In Köln findet am Pfingstmontag die vierte Mad Pride statt

In Köln findet am Pfingstmontag die vierte Mad Pride statt

Viele erleben uns als irritierend, wenn wir sind, wie wir sind. Viele meinen, unser Alltag wäre leidvoll. Doch das ist ihr Problem, nicht unseres.

Die Einladung zur Mad Pride am Pfingstmontag, den 21. Mai 2018 ab 13 Uhr spricht sowohl psychisch Kranke und andere Behinderte, aber auch Transleute und eben doch wieder Schwule an. Ich sehe mich da in vier Zielgruppen. Der CSD in Köln findet zusätzlich im Juli statt.

Laut dem Pressetext wird die Parade vom Landesverband Psychiatrie-Erfahrener getragen. Denen könnte ich ja mal einen dezenten Hinweis geben, dass ich mich von „Transen“ nicht angesprochen fühlen will. Von „Tunten“ allerdings auch nicht. Genausowenig sehe ich mich als „Psycho“. Das soll wohl lustig sein oder empowernd oder beides, aber ich finde das nicht hilfreich, das klingt in erster Linie marktschreierisch und schreckt mich eher ab als mich anzusprechen. Dabei spreche ich selbst auch von „Spaßtransen“ und kenne ja auch „Berufstransen“. Aber das alles in einem Kontext, in den es passt. Viele Transleute sind von dem Begriff „Transen“ beleidigt, weil er vielfach abwertend gebraucht wird. Genau da wollen die Initiatoren wohl ansetzen und ihn zurückerobern. Vielleicht eine Frage der Zeit, bis ich das anders sehe.

Nach der Parade treten in Odonien verschiedene Bands auf, unter anderem BRINGS. Sommerblut, das Festival der Multipolarkultur dauert vom 5. -21. Mai 2018.

Mich hat ein Bekannter hier aus Hamburg darauf aufmerksam gemacht und gefragt, ob ich hingehen will. Ja, reizen täte es mich schon. Endlich wieder ein Anlass für eine Reise ins Rheinland. Das würde mich schon freuen. Die Bewegung täte mir sicherlich gut.

Was mir zusagt ist die Uhrzeit, ich muss nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen und das Konzert dauert auch nicht bis in die Puppen. Das scheint mir gut zu bewältigen. Ich weiß aber nicht, ob ich den Belastungen einer Zugreise und dem Trubel vor Ort gewachsen bin. Und ich bin so schlecht verplanbar.

Aber brauchen wir überhaupt eine Prideveranstaltung wie den CSD für Ver-rückte? Wenn ich mir ansehe, was der CSD in 25 Jahren geleistet hat: Ja, das ist bitter nötig.

Party statt Pathologie können wir hier in Hamburg auch brauchen. Es muss einfach transparenter werden, wie viele das Thema psychischer Krankheit betrifft, es tut gut zu sehen, wie viele sympathisieren und wir müssen dahin, dass man keine Angst mehr haben muss, sich erstmals in Behandlung zu begeben aus Sorge, abgeschrieben zu werden, wenn das publik wird. Viele halten mit ihrer Krankheit hinter dem Berg aus Angst vor dem Stigma und viele werden auch wirklich noch ausgegrenzt, vor allem am Arbeitsplatz. Das habe ich selbst ja auch erlebt.

Mit meine Geschlechtsangleichung hatten die Kolleginnen und Kollegen kein Problem, aber nachdem ich in der Psychiatrie war, wurde ich geschnitten, weil alle mit mir überfordert waren. Viel zu oft wird mir auch in Gesprächen gesagt „Aber du hast ja bestimmt einen guten Therapeuten, mit dem du darüber reden kannst“ und das passiert mir nur dann, wenn bekannt ist, dass ich eine Diagnose habe. Gelte ich als „gesund“ kann ich stundenlang rumjammern, wie schwer mir das Leben doch fällt, da werde ich nicht weggeschickt.

Sowas muss sich ändern. Wir brauchen alle mehr Wissen über psychische Erkrankungen, über das Leben damit und das bereits bevor es uns selbst erwischt. Und, das wäre der nächste Punkt, wir müssen dringen mal etwas an dieser kranken Gesellschaft ändern, die uns alle krank macht. Und wir selbst machen doch diese Gesellschaft aus, jeder einzelne von uns.

