Veränderungen

Veränderungen

Hallo zusammen,

ich freue mich riesig, dass ich mittlerweile über 75 Follower habe. Gleichzeitig hat mich dieser Umstand auch so sehr eingeschüchtert, dass ich in der letzten Zeit den ein oder anderen Beitrag dann doch wieder verworfen habe.

Vor zwölf Jahren habe ich mein allererstes Blog mal gestartet, um der Welt mein Leid zu klagen sozusagen, bekam so gut wie gar keine Resonanz, und dieses hier habe ich vor zwei Jahren eröffnet, um mir eine Anhängerschaft zu erschreiben, der ich dann eines Tages einen Roman präsentieren kann, von dem ich im Augenblick überhaupt nicht mehr sicher bin, ob ich ihn je vollenden werde.

Auch bekomme ich immer wieder große Zweifel, ob ich mich mit dem von mir geschaffenen Ingo S. Anders überhaupt identifizieren möchte, ob ich mich für den Kerl nicht eher schämen sollte. Wenn ich den im Spiegel sehe, denke ich oft, dass ich auf den Spiegel im Bad am besten auch noch verzichten sollte.

Im Oktober waren wir im Urlaub, auf Kreta. Dort habe ich Reisetagebuch geführt und das hat mir sehr gut getan. Wieder hier zurück denke ich, dass ich doch nun auf jeden Fall etwas zu erzählen hätte (viele frühere Themen hielt ich für nicht erzählenswert), aber irgendwie fehlte mir trotzdem der Mitteilungsdrang, denn ich hatte ja bereits einiges niedergeschrieben und ich hatte keine Lust, alles noch einmal wiederzukäuen. Als Fazit kann ich jedenfalls festhalten, dass es für mich nicht hilfreich ist, dass eine feste Struktur außen existiert – es reicht jedenfalls nicht, um mich in diese einzufügen. Ich kann dennoch nicht im dafür gedachten Zeitfenster innerhalb eines 24-Std-Tages ausreichend schlafen. Mein Schlafzeitfenster verschiebt sich auch ohne nennenswerte Erlebnisse, die mich überdurchschnittlich beschäftigen und nachhallen müssen und kollidiert somit mit Terminen, die ich eigentlich wahrnehmen wollen würde. Deshalb experimentiere ich nun als nächstes mit der Möglichkeit, einen ganz individuellen Schlaf- und Wachrhythmus zu kreieren, der planbar sein soll, so dass ich mir Termine in die Zeitfenster lege, in denen ich ohnehin wach sein werde. Ehrlich gesagt glaube ich aufgrund meiner bisher beobachteten sehr unregelmäßigen Schlafintervalle nicht an einen Erfolg, will es aber dennoch nicht unversucht lassen.

Zum Thema Umzug könnte ich wirklich lang und breit wettern, aber da es sich bei den Beteiligten u.a. um Vertragspartner von uns handelt, verkneife ich mir das aus rechtlichen Gründen lieber. Das Prozedere überfordert mich einfach. Heute morgen hatte ich einen Termin, den ich unterschätzt habe und der mit Begleitung ganz anders abgelaufen wäre.

Leider muss ich mich oft dafür rechtfertigen, dass ich verrentet bin. Die Leute glauben, man geht einfach zum Arzt, wenn man keine Lust mehr hat, zu arbeiten und schwups, wird man kaputtgeschrieben. Auch wenn ich sage, dass ich schwerbehindert bin, wird oft hinterfragt inwiefern und laienhaft beurteilt, ob das angemessen sei. Das stinkt mir tierisch und am liebsten würde ich einfach Stillschweigen darüber bewahren, aber zum einen kann ich einfach nicht meine Klappe halten, fühle mich unwohl damit, etwas zu verheimlichen und zum anderen denke ich, dass es der Öffentlichkeitsarbeit nicht damit gedient ist, wenn man sich versteckt. So übrigens auch hinsichtlich trans* und auch mit Schwulen haben heute noch viele Leute ein Problem. Einer schrieb mir, auch sein Bruder sei „so einer wie ich“ gewesen und dass er das toleriere und zugleich hatte er ein enormes Unbehagen mit mir einige wenige private Zeilen zu wechseln. Er hatte wohl Angst, er könne sich anstecken oder die Leute könnten glauben, er habe Gefallen an mir gefunden, falls unsere private Konversation zu lange dauert …

