Harndrang

Pullerette vergessen beim Spaziergang. Und wieder wird deutlich spürbar, dass da was fehlt.

Ich hatte eine kleine Runde gedreht, um die Neubau-Baustelle, und als ich fast zu Hause war, doch entschieden, noch eine Runde durchs Göhlbachtal zu gehen. Und als ich dort ganz am Ende war an der Stelle, an der ich immer umdrehe, habe ich mich auf die Bank gesetzt. Die Bank, neben der ich damals die Epithese ausprobiert habe. Und als ich da saß, entspannte ich mich und spürte die Erschöpfung und da meldete sich auch meine Blase. In meinem Rucksack habe ich immer eine Pinkelhilfe dabei, aber in meinen Jackentaschen ist kein Platz dafür. Und dazu brauche ich sie auch zu selten.

In die Hocke geht schon wegen meiner Arthrose in den Knien nicht, dazu ist es scheißkalt und ich würde auch bestimmt die Hose vollpinkeln. Mal abgesehen von der Möglichkeit, dass es auch andere Spaziergänger bis da hinten hin verschlägt. Es bliebt mir also nichts anderes über, als einzuhalten. Der Rückweg dauerte eine halbe Stunde. Und die ganze Zeit über war der Harndrang sehr präsent.

Ich musste daran denken, wie ich damals mit den Kommilitonen Semesterabschied besoffen habe und alle drei marschierten erst einzeln und später gemeinsam wenige Meter bis an den nächsten Busch und erleichterten sich da, während ich einhielt. Ich bekam ordentlich Komplimente dafür, dass ich immer noch nicht pissen musste und schwitzte das Bier dabei schon aus allen Poren aus, weil ich ums Verrecken nicht die Gruppe verlassen wollte, um die nächste mir bekannte Toilette in einem Gebäude ein Stück die Straße runter aufzusuchen. Heldenmutig bin ich sogar noch in der U-Bahn-Station verschwunden, fand dort aber keine Toilette und hielt es, schwitzend und zitternd mit dem Gedanken, an Ort und Stelle laufen zu lassen, sogar noch eine Station bis zum Hauptbahnhof aus, wo ich ein Café stürmte und endlich eine Sitzgelegenheit bekam. Das war der übelste Druck gewesen, den ich je hatte.

Ich musste daran denken, wie ich nach der Mastek mit der Bettpfanne gerungen und dann doch auf der Toilette sitzend den Pfleger herbeigerufen habe, der allein auf Station war und einen Riesenschreck bekommen hat, als er mich da sah und mir erklärte, dass er mich alleine nicht vom Boden hochkriegt. Danach habe ich es einmal in die Pfanne geschafft, aber auch nur, weil ich ein Einzelzimmer und sportlichen Ehrgeiz dabei hatte. Durch das Gas im Bauch hatte ich ständig Druck, es kam aber nicht wirklich viel raus.

Und ich musste daran denken, wie ich auf der Rückfahrt aus dem Frankreich-Urlaub so dringend musste und Papa nicht anhalten wollte und wir dann in Stau kamen und ich dann, als das Auto zu Hause vor der Tür anhielt, vor lauter Erleichterung beim Blick auf unser Haus laufen ließ. Papa kaufte dann bald den schwarzen BMW und Mama musste den roten auftragen.

Ich musste daran denken, wie ich in der Fixierung einmachen musste. Im Flur in der Notaufnahme. Wie das beim zweiten Mal, alleine in einem Raum mit geschlossener Türe, so viel einfacher war als beim ersten Mal. Und wie sie mich beim dritten Mal losmachten, als ich sagte, dass ich aufs Klo muss, und danach wieder anbanden und die ganze Zeit jemand dabei saß am Laptop tippte und auf mich aufpasste.

Und ich habe mich gerne daran erinnert, wie ich mit Sofia Pinkelproben gemacht habe. Nach und nach habe ich herausgefunden, was den Harndrang beschleunigt (Tee, Zucker) und ich habe gelernt, los zu lassen und das in der richtigen Dosierung. Auch wenn da noch jemand ist. Deshalb kann ich jetzt im Ergebnis auch auf öffentlichen Toiletten, auch wenn noch andere Leute zu hören sind. Aber eben nur im Sitzen.

Abnehmen und Psychopharmaka

In der Abnehmgruppe, die ich zur Zeit besuche, war eine Ärztin zu Gast. Diese hat über die Wirkung der Tabletten gesprochen, die wir nehmen müssen. Medikamente können den Appetit steigern und so zur Zunahme führen oder das Gegenteil bewirken, manche sind dahingehend neutral.

Ich habe unser Flipchart abgeschrieben. Dies stellt natürlich nur eine Auswahl der Medikamente dar, die auf dem Markt sind. Aber vielleicht ist Deins dabei.


Antidepressiva

  • Mirtazapin führt zur Zunahme
  • Sertralin und Citalopram wirken neutral
  • Elontril führt zur Abnahme

Neuroleptika

  • Leponex, Olanzapin, Seroquel, Risperdal führen zur Zunahme
  • Amisulprid wirkt neutral
  • Abilify und Ziprasidon führen zur Abnahme

Phasenprophylaxe

  • Lithium, Valproinsäure führen zur Zunahme
  • Lamotrigin wirkt neutral

Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich vielleicht Lamotrigin vor Lithium ausprobiert. Natürlich hätte ich meine Ärztin gezielt danach fragen können, aber das Gewicht war mir in dem Moment nicht so wichtig. Im Vordergrund stand, dass ich endlich psychisch stabil werden wollte und von Lithium hatte ich viel Gutes gehört.

Vor anderthalb Jahren in der Klinik hatte ich leider Olanzapin vorgezogen, obwohl ich wusste, dass es dick macht. Ich wusste, dass es mir aus der Manie helfen würde. Damit, dass ich fast alles wieder zunehmen würde, hatte ich nicht gerechnet. Rückblickend betrachtet hätte ich damals schon das Lithium nehmen sollen, das man mir angeboten hatte.

Meine Tabletten erhöhen also den Appetit. Das zu wissen, macht den Kampf nicht gerade einfacher, aber ich habe mehr Nachsicht mit mir, wenn ich ihn verliere.

Silvester-Jetlag

An normalen Abenden muss ich peinlichst genau darauf achten, um Mitternacht herum mein Buch zuzuklappen und ins Bett zu gehen. Es passiert mir dann leicht, dass ich zu nachlässig bin und schwupps ist es schon zwei Uhr. Das Aufstehen fällt dann natürlich umso schwerer bzw. ich schlafe umso länger, weil  ich dreizehn Stunden Schlaf brauche.

Aber an Silvester doch nicht! Da knallt es doch die ganze Nacht und vor vier Uhr werde ich ohnehin kein Auge zubekommen. Also habe ich nachgegeben und mich schonmal auf vier Uhr eingepegelt. Und dann war es plötzlich um zwei Uhr ganz still – also relativ still im Vergleich zu vorher. Es wurde dann fünf Uhr.

Und jetzt habe ich den Salat und kann nicht einfach wieder früh ins Bett gehen und einschlafen. Wegen der Psychosegefahr darf ich auch nicht ohne Weiteres einfach eine Nacht durchmachen, und mich danach zum frühen Aufstehen zwingen. Ich muss langsam rückwärts rotieren. Das wird mich jetzt eine ganze Weile beschäftigen. Eher Wochen als Tage.

Zweijahresrückblick

Als ich dieses Blog Anfang 2016 gründete, war ich bereits manisch und hatte einen unbändigen Mitteilungsdrang. Aber meine Beiträge waren, einzeln betrachtet, noch eine ganze Weile unauffällig.

Im Mai war ich für eine Nacht in der Klinik, weil ich Geschirr aus dem Fenster geworfen hatte. Ich lag fixiert im Flur in der Notaufnahme. Ab da waren meine Helfer nicht mehr auf meiner Seite, sondern meine Feinde. Meine Manie wurde ab diesem Zeitpunkt sehr anstrengend, weil sie nicht mehr euphorisch war, sondern dysphorisch.

Ich war ständig gereizt, erschöpft und äußerst misstrauisch. Dazu das typisch Getriebene und der Schlafmangel, weil ich vor lauter Anspannung nicht schlafen konnte. Es war eine Frage der Zeit, bis ich wieder psychotisch wurde und das war im August der Fall. Ein Taxifahrer schlug mir mit der Faust ins Gesicht, weil er mich nicht mitnehmen wollte, so irre wie ich war. Ich schenkte einem Bettler tausend Euro, einfach so. Warum ich soviel Geld überhaupt bei mir hatte, weiß ich nicht mehr.

Ich bedrohte einen anderen Taxifahrer, weil ich einfach mitten an einer Fussgängerinsel mit Gepäck einstieg und in einem fort plapperte, darunter faselte ich etwas davon, ich könnte mich nicht erinnern, ob dieser Koffer der mit der Bombe sei oder der andere. Das zog eine Anzeige nach sich, die allerdings fallen gelassen wurde, weil ich zu diesem Zeitpunkt krank war, sogar eine AU bei mir gehabt hatte.

Mein Ehemann brachte mich ins Krankenhaus. Ich verbrachte zwei Wochen gegen meinen Willen in Hamburg in der Klinik, setzte aber danach die Tabletten wieder ab, weil ich der Überzeugung war, sie nicht zu brauchen.

Etwa eine Woche später fand ich mich in Bonn in der Klinik wieder. Unterwegs hatte ich meine Habe an Tankstellentoiletten verteilt und war barfuß. Meinen Laptop und mein Portemonnaie sowie den Umschlag mit knapp 700,- Euro in bar hat die Polizei für mich in der Klinik abgegeben. Psychotisch wie ich war, hatte ich mich selbst in Gefahr gebracht. Diesmal musste ich drei Wochen bleiben und inzwischen war ich auch einsichtig. Meine Mutter stand mir dort zur Seite.

Dieses Jahr hat mir die Krankheitseinsicht überhaupt verschafft. Mich kann keine Hypomanie mehr verlocken, besonders tolle kreative Leistungen zu erbringen und diese Energie nutzen und diesen Zustand genießen zu wollen. Leider bestand ich damals noch auf Olanzapin, weil ich das kannte. Die Klinik hätte mich sonst auf Lithium eingestellt.

Und danach kam die Depression und kaum noch ein Beitrag von mir. Zu Hause verbrachte ich die meiste Zeit im Bett, gefolgt von vor dem Fernseher. Ich schlief über 15 Stunden. Fast alles, was ich abgenommen hatte seit 2014, nahm ich nun wieder zu. Hauptsächlich deshalb, weil ich mich aufgegeben hatte.

Viel mehr belastete mich aber die Spracharmut durch die Neuroleptika. Ich konnte mich an Gesprächen nicht beteiligen, saß nur daneben. Wenn man sich mit einem Gedanken ins Gespräch einklinken will und den richtigen Zeitpunkt nicht findet, dann ist das eine Sache, diesen Gedanken aber gar nicht erst zu haben, eine ganz andere.

Aber ich hatte noch die Erinnerung an denjenigen, der ich eigentlich bin. Sobald ich konnte, reduzierte ich das Olanzapin soweit es ging. Im September begann ich mit Lithium. Der Antriebsmangel war vom einen auf den anderen Tag weg und meine Stimmung fand sich endlich im Normalbereich.

Unsere Ehe hat auch diese große Krise überstanden – auch wenn ich hier schon geschrieben hatte, ich werde mich trennen. Es waren einige Netzwerkgespräche bei der Integrierten Versorgung notwendig, um etliches wieder ins rechte Bild zu rücken. Es gab vieles, das ich gesagt hatte, woran ich mich aber aufgrund der Manie aber nicht erinnern konnte und so habe ich dies auch nie richtigstellen können. Das habe ich dann nachholen können, so gut es ging.

Noch etwas passierte 2016/17: Ich nahm an der EX-IN-Ausbildung teil, was mich in eine gewisse Struktur zwang und an meine Grenzen brachte, aber leider nicht wie erhofft zurück ins Berufsleben. Dazu schaffte ich einfach noch zu wenig und traute mir zu wenig zu. Das bewies mir, dass ich meine Rente zu Recht bekomme.

Tatsächlich verhilft mir die Ausbildung zum Genesungsbegleiter immer noch dazu, gewisse Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich sage mir jedes Mal, dass ich jetzt Berufserfahrung sammle, wodurch ich mich als Patient weniger als Bittsteller fühle. Ehrlich gesagt sehe ich meine Zukunft aber nicht in diesem Beruf, weil ich mich in den Praktika beide Male sehr unwohl gefühlt habe ich meiner Rolle.

Für das kommende Jahr habe ich mir fest vorgenommen, den im November begonnenen Roman zu Ende zu bringen. Erstmal den ersten Entwurf, danach dann die erste Überarbeitung usw. Meine Krankheit tritt darüber hoffentlich etwas in den Hintergrund, zumal ich ja jetzt endlich medikamentös richtig eingestellt bin.

Daneben werde ich weiter abnehmen; ich bin schon fast zehn Kilo los, seit ich im Oktober der Gruppe beigetreten bin. Ich wiege jetzt etwa 125 kg. Mit Sport habe ich auch wieder angefangen. Ich laufe dreimal die Woche zwanzig Minuten auf dem Crosstrainer und zweimal die Woche mache ich Krankengymnastik für meine lädierten Knie. Das möchte ich erstmal so beibehalten, nur etwas aufs Tempo gehen und die Pumpe ein wenig mehr fordern.

Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Lithium passt

Ich bin sehr zufrieden mit dem Lithium für den Anfang. Mit 675mg, was anderthalb Tabletten pro Tag entspricht, bin ich bei einer zwar noch geringen, aber bereits wirksamen Dosis.

Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, was meine Stimmung auch den Antrieb angeht. Ich habe nicht mehr diese depressiven Durchhänger. Dabei nehme ich noch das Olanzapin (5mg), welches mich ausbremst. Das macht sich bei verringertem Bewegungsdrang, dem vielen Schlafen und meiner Gedankenarmut bemerkbar.

Mein nächstes Ziel ist nun, das Olanzapin auszuschleichen. Sollte das gelingen, wird sich auch erst dann zeigen, ob das Lithium als alleinige Phasenprophylaxe wirkt.

 

So schweigsam

Ich bin es ja von mir gewohnt, dass ich mich oft monate- oder manchmal sogar jahrelang nicht bei meinen Freunden melde. Nun ist es aber so, dass ich gerne würde, es aber irgendwie nicht geht. Seit einem Monat wartet eine eMail auf Antwort – telefonieren geht schon gar nicht – und bloggen tue ich auch viel zu selten.

Bin ich unter Leuten, rauscht das Gespräch an mir vorbei. Mit der Konzentration hapert es und so kann ich manchmal nicht folgen, aber ich finde auch nie den Moment, mich ins Gespräch einzubringen. Werde ich direkt gefragt, bin ich einsilbig. Ich würde gerne mehr von mir erzählen, finde aber das meiste in meinem derzeit ereignislosen Leben keine Nachricht wert.

Gestern abend war ich auf einem Konzert und habe dort eine Bekannte gesehen und die ganze Zeit gedacht, ich müsste auch das tun, was die anderen tun: sie begrüßen. Ich kenne sie nur vom Sehen, wir singen montags im Chor. Sollte ich ihr die Hand geben? Ich war doch nicht der Gastgeber. Sollte ich sie umarmen? So intim ist unser Verhältnis nicht.  Ich traute mich auch kaum, von dem ergatterten Stuhl wieder aufzustehen, weil ich es dann nicht geschafft hätte, ihn zurückzuerobern. Es blieb also bei einem freundlichen Anlächeln.

Es macht mich traurig, so still und gehemmt zu sein. Bevor ich das Olanzapin regelmäßig einnahm, war ich nicht so. Nur während der zeitweisen Dauermedikation mit anderen Neuroleptika. Seit Ende September nehme ich jetzt Lithium und habe die Hoffnung, das Olanzapin im nächsten Jahr ausschleichen zu können und dann wieder gesprächiger zu werden, ohne manisch über die Strenge zu schlagen.