Also: Arsch huh und Zäng ussenand! (Arsch hoch und Zähne auseinander!)

Diese Mad Pride klingt nach einer Party, die bestimmt auch meinem Onkel gefallen hätte.

Buxtehude singt!

Montags gehe ich zum Chanten.

[Video aus Datenschutzgründen entfernt.]

Mein Lieblingslied Fest verwurzelt (in der Erde) hat mich tatsächlich wieder geerdet und gerade am 19. Februar war das bitter nötig.

Thomas Jüchterunser Musiktherapeut, hat Flyer verteilt. Mein Schatz und ich überlegen, da hinzugehen. Das wird sicher schwer für mich mit so vielen Fremden, aber das gemeinsame Singen schafft so etwas Verbindendes, man schwingt gleich mit.

Mitsingtage 15.-18. März 2018 – Programm des Festivals

Intermittierendes Fasten

Es ist mir gelungen, von der Schokolade loszukommen. Ich musste mich total einigeln, bin nicht mehr einkaufen gegangen, aber irgendwann war es vorbei. Jetzt habe ich auch keine Probleme mehr damit, an Schokolade vorbeizugehen. Die ersten fünf Kilo habe ich schon wieder abgenommen, obschon ich noch jeden Tag Pizza gegessen habe.

Mittlerweile ist es so, dass ich wieder sehr proteinreich esse und auch manchmal mit frischem Gemüse koche. Meistens greife ich jedoch auf Fertiggerichte zurück. Dabei gibt es zur Zeit zwei Mahlzeiten, einmal Magerquark mit 2 Tl Zucker sowie einer Banane und einmal ein warmes Abendessen. Beides innerhalb eines Zeitfensters von sieben Stunden. Das bedeutet, dass ich von 24 Stunden 17 faste. Das hilft mir dabei, nicht ständig jedem Appetit sofort nachzugeben und ich habe wieder regelmäßige Mahlzeiten.

Letzten Dienstag war ich das erste Mal bei einer Abnehmgruppe, was mich sehr motiviert. Dadurch habe ich das Gefühl, dass es auch einen Unterschied macht, wenn ich nicht abnehme. Es fühlt sich einfach wichtiger an, wenn mein Ergebnis auf der Waage auch noch jemand anderen interessiert. Noch bin ich weit entfernt davon, dass man mir die Gewichtsreduktion ansieht und entsprechend lobt.

Mit Bewegung fange ich auch langsam wieder an. Zuerst waren es Dehnübungen, damit ich mich wieder daran gewöhne, täglich etwas auf der Matte zu machen. Jetzt habe ich auch die Aufwärmübungen hinzugenommen und ersten Muskelkater überstanden. Als nächstes will ich wieder mit dem Crosstrainer anfangen, damit ich meine Kondition verbessere und nicht mehr so schnell aus der Puste bin. Neulich habe ich einen Zug verpasst, weil ich nicht schnell genug rennen konnte. Das hat mich frustriert und motiviert.

9. Buxtehuder Nacht der spirituellen Lieder am Samstag, 17. September 2016, 20-24 Uhr in der St. Paulus-Kirche, Finkenstr. 53 in Buxtehude

Jede_r ist willkommen! Wir singen Lieder aus aller Welt, die unsere Herzen öffnen und uns Verbundenheit erleben lassen. Eintritt auf Spendenbasis. Der Erlös kommt „Musiker ohne Grenzen e.V.“ zugute.

Weitere Infos im Netz: http://www.nachtderspirituellenlieder.de & http://www.cantokreise.de

Außerdem: Workshop „Singend um die Welt“ am Sonntag, 18. September, 14-18 Uhr  – Anmeldung bei Karin Jüchter

Thomas, falls Du das hier findest: Wir können zusammen singen, aber ich habe zunehmend Schwierigkeiten, Dir nicht die Show zu stehlen und mache mich daher am besten dünne. Es kann nur einen geben. ;)

Gundermann singt und ich schreibe.