Diese Themen gehen mir sowas von auf den Sack mittlerweile, ich bin diese elenden Diskussionen leid. Mit dem Schreiben dachte ich, ich schaffe mir ein Thema, das ich mit anderen Leuten teilen kann, wo ich diesem Alltag etwas entfliehen kann und was mache ich? Ich schreibe über einen bipolaren Genesungsbegleiter.^^ So langsam wird mir klar, warum andere über Mörder, Ritter, Raumschiffe oder magische Wesen schreiben. Bis Ende des Jahres habe ich mir noch frei genommen auch wegen des Umzugs, aber danach will ich dann wieder durchstarten und mich täglich ans Schreiben setzen. Gut ein Dreivierteljahr Arbeit steckt bereits in dem Roman, wäre schade, wenns verkommt. Möglicherweise muss tatsächlich ein anderes, fiktiveres Werk her. Ich halte mir beide Optionen offen.

Eine weitere Veränderung macht sich seit Montag bemerkbar: Meine Stimme. Viele Jahre habe ich mir sehr viel Mühe gegeben, tiefer zu sprechen und je mehr ich mich anstrengte, desto weniger klappte es. Jetzt scheint sich eine Blockade gelöst zu haben. Auf einmal fühlt es sich ganz leicht und stimmig an, nachdem ich meinen Körper beim Singen an die Vibrationen in meinem Brustkorb gewöhnt habe. Natürlich ist mein Umfeld überrascht, mich nun tiefergelegt zu hören, aber wer mich noch nicht kennt, dem fällt meine Stimme nicht als ungewöhnlich auf; aus meiner Sicht klingt sie erst jetzt normal.

Im Augenblick bin ich im Begriff, einem Sportverein beizutreten, der mir hier Sportangebote macht, ähnlich denen im Urlaub: Vorne hampelt einer zur Musik und alle hampeln mit. Sowas macht mir ungemein Spaß, egal ob sich das nun Zumba schimpft oder Aerobic. Nur tut es meinem Knie nicht gut, wenn ich das Programm nicht an manchen Stellen entschärfe, Drehungen bekommen ihm gar nicht, ebenso hüpfen oder Treppensteigen. Zudem werden auch kurze (12km) Wanderungen angeboten, die ich gerade noch bewältigen kann. Den guten alten Crosstrainer habe ich leider so in Erinnerung, dass mir nach zwanzig Minuten die Zehen einschlafen. Und seine Motivationskünste sind auch irgendwie … eingestaubt.

Eine weitere Baustelle ist mein Schokoladenkonsum. Der ist so hoch, dass ich im Urlaub sogar abgenommen habe, weil ich dort auch mal Fleisch, Fisch und Gemüse zu mir genommen habe sowie ausgewählte Sättigungsbeilagen. Bei Hunden gilt: Andere Umgebung, andere Regeln. Und genau das werde ich mir auch auferlegen. In der neuen Wohnung gibt es keine Schokolade mehr. Spätestens da.

Das sind jetzt ziemlich viele Veränderungen auf einmal, aber manchmal fällt es kumuliert leichter.

Euer schlafloser Ingo

PS: Papa, falls Du das liest … danke für die BUZ und Happy Birthday!

Tapetenwechsel voraus

Tapetenwechsel voraus

Unser Haus wurde abgerissen. Das, in dem wir bis vor kurzem zur Miete gewohnt haben, gut vier Jahre ist das her. Wir wurden umquartiert in eine sehr hellhöriges Haus. Zwischenzeitlich wurde der Neubau fast fertiggestellt. Letzten Mittwoch war ich zur Besichtigung und ich bin ziemlich schockiert.

Seit dem Einzug hier habe ich auf den kommenden Umzug hingefiebert, will endlich raus hier und stelle fest, dass ich mich an dieses Haus doch sehr gewöhnt habe. Hier weiß ich, woran ich bin. Nachmittags, wenn die Kinder draußen schreien, mache ich das Fenster zu, abends, wenn die Nachbarn von der Arbeit daheim sind und sich unterhalten, mache ich den Fernseher an und ansonsten verhalte ich mich ruhig, um niemanden zu stören.

Das neue Haus wurde nun nach modernen Bauvorschriften und Energierichtlinien errichtet. Diese veranlassten die Bauherrin dazu, ein Lüftungssystem zu installieren und die Heizung bei 21°C zu deckeln. Schallisolierung gibt es dagegen nicht.

Ich habe also Sorge, vom Regen in die Traufe zu kommen.

In Wohn- und Schlafzimmern gibt es Lüftungsgeräte, die Geräusche machen. Diese schalten sich an und aus. Darauf hat der Mieter keinen Einfluss.

Angeblich gewöhnt man sich nach einer Zeit daran. Ich bin aber ziemlich sicher, dass ich jedes Mal hochschrecken werde. Als ich die Langzeit-Blutdruckmessung hatte, bin ich auch bei jedem Brummen hochgeschreckt und nicht erst beim Schmerz durch das Quetschen meines Arms. Wir werden die Möglichkeit haben, uns in einer Musterwohnung dieses Geräusch anzuhören, sollte das Gerät zu der Zeit laufen.

Wenn es sich so verhält wie ein Kühlschrank, dann wird es nicht weiter wild sein.

Was ich nicht weiß: Werden dabei mit der Luft auch die Gerüche umverteilt? Es stört mich ja bereits der gelegentliche Zigarettenqualm im Treppenhaus und wenn unten Brühe gekocht wird und es bei uns reinzieht, wird mir fast übel. Eine Recherche zum Thema Lüftung mit Wärmerückgewinnung macht Mut: Es wird die Raumluft mit der Außenluft getauscht und im Sommer sogar gekühlt.

Bleibt die Heizung. Ich erinnere mich noch an eine Diskussion mit meinem Fahrlehrer um die Innentemperatur des Autos und wenn mich nicht alles täuscht, wollte er 21°C und ich 23°C, weshalb wir uns auf 22°C geeinigt hatten. Und da saß ich bereits im Pullover und schwitzte vor Aufregung! Ich gehe also davon aus, dass mir das zu kalt sein wird und zwar gerade so an der Grenze, dass ich mir einen Pullover anziehen will, in dem es mir dann aber zu warm ist. Ein Glück bin ich im Besitz von Kapuzenpullis mit Reißverschluss, die ich überall außer Haus zur Regulierung meiner Temperatur verwende. Schade, dass ich die dann auch zu Hause brauchen werde. Bisher war es so, dass ich locker noch im T-Shirt dasitzen kann, während meine fröstelnde Hälfte bereits einen Pulli anhat. Ich werde aber mal messen, wann es hier 21°C hat und beobachten, wie mir das zusagt.

Ergebnis: Kalt. Bereits 21.3°C sind zu kalt für freie Arme, wenn ich mich nicht bewege. Und das tue ich nicht, wenn ich lese.

Die Küche wird schon drin sein, man muss also nur einen Kühlschrank kaufen, was wir ohnehin tun wollten. Spülmaschinen haben wir auch, eine für 45 cm und eine für 60 cm. Ich hätte jetzt gerne Grundrisse mit genauen Maßen, aber so weit sind wir im Ablauf noch nicht. Es ist noch vieles ungewiss, beispielsweise die Lage der Wohnung im Block. Wo wir früher gewohnt haben, sind jetzt Wohnungen für fünf Personen. Das scheidet also aus. Eigentlich ist mir am wichtigsten, dass es ruhig ist. Also gern zur Straße hin nach außen und nicht sofort den Kinderspielplatz vorm Fenster.

Ich beschäftige mich schon die ganze Zeit mit diesem Umzug, wie es in der neuen Wohnung wohl sein wird und natürlich besonders jetzt, da es endlich konkret wird. Die ersten Wohnungen können bereits zu Dezember bezogen werden. Das ist wirklich erstaunlich, da ich eigentlich mit fünf Jahren gerechnet hätte, bis es soweit ist. Ein halbes Jahr hätten sie also noch gehabt.

Tja, und diesmal sind wir nicht gezwungen, auszuziehen, diesmal haben wir die Wahl, einzuziehen oder nicht. Das ist wirklich eine Herausforderung.

Freundekarussell

Vor geraumer Zeit hatte ich einen sehr engen Freund verloren, von dem ich mich leider verabschieden musste. „Mach’s gut.“

Dann hat sich eine langjährige Freundschaft, neun Jahre wären es jetzt, so ganz langsam zerrüttet. Das ursprünglich Verbindende war nicht mehr da, der Kontakt wurde seltener und zuletzt ausschließlich per WhatsApp.

Und genau auf diesem Wege kamen von ihm eigentlich überwiegend Kettenbriefe und Katzenvideos, während ich ihm gelegentlich einen meiner Blogartikel verlinkte, wenn ich dachte, es könnte ihn inhaltlich interessieren.

Als mal wieder so ein Kettenbrief kam, googelte ich – es wurde vor einem Kontakt gewarnt, den man nicht annehmen sollte – und fand einen Artikel, in dem erklärt wurde, dass es sich um einen Fake handelte und es diesen Virus nicht gab. Diesen verlinkte ich ihm.

Er wünschte mir viel Spaß beim Lesen, wenn ich so viel lesen wolle, dann bitte, er nicht. Ich erklärte, dass ich annehmen musste, dass er davon nichts gewusst hatte, wenn er mir sowas schickt.

Daraufhin machte er sich dann ausgiebig Luft und erklärte, mich aus dem Telefonbuch gelöscht zu haben. Von mir käme immer nur sowas Kopiertes, nie würde ich selbst was schreiben. Und anderes Unschönes.

Was ich sehr schade finde, wir haben einander lange Zeit durch dick und dünn begleitet. Wenn ich knallpsychotisch war, konnte ich bei ihm unterschlüpfen und er hat sich sehr liebevoll um mich gekümmert. Eine Zeitlang hat er bei uns gewohnt und geputzt, dass ich mich schon für einen Schmutzfink hielt.

Seid also gewarnt: Ich bin Schriftsteller. Ich lese viel. Und wenn ich euch einen Link schicke, dann führt er vielleicht zu meinem Blog. Das habe ich dann selbst geschrieben.

Der erstgenannte verlorene Freund ist nun wieder in meinem Dunstkreis aufgetaucht, nachdem ich bereits vor einem halben Jahr die weiße Flagge gehisst hatte. Meine Gefühle sind gemischt, vorsichtig müssen wir uns erst wieder aneinander herantasten. Eine Aussprache steht für mich noch aus. Zuviel Nähe werde ich nicht wieder zulassen.

„Das ist ja kein richtiger Urlaub!“

„Das ist ja kein richtiger Urlaub!“

Ich erwarte, im Urlaub etwas anderes zu erleben als im Alltag. Ich will, dass endlich mal was anderes an der Tagesordnung ist als Schlafen müssen, Pillen schlucken und über meine Gefühle reden. Ich will von meinen alltäglichen Pflichten entbunden werden. Wenn ich nicht sauber mache, soll es trotzdem sauber sein. Hier sammeln sich die Wollmäuse, sobald ich einmal den Sauger nicht angestellt habe. Ich will lecker bekocht werden.
Natürlich ist das nur begrenzt realisierbar, meine Tabletten muss ich auch im Urlaub nehmen. Von der Krankheit kann man keinen Urlaub machen.

Es war glaube ich schon im Mai, dass das Thema eines diesjährigen Urlaubs inklusive Verreisen aufkam. Ich fragte meinen Angetrauten, wo er denn hinwolle und es ergab sich eine Liste mit:

  • Spreewald
  • Harz
  • Thüringer Wald
  • Odenwald
  • Schwarzwald

und anderen, die auf „wald“ endeten.

Ich fragte spaßeshalber im Chat, ob mir jemand eine Empfehlung geben könne und als ich die Liste der möglichen Reiseziele benannte, tönte es, dies sei ja kein richtiger Urlaub. Ich wies darauf hin, dass wir Ende des Jahres umziehen und evtl eine neue Küche kaufen. Nun, da wir sparen müssen, sei dies ok. Aber da kannte man sich nicht aus, konnte mir leider nicht helfen.

Ich fürchte, ich habe die letzten 25 Jahre falschen Urlaub gemacht.

Als ich noch jung war, war kein Geld übrig und wenn ich nicht in der arbeitsfreien Zeit daheim blieb, so fuhr ich Internetbekanntschaften besuchen. Alle in Deutschland wohnhaft.

Wenn ich zuletzt im Ausland war, dann zu Besuch bei meinem Schwager in der Schweiz. Außerhalb von Europa war ich als Kind zuletzt. Es zieht mich dort auch nicht hin.

Ich denke, das werde ich auch die nächsten 25 Jahre machen. Ich bin alles andere als reisefreudig. Am liebsten würde ich zu Hause bleiben und mir nur die Hausarbeit abnehmen lassen.

Ich sah mich als nächstes auf den Tourismusportalen um und am ehesten sprach mich der Spreewald an, weil es da eben nicht nur Wandern als mögliche Aktivität gibt, sondern auch Kahnfahren oder Paddeln. Mit meinem aktuellen Gewicht schaffe ich nur Strecken bis 10km oder zwei Stunden zu Fuß, Paddeln traue ich mir nicht mehr als einmal ausprobieren zu.

Und dann fragte mein Göttergatte, was ich denn von Urlaub erwarte. Mit obigen Allgemeinplätzen wärmte ich mich auf und letztendlich habe ich in Urlaubserinnerungen geschwelgt und dabei kam heraus, dass ich es immer am besten fand, wenn es ständig etwas zu tun gibt, so wie im Cluburlaub üblich durch das Angebot verschiedener Kurse. Und ich schwimme gerne, deshalb ist ein Pool ein Muss.

Eigentlich könnte ich mich auch in die Tagesklinik einweisen lassen, da gibt es auch jeden Tag Programm. ;)

Also habe ich nach Cluburlaub für Paare gesucht und etwas Nettes in Griechenland gefunden mit interessanten Angeboten wie Zumba und Aquafitness. Klar, das gibts auch hier in Hamburg. Aber dann ist es ja kein richtiger Urlaub, gell?

Ich habe keine Zeit, keine Zeit zu haben!

Mein Aufreger des Tages war mal wieder die Begründung „keine Zeit“ für mangelndes Engagement. Diese Ausrede bringt mich regelmäßig zur Weißglut, weil sich so oft „keine Lust“ dahinter verbirgt. Mich stört daran die Unaufrichtigkeit.

Wenn ich mir Zeit fürs gemeinsame Projekt nehme und andere nicht, weil sie „keine Zeit“ haben, dann bewerten sie damit die gemeinsame Tätigkeit als minderwertig gegenüber anderen, für die sie sich Zeit genommen haben.

Ich glaube, was mich am meisten stört, ist die Tatsache, dass mir einfach irgendwann die Kraft ausgeht und noch Zeit übrig bleibt, während andere vor Schaffenskraft nur so strotzen und deren Vorhaben lediglich durch die Zeitkonkurrenz begrenzt sind.

Deshalb gibt es bei mir nie das Argument „keine Zeit“, weil ich immer bis zur Belastungsgrenze gehe. Vielleicht erwarte ich das deshalb von anderen auch, dass sie sich eben keine Zeit für Geburtstagsfeiern, Kinobesuche und anderes nehmen.

Wenn ich beispielsweise auf eine Grillparty gehen wollte, so wäre das für mich eine mehr als tagfüllende Beschäftigung. Natürlich habe ich für sowas keine Zeit, wenn ich ein Buch schreiben will und daneben für zwei Blogs schreibe.

Und schon hats mich auch erwischt. Keine Zeit. -.-

Seiten bei Facebook

Seiten bei Facebook

Ich habe nun die Erfahrung gemacht, dass ich bei Seiten, die ich abonniert habe, manchmal nur sehr wenig angezeigt bekomme, obwohl sehr viel mehr hätte da sein müssen. Als wenn man da nur sehr kurz runterscrollen kann, wenn ihr versteht, was ich meine. Da scheinen Beiträge zu fehlen, wenn man nicht rechtzeitig die Seite aufruft.

