Zweijahresrückblick

Als ich dieses Blog Anfang 2016 gründete, war ich bereits manisch und hatte einen unbändigen Mitteilungsdrang. Aber meine Beiträge waren, einzeln betrachtet, noch eine ganze Weile unauffällig.

Im Mai war ich für eine Nacht in der Klinik, weil ich Geschirr aus dem Fenster geworfen hatte. Ich lag fixiert im Flur in der Notaufnahme. Ab da waren meine Helfer nicht mehr auf meiner Seite, sondern meine Feinde. Meine Manie wurde ab diesem Zeitpunkt sehr anstrengend, weil sie nicht mehr euphorisch war, sondern dysphorisch.

Ich war ständig gereizt, erschöpft und äußerst misstrauisch. Dazu das typisch Getriebene und der Schlafmangel, weil ich vor lauter Anspannung nicht schlafen konnte. Es war eine Frage der Zeit, bis ich wieder psychotisch wurde und das war im August der Fall. Ein Taxifahrer schlug mir mit der Faust ins Gesicht, weil er mich nicht mitnehmen wollte, so irre wie ich war. Ich schenkte einem Bettler tausend Euro, einfach so. Warum ich soviel Geld überhaupt bei mir hatte, weiß ich nicht mehr.

Ich bedrohte einen anderen Taxifahrer, weil ich einfach mitten an einer Fussgängerinsel mit Gepäck einstieg und in einem fort plapperte, darunter faselte ich etwas davon, ich könnte mich nicht erinnern, ob dieser Koffer der mit der Bombe sei oder der andere. Das zog eine Anzeige nach sich, die allerdings fallen gelassen wurde, weil ich zu diesem Zeitpunkt krank war, sogar eine AU bei mir gehabt hatte.

Mein Ehemann brachte mich ins Krankenhaus. Ich verbrachte zwei Wochen gegen meinen Willen in Hamburg in der Klinik, setzte aber danach die Tabletten wieder ab, weil ich der Überzeugung war, sie nicht zu brauchen.

Etwa eine Woche später fand ich mich in Bonn in der Klinik wieder. Unterwegs hatte ich meine Habe an Tankstellentoiletten verteilt und war barfuß. Meinen Laptop und mein Portemonnaie sowie den Umschlag mit knapp 700,- Euro in bar hat die Polizei für mich in der Klinik abgegeben. Psychotisch wie ich war, hatte ich mich selbst in Gefahr gebracht. Diesmal musste ich drei Wochen bleiben und inzwischen war ich auch einsichtig. Meine Mutter stand mir dort zur Seite.

Dieses Jahr hat mir die Krankheitseinsicht überhaupt verschafft. Mich kann keine Hypomanie mehr verlocken, besonders tolle kreative Leistungen zu erbringen und diese Energie nutzen und diesen Zustand genießen zu wollen. Leider bestand ich damals noch auf Olanzapin, weil ich das kannte. Die Klinik hätte mich sonst auf Lithium eingestellt.

Und danach kam die Depression und kaum noch ein Beitrag von mir. Zu Hause verbrachte ich die meiste Zeit im Bett, gefolgt von vor dem Fernseher. Ich schlief über 15 Stunden. Fast alles, was ich abgenommen hatte seit 2014, nahm ich nun wieder zu. Hauptsächlich deshalb, weil ich mich aufgegeben hatte.

Viel mehr belastete mich aber die Spracharmut durch die Neuroleptika. Ich konnte mich an Gesprächen nicht beteiligen, saß nur daneben. Wenn man sich mit einem Gedanken ins Gespräch einklinken will und den richtigen Zeitpunkt nicht findet, dann ist das eine Sache, diesen Gedanken aber gar nicht erst zu haben, eine ganz andere.

Aber ich hatte noch die Erinnerung an denjenigen, der ich eigentlich bin. Sobald ich konnte, reduzierte ich das Olanzapin soweit es ging. Im September begann ich mit Lithium. Der Antriebsmangel war vom einen auf den anderen Tag weg und meine Stimmung fand sich endlich im Normalbereich.

Unsere Ehe hat auch diese große Krise überstanden – auch wenn ich hier schon geschrieben hatte, ich werde mich trennen. Es waren einige Netzwerkgespräche bei der Integrierten Versorgung notwendig, um etliches wieder ins rechte Bild zu rücken. Es gab vieles, das ich gesagt hatte, woran ich mich aber aufgrund der Manie aber nicht erinnern konnte und so habe ich dies auch nie richtigstellen können. Das habe ich dann nachholen können, so gut es ging.

Noch etwas passierte 2016/17: Ich nahm an der EX-IN-Ausbildung teil, was mich in eine gewisse Struktur zwang und an meine Grenzen brachte, aber leider nicht wie erhofft zurück ins Berufsleben. Dazu schaffte ich einfach noch zu wenig und traute mir zu wenig zu. Das bewies mir, dass ich meine Rente zu Recht bekomme.

Tatsächlich verhilft mir die Ausbildung zum Genesungsbegleiter immer noch dazu, gewisse Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich sage mir jedes Mal, dass ich jetzt Berufserfahrung sammle, wodurch ich mich als Patient weniger als Bittsteller fühle. Ehrlich gesagt sehe ich meine Zukunft aber nicht in diesem Beruf, weil ich mich in den Praktika beide Male sehr unwohl gefühlt habe ich meiner Rolle.

Für das kommende Jahr habe ich mir fest vorgenommen, den im November begonnenen Roman zu Ende zu bringen. Erstmal den ersten Entwurf, danach dann die erste Überarbeitung usw. Meine Krankheit tritt darüber hoffentlich etwas in den Hintergrund, zumal ich ja jetzt endlich medikamentös richtig eingestellt bin.

Daneben werde ich weiter abnehmen; ich bin schon fast zehn Kilo los, seit ich im Oktober der Gruppe beigetreten bin. Ich wiege jetzt etwa 125 kg. Mit Sport habe ich auch wieder angefangen. Ich laufe dreimal die Woche zwanzig Minuten auf dem Crosstrainer und zweimal die Woche mache ich Krankengymnastik für meine lädierten Knie. Das möchte ich erstmal so beibehalten, nur etwas aufs Tempo gehen und die Pumpe ein wenig mehr fordern.

Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Zur Selbständigkeit erzogen

Ich muss in letzter Zeit öfter daran denken, dass ich zur Selbständigkeit erzogen wurde. Auf gut deutsch gesagt war ich ab der zweiten Klasse der weiterführenden Schule ein Schlüsselkind. Wir bekamen Gefrierschrank und Mikrowelle gezeigt und machten uns das Mittagessen selbst (Fertiggerichte).

An gemeinsame Mahlzeiten erinnere ich mich in erster Linie in Form von Abendessen, bei denen galt: „Kinder bei Tisch, stumm wie ein Fisch!“. Das bedeutete, dass meine Eltern sich über Geschäftliches austauschten, wovon wir nichts verstanden. Für meine Belange war da oft nicht genug Raum und wenn ich den einforderte, bekam ich das Gefühl, zu stören – was heute noch tief sitzt.

Meine Mutter hat auch häufig mit uns Kindern zusammen gefrühstückt und sich mit uns unterhalten. Zeitweilig holte ich morgens um sechs beim Bäcker an der Hintertür die Brötchen. Damals durften die Geschäfte erst ab sieben öffnen. Irgendwann frühstückten wir dann Cornflakes, weil das mit den Brötchen zu aufwändig war…

Ich habe so früh gelernt, Zeit alleine zu verbringen und mit Problemen alleine fertig zu werden.

Einmal hat mein Bruder sich beim Spielen an einem Baustellengitter verletzt. Ich rief im Büro meiner Eltern an, beide waren unabkömmlich und ein Mitarbeiter hat ihn dann ins Krankenhaus gefahren. Als ich mich danach einmal an einer beim Toben zerdepperten Scheibe verletzte, habe ich mich direkt an eine Nachbarin gewendet, von der ich wusste, dass sie Verbandsmaterial zur Hand hat, und habe gar nicht erst im Büro angerufen.

So komme ich auch heute mit vergleichsweise wenig externer Hilfe hinsichtlich meiner psychischen Erkrankung zurecht und habe eine relativ hohe Resilienz. Mir war eine „psychosomatische Kur“ empfohlen worden. Ich stellte fest, dass das heute „medizinische Rehabilitation“ heißt.

Heute habe ich mich auf den Weg zu einer Infoveranstaltung gemacht, um eine Einrichtung kennen zu lernen, die eine Rehabilitation psychisch Kranker (RPK) für Menschen mit bipolarer Störung anbietet. Da die S-Bahn Verspätung hatte, verpasste ich den Bus, verlief mich zudem und kam so eine halbe Stunde zu spät zu dem einstündigen Termin. Na schön, dann weiß ich wenigstens, wo es ist, dachte ich. Schön im Grünen ist es gelegen.

Auf dem Rückweg habe ich mir überlegt, dass ich eine solche Maßnahme eigentlich gar nicht brauche, da ich die laut Flyer erreichbaren Ziele (Krankheitsbewältigung, Psychische Stabilisierung und Aufbau von Selbstvertrauen, Integration in ein soziales Umfeld, Erarbeitung einer beruflichen Perspektive) bereits auf anderem Wege erreicht habe.

Ich bin ja jetzt zertifizierter Genesungsbegleiter, die berufliche Perspektive ist da. Die psychische Stabilisierung erhoffe ich mir von der Umstellung auf Lithium und diese ist ja Grundlage für alles andere. Wenn ich nicht depressiv bin, ist mein Selbstvertrauen in Ordnung. In ein soziales Umfeld bin ich integriert und ich ziehe mich nur dann zurück, wenn ich depressiv bin. Jetzt strecke ich so langsam wieder meine Fühler aus und habe vorhin mit meiner lieben Freundin Ela telefoniert. Stimmung und Antrieb sind jetzt dank vermindertem Schlaf wieder im Mittelfeld, aufs Durchschlafen warte ich noch.

