In Köln findet am Pfingstmontag die vierte Mad Pride statt

In Köln findet am Pfingstmontag die vierte Mad Pride statt

Viele erleben uns als irritierend, wenn wir sind, wie wir sind. Viele meinen, unser Alltag wäre leidvoll. Doch das ist ihr Problem, nicht unseres.

Die Einladung zur Mad Pride am Pfingstmontag, den 21. Mai 2018 ab 13 Uhr spricht sowohl psychisch Kranke und andere Behinderte, aber auch Transleute und eben doch wieder Schwule an. Ich sehe mich da in vier Zielgruppen. Der CSD in Köln findet zusätzlich im Juli statt.

Laut dem Pressetext wird die Parade vom Landesverband Psychiatrie-Erfahrener getragen. Denen könnte ich ja mal einen dezenten Hinweis geben, dass ich mich von „Transen“ nicht angesprochen fühlen will. Von „Tunten“ allerdings auch nicht. Genausowenig sehe ich mich als „Psycho“. Das soll wohl lustig sein oder empowernd oder beides, aber ich finde das nicht hilfreich, das klingt in erster Linie marktschreierisch und schreckt mich eher ab als mich anzusprechen. Dabei spreche ich selbst auch von „Spaßtransen“ und kenne ja auch „Berufstransen“. Aber das alles in einem Kontext, in den es passt. Viele Transleute sind von dem Begriff „Transen“ beleidigt, weil er vielfach abwertend gebraucht wird. Genau da wollen die Initiatoren wohl ansetzen und ihn zurückerobern. Vielleicht eine Frage der Zeit, bis ich das anders sehe.

Nach der Parade treten in Odonien verschiedene Bands auf, unter anderem BRINGS. Sommerblut, das Festival der Multipolarkultur dauert vom 5. -21. Mai 2018.

Mich hat ein Bekannter hier aus Hamburg darauf aufmerksam gemacht und gefragt, ob ich hingehen will. Ja, reizen täte es mich schon. Endlich wieder ein Anlass für eine Reise ins Rheinland. Das würde mich schon freuen. Die Bewegung täte mir sicherlich gut.

Was mir zusagt ist die Uhrzeit, ich muss nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen und das Konzert dauert auch nicht bis in die Puppen. Das scheint mir gut zu bewältigen. Ich weiß aber nicht, ob ich den Belastungen einer Zugreise und dem Trubel vor Ort gewachsen bin. Und ich bin so schlecht verplanbar.

Aber brauchen wir überhaupt eine Prideveranstaltung wie den CSD für Ver-rückte? Wenn ich mir ansehe, was der CSD in 25 Jahren geleistet hat: Ja, das ist bitter nötig.

Party statt Pathologie können wir hier in Hamburg auch brauchen. Es muss einfach transparenter werden, wie viele das Thema psychischer Krankheit betrifft, es tut gut zu sehen, wie viele sympathisieren und wir müssen dahin, dass man keine Angst mehr haben muss, sich erstmals in Behandlung zu begeben aus Sorge, abgeschrieben zu werden, wenn das publik wird. Viele halten mit ihrer Krankheit hinter dem Berg aus Angst vor dem Stigma und viele werden auch wirklich noch ausgegrenzt, vor allem am Arbeitsplatz. Das habe ich selbst ja auch erlebt.

Mit meine Geschlechtsangleichung hatten die Kolleginnen und Kollegen kein Problem, aber nachdem ich in der Psychiatrie war, wurde ich geschnitten, weil alle mit mir überfordert waren. Viel zu oft wird mir auch in Gesprächen gesagt „Aber du hast ja bestimmt einen guten Therapeuten, mit dem du darüber reden kannst“ und das passiert mir nur dann, wenn bekannt ist, dass ich eine Diagnose habe. Gelte ich als „gesund“ kann ich stundenlang rumjammern, wie schwer mir das Leben doch fällt, da werde ich nicht weggeschickt.

Sowas muss sich ändern. Wir brauchen alle mehr Wissen über psychische Erkrankungen, über das Leben damit und das bereits bevor es uns selbst erwischt. Und, das wäre der nächste Punkt, wir müssen dringen mal etwas an dieser kranken Gesellschaft ändern, die uns alle krank macht. Und wir selbst machen doch diese Gesellschaft aus, jeder einzelne von uns.

Also: Arsch huh und Zäng ussenand! (Arsch hoch und Zähne auseinander!)

Diese Mad Pride klingt nach einer Party, die bestimmt auch meinem Onkel gefallen hätte.

Erhöhungsantrag ist durch

Am 18. Januar habe ich nach einem Gespräch mit meiner Psychiaterin einen sogenannten Neufeststellungsantrag gestellt. 2012 hatte ich etwas voreilig entgegen dem Rat meiner Hausärztin einen Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung gestellt. Da der Verlauf erst recht kurz war, kam damals ein GdB von 30 heraus. Für mich war das sehr wichtig, da so etwas Amtliches, das ich schwarz auf weiß hatte, für mich etwas war, das ich fassen konnte. Als krank empfand ich mich nicht, aber eine Behinderung zu haben konnte ich einsehen.

Ich fühle mich schon etwas eingeschränkt in meinem Alltag, aber der Grund ist eben eine chronische psychische Erkrankung. Weil der Schlaf so wichtig ist, kann ich keinen abendlichen Treffen beiwohnen – oder ich müsste meinen Schlaf- und Wachrhythmus so weit nach hinten schrauben, dass ich große Schwierigkeiten hätte, meine etlichen Arzttermine nachmittags noch beiwohnen zu können. Das verwehrt mir sämtliche Begegnungen im Freizeitbereich, da sich alles nach den Berufstätigen richtet. Tagsüber bleiben mir nur Veranstaltungen für psychisch Kranke.

Ich hatte dieses Problem mit meinem Therapeuten besprochen und auch er ist der Ansicht, dass ich da nur abwarten kann, was das Lithium auf Dauer an Stabilität und damit vielleicht Belastbarkeit bringt.

Am 14. Februar habe ich eine Eingangsbestätigung erhalten.

Heute, am 3. Mai, habe ich den Neufeststellungsbescheid erhalten: GdB 70 habe ich jetzt befristet auf zwei Jahre. Mit so viel hatte ich nicht gerechnet. Ich dachte immer, mir ginge es noch vergleichsweise gut, aber offenbar ist das nicht der Fall.

Nun kann ich mir, wenn ich ein Foto einreiche, einen Schwerbehindertenausweis ausstellen lassen. Was ich dann damit anfangen soll, weiß ich noch nicht so recht. Einen Arbeitsplatz habe ich ja nicht. Bei der Steuererklärung gebe ich den höheren GdB natürlich an und bekomme einen höheren Freibetrag.

In den letzten Wochen hatte ich wenige Termine, zu denen ich wach sein musste. Mit dem Schlaf habe ich jetzt das Experiment gewagt und bin einfach dann ins Bett gegangen, wenn ich müde war und aufgestanden, wenn ich mich ausgeruht genug fühlte. Mit dem Ergebnis, dass ich eine Zeit lang genau zur interessantesten Zeit zwischen 20 und 22 Uhr dabei sein konnte und das für mich „morgens“ war, ich also genug Zeit hatte, all die Eindrücke zu verarbeiten.

So war ich auf einer Lesung und bin wieder bei der Schreibwerkstatt dabei. Teilweise bin ich komplett nachts unterwegs und verschlafe die Abende. Im Augenblick geht es ziemlich durcheinander, weil ich versuche, wenigstens an den Nachmittagen bereits wach zu sein. Auf der anderen Seite wache ich um 4 Uhr schon auf, kann mich aber nicht wirklich konzentrieren, weil ich doch unausgeruht bin. Ich brauche einfach 13 Stunden Schlaf und idR machen die Leute große Augen, wenn ich das erzähle.

Besonders stabil fühle ich mich mit diesem Chaos jetzt nicht. Ich kann nicht gut planen, weil alles damit steht und fällt, ob ich genug geschlafen habe und da das nicht auf Knopfdruck funktioniert, muss ich das abwarten. Mit dem Lithium bin ich mittlerweile bei zweieinhalb Tabletten pro Tag angekommen, also 1125mg und dazu nehme ich noch 2,5mg Olanzapin. Es ist schon sehr, sehr viel besser als ohne Lithium, aber ich darf noch auf Besserung hoffen, sagt meine Ärztin. Na denn:

 

Schnecke Volldampf voraus!

Volldampf voraus!

 

DSGVO: Ich bin Privatperson

So muss man es doch mal ganz nüchtern betrachten. Ich bin zwar Schriftsteller, aber ich verdiene kein Geld damit. Ich bin ein Rentner, der an seinem ersten Roman schreibt. Das ist alles. Hier gibts auch keine Werbung, wenn man sich mal umguckt (dafür zahle ich), auch wenn ich vielleicht mal das ein oder andere Produkt toll finde und meine Erfahrungen damit teile.

Trotzdem bin ich Checklisten durchgegangen und habe jetzt einiges umgekrempelt.

  • Den Cookie-Hinweis habe ich von Anfang an.
  • Meine Sharing-Buttons sind seit einer Weile hinter diesem Teilen-Button versteckt, den man erst klicken muss, um sie zu aktivieren.
  • Ich habe den Text beim Folgen-Button für die Mail-Follower erweitert und um den Hinweis ergänzt, dass die eMail-Adresse dabei gespeichert wird, was nicht wirklich jemanden überraschen dürfte.
  • Die Community-Widgets sind raus.
  • Die Gravatar-Bildchen bei den Kommentaren werden nicht mehr angezeigt. Die bei den Likes kriege ich nicht weg. Likes soll man wohl auch abstellen können, aber das will ich nicht. Trifft ja ohnehin nur Leute, die selbst bloggen.
  • Die Umwandlung von Smilies in Grafiken ist abgestellt.
  • Alle bisher geposteten Videos sind nun erweitert eingebettet oder entfernt. Bei den meisten hat die Einbettung leider nicht geklappt, es wird nur ein Link angezeigt. Vermutlich sind sie zu alt.
  • Ich habe eine Datenschutzerklärung verfasst: Datenschutz & Impressum Nicht sehr üppig, zugegeben, aber ich weiß auch nicht wirklich, was WordPress mit wessen Daten veranstaltet.
  • Ich habe den Text am Eingabefenster für Kommentatoren, die sich mit eMail-Adresse verifizieren, um einen Hinweis ergänzt, dass zusätzlich auch ihre IP gespeichert wird.
  • Was die IP mit den Kommentaren angeht, die kann und will ich nicht abstellen. Ich kann nur in Erwägung ziehen, die Kommentarfunktion gänzlich zu schließen. Finde ich aber doof, zumal es überwiegend Leute trifft, die selbst bloggen. Ich war im übrigen immer schon davon ausgegangen, dass meine IP überall gespeichert wird, wo ich draufklicke.

Ich meine, mehr gemacht zu haben, kann mich aber nicht im Einzelnen erinnern. Für mich ist die Umstellung jetzt erstmal abgeschlossen. Besser komme ich nicht dran an das, was gefordert ist, ohne Geld in die Hand zu nehmen. Und das finde ich im Augenblick nicht angemessen.

In den letzten Tagen beschleicht mich auch oft das Gefühl, dass ich eigentlich den gesamten Blog vom Netz nehmen könnte und es würde wohl kein Hahn danach krähen. Es wäre so einfach, mit einem Klick alles das zu löschen, was ich in den letzten zehn Jahren von mir gegeben habe. Was mich angreifbar macht. Stattdessen gebe ich alles, um irgendwie weitermachen zu können und das zu erhalten, was ich geschaffen habe.

Weil eben doch manchmal Leute auf der Seite landen und sich gründlich umsehen. Denen ich vielleicht genau mit meinen Erfahrungen weiterhelfen kann. Von denen ich aber idR nichts höre. Ich habe in zwei Jahren zwei Zuschriften bekommen. Eine Mail über das Kontaktformular von einer Jugendfreundin und eine Postkarte von jemandem, der mir schon einmal hier im Stadtteil über den Weg gelaufen war. „Richtige“ Fanpost dachte ich von Leuten zu bekommen, die irgendwie auf meiner Seite landen, meine Geschichten toll finden und mich deshalb anschreiben. Aber Pustekuchen.

