Forenjunkie

Forenjunkie

Zur Zeit schreibe ich für meinen Wochenplan mit, was ich die ganze Zeit so mache. Und da taucht erschreckend häufig das Forum auf.

Ich setze mich an den Computer, eigentlich um zu schreiben, schaue aber zuerst im Forum nach, ob es da etwas Neues gibt. Leider gibt es da oft genug etwas zu lesen, manchmal fühle ich mich dann auch berufen, zu kommentieren. Vergessen ist mein ursprüngliches Vorhaben.

Es kann dann sein, dass ich zwei Stunden im Forum unterwegs bin und merke, wie meine Konzentration nachlässt. Dann schmeiße ich mich erstmal vor den Fernseher und brauche dann auch so ein bis zwei Stunden, bis ich wieder so weit bin. Es ist also mal eben vier Stunden später. Das ist natürlich sehr ärgerlich.

Warum also rufe ich das Forum auf, obwohl ich eigentlich an meinem Roman arbeiten will? Eigentlich will ich nur schnell nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Ob sie auch ohne mich zurecht kommen. Wie bescheuert ist das denn? Das liegt doch nicht in meiner Verantwortung und was auch immer wäre, hätte Zeit, bis ich wieder eine Pause mache.

Ich bin froh, dass es ein recht kleines Forum ist und ich gleich am Anfang gelernt habe, dass ich es dort nicht schaffe, alles zu lesen. Trotzdem, ich picke mir bevorzugt den Nonsens raus, die Themen, in denen am ehesten die Stimmung aufzufangen ist. Inhaltlich eigentlich das Zeug, was am ehesten rausfliegt, wenn man die Lektüre an sein Zeitbudget anpassen will.

Am liebsten bin ich im Chat, aber da habe ich schon gelernt, dass ich nicht reindarf, wenn ich noch nicht fertig bin mit Schreiben, weil es sich ruckzuck wandeln kann und plötzlich ist man in einem lebhaften Austausch und nicht mehr im Abstand von zwanzig Minuten eine Zeile.

Flugzeugmodus, jaja. Aber ich schaue ja sogar abends im Bett per Handy noch schnell im Forum nach. Das muss ich mir echt abgewöhnen.

Ich glaube, wonach ich so giere, ist einfach sozialer Kontakt. Ich sitze hier im Prinzip den ganzen Tag alleine rum und brauche einfach Leute, mit denen ich quatschen kann und je drängender das Bedürfnis, desto egaler ist mir auch mit wem oder worüber ich reden kann.

Wenn mein Ehemann nicht ausgerechnet einen Beruf hätte, wo er den ganzen Tag mit Leuten reden muss, hätte der abends auch sicher noch Energie für ein Gespräch mit mir. Das würde auch nicht ganz reichen, die Lage aber erheblich verbessern.

Tatsächlich habe ich auch schon darüber nachgedacht, mutwillig Einrichtungen aufzusuchen, in denen man anderen Menschen begegnet und an besonders verzweifelten Tagen habe ich das auch schon getan, aber für den Alltag erscheint mir das unklug, weil ich ja dann erst recht keine Zeit mehr zum Schreiben habe. Und, ehrlich gesagt, so oberflächlichen Smalltalk kann ich auch in einem x-beliebigen Chat haben.

Vielleicht wäre so ein Mietbüro eine gute Idee, um etwas disziplinierter an die Arbeit zu gehen. Aber zum einen erscheint mir das etwas übertrieben für die eine Stunde Schreibarbeit pro Tag, über die ich mich bereits freuen würde und zum anderen: Wer sagt mir, dass ich dann nicht von dort aus das Forum aufsuche?

 

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