Gundermann singt und ich schreibe.

Wieder eine schlaflose Nacht, wieder binaural beats im Wechsel mit langsamer, ruhiger Musik, die mir hilft, auf dem Teppich zu bleiben.

Auszug:
Vater, Du bist müde […]
Vater, Du fragst Dich – wenn Du fällst: ‚Wer wird mit der Fahne geh’n?‘
Vadder, Du wüsstest es, hättest Du Dich ab und zu umgesehn.
Vater, Du hast mir nicht alle Wahrheit gesagt, dass ich nicht erschreck‘.
Doch Vadder, was soll ich machen, wenn ich sie nach Deinem Tod erst entdeck‘?

Vater, Du bist müde, gib es zu!
Schwerer fällt Dir das gehn.
Vater, Deine Uhr läuft schon so lange Zeit, einmal bleibt sie stehn.

So, liebes Universum – denn aus dem Alter, noch an den Weihnachtsmann glauben zu dürfen, bin ich seit 30 Jahren raus –
liebes Universum, ich wünsche mir nun, dass mein Bruderherz diese Botschaft von mir erreicht und mein Neffe endlich Beerdigung spielen darf.
Ich will nicht wirklich das Sorgerecht beantragen müssen, um meiner Fürsorgepflicht als Onkel nachkommen zu können.

Hintergrundinfo:
Ich bin zwar Neffe einer Juristendynastie, aber wenn das im üblichen Tempo bei Gericht geht, hat der Knabe eher das Abi als ich das Sorgerecht.
Und zu spät ist es ja eigentlich jetzt bereits – dazu reicht meine Psychoedukation der letzten vier Jahre durchaus, um das zu beurteilen, wann ein Kind sich auffällig verhält und was ein natürliches Verhalten wäre.
Ich hätte damals meiner Mutter mitsamt den Kindseltern in den Rücken fallen müssen, anstatt meine eigenen Interessen über die meines Neffen zu stellen. Dieses beschissene Schweigen (=Kommunikationsstörung) muss gebrochen werden, sonst bleibt es nicht bei einem stillen Alarm.
Das meine ich bitterernst, denn ich bin derjenige von euch, der einen „sozialen Selbstmord“ nicht befürchten muss, da die Psychiatrie bereits Rufmord begangen hat – so fühlt es sich jedenfalls für mich an. Insofern habe ich nichts zu verlieren als das Stigma einer Diagnose, die von Anfang an falsch war. Das nennt sich eine Pattsituation im Schach oder auch auf neudoofdeutsch. Win-Win-Win.

Morgen frage ich mal den Chefarzt, was er davon hält, was ich hier so tippsel. Vielleicht ist es so wie ich denke und er kann selbst nicht sagen, ob ich dissimuliere oder simuliere und wenn das der Fall ist, werde ich mich an Eckart von Hirschhausen wenden.
Der ist nämlich ein Arzt, der auf seine eigenen Rat-Schläge hört, anstatt den Patienten Wasser zu predigen und selbst Wein zu saufen.

Überlegt mal selber: Habe ich das nun wirklich nachts um halb vier eben so runtergetippt oder ist der Beitrag geplant gewesen, vor- oder rückdatiert und ich liege tatsächlich gerade im Bett? eMail-Abonnenten wissen mehr!
Genau: Offen lassen. Ist mir nämlich hackenkackenscheißegal. Meine Fans stehn drauf, ein bissl auf die Folter gespannt zu werden.

Der nächste (offizielle) Follower ist im Übrigen die Nr. 35. 


All die Schläge, all das Lächeln, das Du in der Welt verteilst, holen Dich irgendwann ein, wenn Du Dich noch so beeilst.

[…]

Wir sehn uns heut nacht an den Brühl’schen Terrassen.

