Satz mit x

Ich war bei einer Abnehmgruppe, die mich ja anfangs sehr getragen hat und zunächst lief es super und wir lernten sogar etwas über Abnehmen und Psychopharmaka.

Dennoch habe ich in den letzten sechs Wochen wieder zugenommen, bin fast wieder bei 130kg. Das ist nicht die Gruppe schuld, aber trotzdem ist die Gruppe für mich nicht die Stütze, die ich mir gewünscht hätte.

Es gibt durch die Leitung immer wieder Anregungen, dies zu überdenken und jenes zu probieren. Für mich viel zu spät, da ich ja nicht gerade anfange mit Abnehmen, sondern schon weiß, was für mich funktioniert und was nicht.

Außerdem vertrage ich so viel Inspiration einfach nicht. Ich bin hochsensibel und schnell reizüberflutet. Es wäre eine gute Gruppe, um zu üben, mich wieder normal ins Gespräch einzubringen, ohne dass mir ein Therapeut einen Raum öffnet. Aber dafür bin ich im Augenblick nicht fit genug.

Mitgenommen habe ich mir, dass ich besser einmal die Woche wiege und einen deutlichen Erfolg erkenne als mich mit täglichen Schwankungen rauf und runter zu frustrieren.

Als ich das erste Mal so gut abgenommen habe, hatte ich eine Gruppe in einem kleinen Forum, wo ich immer mein Gewicht gepostet habe. Das hatte einen gewissen WW-Effekt wie das gemeinsame Wiegen in der Gruppe. Diese Gruppe ist leider aufgelöst worden, u. a. weil ich der einzige war, der abgenommen hat.^^

Ich werde meine Dienstage also wieder bei der Genesungsgruppe verbringen.

Und mein Ding machen, wieder für mich abspecken, nicht für bunte Sticker. 😉

Wolltest Du nicht Kalorien zählen?

Motivationshilfe, Foto und Design: Horst L. Médo

Verändertes Leseverhalten von Kindern und Erwachsenen

Verändertes Leseverhalten von Kindern und Erwachsenen

Michael Behr hatte ja neulich von den Kinderbüchern berichtet, die künftig mit gekürzten Texten erscheinen werden aufgrund der veränderten Lesegewohnheiten der Kinder. Meine These war gewesen, dass der Apfel nicht weit vom Birnbaum fällt und die Eltern ihre Lesegewohnheiten durch das Netz ja auch schon verändert haben. Karl Olsberg meinte sogar vor einigen Jahren, dass die Leute bald keine Bücher mehr lesen würden, nur noch Kurzgeschichten. (Ich glaube ja, er wollte mich trösten, weil ich damals glaubte, keinen Roman, sondern nur Kurzgeschichten schreiben zu können.)

Aber vielleicht kommt ja der Fortsetzungsroman ganz neu in Mode, in gut verdaulichen Häppchen als Textnachricht per WhatsApp und gleich vorgelesen als Audio hinterher, das Mini-Hörbuch. Lässt sich auch supereasy weiterverschicken ans gesamte Telefonbuch. Nur wie kriegen wir das nun monetarisiert?

Vielleicht müssen wir mit der Zeit gehen und eine SMS-Geschichten-App entwickeln. Die verbinden wir dann mit unseren Blogs und können so unsere erlauchten hochbezahlten Gedanken bequem an den interessierten Handyjunkie bringen. Auf Klebezetteln – auch darüber tauschte ich mich neulich hier aus, kann ich mir das Vorhaben allerdings nicht gut vorstellen; das wäre völlig unwirtschaftlich und auch nicht umweltschonend.
Mir sind aber auch schon diese bei WhatsApp kursierenden Videos aufgefallen, die kleine Geschichten erzählen. Vielleicht ist das die künftig dominierende Erzählform von Geschichten.

Übrigens, habt ihr mal einen Blick in Richtung der Spieleautoren geworfen? Da hat sich sehr viel rasanter sehr viel mehr verändert. Und auch da gibt es immer noch die Brettspiele, egal ob auf dem Handy in der U-Bahn gezockt wird.

Zeit zum Spielen ebenso wie zum Lesen von Büchern muss man sich nehmen. Ich will wieder mehr Romane lesen und werde dafür weniger Zeit in Blogs und Foren verbringen. Und ich werde selektiver lesen, nicht mehr jeden einzelnen Beitrag. Das ist gar nicht immer so einfach, weil mich vieles reizt. Aber von der Masse bin ich einfach erschlagen und irgendwo muss einfach Schluss sein.

