„Ui, toll!“ will ich hören

„Ui, toll!“ will ich hören

04.07.18

Ich muss feststellen, dass ich immer wieder nach Bestätigung giere und das im Schreib-Forum durch Kollegen und Freunde nicht ausreichend bedient werden kann. Oft habe ich das belächelt, wenn Autoren sich gegenseitig über den grünen Klee lobten für Texte, die das in meinen Augen nicht verdient hatten. Nun sehe ich das anders. Der Mensch braucht lobende Worte, nicht das Werk.

Ich brauche das. Jetzt insbesondere, da ich selbst fast alles von mir Geschriebene miserabel finde oder zumindest immer wieder infrage stelle, ebenso wie mich selbst. Es ist das erste Mal, dass ich einen Roman schreibe und immer wieder vermute ich hinter der nächsten Ecke die bahnbrechende Erkenntnis, die Hammer-Methode, die mir bisher gefehlt hat. Aber für kreativ Schaffende gibt es keine Arbeitsanleitung, nach der man sich Schritt für Schritt richten kann.

Viele lassen sich durch den Schreibprozess begleiten. Ich habe mich dazu einem Forum angeschlossen, andere besuchen Treffen oder nehmen sich einen Coach. Ich frage morgen meine Ärztin, was sie von einer Runde Ergotherapie diesbezüglich hält. Darüber hatte ich schon einmal nachgedacht, fand das dann aber unangemessen, weil ich mich ja nicht so krank fühlte einerseits und anderen nicht auf der Tasche liegen wollte andererseits. Vielleicht wäre ein Coach die Lösung.

05.07.18

Yes! Ich habe eine Verordnung für Ergotherapie bekommen. Meine Ärztin meinte, es gibt zwar Patienten, die sich bespassen lassen durch Behandlung, aber ich habe ja ein Ziel. Eigentlich sogar drei. Das mit dem Schlafen, Essen und Schreiben hinkriegen.

Vielleicht werde ich diesmal nicht nur mit der halben Arschbacke dasitzen. Ich werde Texte auch inhaltlich besprechen können und ich werde auf jeden Fall die Sache mit meinem Therapeuten besprechen können. Vielleicht finde ich Wege, das irgendwie einzurenken, vielleicht bekomme ich auch den Impuls, dass das in diesem Fall eher keinen Sinn hat. Seither hatte ich jedenfalls keinen Bedarf an einem Gespräch mit meinem Psychologen.

Ich hatte mir auch Gedanken darüber gemacht, wie es nach der Aussteuerung bei der Integrierten Versorgung weitergeht. Ich hatte überlegt, ob eine ASP-Maßnahme für mich passend sein könnte. Da habe ich sogar bei einer Einrichtung angerufen und mich nach den Kosten erkundigt. Dabei handelt es sich um eine Art Alltagsbegleitung für psychisch kranke Menschen.

Dann habe ich zum Glück erfahren, dass ich bei der IV auch weiterhin zu Gesprächen kommen kann im Bedarfsfall. Da ist zwar nicht mehr die Notfallversorgung im Angebot, aber Beratungsgespräche. Von denen ich in der Vergangenheit so gut wie keinen Gebrauch gemacht habe. Aber die bevorstehende Veränderung macht mich schon nervös, ich habe dort seit fünf Jahren einen Vertrag, der jetzt ausläuft.

Mit Ergotherapie bin ich aber dann doppelt abgesichert. :))

Meine Kontakte im Schreib-Forum werde ich dann nicht über Gebühr strapazieren müssen mit meinem erhöhten Pflegebedarf. Das wäre mir nämlich echt schade drum. Und mir wird es helfen, den Entwurf runterzuschreiben, wenn ich erstmal tüchtig auf die Schulter geklopft bekomme, ohne dass dies gleich mit Kritik verbunden ist, woraus ich wieder Überarbeitungswünsche ableite.

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