„Bäh, das ist ja ne Liebesschnulze“

„Bäh, das ist ja ne Liebesschnulze“

Ich habe neulich das erste Mal mehr über mein aktuelles Projekt erzählt und zwar jemandem, der (bisher) nicht selbst schreibt. Dabei habe ich auf meinen Pitch zurückgegriffen. Reaktion war in etwa, das sei ja langweilig, so eine Liebesschnulze.

Zum Glück konnte eine befreundete Kollegin mir entgegenhalten: „Du und Schnulze? Das geht ja mal gar nicht.“ Zugegeben, das käme auf einen Versuch an. Jedenfalls weiß sie auch sehr viel mehr über das Projekt, kann es daher sehr viel besser beurteilen und es ist natürlich keine Schnulze.

Ja, es hat eine Love-Story im B-Plot. Und ich gebe sogar zu, dass mich dieser und die damit verbundenen Konflikte anfangs am meisten gereizt hatten, so dass ich schwer überlegte, ob Liebe hier nicht die Hauptsache ist.

Jedoch habe ich mich dagegen entschieden. Mehr wird nicht verraten.

Ver-rückt vor Liebe Baum

Klinik am Baum

Nettes aus meinem Autorentagebuch: Ich habe inzwischen 48 Normseiten überarbeitetes Manuskript. Und wohl fast nochmal so viel an Entwürfen, die noch nicht bearbeitet sind.

Von wegen Schnulzen: Woher der Arbeitstitel „Ver-rückt vor Liebe“ kommt

„Die Liebe macht jeden verrückt“, raunte er.
Hatte er das wirklich gesagt oder hatte ich seine Stimme wieder nur halluziniert? Spielte das noch eine Rolle? Ich spürte seinen Atem in meinem Nacken, sog seinen Duft in mich hinein und genoss das Kribbeln in meinem Schoss. Ich fühlte mich wohl, sicher und geborgen in seinen starken Armen. Wenn das alles nur Einbildung war, so würde ich dann eben für immer verrückt bleiben. Verrückt nach meinem Krankenpfleger.

Das war das kitschige Ende in der Urversion des Projektes. Ich hatte diese Notiz mindestens ein Jahr beiseite gelegt und als ich sie wieder raussuchte, hatten die Figuren sich sehr verändert und der Plot natürlich auch. Einen Krankenpfleger, in den sich seine schizophrene Patientin verliebt, wird es also nicht geben.

Ich denke, einen besseren Pitch suche ich mir dann, wenn ich ihn das nächste Mal brauche, spätestens, wenn das Manuskript fertig ist und es an die Bewerbungen geht.

  1. Also Ingo, ich weiß nicht, was ist daran so schlimm? Na gut, das Wort „Schnulze“ stört mich auch aber Liebe? Ich finde, Liebe ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens oder sollte es zumindest sein. Was ist das Leben wert ohne Liebe? Wäre es dann nicht trostlos, eintönig, einsam? Ein Grund mehr sich in sein Schneckenhaus zu verziehen oder weiter im Hamsterad zu laufen?
    Ich weiß, es gibt viel zu viele langweilige, kitschige Liebesschnulzen, das heißt doch aber nicht, dass Du Dich da einreihst. Also gibt der Liebe eine Chance :-)

    Gefällt 1 Person

    • Ja, natürlich wird die Liebe ein wichtiges Thema sein, aber all das andere, was ich transportieren will, sollte nicht untergehen. Ich fand die Aussage insgesamt abwertend.
      Hast schon recht, Ida, die Liebe ist eines der Dinge im Leben, die uns antreiben.
      Im Augenblick sind die beiden sich noch gar nicht begegnet, also auch keine Chance für die Liebe. ;)

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: