Aus der (schlaflose) Traum

Dienstag, 23. August 2016

Sicher gelandet auf dem harten Boden der Realität. Scheint mir eher nackter Estrich als Teppich zu sein.

Der Preis: Ich hänge an der Pille. 10mg Olanzapin täglich! Vorher hatte ich 5mg auf Bedarf. Dazwischen liegen Welten. Es wird mich Monate kosten, davon wieder runterzukommen. Dafür habe ich jegliche Angst und auch sehr viel Respekt vor Ärzten verloren.

Viele meiner Luftschlösser stürzen wie Kartenhäuser zusammen, ohne dass ich ein Abrissunternehmen beordert hätte. Ich war „freiwillig“ in die Klinik gegangen. Es war meine dämliche Idee, das mit der Fixierung nochmal durchleben zu wollen, um eine angenehmere Erfahrung zu machen. Natürlich habe ich das nicht hinreichend kommunizieren können, weil auf der anderen Seite überhaupt keine mit meiner übereinstimmende Willenserklärung vorhanden war.

Wieder sage ich mir: Meine Lektion habe ich gelernt. Ich brauche keine weitere „Psychoseerfahrung“. Und doch zweifle ich daran, dass dies wirklich das letzte Mal war, dass ich Beistand in seelischen Krisen benötige.

Stets ist es mein Verstand, den ich zuerst anzweifle. Bereits da liegt der Fehler und allein das wäre ein Grund, mit Fug und Recht auf die Offene Station zu ziehen. Nur leider kommt das für mich ohne Einzelzimmer nicht infrage. Dazu geht es mir nicht gut genug oder anders ausgedrückt bin ich nicht mehr verzweifelt genug, solche Angebote zum jetzigen Zeitpunkt annehmen zu wollen.

Mein nächster regulärer Termin bei meiner ambulanten Psychiaterin ist am 1. September. Das ist mittlerweile nicht mehr lange hin. Kurzweiliger hätte ich den Sommer mit einer Pilgerreise nicht gestalten können. Schöner wäre diese definitiv ausgefallen.

Eine Woche habe ich jetzt noch, um mich von dieser Klinikerfahrung zu erholen. Vorausgesetzt, man lässt mich nun wirklich gehen und hält mich nicht länger gegen meinen Willen fest. Mein Anwalt hatte mir gestern gesagt, dass ich gegen meinen Willen nicht länger als bis 9 Uhr festgehalten werden darf. So hatte ich ihn jedenfalls verstanden.


Tatsächlich. Endlich zu Hause.

    • Hm… ich spoiler mal ein bisschen. Zwei Abende bin ich jetzt schon mit 5mg ausgekommen. Ob ich bei meinem nächsten Arzttermin am 1. September schon wieder ganz ohne Tabletten ausgekommen sein werde, kann ich noch nicht sagen. Ich wünsche es mir sehr.
      Wichtiger als ohne Tabletten auszukommen ist mir, dass ich überhaupt ausreichend Schlaf finde.
      Gern würde ich mehr Anlass zur Freude bieten, müsste mir dazu aber vermutlich Märchen ausdenken.

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      • Blödmann, du sollst nicht MIR Anlass zur Freude bieten; Ich wünsche mir nur, dass es dir besser geht.
        Ich hatte dich übrigens gesehen, am Dienstag so gegen 17.30 am Harburger Ring an der Ampel vorm Arbeitsamt. Da dachte ich, ob du wohl zur Schreibwerkstatt kommst – die dann ja aber ausfiel.
        Ich habe noch ein wenig gewartet, wer noch so eintrudelt und bin dann mit Mary und Susann zur Außenmühle. Das war ganz schön.

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        • Ach jetzt bin ich also schon ein Blödmann. *einschnapp
          ;)
          An dem Dienstag war ich auf dem Rückweg von der Genesungsgruppe.
          Leider gibt es immer noch Wichtigeres als das Schreiben in meinem Leben. Nämlich dafür zu sorgen, dass es mir besser geht.^^
          Im Augenblick sieht es ganz gut danach aus, als wenn ich es am Montag schaffen könnte, Dir zu lauschen.

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