Der Vorfall vom 18.2. (I can tell #metoo)

Heute vor 12 Jahren wurde ich in meiner eigenen Wohnung Opfer eines Raubüberfalls. Es war eine Beziehungstat, nachdem ich eine Beziehung beendet hatte, die sich hatte entwickeln können, weil ich nicht in der Lage war, rechtzeitig NEIN zu sagen.

Es war CSD gewesen, ich war auf einen One-Night-Stand aus gewesen. Wie das außerhalb des BDSM-Bereichs unter Heten üblich ist, gab es keine klaren Absprachen, einfach rin in die Kiste und probieren, was geht. Am nächsten Morgen bekam ich einen Heiratsantrag, hallelujah!

„Du bist meine Traumfrau!“ *möööööööööp! Pulleralarm!

Dieses Wort Traumfrau hat sich mit der Zeit zu einem Trigger entwickelt.

Da ich das aber irgendwie süß fand – ich meine, ich hatte ja noch die Hupen und so – und ich Mitleid hatte, habe ich an der Stelle nicht klipp und klar zur Tür gewiesen. Ich wollte ihm nicht weh tun. Schonmal zwei falsche Gründe, mit einem Mann was anzufangen, aber ich war jung und naiv und er war so nett leicht zu begeistern mit seinen bescheidenen Träumen.

Als er mich bei yahoo hinzufügen wollte, ging das nicht. Ich hatte ihn auf der blacklist!!! Das bedeutet, der ist mir im Netz bereits als absolutes NOGO aufgefallen, als er versucht hatte, mich über den Messenger zu daten. Was das angeht, kann ich mich wirklich auf meine Intuition hundertpro verlassen, im Netz habe ich immer sofort die Arschgeigen ausgefiltert. Die Typen, die ich hatte, waren alle schwer in Ordnung und konnten bis auf einen ihr Glück nicht fassen. Und bei dem hat sowas von Mega-Alarm gebrüllt, aber ich habe ihn ignoriert, weil ich ihm gefallen wollte.

Um das nur kurz zu skizzieren: Über ein halbes Jahr hinweg hat es sich so entwickelt, dass sich zunächst zeigte, dass er nicht nur lammfromm und ein bisschen dümmlicher Schuljunge sein konnte, sondern auch sehr leicht aufbrausend und brutal – ohne allerdings je handgreiflich zu werden. Es wechselte für mich unberechenbar und ich bekam Angst vor ihm. Die steigerte sich derart, dass ich, als mir längst klar war, dass ich das Ganze dringend beenden muss, nicht mehr lange aushalte, viel zu viel Angst vor seiner Reaktion darauf hatte.

Das ganze komplizierte sich noch durch meine BDSM-Neigung, die bei ihm etwas antriggerte, was später vor Gericht relevant wurde. Er heulte wie ein Schloßhund auf der Anklagebank und bekam am Ende zwei Jahre auf Bewährung, dafür dass er mich dillettantisch gefesselt, beraubt und mich sowie andere bedroht und gestalkt hat. Ich selbst habe mich noch dafür stark gemacht, dass der arme Junge in die Psychiatrie kommt und nicht wieder in den Knast, was mir einen Rüffel des Richters einbrachte, der mich ohnehin viel zu gefasst fand. Dabei hatte ich eine derartige Angst, dass ich mich ein halbes Jahr nicht in meine Wohnung gewagt habe und bei einem Messie (!!!) Unterschlupf suchte, weil ich niemandem anders mehr vertrauen konnte.

Um den Mist und vor allem das ganze Nachspiel mit Polizei, Anwalt, Weisser Ring, Psychologinnen, Gericht zu verdauen, habe ich I can tell geschrieben, damit den Englischkurs in Verlegenheit gebracht und es später ins Deutsche übertragen: Über das Danach.

Heute frage ich mich natürlich, ob ich das zur Feier des Tages mal mit meinem Therapeuten besprechen sollte. Eigentlich juckt es mich nicht mehr wirklich, schon lange nicht mehr, aber vielleicht ist genau das der Grund, warum ich das überhaupt mal besprechen kann, ohne dabei auf 180 zu kommen. Und wer weiß, was alles damit zusammenhängt.

Das ist mein Beitrag zur #metoo-Bewegung: Sexuell belästigt wurde ich an meinem Arbeitsplatz in der Küche während meiner Kochlehre. Da wurde mir von den (marrokkanischen) Spülern völlig selbstverständlich an die Brüste gegrabscht. Die fanden das lustig und waren der Überzeugung, das Recht dazu zu haben. Als es mir zu bunt wurde, bekam einer von ihnen vor den anderen mein Knie in die Eier und dann hatte ich meine Ruhe. Der heute sich jährende Vorfall fühlte sich für mich an wie eine Vergewaltigung, auch wenn keine stattfand. Ich habe die Geschichte erzählt, um aufzuzeigen, wie wichtig es ist, dass man sich möglichst früh zur Wehr setzt und unmissverständlich Grenzen aufzeigt.

