Verändertes Leseverhalten von Kindern und Erwachsenen

Verändertes Leseverhalten von Kindern und Erwachsenen

Michael Behr hatte ja neulich von den Kinderbüchern berichtet, die künftig mit gekürzten Texten erscheinen werden aufgrund der veränderten Lesegewohnheiten der Kinder. Meine These war gewesen, dass der Apfel nicht weit vom Birnbaum fällt und die Eltern ihre Lesegewohnheiten durch das Netz ja auch schon verändert haben. Karl Olsberg meinte sogar vor einigen Jahren, dass die Leute bald keine Bücher mehr lesen würden, nur noch Kurzgeschichten. (Ich glaube ja, er wollte mich trösten, weil ich damals glaubte, keinen Roman, sondern nur Kurzgeschichten schreiben zu können.)

Aber vielleicht kommt ja der Fortsetzungsroman ganz neu in Mode, in gut verdaulichen Häppchen als Textnachricht per WhatsApp und gleich vorgelesen als Audio hinterher, das Mini-Hörbuch. Lässt sich auch supereasy weiterverschicken ans gesamte Telefonbuch. Nur wie kriegen wir das nun monetarisiert?

Vielleicht müssen wir mit der Zeit gehen und eine SMS-Geschichten-App entwickeln. Die verbinden wir dann mit unseren Blogs und können so unsere erlauchten hochbezahlten Gedanken bequem an den interessierten Handyjunkie bringen. Auf Klebezetteln – auch darüber tauschte ich mich neulich hier aus, kann ich mir das Vorhaben allerdings nicht gut vorstellen; das wäre völlig unwirtschaftlich und auch nicht umweltschonend.
Mir sind aber auch schon diese bei WhatsApp kursierenden Videos aufgefallen, die kleine Geschichten erzählen. Vielleicht ist das die künftig dominierende Erzählform von Geschichten.

Übrigens, habt ihr mal einen Blick in Richtung der Spieleautoren geworfen? Da hat sich sehr viel rasanter sehr viel mehr verändert. Und auch da gibt es immer noch die Brettspiele, egal ob auf dem Handy in der U-Bahn gezockt wird.

Zeit zum Spielen ebenso wie zum Lesen von Büchern muss man sich nehmen. Ich will wieder mehr Romane lesen und werde dafür weniger Zeit in Blogs und Foren verbringen. Und ich werde selektiver lesen, nicht mehr jeden einzelnen Beitrag. Das ist gar nicht immer so einfach, weil mich vieles reizt. Aber von der Masse bin ich einfach erschlagen und irgendwo muss einfach Schluss sein.

  1. Du schreibst da eine Menge interessanter Gedanken auf. Die meisten behagen mir zwar nicht (ach, …), aber interessant sind sie dennoch.

    Übrigens gibt es bereits einen Trend zu Fortsetzungsgeschichten, nämlich die sogenannten „Serials“. Die findet man häufig im Liebesroman-Bereich. Sie stellen so ein Mittelding zwischen Episode aus einem größeren Ganzen und einer „Folge“ eines Romans dar – daher ja auch der den Fortsetzungsfilmen aus den 30ern entlehnte Name. Allerdings muss man für die immer noch lesen. Was ich beinahe mit Erleichterung feststelle ;-) .

    Liebe Grüße!

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  2. Die Frage ist ja erst einmal, ob sich das Konzept des Loewe-Verlags wirklich durchsetzen wird. Tatsächlich kaufen ja nicht die Kinder Kinderbücher, sondern die Erwachsenen. Und ob die dann gekürzte Fassungen kaufen, ist eher fraglich.
    Ein ganz anderes Phänomen ist im Bereich der Jugendbücher zu verzeichnen: Die sind in den letzten Jahrzehnten immer hochqualifizierter und literarischer geworden – ein Trend zum anspruchsvolleren Lesen ist da zu verzeichnen!

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    • Hey super, das freut mich total!
      Ich habe damals nicht so gerne Jugendbücher gefunden, weil die eben etwas flach fand, wie Du sagst wenig anspruchsvoll. Ich habe mich an die Readers Digest-Auswahlbücher gehalten.
      Ich denke aber, es wird sich stärker spalten, es wird leichter, ohne Lesen auszukommen, wenn einem das nicht liegt und auf der anderen Seite werden die, die das wollen, auch ausgiebiger tun, sei es nun online oder offline.
      Ich denke, wer zu faul ist, dem Kind vorzulesen, der kauft Hörspielkassetten, oder wo das Geld fehlt, wird vielleicht bei youtube was rausgesucht und wenn es ganh hart kommt, parkt das Kind vor dem Fernseher. Das wirkt sich natürlich auf den Spracherwerb und vor allem auf die Lesekompetenz aus.
      Auf der anderen Seite gibts dann aber Kinder, die sich in Foren tummeln und so im Lesen und Schreiben üben.
      Es wird sich weiter diversifizieren. Jeder Jeck ist anders und da ist es am besten, wenn man jedem sein Plaisierchen lässt.
      Es ist ja nicht so, dass Lesen besser ist als Musik hören, es ist einfach eine andere Beschäftigung. Ich glaube nicht, dass das Buch so leicht verloren geht und ich weiß auch nicht, was so schlimm an der Veränderung des Buchmarkts ist. Das Leben besteht nunmal aus Veränderung.
      Etwas ausgeschweift, sorry.^^

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