In der Chronik von Freunden kann man dagegen offenbar unendlich in die Vergangenheit scrollen, auch der Newsfeed gibt schon deutlich mehr her. Zudem habe ich von gewieften Nutzern erfahren, dass die Leute einem lieber als Freund folgen, anstatt Seiten zu abonnieren – vielleicht genau aus den vorgenannten Gründen.

Deshalb habe ich nun entschieden, die Beiträge aus dem Blog direkt in meine Chronik zu schieben und die Seiten nach einer Umstellungsphase zu löschen. Dann kann mich auch keiner wegen des EuGH-Urteils verklagen. ;)

Wenn ich alles richtig gemacht habe, sollte dieser Beitrag schon in der Chronik landen.

DSGVO: Ich bin Privatperson

So muss man es doch mal ganz nüchtern betrachten. Ich bin zwar Schriftsteller, aber ich verdiene kein Geld damit. Ich bin ein Rentner, der an seinem ersten Roman schreibt. Das ist alles. Hier gibts auch keine Werbung, wenn man sich mal umguckt (dafür zahle ich), auch wenn ich vielleicht mal das ein oder andere Produkt toll finde und meine Erfahrungen damit teile.

Trotzdem bin ich Checklisten durchgegangen und habe jetzt einiges umgekrempelt.

  • Den Cookie-Hinweis habe ich von Anfang an.
  • Meine Sharing-Buttons sind seit einer Weile hinter diesem Teilen-Button versteckt, den man erst klicken muss, um sie zu aktivieren.
  • Ich habe den Text beim Folgen-Button für die Mail-Follower erweitert und um den Hinweis ergänzt, dass die eMail-Adresse dabei gespeichert wird, was nicht wirklich jemanden überraschen dürfte.
  • Die Community-Widgets sind raus.
  • Die Gravatar-Bildchen bei den Kommentaren werden nicht mehr angezeigt. Die bei den Likes kriege ich nicht weg. Likes soll man wohl auch abstellen können, aber das will ich nicht. Trifft ja ohnehin nur Leute, die selbst bloggen.
  • Die Umwandlung von Smilies in Grafiken ist abgestellt.
  • Alle bisher geposteten Videos sind nun erweitert eingebettet oder entfernt. Bei den meisten hat die Einbettung leider nicht geklappt, es wird nur ein Link angezeigt. Vermutlich sind sie zu alt.
  • Ich habe eine Datenschutzerklärung verfasst: Datenschutz & Impressum Nicht sehr üppig, zugegeben, aber ich weiß auch nicht wirklich, was WordPress mit wessen Daten veranstaltet.
  • Ich habe den Text am Eingabefenster für Kommentatoren, die sich mit eMail-Adresse verifizieren, um einen Hinweis ergänzt, dass zusätzlich auch ihre IP gespeichert wird.
  • Was die IP mit den Kommentaren angeht, die kann und will ich nicht abstellen. Ich kann nur in Erwägung ziehen, die Kommentarfunktion gänzlich zu schließen. Finde ich aber doof, zumal es überwiegend Leute trifft, die selbst bloggen. Ich war im übrigen immer schon davon ausgegangen, dass meine IP überall gespeichert wird, wo ich draufklicke.

Ich meine, mehr gemacht zu haben, kann mich aber nicht im Einzelnen erinnern. Für mich ist die Umstellung jetzt erstmal abgeschlossen. Besser komme ich nicht dran an das, was gefordert ist, ohne Geld in die Hand zu nehmen. Und das finde ich im Augenblick nicht angemessen.

In den letzten Tagen beschleicht mich auch oft das Gefühl, dass ich eigentlich den gesamten Blog vom Netz nehmen könnte und es würde wohl kein Hahn danach krähen. Es wäre so einfach, mit einem Klick alles das zu löschen, was ich in den letzten zehn Jahren von mir gegeben habe. Was mich angreifbar macht. Stattdessen gebe ich alles, um irgendwie weitermachen zu können und das zu erhalten, was ich geschaffen habe.