Harndrang

Pullerette vergessen beim Spaziergang. Und wieder wird deutlich spürbar, dass da was fehlt.

Ich hatte eine kleine Runde gedreht, um die Neubau-Baustelle, und als ich fast zu Hause war, doch entschieden, noch eine Runde durchs Göhlbachtal zu gehen. Und als ich dort ganz am Ende war an der Stelle, an der ich immer umdrehe, habe ich mich auf die Bank gesetzt. Die Bank, neben der ich damals die Epithese ausprobiert habe. Und als ich da saß, entspannte ich mich und spürte die Erschöpfung und da meldete sich auch meine Blase. In meinem Rucksack habe ich immer eine Pinkelhilfe dabei, aber in meinen Jackentaschen ist kein Platz dafür. Und dazu brauche ich sie auch zu selten.

In die Hocke geht schon wegen meiner Arthrose in den Knien nicht, dazu ist es scheißkalt und ich würde auch bestimmt die Hose vollpinkeln. Mal abgesehen von der Möglichkeit, dass es auch andere Spaziergänger bis da hinten hin verschlägt. Es bliebt mir also nichts anderes über, als einzuhalten. Der Rückweg dauerte eine halbe Stunde. Und die ganze Zeit über war der Harndrang sehr präsent.

Ich musste daran denken, wie ich damals mit den Kommilitonen Semesterabschied besoffen habe und alle drei marschierten erst einzeln und später gemeinsam wenige Meter bis an den nächsten Busch und erleichterten sich da, während ich einhielt. Ich bekam ordentlich Komplimente dafür, dass ich immer noch nicht pissen musste und schwitzte das Bier dabei schon aus allen Poren aus, weil ich ums Verrecken nicht die Gruppe verlassen wollte, um die nächste mir bekannte Toilette in einem Gebäude ein Stück die Straße runter aufzusuchen. Heldenmutig bin ich sogar noch in der U-Bahn-Station verschwunden, fand dort aber keine Toilette und hielt es, schwitzend und zitternd mit dem Gedanken, an Ort und Stelle laufen zu lassen, sogar noch eine Station bis zum Hauptbahnhof aus, wo ich ein Café stürmte und endlich eine Sitzgelegenheit bekam. Das war der übelste Druck gewesen, den ich je hatte.

Ich musste daran denken, wie ich nach der Mastek mit der Bettpfanne gerungen und dann doch auf der Toilette sitzend den Pfleger herbeigerufen habe, der allein auf Station war und einen Riesenschreck bekommen hat, als er mich da sah und mir erklärte, dass er mich alleine nicht vom Boden hochkriegt. Danach habe ich es einmal in die Pfanne geschafft, aber auch nur, weil ich ein Einzelzimmer und sportlichen Ehrgeiz dabei hatte. Durch das Gas im Bauch hatte ich ständig Druck, es kam aber nicht wirklich viel raus.

Und ich musste daran denken, wie ich auf der Rückfahrt aus dem Frankreich-Urlaub so dringend musste und Papa nicht anhalten wollte und wir dann in Stau kamen und ich dann, als das Auto zu Hause vor der Tür anhielt, vor lauter Erleichterung beim Blick auf unser Haus laufen ließ. Papa kaufte dann bald den schwarzen BMW und Mama musste den roten auftragen.

Ich musste daran denken, wie ich in der Fixierung einmachen musste. Im Flur in der Notaufnahme. Wie das beim zweiten Mal, alleine in einem Raum mit geschlossener Türe, so viel einfacher war als beim ersten Mal. Und wie sie mich beim dritten Mal losmachten, als ich sagte, dass ich aufs Klo muss, und danach wieder anbanden und die ganze Zeit jemand dabei saß am Laptop tippte und auf mich aufpasste.

Und ich habe mich gerne daran erinnert, wie ich mit Sofia Pinkelproben gemacht habe. Nach und nach habe ich herausgefunden, was den Harndrang beschleunigt (Tee, Zucker) und ich habe gelernt, los zu lassen und das in der richtigen Dosierung. Auch wenn da noch jemand ist. Deshalb kann ich jetzt im Ergebnis auch auf öffentlichen Toiletten, auch wenn noch andere Leute zu hören sind. Aber eben nur im Sitzen.