Ich blogge weniger in letzter Zeit und das nicht nur, weil ich nach Möglichkeit jedes Wort in meinen Roman fließen lasse. [Dieser Satz ist mitsamt den folgenden dem Datenschutz zum Opfer gefallen.]

Keine Frage des Genres: Märchen oder Reportage?

Ich finde das eine sehr interessante Überlegung, Romane und damit das Zielpublikum einzuteilen in Leser von Märchen oder Reportagen einzuteilen. Bisher dachte ich, dass man es nach Möglichkeit versuchen sollte, allen oder einer möglichst großen Gruppe recht zu machen.

Ob die Geschichten, die ich bisher geschrieben habe, eher in die eine oder andere Kategorie fallen, kann ich nicht sagen. Ich weiß jedoch, dass mir immer wichtig war, wie die Figuren ankommen und welche Emotionen meine Leser beim Lesen haben. Dazu kommt, dass ich auf knietiefe Recherche eher keine Lust habe. Dass Geschichten plausibel sind und alles realistisch erscheint, ist mir hingegen schon wichtig.

Laut Marcus ist es wichtig, dass man sich klar dazu positioniert. Doch lest selbst!

Datenschutz in meinem Blog

Bei Frau Papa bin ich auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) aufmerksam geworden. Sie überlegt, ihr Blog deshalb zu schließen. Ganz so wild ist es, denke ich nicht. Sie ist, soweit ich das beurteilen kann und wie auch von einem Kommentator angemerkt wurde, eine Privatperson, die nach Art. 2 c) DSGVO vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen sind. Das trifft auf mich auch zu, solange ich nicht unter die Gewerbetreibenden gehe – das habe ich jedoch in absehbarer Zeit vor. Ich denke jedenfalls, dass ich als Schriftsteller ab einem gewissen Punkt als Unternehmer gelte. (Kia erklärt: Ab 50.000 Euro Umsatz pro Jahr, darunter ist man Kleinunternehmer.)

Deshalb muss ich mich erstmal nicht überschlagen, nur weil das Ding am 28. Mai diesen Jahres inkrafttritt. Schließlich will ja auch die Steuererklärung erledigt werden und anderes. Was ich auf die Schnelle hab erledigen können ist bereits angepasst. Dh der Satz bei der Folge-Aufforderung per eMail ist ergänzt um einen, dass dadurch die E-Mail-Adresse gespeichert wird. Wär ja auch keiner drauf gekommen. Der Facebook-Button ist wieder rausgeflogen, ebenso die auf meiner Seite angezeigten Avatare anderer. Für alles weitere brauche ich noch eine Weile. Wenn ich Glück habe, stellt auch WordPress eine Lösung bereit und ich muss nicht alles von Hand basteln.

Meine Datenschutzerklärung muss ich dann auch noch schreiben. Im Augenblick kann ich gar nicht aus dem Ärmel schütteln, welche Daten bei welcher Gelegenheit gesammelt werden, obwohl ich schon eine Weile recherchiere. Die Cookies, aber den Hinweis darauf habe ich von Anfang an. Bei den Kommentaren wird zum Beispiel auch die IP-Adresse gespeichert. Das ist auch etwas, das ich beibehalten werde, sollte es hinsichtlich des Inhalts des Kommentars einmal strafrechtlich relevant werden. Da sollte dann für den Kommentator eine Checkbox hin, dass er oder sie damit einverstanden ist. Aber wie ich das da hinzaubern kann, das weiß ich noch nicht. Beim Kontaktformular ist es mir schon gelungen.

Hier gibt es eine DSGVO-Checkliste für Blogs, die mir sehr weitergeholfen hat. An deren Ende sind auch Blogs verlinkt, die bereits fertig aufgerüstet sind für die DSGVO und in denen erklärt wird, wie man dies erreichen kann. Auch wenn ich nicht ganz verstanden habe warum, habe ich die automatische Umwandlung von Smilies in Bildchen abgeschafft. Gefällt mir im Schriftbild ohnehin besser. :)

Ein Anwalt erklärt die DSGVO auf deutsch, das finde ich sehr hilfreich. Nun weiß ich auch, dass ich verpflichtet bin, mich selbst anzuzeigen, sollte ich gehackt werden.^^

WordPress kündigt ein Update für Ende April, Anfang Mai an.

Der Verlag awsLiteratur stellt sich vor

Im Newsletter Heimfeld Kompakt, Ausgabe April wird es angekündigt, aber ich habe es natürlich auch schon von Wilfried Abels direkt erfahren:

Der Verlag awsLiteratur von Alles wird schön e.V. stellt sich im Rahmen einer Lesung vor am Samstag, 28. April 2018, 16 bis 20 Uhr, in der Friedrich-Naumann-Str. 27, 21075 Hamburg.

Jan Christoph Nerger, den ich von der Schreibwerkstatt Harburg  kenne, liest aus seinem Hamburg-Roman  „Club der Sturmvögel„, auf den ich schon sehr gespannt bin und Klaus von Hollen prästentiert sein Buch „Zeugnis eines Außenseiters“ mit dem stotternden Paul, woraus ich einige Auszüge bereits kenne und weiß, dass es verdammt lustig, aber auch ebenso traurig, berührend und bewegend ist. Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich gerne ein signiertes Exemplar erwerben.

Weiterhin habe ich theoretisch die Gelegenheit, Maria Da Silva Ataide-Estevao kennen zu lernen, die über eine Punkerin aus ihrem Debütroman „Nina – Das lebende Chaos“ liest.

Hier im Programm stehen die Zeiten: Flyer_Suedles_2018_Programm

Ich weiß noch nicht, ob ich es schaffen werde, hinzugehen. Viele Eindrücke, viel Trubel in den Pausen… Es ist gut, dass ich die Möglichkeit habe, die Veranstaltung bereits nach dem ersten Block zu verlassen. Sollte tatsächlich auch meine Freundin Micha Ela mitkommen, werde ich das jedoch wahrscheinlich nicht tun.

Zu den Gründungsmitgliedern von awsLiteratur zählt auch meine Freundin und treue Abonnentin der ersten Stunde Sonja Alphonso. Irgendwie ging die Verlagsgründung an mir vorbei, weil ich zu der Zeit außer Betrieb war. Aber ich finde es toll, was sich alles in der Zwischenzeit entwickelt hat und gratuliere ganz herzlich.

Hier kündigt der Verlag die Lesung an: awsLiteratur stellt sich vor.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Veranstaltung und freue mich, einige bekannte Gesichter wiederzusehen.

Du bist am 28. April bereits verplant? Auf der Seite des Verlags findet sich auch eine Thrillerlesung am 14. April 2018.

Warum nur geht mir das immer wieder so nahe?

Warum nur geht mir das immer wieder so nahe?

Es ist so, dass ich hochsensibel bin. Die Frage ist rhetorisch. Es ärgert mich und wäre mal wieder ein Fall fürs mimimi. Ich weiß, warum ich keine Distanz wahren kann. Ich sehe mich in dem jungen Mann wieder. Schon einmal war mir das passiert mit einem Patienten, während meines Vertiefungspraktikums. Da war die mangelnde Distanz unprofessionell. Jetzt bin ich Kollege – da ist es einfach menschlich, finde ich. Ich habe mich u.a. ja wegen dieser Problematik gegen die Tätigkeit als Genesungsbegleiter entschieden.

Weil ich das einfach nicht in den Griff kriegen können kann. Heute war doppelt doof, weil ich einen Tag nicht geschlafen habe und gerade von tags auf nachts schlafen umschalten wollte, als mich abends ereilte, miterleben zu müssen, wie der Knabe sich mal wieder in Diskussionen verstrickte, die beiden Seiten nur Kummer bereiteten. Weil wegen diese Sache mit der Kommunikation ist eine, wo mindestens zwei Seiten dran sägen und eben auch Verantwortung haben.

Und nun geht mir der Scheiß rauf und runter, ich fiebere mit und überlege, welche Lebensratschläge ich ihm erteilen könnte, welche Verhaltensvorschläge ich machen könnte. Wie der Dialog hätte erfolgreich verlaufen können. Wo ich die Fehler auf beiden Seiten sah. Und mich doch machtlos erleben musste, nur sehr zaghaft überhaupt eingreifend und mit der Vermittlung über- und eigentlich auch gar nicht gefordert.

Das müssen die beiden lernen. Aneinander womöglich.

Ich könnte Geschichten darüber schreiben noch und nöcher, aber sie langweilen mich schon beim Gedanken daran. Ein idealer, konfliktloser Dialog ist nicht von Interesse in der Literatur. Aber er könnte es versuchen mit einem, wo eine Seite sich besonnen verhält, während die andere auf die Beziehungsebene der Botschaft reagiert. Wäre ne super Schreibtherapie-Übung. Dazu müsste er Verantwortung übernehmen. Verantwortung für die Gefühle des Lesers. So wie er es bei seinen Geschichten sonst auch tut.

Zerbrich Dir nicht den Kopf für andere„, hat meine Mutter mir oft gesagt.

Ja, würde ich gerne tun, nur wie zum Teufel soll das gehen? Ich zerbreche ihn mir, dieser abendliche Konflikt im Chat hat mich aufgewühlt und lebt in mir weiter, raubt mir den so wertvollen Schlaf und wegen meiner Erkrankung *mimimi* muss ich mir schon wieder Sorgen machen, nun nicht wieder in die andere Richtung aus dem Lot gerate.

Wieviel Pillen muss ich nehmen, damit ich in diese scheißverdammte Gesellschaft passe?

Muss ich meinen Roman im Psychotikerforum schreiben, weil die da gepflegt miteinander umgehen, weil sie wissen, wie das ist? Könnte ich thematisch tatsächlich tun, denn Verrückt vor Liebe weist Figuren mit psychischen Erkrankungen auf. Sicher werde ich mir auch einzelne Probeleser dort rauspicken, aber Schriftsteller, die mir konstruktive Kritik geben, werde ich da nicht allzu viele finden.

Projekt nachts schlafen ist gescheitert, wir sind wieder im Level überhaupt schlafen angelangt. Die letzten Tage bzw Nächte, als ich nur nachts on war und niemand dort im Chat anzutreffen, waren irgendwie ruhiger. Auch die Nacht mit der geklauten Stunde, die war sehr schön zu dritt verchillt. Ein Freund von mir arbeitet ja am liebsten nachts, weil es da ruhiger ist. Ich fand die Frühschichten in der Küche immer sehr angenehm. Aber da lag ich auch um vier Uhr nachmittags platt im Bett und nichts anderes ging.

Der nette Nebeneffekt wird sein, dass ich schlafentzügig wieder schreibfreudiger sein werde und nicht mehr so durchhänge wie die letzte Woche. Wenn „psychisch stabil“ unter Lithium ein Hin- und Herpendeln bedeutet, wie mit dem Kollegen neulich besprochen, dann bin ich ja stabil. Wenn einer fragt: Es geht mir gut. ;)

Es geht mir auf den Sack! *mimimi

Was wäre also für mich das korrekte Verhalten? Den Chat zu verlassen, sobald sich hitzige Diskussionen anzetteln? Das habe ich eine Weile im Psychoseforum gemacht, weil Menschen in einer gewissen mitteilungsbedürftigen Weltrettungsstimmung einfach nicht zu bremsen sind. Aber auch, weil mich ganz normale Harmlosigkeiten total auf die Palme gebracht haben. Solche, die nicht hochsensible Personen gar nicht wahrnehmen. Über den Punkt bin ich, glaube ich, hinweg.

Ich will teilnehmen am scheißnormalen Leben mit Zickenkrieg und Ätzkollegen. Und ich habe im Schreibforum genau das gefunden und ich habe jede Möglichkeit, mich sofort zurückzuziehen, sobald Miss Nölnase auftaucht und trotzdem tue ich es nicht. Wenn ich mich nur in Watte packe, fühle ich mich auch elend. Alles schon ausprobiert.

Was mir jetzt noch fehlt zum normal sein ist ein Freundeskreis, dem ich vorjammern kann, wie gottverdammt stressig so ein Leben als Schriftsteller doch ist. Die Bezahlung ist unterirdisch und der Lektor – ja, ich freu mich schon aufs Lektorat! Wenn mich denn einer will – also mein Buch. Wenn ich es denn schaffe zu schreiben.^^

Wenn ich lauthals über meinen unsensiblen, sturen und verständnislosen Lektor plärren kann, dann bin ich glücklich. Für einen klitzekleinen Moment zumindest. Bis mir wieder einfällt, was ich dafür alles auf mich nehmen musste. Zeichen um Zeichen, Zeile um Zeile, Seite um Seite. Diese verdammte, ätzende, anstrengende Schreiberei!

Ich will genau das haben und nichts anderes. Und wenn ich mich durch Kindergeschichten quälen muss, damit ich aus meiner Komfortzone rauskomme, dann tue ich das aus freien Stücken. Wenn die dann hinreichend für niedlich befunden worden ist, poste ich die auch bestimmt – noch habe ich ja keinen Ruf zu verlieren.

Auf Nachtschicht

Auf Nachtschicht

Die letzten Tage habe ich richtig schön durchgehangen – mich auch hängen lassen. Ich hatte einfach keine Lust, morgens aufzustehen. Und weil ich auch keinen Grund dafür hatte, blieb ich einfach liegen. Entsprechend wurde ich auch später müde und endlich zwang ich mich mal nicht, mich rechtzeitig hinzulegen. Das Ergebnis ist, dass ich jetzt tagsüber schlafe und nachts wach bin. Ich habe schon versucht, noch länger zu schlafen und dann eben am nächsten Morgen aufzustehen, aber das klappt nicht. Morgens fehlte mir wieder der drive, aufzustehen. Lust zu schreiben hatte ich selbstredend auch keine und habe einfach ein paar Tage alles schleifen lassen.

Insgeheim habe ich mir das auch immer sehr rosig ausgemalt, als einsamer Schriftsteller nachts zu schreiben und tagsüber die Welt die Welt sein zu lassen.

Heute morgen habe ich die Wäsche in die Maschine getan, dann bis abends geschlafen und sie erst danach in den Trockner geworfen. Abends nach acht einzukaufen ist heutzutage auch kein Problem mehr – wenn man sich denn beeilt und rechtzeitig vor neun oder zehn im Laden ist. Das war aber doch tagsüber bequemer, nicht in Konflikte mit den Öffnungszeiten zu kommen und mit der Hausarbeit keine Rücksicht auf die Nachbarn nehmen zu müssen. Allein schon beim Duschen der Gedanke: Darf ich jetzt noch? Natürlich hört man das, wenn Wasser gezogen wird. An solche Problemchen der Nachtarbeiter hatte ich nicht gedacht. Jetzt habe ich eine Motivation, künftig gegen eine Tag-Nacht-Umkehr anzukämpfen.

Was mir aber mehr fehlt als gedacht: Der Chat.

Neben dem Schreiben chatte ich gerne, um mein Hirn abwechselnd zu fordern und um etwas mit den Kollegen zu plauschen. Im Forum ist, den Gesetzmäßigkeiten der Brotberufler folgend, abends am meisten los. Ich fand das schon fast überfordernd, weil in wenigen Stunden sehr viel gepostet wird und der Chat beinahe überfüllt ist (sehr kleines Chatfenster). Es gibt einige, die tagsüber online sind, aber das sind die wenigsten. Eine ist bis nachts um halb zwei, zwei Uhr unterwegs und danach ist Ruhe. Dann kommen erst morgens die ersten online, bevor es in Schule oder Büro geht. Dazwischen bin ich sozial isoliert. Ich fange also an, andere Foren aufzusuchen, in denen ich schon länger pausiere, um dort etwas Austausch zu finden. Ich war sogar schon bei Facebook!

Nach meiner optimalen Arbeitszeit suche ich noch, die komplette Nachtschicht kann ich jedenfalls schon ausschließen. Nun werde ich die nächsten Tage darauf achten müssen, wieder etwas früher aufzustehen.