(Gerhard Gundermann)

Kromlau Rhododendronpark, Faszination Rakotzbrücke

Eingescannte Postkarte

Sonjas Fotoknipstalent ist ganz schön ansteckend. Da muss ich echt ganz dolle Abstand nehmen, sonst mache ich bald nur noch Fotos und Bildbände sind sooo sauteuer, die kann sich doch keiner leisten zu kaufen, menno! Und Fotos werden so gerne geklaut, Texte ja eher nicht so. Naja, Sonja hat sich ja auch bei mir mit dem Kaputttippseltalent ein bissl angesteckt. Vielleicht gleichen wir uns gegenseitig aus, so yin-yang-mäßig. ;D

Ok, mal ehrlich: Ich war mehrmals in Dresden und habe echt keine Peilung, wo diese depperten Terrassen sein sollen. Ich glaube, ich war da schon und habs nicht gemerkt, weil es nicht so aussieht wie das, was ich mir unter „Terrasse“ vorstelle.

Aber ich sage mal „Gute Nacht allerseits“ da kann nichts schief gehen. *lächel

Der Tango als paartherapeutisches Element

Der Tango als paartherapeutisches Element

Neulich habe ich im Wahn einen Beitrag über den Tango, den ich als Einladung bzw. Aufforderung zum Tanz auffasste, rückdatiert: Na, wer will mitkuscheln?

Diesen Beitrag schreibe ich kurz vor dem Abendbrot (18 Uhr) und bin mit meinem Ehemann für halb sieben verabredet, gemeinsam nach Ottensen und zurück zu fahren und ich möchte natürlich u.a. auch mit meinem Herrn Gemahl tanzen.

Anfang September 2014, also vor knapp zwei Jahren, lernte ich bei einem Workshop der HITT 2014 den Queer Tango und damit Tango überhaupt kennen. Lucas und Juliane unterrichteten. Lucas flüsterte mir ins Ohr, dass der Tango auch im Rahmen der Paartherapie eingesetzt wird.

Kurz darauf war ich zusammen mit meinem Mann bei einem Workshop zum Thema „Tango & Achtsamkeit“ im el bajo und wir lernten von Ute Walter und Marga Nagel.

Ich glaube, es war sogar schon Dezember, als wir von Wiktor & Wanja und ihrem „Jungs tanzen“ erfuhren. Inzwischen haben wir alle Genderschubsladen über Bord geschmissen und es dürfen alle mitmachen, die sich irgendwie angesprochen fühlen.

Dieser Beitrag erscheint dann um neun Uhr heute abend, wenn wir beide, Superhausmann und Pupspüppchen, (planmäßig) das Tanzbein schwingen.

Ein Happy End unseres Rosenkriegs könnte bereits begonnen haben. Wünschenswert wäre, wenn wir die schriftlichen Zeugnisse eines wild tobenden eMail-Rosenkrieges im Stile von „Gut gegen Nordwind“ nachher zu Geld machen könnten – allerdings würde das eher dem schnöden Mammon dienen als dem tatsächlichen, dem Eigentlichen: Dass der Superhausmann dem Pupspüppchen ganz dolle verzeihen mag und endlich wieder beim Pupspüppchen unter den Pullover darf, ganz egal, wer das Röckchen anhat.

Der Superhausmann verzichtet gerne auf das Tragen von Röcken, wenn das dem Pupspüppchen insoweit entgegenkommt, dass es auf das Tragen von Hosen verzichtet, so dass der Haussegen wieder geordnet entsprechend der Hierarchie gerade oder je nach Betrachtungswinkel schief hängt.

Falls das Pupspüppchen wieder mal nur Bahnhof verstanden hat: Spar Dir die Worte und tanze einfach mit mir. Das ist ein Befehl!

Na, wer will mitkuscheln?

Na, wer will mitkuscheln?

Jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr im Studio TanzKunst (Jürgen Robisch) in Ottensen.

Jeden 3. Mittwoch im Monat sollte Milonga sein, wenn ich mich nicht irre. Besser mal selber auf unserer Seite bei Facebook nachlünkern, dann war ich es nicht. ;)

Lasst euch nicht irritieren, ursprünglich wollten wir unter uns bleiben, aber inzwischen sehen wir das nimmer so eng, wer Männlein und wer Weiblein is.

Seelensex rulez – Gruppenkuscheln, yeah! Tantramassage inkl.