Mein Debüt in der Schreibkommune

Ingo schreibt anders, kurz Ingo S. Anders, der Name sollte Programm sein. Ich bin Hausmann und Schriftsteller. Nebenan in der Küche läuft die Waschmaschine und beruhigt mich mit ihrem Surren, während ich zum ungefähr vierten Mal an meinem ersten Roman sitze. Diesmal ist es mir wirklich ernst damit, diesmal werde ich durchhalten. Werde ich? Das…

über Ingo schreibt anders — Schreibkommune

Im neuen Gewand

Das neue Theme und der Namenswechsel ist euch vielleicht schon aufgefallen. Lysander trage ich nur noch im Untertitel, ansonsten steht jetzt überall Ingo S. Anders.

Das hängt damit zusammen, dass ich vorhabe – sollte es zu einer Veröffentlichung meines aktuell in der Mache befindlichen Romans kommen – dies unter meinen Pseudonym „Ingo S. Anders“ zu tun. Das ist natürlich weit voraus gedacht, macht in meinen Augen aber durchaus Sinn.

Warum jetzt? Weil ich jetzt anfange, unter Ingo S. Anders zu bloggen bei der Schreibkommune, dem dem Schreib-Forum zugehörigen Blog. Im Augenblick haben wir dort erst zwei Follower, aber ich gehe davon aus, dass die Seite das Potential hat, in kürzerer Zeit eine weitaus größere Fangemeinschaft an sich zu binden als mein persönliches Blog. Meine dortigen Beiträge habe ich vor, hier zu rebloggen.

Ich habe mir auch darüber Gedanken gemacht, ob ich hier wieder eine Struktur einhalten will, wie ich es anfangs ausprobiert hatte mit bestimmten Themen an bestimmten Wochentagen. Dadurch fühle ich mich jedoch zu eingeschränkt auf der einen Seite und auf der anderen Seite finde ich selbst als Leser es auf die Dauer langweilig, wenn es dienstags dies und donnerstags das gibt. Auch an eine mögliche Fortsetzung meiner Reihen habe ich gedacht. Im Augenblick fühle ich mich aber ganz wohl damit, nach Lust und Laune zu bloggen und werde das bis auf weiteres so beibehalten.

Es bleibt also ansonsten alles beim Alten. Vorerst. 😉

Heldentat der Woche

Ich ernenne meine Heldentat des Tages vom Dienstag hiermit zur Heldentat der Woche.

Neulich, und ich habe das hier gar nicht weiter geschildert, weil ich es viel zu banal fand, hatte sich eine Rentnerin vorgedrängelt. Ich stand in der Schlange am Leergutautomaten und ich hatte recht viel, für dort offensichtlich zu viel, Abstand gehalten, so dass Seniorin samt Rollator dazwischen passten. Als ich sie darauf hinwies, dass ich dort anstehe, murmelte sie nur etwas nicht in den Kontext passendes und blieb hartnäckig dort stehen, auch als ich zaghaft einen zweiten Vorstoß wagte.

Dieses Erlebnis hat mich zwei Wochen lang beschäftigt und damit auch meinen Ehemann. Dazu kam, dass sich in der selben Woche, ebenfalls beim Einkaufen, eine Dame mit mir völlig unnötigerweise um einen von zwei Einkaufswagen gezankt hatte und mich auch später, als ich den, auf den ich ausgewichen war, zurückbrachte, lautstark zurechtwies (ich könne den Wagen dort nicht hinschieben, weil dort kein Stecker sei, ungeachtet der Tatsache, dass mein Wagen keinen Stecker brauchte, weil kein Euro drinsteckte).

Ich fühlte mich einfach nur sowas von unfähig, in dieser Welt zu bestehen. Ich habe keinerlei Durchsetzungsvermögen, so dachte ich und alle hackten mir mit ihren Ellbogen in die Seiten. Ich habe schon zweimal an einem sozialen Kompetenztraining teilgenommen und dachte, das war völlig umsonst, weil ich mich ja doch ständig unterbuttern lasse.

Bis ich dann am Dienstag wieder eine Situation hatte, bei der ich mit entsprechend viel Abstand an einem Schalter anstand. Es drängelte sich ein Herr vor, der das offensichtlich nicht einmal bemerkt hatte. Also sprach ich ihn an: „Entschuldigung, ich stehe hier an.“ Daraufhin entschuldigte er sich, er habe das nicht gesehen und ich verwies auf die roten Striche auf dem Boden, die zur Einhaltung eines Diskretionsabstands aufforderten. Er entschuldigte sich nochmals und ich war dann als nächster dran.

Vielleicht halte ich dann beim nächsten Mal am Leergutautomaten keinen Diskretionsabstand ein, dann passt auch kein Rollator mehr dazwischen.

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