Bitte seid pünktlich!

Und damit es keine Ausreden gibt, ich hätte euch jetzt Angst eingejagt und ihr traut mir nicht mehr über den Weg hier die Auflösung für alle Angstrammler_innen: Gutenachtgeschichte für Psychotikerverstehenwoller

Macht euch doch eine eigenes Bild von meinem Geisteszustand und seid wie vereinbart an Ort und Stelle. Dann weiß ich wenigstens, dass ich euch das Geschirr nicht ausm Fenster geworfen habe, sondern ihr euch das nur ausgedacht habt. ;)

Damit kommt ihr nämlich nicht durch, die SAGA weiß Bescheid! Und die Nachbarn sind auch alle auf meiner Seite, so! Die können nämlich Gedanken lesen. Die stellen sich nicht so dämlich an wie ihr. Vielleicht sind sie auch einfach nicht so feige wie ihr. Fragt doch die Nachbarin, dafür hab ich doch den Schlüssel hinterlegt. Für euch Pappnasen, damit ihr nachfragen könnt, ob ich hübsch brav war oder nicht. Also ehrlich.

Wer ne Einladung in mein Kopfkino ablehnt. Wollt ihr wissen, was meine Ärztin sagen wird, was es bedeutet, wenn ihr Angst vor einer Visitenkarte habt? Oder soll ich mal meine Kollegin, mit der zusammen ich am Therapeutischen Rollenspiel arbeite, fragen, was das zu bedeuten hat, wenn ihr eure Gedanken nicht rausrücken wollt? Im Zweifel erzählt die nämlich einfach das, worum ich sie bitte, was sie erzählen soll. Weil sie eine Freundin ist.

So einfach ist das. Am besten mischt ihr euch nicht mehr in meine Gedanken ein, dann muss ich nicht immer so lange erklären, dass ich euch doch gar nichts tun wollte. Ich hatte euch doch freundich darum gebeten, zu lesen, aber nein…

Lassen wir das, sonst kommen wir noch zu spät zu unserer Verabredung. Meine Freunde lasse ich nämlich hängen.

So.

/Thema durch.

(Fortsetzung folgt)

  1. Oh je, also wenn ich jetzt mal lese, was ich hier so geschrieben habe und dann reflektiere, wie ich mich anderen gegenüber verhalten habe, dann kann ich nur echt froh sein, dass z.B. meine Ärztin mich verstanden hat und mir zuliebe eine Krankschreibung bis Ende kommender Woche mit einer falschen Diagnose versehen ausgestellt hat. Die nimmt mir das sicherlich nicht übel, dass ich das unterwegs „aus Versehen“ verloren habe, um Sie vor mir selbst zu schützen – in meiner Phantasie musste ich sie decken, da sie einer der wenigen mir noch verbliebenen Vertrauten war.
    Bisher ist es mir noch nie passiert, dass es so ernst geworden ist, dass eine Verwechslung der Ebenen in meinem Kopfkino dazu geführt hätte, dass ich im Ernstfall wirklich dazu bereit gewesen wäre, jemandem zu schaden. Aber bisher ist auch noch niemand auf die Idee gekommen, mich zu verfolgen, wenn er mir nicht folgen konnte, anstatt die Führung zu übernehmen.
    Bewerten möchte ich das noch nicht abschließend, solange ich noch nicht sicher genug bin, nicht nochmal die Realität mit der Fiktion zu verwechseln.

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  2. Zum Glück hat es heute geregnet, sonst wäre mir nicht aufgefallen, dass ich meinen Schirm vergessen habe und schon eine halbe Stunde zu spät bin.
    Und wenn ich dermaßen unpünktlich bin, und völlig in Gedanken versunken irgendwelche Umwege mache, die mich nicht direkt zu meinem Ziel führen, dann stimmt etwas nicht. Aber krank geschrieben war ich ja eh. Also von daher mache ich ja nichts falsch, wenn ich es dann eben aufgebe und einfach wieder nach Hause fahre, und mich erstmal etwas zurückziehe.
    Die Welt wird davon schon nicht untergehen und die Welt retten, kann ich – in meiner Phantasie – auch noch später. Dafür muss es nur für mich erkenntlich sein, ob gerade meine Phantasie mit mir durchgegangen ist. Und ein Arzt, der mich wie ein kleines Kind behandelt und mir eine Gutenachtgeschichte erzählt, der beruhigt mich zwar erstmal und „heilt“ mich auf diese Weise vor meiner Angst vor Ärzten und Krankenhäusern (muss dem ja auch erstmal einer nachmachen, ich möchte nicht undankbar erscheinen), aber das macht es mir schwerer, noch erkennen zu können, ob es sich dabei um Halluzinationen handelt oder nicht. Und wenn Leute, die mir wirklich und ernsthaft helfen wollen, sollten sich besser nicht mit meinen Halluzinationen um die Heldenrollen in meinem Kopfkino streiten. Die müssen das dann unter sich ausmachen, weil ich es für klüger halte, Verbrecher in meiner erfundenen Geschichte ungestraft davonkommen zu lassen als aus Versehen jemandem etwas anzutun, den ich wirklich gerne habe und auf dessen Unterstützung ich im Notfall zählen können will. Deshalb ist es dann manchmal ganz gut, erstmal etwas Abstand voneinander zu gewinnen, damit sich die erfundenen und tatsächlichen sowie real empfundenen Gemüter legen können.
    Wenn dann später, nach ausreichend Alleinzeit auf allen Seiten, Gras über die Sache gewachsen ist, können wir in Ruhe darüber sprechen, ob wir gemeinsam ein Therapeutisches Rollenspiel spielen oder es mit der Schreibtherapie versuchen oder doch lieber gemeinsam eine Tasse Tee trinken – gerne auch Baldriantee. Aber was ich später mal trinken möchte, weiß ich jetzt noch nicht. Da möchte ich mich lieber noch nicht so festnageln lassen, sonst kommen sie evlt. nochmal darauf zurück und dann sehe ich alt aus, weil ich so über-zuverlässig bin.
    Dies sollte reichen als Ende der Geschichte, um erstmal in Ruhe abzuwarten, wie mein RL sich weiterentwickeln wird. Nur so als Prophylaxe. Mir reicht das jetzt mal so, um für mich zu erkennen, dass ich weiß, wo wir lieber mal sicherheitshalber von Regelbrüchen absehen wollen.

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