Auf Nachtschicht

Auf Nachtschicht

Die letzten Tage habe ich richtig schön durchgehangen – mich auch hängen lassen. Ich hatte einfach keine Lust, morgens aufzustehen. Und weil ich auch keinen Grund dafür hatte, blieb ich einfach liegen. Entsprechend wurde ich auch später müde und endlich zwang ich mich mal nicht, mich rechtzeitig hinzulegen. Das Ergebnis ist, dass ich jetzt tagsüber schlafe und nachts wach bin. Ich habe schon versucht, noch länger zu schlafen und dann eben am nächsten Morgen aufzustehen, aber das klappt nicht. Morgens fehlte mir wieder der drive, aufzustehen. Lust zu schreiben hatte ich selbstredend auch keine und habe einfach ein paar Tage alles schleifen lassen.

Insgeheim habe ich mir das auch immer sehr rosig ausgemalt, als einsamer Schriftsteller nachts zu schreiben und tagsüber die Welt die Welt sein zu lassen.

Heute morgen habe ich die Wäsche in die Maschine getan, dann bis abends geschlafen und sie erst danach in den Trockner geworfen. Abends nach acht einzukaufen ist heutzutage auch kein Problem mehr – wenn man sich denn beeilt und rechtzeitig vor neun oder zehn im Laden ist. Das war aber doch tagsüber bequemer, nicht in Konflikte mit den Öffnungszeiten zu kommen und mit der Hausarbeit keine Rücksicht auf die Nachbarn nehmen zu müssen. Allein schon beim Duschen der Gedanke: Darf ich jetzt noch? Natürlich hört man das, wenn Wasser gezogen wird. An solche Problemchen der Nachtarbeiter hatte ich nicht gedacht. Jetzt habe ich eine Motivation, künftig gegen eine Tag-Nacht-Umkehr anzukämpfen.

Was mir aber mehr fehlt als gedacht: Der Chat.

Neben dem Schreiben chatte ich gerne, um mein Hirn abwechselnd zu fordern und um etwas mit den Kollegen zu plauschen. Im Forum ist, den Gesetzmäßigkeiten der Brotberufler folgend, abends am meisten los. Ich fand das schon fast überfordernd, weil in wenigen Stunden sehr viel gepostet wird und der Chat beinahe überfüllt ist (sehr kleines Chatfenster). Es gibt einige, die tagsüber online sind, aber das sind die wenigsten. Eine ist bis nachts um halb zwei, zwei Uhr unterwegs und danach ist Ruhe. Dann kommen erst morgens die ersten online, bevor es in Schule oder Büro geht. Dazwischen bin ich sozial isoliert. Ich fange also an, andere Foren aufzusuchen, in denen ich schon länger pausiere, um dort etwas Austausch zu finden. Ich war sogar schon bei Facebook!

Nach meiner optimalen Arbeitszeit suche ich noch, die komplette Nachtschicht kann ich jedenfalls schon ausschließen. Nun werde ich die nächsten Tage darauf achten müssen, wieder etwas früher aufzustehen.

Eine Antwort

  1. Pingback: Fortschrittchen « Ingo S. Anders

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