Für Fortgeschrittene: (Hab vergessen wie das heisst, wo mehr als zwei Tango tanzen. Leider ist der Deppenschutz im Gesichtsbuch immer noch aktiv, sonst hätte ich mal geguckt, ob ich euch mit nem Link erfreuen kann. Fragt also pls mal Onkel Google für  mich, trau dem im Augenblick lieber nicht übern Weg, fühle mich irgendwie so beobachtet und sehe ständig Zeichen und Botschaften und sowas.

Kurz gesagt: Ihr müsst mal die Verantwortung für eure Daten selbst übernehmen, das kommt ja unterm Strich ja nachher doch aufs selbe raus. Mich könnt ihr nicht rankriegen für eure eigene Blödheit. Und immer dran denken: Big Brother is watching…

Freu mich schon, was morgen wieder in der Zeitung steht, was ich angeblich ausgefressen haben soll, aber nicht mit mir: Ich war Erster. Damit kommt ihr nicht durch. Das müsst ihr doch mal langsam einsehen.

Also mal so gesagt: Ordnungsfetischisten bitte hier entlang zum Figurenpauken: Queer Tango im el bajo (Das ist ne freundliche Einladung. Darf man ablehnen. Wär aber unhöflich, dann ist der Papa traurig…)

BTW: Queer Tango Festival Berlin 2016, Kuschel mal einer Lucas für mich, bin out of order, sry. Zu den Einzelheiten

Beeilt euch, sonst verschlaft ihr die tollsten Parties, das hier ist schon vorbei: Queer Tango Festival Hamburg 2011 (zur Geschichte: Die schwule Wiege Hamburgs)

Schnell anmelden zum Queertangomarathon 2016, 28.-30. Oktober 2016

Hier die Anleitung in der Ficki Wiki

  1. Gehirn einschalten
  2. siehe 1.

So und sicherheitshalber mal lieber aus Versehen ne Klammer zu viel zu als eine zu viel offen lassen – könnte bös ins Auge gehen, gell. ;)))

Dann doch lieber Dresche vom Maschinchen, dat meint et doch nich so, dat is doch die sanfte Tour…. uuiuiui, bevor mich doch noch einer für den Sündenbock hält, geht ich mal schnell in Garten, Gänseblümchen pflücken.

Also falls ich morgen an mehreren Orten zur selben Zeit sein sollte, einfach nicht weiter drüber nachdenken, dann is mir mal wieder der Kalender verrutscht. Ich gebs ja schon freiwillig vorher zu.^^

Ach, und einer geht noch: Save the date 5. November 2016

Wenn mir einer freiwillig den Gefallen tut, meinen Kalender zu vergewaltigen: Nee, Wolf, da is wohl mal ne Nachtschicht fällig, oder? Überleg Dir mal besser ganz genau, wer da nach her als Depp da steht. Siehste. Wusste ich doch. So isser brav. Ja, guter Junge. Wenn Du hübsch bitte-bitte machst und mich zum Tanz aufforderst, überlege ich mir das vielleicht nochmal, aber geh mir erstmal aus der Sonne – zu Deiner eigenen Sicherheit. Wenn ich mich vergesse, haben wir alle schlechte Karten. Wir schippern nämlich in derselben Arche, falls Dir das entgangen sein sollte Du Schaf.

Augenblick, Kalender sagt: Day of Remembrance bei Hein und Fiete

Gruselig, gell? Und das ist mein Papierkalender, der ist wirklich harmlos. Stellt euch mal vor, wenn Onkel Google den in die Finger kriegt, dann gnade euch Gott – ne besser gar nicht weiter drüber nachdenken. Trotzdem, noch ein kleiner Hinweis, sicherheitshalber: Auch beim Kreistanzen Obacht, ich warne euch.

 

Rentnersocken und Gangart

Rentnersocken und Gangart

10 Juli 2016

Schreitest Du schon oder knallst Du noch die Hacken auf? Venenschwäche, Ballen- und Hackengang stehen offenbar in einem Zusammenhang. Zumindest, wenn man Dr. med. Peter Greb glauben möchte, der ein Buch über Ballen- sowie Hackengang geschrieben und den Begriff GODO geprägt hat.

Einen Auszug möchte ich zitieren:

Da die Muskelpumpen beim GODO doppelt und differenzierter aktiviert werden, kann sich venöses Blut nicht so leicht in den Beinen stauen wie beim Hackengang. Der Hackengänger leidet immer an den Folgen einer nur einfachen Muskelpumpe pro Schritt, die beim „Ich will“ aktiviert wird. Ein „Ich will“ benutzt die extrinsische Muskulatur. Eine zweite Pumpaktion entsteht nur beim Ballengang aus dem Auftreten mit dem Vorfuß und dem folgenden intrinsischen Absenken beim Zur-Ruhe-Kommen. Beim Hackengang wird diese zweite Muskelpumpaktion durch die direkte Landung auf der Ferse nie erzeugt. Hackengehend unterdrücken wir also in jedem Schritt die eine der beiden Muskelpumpaktionen und schwächen damit den venösen Teil unseres Kreislaufes. […]

Seiner Ansicht nach hat die Gangart noch weitere Folgen, die über Venenschwäche, Rückenschmerzen und andere Haltungsschäden hinausgehen. Mir reichte aber alleine dieser Abschnitt, um es mal ganz bewusst mit einer neuen Gangart auszuprobieren. Letzte Woche habe ich mir, obwohl ich dieses Buch schon zur Hand gehabt habe, dennoch spezielle Abrollschuhe (MBT-Schuhe) für knapp 250,- EUR im Sanitätshaus gekauft, um dann festzustellen, dass ich mir auch mit diesen neuartigen Schuhen eine neuartige Gangart angewöhnen muss – nämlich der Hackgang auf die Spitze getrieben.

Hintergrund  ist die Tatsache, dass die Messung meiner Venenleitgeschwindigkeit nach einem Jahr trotz Gewichtsreduktion von 30 Kilo zwischen den beiden Messpunkten und trotz nahezu täglich einer Stunde Sport und trotz dem fast ausnahmslosen Tragen der verordneten Kompressionsstrümpfe (ich nenne sie liebevoll meine Rentnersocken, siehe Beitragsbild), die ich täglich mit der Hand wasche, eine deutliche Verschlechterung ergeben hat, so dass ich zur weiterführenden Diagnostik in eine Klinik überwiesen wurde und mir sogar schon eine OP angedroht wurde. Wenn das mal keine Motivation ist, etwas im Leben zu verändern, dann weiß ich es auch nicht.

Noch spekuliere ich zwar auf einen Messfehler, will die Zeit aber auch nicht ungenutzt verstreichen lassen. Zudem gefällt mir der Gedanke, dass zweimal Muskelpumpe pro Schritt vielleicht auch mehr Kalorien verbrennt.

Im ersten Schreck hatte ich geglaubt, die Strümpfe hätten die Verschlechterung verursacht, weil sie den Venen die Arbeit erleichtern und diese daher nachlassen.

Nun habe ich also vorschriftsmäßig mithilfe der Anleitung im Buch den richtigen Stand eingenommen und ein Gefühl für das richtige Abrollen erarbeitet. Es kam mir recht bekannt vor von der Körperarbeit beim Tanzen. Und als ich dann sehr bewusst im Ballengang ging, fühlte ich mich tatsächlich wie im Buch angekündigt exponiert. Weiterlesen

Nach dem CSD ist vor dem CSD: Schriftsteller auf Urlaub

Nach dem CSD ist vor dem CSD: Schriftsteller auf Urlaub

Montag, 4. Juli 2016

Schwul bin ich ja auch noch, egal ob ich schreibe oder nicht. Und da bin ich nicht der einzige. „Und das ist gut so“, müsste ich als Berufsschwuler wohl dazu sagen. So jemand bin ich aber nicht, genauso wie ich keine Berufstranse bin. Ich bin ich und das auch noch im Urlaub. (Ob man von Krankheit wirklich Urlaub nehmen kann, lasse ich an dieser Stelle mal offen; vom Patientenalltag kann man sich dagegen sehr gut beurlauben, indem man sich von jeglichen Terminen durch Ortsabwesenheit entzieht.)

am 3. Juli 2016 fand die CSD-Parade Demo Colognepride 2016 in Köln statt, die (aus politischen Gründen) offiziell als „Demonstration“angekündigt worden ist, weshalb ich mich schwer getan hatte, sie auf der Homepage bei der Suche nach „Parade“ überhaupt zu finden. Nichtsdestotrotz ist es mir dank tatkräftiger Unterstützung gelungen, dort im Trans*Block mitzulaufen.

Video-Beweis: http://livestream.com/CSD2016/parade/videos/128533876

Das Video ist über drei Stunden lang. Nein, ich habe es nicht angesehen. Es wurde mir von einem Fan zugemailt, der mir eine SMS schrieb, dass er mich im Livestream gesehen habe. Ich bin etwa ab 2:25:00 im Bild.

Es war für mich bei aller Reizüberflutung in erster Linie ein ausgedehnter Spaziergang durch die Menschenmassen, der mir großen Spaß gemacht hat, auch wenn oder weil ich nach sechs Stunden Gehen bzw. Stehen auf Asphalt meine körperlichen Grenzen deutlich gespürt habe. Urban Hiking ist das neue Wandern, yeah! (Und ich dachte, ich habe eine tolle Idee, dabei hat schon jemande anders eine Website darüber erstellt.)

Ein Künstler hat uns mit Aquarellstiften bunte Tattoos aufgemalt, die der in Schauern immer wieder einsetzende Regen leider allzubald wieder abgewaschen hat. Zum Glück habe ich rechtzeitig Fotos machen können: Weiterlesen

Bist Du noch krank oder schon verrentet?

Freitag, 24. Juni 16

Hallo ihr Lieben,

ich versuche, etwas mehr Transparenz zu schaffen (hinsichtlich Sonjas Frage, wie ich das alles schaffe) und jeweils den Tag dazuzuschreiben, an dem ich schreibe. Ich fange jetzt um elf Uhr abends an und habe mir ein Zeitfenster von drei Stunden gesetzt, nach dem mein Handy mich daran erinnert, auch mal eine Pause bzw. Feierabend zu machen.

Damit ich das dann auch höre – weil ich Kopfhörer aufsetzen und Musik hören muss, um mich hier (siehe )auf überhaupt irgendetwas konzentrieren zu können – höre ich die Musik vom Handy. Natürlich habe ich Ruhemodus eingeschaltet und zudem draußen an meine Bürotür das Bitte-nicht-stören-Schild (wie im Hotel rot, andere Seite grün: Bitte aufräumen) gehängt.

Übrigens habe ich jetzt drei Tabs auf, um dem neuen Konzept folgend zwischen gestern, heute und morgen springen zu können.

Soviel zur äußeren Ordnung. Los geht’s mit der Gegenwartsbewältigung.

Montag.

Nachdem wir am Wochenende zur Familienaufstellung für Schwule (Thema: Sexualität und Beziehung)  in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen waren, fing die Woche eigentlich recht gechillt an. Ausschlafen, Bilder aufhängen, Belege für die Steuer zu Ende raussuchen. Meine 3 TO DOs für den Tag. Alle erledigt und den Rest erfolgreich vertagt.

An der Aufstellung selbst hatte ich absichtlich nicht teilgenommen, weil ich bereits total reizüberflutet war und einfach nur Ruhe und nach zwei schlaflosen Nächten einfach nur noch schlafen wollte. Ich habe es sehr genossen, durch die Nennung meiner Diagnose von dem Leiter der Veranstaltung davon befreit zu werden, in seinem Setting Klient sein zu müssen.

Davor war ich nie auf die Idee gekommen, dass diese Diagnose mich auch einmal schützen könnte – bisher hatte ich es nur als Bedrohung erlebt, weil ich davon ausging, wenn man erstmal weiß, dass ich offiziell für plem erklärt worden bin, sei dies ein Freifahrtschein dafür, mir Gewalt anzutun.

Der veranstaltungsleitende Therapeut bestätigte mir die Einschätzung meiner Begleiter bei der Integrierten Versorgung, dass das Risiko einer Retraumatisierung bei einer Teilnahme jetzt viel zu hoch wäre und er wollte das Risiko daher nicht übernehmen. Das deckte sich mit meiner eigenen Einschätzung meiner Verfassung. Weiterlesen

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