Ich habe keine Zeit, keine Zeit zu haben!

Mein Aufreger des Tages war mal wieder die Begründung „keine Zeit“ für mangelndes Engagement. Diese Ausrede bringt mich regelmäßig zur Weißglut, weil sich so oft „keine Lust“ dahinter verbirgt. Mich stört daran die Unaufrichtigkeit.

Wenn ich mir Zeit fürs gemeinsame Projekt nehme und andere nicht, weil sie „keine Zeit“ haben, dann bewerten sie damit die gemeinsame Tätigkeit als minderwertig gegenüber anderen, für die sie sich Zeit genommen haben.

Ich glaube, was mich am meisten stört, ist die Tatsache, dass mir einfach irgendwann die Kraft ausgeht und noch Zeit übrig bleibt, während andere vor Schaffenskraft nur so strotzen und deren Vorhaben lediglich durch die Zeitkonkurrenz begrenzt sind.

Deshalb gibt es bei mir nie das Argument „keine Zeit“, weil ich immer bis zur Belastungsgrenze gehe. Vielleicht erwarte ich das deshalb von anderen auch, dass sie sich eben keine Zeit für Geburtstagsfeiern, Kinobesuche und anderes nehmen.

Wenn ich beispielsweise auf eine Grillparty gehen wollte, so wäre das für mich eine mehr als tagfüllende Beschäftigung. Natürlich habe ich für sowas keine Zeit, wenn ich ein Buch schreiben will und daneben für zwei Blogs schreibe.

Und schon hats mich auch erwischt. Keine Zeit. -.-

  1. Hallo Ingo,

    das habe ich schon sehr oft erlebt. Im privaten Umfeld gibt es dazu ganze Listen und beruflich ganze Bücher voller Gründe dafür, keine Zeit zu haben.
    Ich glaube ja, es ist die höfliche Umschreibung von ich habe kein Interesse, ich will meine Zeit mit etwas anderem füllen, lass mich in Ruhe oder mir fehlen Informationen.
    Manchmal gelingt es ja den anderen zu animieren darüber nachzudenken und vielleicht seinen Vorteil zu erkennen, gutes Essen beim grillen, geselliges Beisammensein oder denr Erfolg einen Beitrag fertig geschrieben zu haben. Dann ändert sich die Haltung. Allerdings ist das nicht immer mit Erfolg gekrönt.
    Nun so ist es nun mal unter uns Menschen. Da jeder sein eigener Herr ist, können wir andere immer nur erneut animieren, sich doch die Zeit zu nehmen, wenn es so vereinbart wurde, oder am Ende auch keine Zeit mehr für denjenigen zu haben – was aber schade wäre.
    Eines ist für mich ganz wichtig – sich deshalb nicht ärgern. Denn erzwingen kann man das nicht.
    Zeit für dich selbst nehmen, ist aus meiner Sicht sowieso das Wichtigste und die nehmen wir uns zu selten, vielleicht weil wir glauben – keine Zeit dafür zu haben…LG Andi

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    • Vielen lieben Dank, Andi!
      Bei Dir habe ich das Gefühl, ich werde verstanden. :)
      Ich hätte viel erzählen können von Situationen, in denen ich mich geärgert habe, weil ich mir die Zeit genommen habe und die anderen nicht.
      Aber wahrscheinlich hast Du recht und ich muss mir einfach mal für mich Zeit nehmen.

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