Zur Selbständigkeit erzogen

Ich muss in letzter Zeit öfter daran denken, dass ich zur Selbständigkeit erzogen wurde. Auf gut deutsch gesagt war ich ab der zweiten Klasse der weiterführenden Schule ein Schlüsselkind. Wir bekamen Gefrierschrank und Mikrowelle gezeigt und machten uns das Mittagessen selbst (Fertiggerichte).

An gemeinsame Mahlzeiten erinnere ich mich in erster Linie in Form von Abendessen, bei denen galt: „Kinder bei Tisch, stumm wie ein Fisch!“. Das bedeutete, dass meine Eltern sich über Geschäftliches austauschten, wovon wir nichts verstanden. Für meine Belange war da oft nicht genug Raum und wenn ich den einforderte, bekam ich das Gefühl, zu stören – was heute noch tief sitzt.

Meine Mutter hat auch häufig mit uns Kindern zusammen gefrühstückt und sich mit uns unterhalten. Zeitweilig holte ich morgens um sechs beim Bäcker an der Hintertür die Brötchen. Damals durften die Geschäfte erst ab sieben öffnen. Irgendwann frühstückten wir dann Cornflakes, weil das mit den Brötchen zu aufwändig war…

Ich habe so früh gelernt, Zeit alleine zu verbringen und mit Problemen alleine fertig zu werden.

Einmal hat mein Bruder sich beim Spielen an einem Baustellengitter verletzt. Ich rief im Büro meiner Eltern an, beide waren unabkömmlich und ein Mitarbeiter hat ihn dann ins Krankenhaus gefahren. Als ich mich danach einmal an einer beim Toben zerdepperten Scheibe verletzte, habe ich mich direkt an eine Nachbarin gewendet, von der ich wusste, dass sie Verbandsmaterial zur Hand hat, und habe gar nicht erst im Büro angerufen.

So komme ich auch heute mit vergleichsweise wenig externer Hilfe hinsichtlich meiner psychischen Erkrankung zurecht und habe eine relativ hohe Resilienz. Mir war eine „psychosomatische Kur“ empfohlen worden. Ich stellte fest, dass das heute „medizinische Rehabilitation“ heißt.

Heute habe ich mich auf den Weg zu einer Infoveranstaltung gemacht, um eine Einrichtung kennen zu lernen, die eine Rehabilitation psychisch Kranker (RPK) für Menschen mit bipolarer Störung anbietet. Da die S-Bahn Verspätung hatte, verpasste ich den Bus, verlief mich zudem und kam so eine halbe Stunde zu spät zu dem einstündigen Termin. Na schön, dann weiß ich wenigstens, wo es ist, dachte ich. Schön im Grünen ist es gelegen.

Auf dem Rückweg habe ich mir überlegt, dass ich eine solche Maßnahme eigentlich gar nicht brauche, da ich die laut Flyer erreichbaren Ziele (Krankheitsbewältigung, Psychische Stabilisierung und Aufbau von Selbstvertrauen, Integration in ein soziales Umfeld, Erarbeitung einer beruflichen Perspektive) bereits auf anderem Wege erreicht habe.

Ich bin ja jetzt zertifizierter Genesungsbegleiter, die berufliche Perspektive ist da. Die psychische Stabilisierung erhoffe ich mir von der Umstellung auf Lithium und diese ist ja Grundlage für alles andere. Wenn ich nicht depressiv bin, ist mein Selbstvertrauen in Ordnung. In ein soziales Umfeld bin ich integriert und ich ziehe mich nur dann zurück, wenn ich depressiv bin. Jetzt strecke ich so langsam wieder meine Fühler aus und habe vorhin mit meiner lieben Freundin Ela telefoniert. Stimmung und Antrieb sind jetzt dank vermindertem Schlaf wieder im Mittelfeld, aufs Durchschlafen warte ich noch.

Für die nähere Zukunft habe ich mich bei einer Abnehmgruppe angemeldet und bei einer Bipolargruppe angefragt, dazu habe ich einen Psychotherapeuten gefunden, der vielleicht für mich passt. Da auch mein Vertrag mit der Integrierten Versorgung verlängert wurde, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

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