Mein Putzsklave saugt jetzt für mich

Mein Putzsklave saugt jetzt für mich

Ich habe mir nach langem Ringen zwischen Geiz und Faulheit einen Staubsaugroboter angeschafft. Die Lektüre der Rezensionen im großen Onlinekaufhaus war mir eine Freude, da doch mehr oder minder freiwillig amüsant. Auch mein Saugsklave hatte seine Kinderkrankheiten. Ich habe ihn die ersten Male bei der Arbeit beobachtet, um mir einen Eindruck davon zu verschaffen, wie er funktioniert und um die Schwachstellen unserer Wohnung auszuloten.

Zunächst mal ist er laut, macht aber im Gegensatz zum anderen Sauger, zusätzlich unregelmäßige Geräusche durch seine Bewegungen. Es ist also nicht nur das Sauggeräusch, sondern auch noch ein Rollen, das verschieden klingt, je nach Drehbewegung oder der Fahrt nach geradeaus. Neben dem Saugen pustet er auch vor sich her und ein sich drehendes Pinselchen, das den Dreck in Richtung der Saugöffnung bugsiert, ist ebenfalls zu hören. Schließlich gibt es noch ein Rumpeln, wenn er zum Beispiel über das Gestänge des Wäscheständer klettert und das Klopfen, wenn er an Gegenstände wie zum Beispiel Türen fährt.

Diese wechselhafte Geräuschkulisse ist der Grund dafür, dass der Sauger nur dann im Einsatz ist, wenn ich außer Haus bin. Bei dem Lärm kann ich nämlich nicht arbeiten.

Wenn man ihn in einem Raum einsperrt, in den er selbst reingefahren ist, damit er da drin konzentriert sauber macht, bummert er ständig an die Tür, weil er wieder raus will. Dafür gibt es diese Barriere, die man dann einsetzen sollte. Die war im Lieferumfang enthalten.

Es gibt einige Ecken, da kommt das Gerät nicht hin. Zum Beispiel unterm Schreibtisch hinter den Tischbeinen. Da sammeln sich mit der Zeit die Wollmäuse. Ebenso hinter der Tür, deshalb fege ich da vorher. Die Tür in meinem Zimmer geht nur halb auf, weil sie an den Schreibtisch stößt. Der Sauger fährt dann dahinter, stößt immer mal an die Tür, diese schließt sich und die Maschine ist im Zimmer eingesperrt. Komme ich also zurück, finde ihn da mit leerem Akku. Deshalb stelle ich hinter diese Tür meine Barriere und stelle sie auf Kreis.

Einmal kam ich nach Hause, da war der Sauger im Flur liegengeblieben. Er hatte die Kabel von Telefon und Router eingesaugt. Das war nicht weiter wild, hat aber gereicht, um ihn lahm zu legen. Übel hat es einmal den Wecker erwischt, das war richtig stramm um die Bürste gewickelt. Es haben beide Kontrahenten überlebt, aber hätte nicht sein müssen. Die Isomatte lege ich immer vorher auf den Tisch, da er die sonst nur durch den Raum schiebt.

Es ist also so, dass ich mit einigen Handgriffen die Wohnung vorbereite, damit der Sauger ungestört arbeiten kann. In Räume wie Küche, Bad und Klo lasse ich ihn gar nicht erst rein; ich fege den Dreck vorher raus und er nimmt den dann mit. Und ich trage es dann wieder in den Mülleimer, wenn ich den Behälter leere. Thats fucking teamwork! :D

Ich empfehle jedem den Kauf, der keine Lust hat, selbst zu saugen. Das hasse ich nämlich, weshalb ich früher alle Räume gefegt und nur den Flur mit dem kleinen Teppich gesaugt habe. Jetzt fege ich meist nur noch die Ecken und sauge gar nicht mehr. Wenn ich wischen will, fege ich vorher auch die gefliesten Räume.

Staubsaugroboter 2

Mein Staubsaugroboter iRobot Roomba 680

Es saugt und putzt der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann. ;) (Loriot)

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