behindertengerechter Arbeitsplatz

behindertengerechter Arbeitsplatz

Ich musste wieder an das Gespräch mit dem BEM-Fritzen denken, das ich vor fünf Jahren hatte. Was sie denn tun könnten, mir die Arbeit zu erleichtern bzw. leidensgerecht zu gestalten. Darauf wusste ich nichts zu sagen. Ich hatte nämlich überhaupt keine Ahnung, was mir gut tat und was nicht. Jetzt könnte ich das formulieren, da ich mittlerweile Experte für meine Erkrankung  geworden bin.

  • Einzelzimmer, weil mich Geräusche anderer tierisch ablenken. Großraumbüro geht definitiv nicht.
  • Gleitzeit, so dass ich ohne vorherige Absprachen kommen und gehen kann, wie ich eben gerade kann – mal schubweise mehr, mal weniger.
  • Immer Aufgaben auf Vorrat, die ich erledigen kann, ohne jeweils neue anzufordern. Wenn ich zu viel Leerlauf habe, aber „da sitzen muss“, beginne ich mich unwohl zu fühlen.
  • Klar abgegrenztes Aufgabengebiet. Festlegung, was nicht meine Aufgaben sind.
  • Fester Ansprechpartner, an den ich mich wenden kann.
  • Kein Zeitdruck, sonst beeile ich mich zu sehr.
  • Keine Wechselschichten, das wird nichts mit dem Schlafen dann.
  • Die Möglichkeit, jederzeit die Arbeit zu unterbrechen und Pausen zu machen, zB mit einem kleinen Spaziergang.
  • Kein Essen in der Kantine. Das ist Reizüberflutung pur.
  • Besprechungen schriftlich. So kann ich mir Zeit lassen damit.
  • Keine Telefondienst. Telefonate strengen mich ungemein an.

Aber jetzt ist es natürlich zu spät, der Arbeitsvertrag ist 2013 ausgelaufen. Mir hilft das dennoch für Überlegungen hinsichtlich einer künftigen Beschäftigung. Falls ich mal was anderes tun will neben dem Schreiben. Das ist glaube ich ganz gut, so ein Brotjob – weil das Schreiben viel Zeit braucht. Zeit, in der ich nicht schreibe, um Abstand zum Text zu gewinnen.

Wenn ich jetzt noch überlege, dass ich am besten mit nicht mehr als zweimal die Woche je drei Stunden einsteige und mich das ungemein schlauchen wird, bis ich mich eingewöhnt habe, ist eigentlich ziemlich klar, warum ich zur Zeit Rente bekomme.

Wie es mir nächstes Jahr geht, werde ich dann sehen. Aber im Augenblick würde ich damit rechnen, dass es klüger wäre, weiterhin in Rente zu bleiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so schnell fitter werde. Es sei denn, ich werde Blogger von Beruf.

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