Weil eben doch manchmal Leute auf der Seite landen und sich gründlich umsehen. Denen ich vielleicht genau mit meinen Erfahrungen weiterhelfen kann. Von denen ich aber idR nichts höre. Ich habe in zwei Jahren zwei Zuschriften bekommen. Eine Mail über das Kontaktformular von einer Jugendfreundin und eine Postkarte von jemandem, der mir schon einmal hier im Stadtteil über den Weg gelaufen war. „Richtige“ Fanpost dachte ich von Leuten zu bekommen, die irgendwie auf meiner Seite landen, meine Geschichten toll finden und mich deshalb anschreiben. Aber Pustekuchen.

Ich blogge weniger in letzter Zeit und das nicht nur, weil ich nach Möglichkeit jedes Wort in meinen Roman fließen lasse. [Dieser Satz ist mitsamt den folgenden dem Datenschutz zum Opfer gefallen.]

Datenschutz in meinem Blog

Bei Frau Papa bin ich auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) aufmerksam geworden. Sie überlegt, ihr Blog deshalb zu schließen. Ganz so wild ist es, denke ich nicht. Sie ist, soweit ich das beurteilen kann und wie auch von einem Kommentator angemerkt wurde, eine Privatperson, die nach Art. 2 c) DSGVO vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen sind. Das trifft auf mich auch zu, solange ich nicht unter die Gewerbetreibenden gehe – das habe ich jedoch in absehbarer Zeit vor. Ich denke jedenfalls, dass ich als Schriftsteller ab einem gewissen Punkt als Unternehmer gelte. (Kia erklärt: Ab 50.000 Euro Umsatz pro Jahr, darunter ist man Kleinunternehmer.)

Deshalb muss ich mich erstmal nicht überschlagen, nur weil das Ding am 28. Mai diesen Jahres inkrafttritt. Schließlich will ja auch die Steuererklärung erledigt werden und anderes. Was ich auf die Schnelle hab erledigen können ist bereits angepasst. Dh der Satz bei der Folge-Aufforderung per eMail ist ergänzt um einen, dass dadurch die E-Mail-Adresse gespeichert wird. Wär ja auch keiner drauf gekommen. Der Facebook-Button ist wieder rausgeflogen, ebenso die auf meiner Seite angezeigten Avatare anderer. Für alles weitere brauche ich noch eine Weile. Wenn ich Glück habe, stellt auch WordPress eine Lösung bereit und ich muss nicht alles von Hand basteln.

Meine Datenschutzerklärung muss ich dann auch noch schreiben. Im Augenblick kann ich gar nicht aus dem Ärmel schütteln, welche Daten bei welcher Gelegenheit gesammelt werden, obwohl ich schon eine Weile recherchiere. Die Cookies, aber den Hinweis darauf habe ich von Anfang an. Bei den Kommentaren wird zum Beispiel auch die IP-Adresse gespeichert. Das ist auch etwas, das ich beibehalten werde, sollte es hinsichtlich des Inhalts des Kommentars einmal strafrechtlich relevant werden. Da sollte dann für den Kommentator eine Checkbox hin, dass er oder sie damit einverstanden ist. Aber wie ich das da hinzaubern kann, das weiß ich noch nicht. Beim Kontaktformular ist es mir schon gelungen.

Hier gibt es eine DSGVO-Checkliste für Blogs, die mir sehr weitergeholfen hat. An deren Ende sind auch Blogs verlinkt, die bereits fertig aufgerüstet sind für die DSGVO und in denen erklärt wird, wie man dies erreichen kann. Auch wenn ich nicht ganz verstanden habe warum, habe ich die automatische Umwandlung von Smilies in Bildchen abgeschafft. Gefällt mir im Schriftbild ohnehin besser. :)

Ein Anwalt erklärt die DSGVO auf deutsch, das finde ich sehr hilfreich. Nun weiß ich auch, dass ich verpflichtet bin, mich selbst anzuzeigen, sollte ich gehackt werden.^^

WordPress kündigt ein Update für Ende April, Anfang Mai an.

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