkömmlichen Praktika mache ich einfach ein Praktikum in Sachen Selbständigkeit. So, Basta!

Und gute Nacht!

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