Erde an S.

Mal ganz im Ernst, ob von Spieler zu Spieler oder von Ehemann zu Ehemann ist mir völlig Piepe. Wie oft denn noch?

Ich werde nicht unter den Teppich kriechen, um Dein Leben zu retten. In einer Geschichte oder im Spiel vielleicht, aber nicht im echten Leben.Augenhöhe bedeutet nicht, die Krankheit des Partners zum eigenen Vorteil auszunutzen und ihn aus der Wohnung zu jagen. Egal, ob das in einer Geschichte passiert oder im wirklichen Leben: Das ist einfach nicht fair. Ich hatte gehofft, irgendwie zu Dir durchdringen zu können, aber das war mein letzter Versuch für diesen Monat.

Wenn Du Interesse hast, nicht aus meinem RL gekickt zu werden, solltest Du nicht so sehr darum betteln, die Arschgeigenrolle zu bekommen.

Ich gebe mir die größte Mühe, Dir zuliebe mich selbst zu verraten, bin bereit, mich bis an mein Lebensende für verrückt erklären zu lassen, nur weil mir das lieber ist, als Dich zu verlieren und Du nutzt das schamlos aus.

Ich habe die Schnauze voll, Dir weitere Angebote zu unterbreiten, den Ernst der Lage zu erkennen. An meiner mangelnden Ausdrucksfähigkeit liegt es definitiv nicht. Dieses abnorm hohe Desinteresse an meinem Wohlergehen kann ich nur so interpretieren, dass – ganz egal wie wer was wann gemeint hat, die Idee mit dem Einreichen der Scheidung doch nicht so verkehrt war.

Ich lasse mich, wie gesagt, nicht hinhalten.

Du hast angefangen mit alt werden wollen und nochmal heiraten. Und Du bist derjenige, der sich aufführt wie eine freche Göre. Wenn Du nicht unterscheiden kannst, was ich wann wie meine und mich im Zweifel gar nicht mehr ernst nimmst, dann fällt mir nichts mehr dazu ein. Dann möchte ich im Zweifel lieber gar nichts mehr mit Dir zu tun haben, alleine schon meiner eigenen Gesundheit zuliebe.

Mit mir selbst komme ich, auch wenn zwischenzeitlich ein anderer Eindruck entstanden sein mag, nämlich sehr gut zurecht. Ich mag mich und mein Leben, meine Freunde und vor allem weiß ich, dass ich aus jeder Misere wieder rauskomme – ganz allein und ohne Deine Hilfe, ohne Deine finanzielle Unterstützung.

Es ist völlig unerheblich, ob Du nicht besser kannst oder willst. Egal wie viel Mühe sich wer gibt, es macht keinen Sinn mehr, wenn ich weiter versuche, in meinem Eherettungsroman Dein Leben zu retten. Dein jetziger Lebensabschnitt ist nur vorübergehend, wenn ich das mal meine Vermutung dessen, was ich für eine realistische Prognose halten würde in den Raum stellen darf.

Deinen Heiratsantrag, den ich als auf die Zukunft unseres gemeinsamen Zusammenlebens gerichtete Willenserklärung interpretiere, lehne ich hiermit ausdrücklich, unmissverständlich und vor Zeugen ab. Folgerichtig müsste ich, um im Bild zu bleiben, auf Spielerebene auch die Scheidung einreichen.

Weil Deine Uneinsichtigkeit meines Bedürfnisses, einander im wirklichen Leben, sei es nun als RL oder Spielerebene bezeichnet, offensichtich aus bisher ungeklärten Gründen unkommunizierbar ist, sehe ich keine Möglichkeit, mein Leben mit Dir fortzusetzen.

Ich habe mich zwar sehr lange dagegen angekämpft, aber Du hast mich mit Deinem Verhalten wirklich davon überzeugen können, dass Du tatsächlich ein egoistisches Arschloch bist und nur an Dich denkst.

Wenn ich den Märchendoktor also richtig verstanden habe, dann kann ich nichts falsch machen, wenn wir zwei beide völlig einvernehmlich erst einmal die Ehe zur Formsache erklären und ich Dir ein Jahr Zeit gebe, Dir zu überlegen, ob meine Chefin vielleicht recht hat und ich doch hätte da unten bleiben sollen und ob meine Mutter vielleich recht hatte, als sie meine aktuelle Unterhose gar nicht erst kennenlernen wollte.

Meine augenblickliche Wahrnehmung der Sachlage ist jedenfalls, dass es nicht schaden kann, mir eine zu überlegen, wie ich mir mein RL so zurechtbasteln kann, dass ich nicht nochmal so sehr unzufrieden damit bin, dass ich mir eine Gutenachtgeschichte erzählen muss, die so haarsträubend ist, dass ich sogar meiner eigenen Mutter unterstellen muss, Dich vergewaltigt zu haben, damit ich noch einmal freiwillig für Dich Partei ergreife.

Meiner Mutter ist nämlich nicht so blöde, es sich dermaßen mit mir zu verscherzen. Sie hat nämlich eine sehr viel schlechtere Verhandlungsposition als mein Ehemann: Sie wird immer meine Mutter bleiben. Und ich will, dass meine Mutter mich in den Arm nimmt, wenn ich völlig verängstigt und in Tränen aufgelöst mitten in der Nacht unabgesprochen bei Dir vor der Haustür stehe. Sie hat mir versichert, dass ich immer und jederzeit bei ihr aufkreuzen kann, ganz egal, was ich ausgefressen habe.

Da Du Dir selbst offensichtlich so viel wichtiger bist als ich, frage ich mich nur, warum ich so lange so sehr darum bemüht habe, in Dir irgendetwas anderes zu sehen als das, was offenbar ist: Dass ich derjenige von uns beiden bin, der sich wieder und wieder für Dich aufopfert. Während Du dagegen mich vor die Tür setzt, um Deine eigenen Interessen durchzusetzen.

Lassen wir doch einfach mal die Frage offen – an dieser Stelle vielen Dank an Frau Z. und Herrn J. für diesen Vorschlage – ob Du nicht anders kannst oder willst, aber eins möchte ich klarstellen: Auch wenn ich sehr wohl anders könnte möchte ich nochmal klarstellen, dass ich das einfach nicht mehr will.

Da ziehe ich eher ins Krankenhaus ein oder heirate Herrn S. und spiele mit seiner Gangstertruppe Kasperletheater, als mit Dir Wettrennen darum zu veranstalten, wer zu erst ins Bett geht oder mir Vorschriften machen zu lassen was ich sonst noch so zu tun und zu lassen habe und ständig über die Zimmernutzung zu verhandeln.

Und da Du Dich ganz klar dahingehend ausgedrückt hast, dass Du ausschliesslich ingame verhandlungsbereit tust, aber nicht auf Spielerebene bereit bist, auf Kompromisse einzugehen, muss ich einfach mal feststellen, dass es nicht falsch sein kann, von weiteren Rettungsversuchen dieser verkorksten Ehe abzusehen, da ich darin ein Gesundheitsrisiko für alle Beteiligten sehe.

Somit muss ich abschließend sagen, dass ich nun den Eindruck habe, meine Sicht der Dinge von den sich gegenseitig bedingenden Rollen, war gar nicht so verkehrt. Aber das soll mal lieber jemand überprüfen, der vom Fach ist. Dann bin ich nämlich ausm Schneider.

Ende gut, Mission gescheitert. Lieber ein trauriges RL als eine hübsche Wahnmärchengeschichte und lieber ein böses Erwachen als gar keins.

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