Montag kommen die Kartons

Jetzt wird es ernst in Sachen Umzug und so langsam bekommt auch der letzte Ignorant mit, dass sich hier bald ganz schön viel ändern wird.

Nachdem ich viermal um sechs aufgestanden bin und heute um acht, bin ich hypoman. Das ist etwas ungünstig, da ich in der Manie dazu neige, allen überflüssigen Ballast abzuwerfen und so werde ich wohl eher mehr als weniger alte Möbel abstoßen und eher weniger in die Kartons packen und mehr dem Müll überantworten oder zum Umsonstladen bringen.

Mein Ehemann hat sich schon wieder Ruhe erbeten. Offenbar bin ich leicht logorrhoeisch und rede ihm zu viel. (Echt praktisch, wenn man das auf eine Krankheit schieben und die eigenen Bedürfnisse als „normal“ definieren kann.) Daher soll ich morgen ausschlafen, muss allerdings Montag um sechs und Dienstags spätestens um sieben hoch. Es sei denn, ich delegiere – unter Eingeständnis meiner akuten Unfähigkeit.

Für mich ist dadurch der Beweis erbracht, dass es tatsächlich so ist, dass ich keiner geregelten Arbeit nachgehen kann, die mir feste Arbeitszeiten vorgibt. Und ich sehe da auch ehrlich gesagt wenig Potential für eine Verbesserung, denn ich habe eine unheilbare Krankheit.

Im Augenblick geht mir wieder tierisch der Lärm von den Nachbarn auf den Sack; in der Mittagspause wurde geklopft, so dass ich nach draußen geflohen bin. Und jetzt bin ich mal wieder genötigt, Musik anzumachen. Es ist nicht so, dass ich Musik nicht leiden kann, aber ich wäre gerne frei in der Entscheidung, sie mir jetzt anzuhören, weil ich gerade Lust darauf habe.

Offenbar sind es immer wieder dieselben Themen, die mir durch den Kopf gehen. Krank hier, krank da, ich kann dies nicht, ich kann das nicht. Mich langweilt das. Euch nicht?

Der Umzug ist nun ein außergewöhnliches Event, aber auch nicht mein allererster. Ich habe drei Umzüge als Kind erlebt, acht bei wachsendem Hausstand in Eigenregie durchgezogen und einmal eine Spedition beauftragt. Nun ist es das zweite Mal, dass unserer Vermieterin die Spedition beauftragt und die Kosten trägt, weshalb wir uns deren Organisation beugen müssen. Es ist also mein 13. Umzug.

Es ist das erste Mal, dass ich in einen Neubau ziehen werde. Das bedeutet, die Wände werden feucht sein, die Möbel müssen entsprechenden Abstand haben und wir müssen besonders gut lüften, damit es keinen Schimmel gibt. Im Keller können wir nichts lagern, das die Feuchtigkeit nicht verträgt, was Bücher, Akten, Kleidung und anderes organisches Material beinhaltet. Wir haben unterschrieben, die ersten zwölf Monate nicht zu tapezieren. Okay, wir haben auch unterschrieben, auf dem Dach keinen Fußball zu spielen.^^ Das ist so abwegig, dass ich es lächerlich finde, es überhaupt schriftlich fixieren zu wollen. In den ersten fünf Jahren kann es zu Setzrissen kommen und auch das müssen wir nun so normal finden, deshalb nicht die Miete mindern zu wollen. Die nächste Zeit verbringen wir also in nackten, weißen Wänden.

Unser Mobiliar werden wir teilweise austauschen (müssen). Da denke ich seit Wochen drauf rum, war schon beim Möbelhaus unseres Vertrauens. Ohne die genauen Maße kann ich nichts endgültig entscheiden. Das macht mich von Anfang an fertig, wir haben sogar den Mietvertrag unterschrieben, ohne die Wohnung überhaupt gesehen zu haben – immerhin war ich in der Musterwohnung, zusammen mit fünfzig anderen. Deshalb weiß ich, dass wir a) unsere Küche nicht mitnehmen können, weil schon eine drin ist und b) Oberschränke, Spülmaschine sowie Kühlschrank fehlen. Und dass die Waschmaschine ins Bad muss. Wir müssen also etwas nachkaufen vom Hersteller, der alle Wohnungen ausgestattet hat. Den Flyer erhalten wir tatsächlich schon zur Schlüsselübergabe. Den Auftrag zur Entsorgung der alten Küche mussten wir natürlich vorher schon geben. Sperrmüll habe ich noch nicht beauftragt, weil ich noch nicht weiß, was letztendlich raus soll, aber schon jetzt gibts Termine frühestens Anfang/Mitte Januar. Oder natürlich gegen dreifache Gebühr.

Ich könnte noch weiter ins Detail gehen (Nehme ich unsere 45er Spülmaschine für das 60er Loch oder kaufe ich eine 60er, die für uns zwei, viel zu groß ist, oder nehme ich doch die zehn Jahre alte, die ich schon habe? usw.), aber das erspare ich euch besser.^^

Bei der Besichtigung am Dienstag achte ich besonders auf:

  • Undichtigkeiten rund um die Fenster
  • Dunkle Stellen an den Wänden (evtl. Feuchtigkeitsreste)
  • Fugenbeschaffenheit im Bad: Vollständigkeit der Dehnungen zwischen Wand und Bodenfliesen und in Ecken

Und Montag kommen die Kartons. Ich bekomme also endlich etwas (für meine Hände) zu tun. Es geht endlich richtig los. :)))

  1. Nun, dann trotz aller Widrigkeiten einen erfolgreichen Umzug. Auch wenn ich die Bedingungen in dem neuen Haus ziemlich unglaublich finde. Eigentlich sollte in einem Neubau doch alles besser sein, weil eben neu. Dass von vornherein solche Probleme mit Feuchtigkeit bestehen überrascht mich.

    Ich hoffe, dass ihr da glücklich werdet und nicht bald Umzug Nummer 14 angedacht werden muss!

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    • Es hat auch mich überrascht, scheint aber bei Neubauten normal zu sein. Denn der Rohbau steht ja monatelang ohne Dach da und es regnet Wände und Böden/Decken nass. So kommt die Feuchtigkeit ins Material.

      Vielen Dank für Deine guten Wünsche. Ich hoffe auch, dass wir dort zumindest die nächsten fünfzehn Jahre, für die die Miete garantiert (niedrig) ist, zufrieden sein werden.

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