Für die nähere Zukunft habe ich mich bei einer Abnehmgruppe angemeldet und bei einer Bipolargruppe angefragt, dazu habe ich einen Psychotherapeuten gefunden, der vielleicht für mich passt. Da auch mein Vertrag mit der Integrierten Versorgung verlängert wurde, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Ins depressive Loch gefallen

Gefühlt habe ich mich schon deutlich beschissener in meinem Leben, aber so sehr funktionell gestört war ich bisher noch nie. Da das Olanzapin mir die Affekte verflacht, nehme ich an, dass ich eine schwere Depression habe.

Vor sechs Wochen habe ich noch den Halt durch meine Ausbildung gehabt und obwohl ich mir für jeden Wochentag etwas vorgenommen hatte, habe ich doch der Müdigkeit nachgegeben und immer länger ausgeschlafen – meist 13 Stunden-, bin aber auch wach geblieben, bis ich müde wurde und so verschob sich mein Rhythmus Stück für Stück dahin, dass ich morgens gegen sechs ins Bett ging und erst abends gegen sechs wieder aufstand. Das kann man wohl schon als Tag-Nacht-Umkehr bezeichnen.

Dabei habe ich einen recht ordentlichen Acht-Stunden–Tag vor dem Fernseher verbracht. Und da ich ja erst so spät aufgestanden bin, lohnt es sich ja nicht mehr, mich für den Tag noch anzuziehen. Bald stellte ich auch das tägliche Duschen ein, konnte mich nur noch jeden zweiten Tag aufraffen.

Im Augenblick versuche ich, meinen Wachzyklus wieder auf tagsüber zu verlagern. Das Ergebnis ist vorerst, dass ich nur noch unzusammenhängend schlafen kann. Ich habe das Gefühl, alles nur noch schlimmer zu machen. Ich nehme mein Medikament nach wie vor um halb acht abends ein und wenn der Schlafanstoss kommt, lege ich mich hin. Dann wache ich aber nach nur drei oder vier Stunden wieder auf. Nach so kurzer Schlafenszeit fällt es mir sehr viel leichter, aufzustehen, als wenn ich schon zehn Stunden geschlafen habe.

Die gute Nachricht ist, dass ich die Zeit nutzen konnte für einen Entzug von Schokolade. Gestern war ich einkaufen und habe keine Süßigkeiten mitgebracht. Das ist ein Riesenfortschritt, nachdem ich fast ein Jahr täglich über ein Pfund Schokolade zu mir genommen habe.

Ohne die Genesungsgruppe wäre ich wohl noch tiefer versackt und selbst die habe ich einmal verschlafen. Wenn ich Pflichttermine hätte, die ich sonst absagen müsste, würde ich viel leichter funktionieren. Aber da alle Vorhaben reine Beschäftigungstherapie sind und es keinen Unterschied macht, ob ich dort erscheine oder nicht, muss ich auf Antrieb warten und den bekomme ich derzeit nur, wenn ich nicht mehr schlafen kann.

Diese Woche scheint es ein wenig aufwärts zu gehen. Gestern war ein guter Tag. Heute gebe ich mir Mühe, dass heute auch ein guter Tag wird.

Was tun nach der Ausbildung?

Ich habe noch einen Praktikumsbericht zu schreiben und eine Abschlusspräsentation vorzubereiten, zwei Module und das wars. Dann stehe ich vor dem großen Loch unstrukturierter Zeit.

Im letzten Jahr war zwar nicht immer jeder Tag mit vorgegebenem Programm gefüllt, aber es gab einen gewissen Rahmen und daneben Aufgaben zur selbständigen Bearbeitung. Jetzt habe ich das Gefühl, bald den Halt zu verlieren.

Was sich auch ändern wird ist meine Medikation. Seit meinem letzten Klinikaufenthalt im August/September nehme ich Olanzapin, mittlerweile nur noch 2,5mg, was mir gut beim Schlafen hilft. Aber es bringt eben auch dieses NL-Zombie-Gefühl, ich bin träge und bocklos bis depressiv und Dinge, die mir eigentlich wichtig sind, verschwinden im Nebel. Vielfach ist mir Lithium empfohlen worden und ich möchte es nun damit versuchen. Auch das beginnt im August.

Was Mitte August ausläuft ist der Vertrag mit der Integrierten Versorgung. Da bin ich noch nicht ganz schlüssig, ob ich den verlängern will. Mittlerweile habe ich das Krankenhaus durch mein Praktikum von einer ganz anderen Seite kennengelernt und bin mir nicht sicher, ob ich weiterhin um jeden Preis ambulante Behandlungen vorziehen will. Das fängt schon mit der Einstellung auf Lithium an, was man im Krankenhaus unter recht engmaschigen Kontrollen machen kann. Darüber werde ich mit meiner Ärztin nochmal sprechen.

Und dann ist da eben die Frage, ob ich wirklich als Genesungsbegleiter tätig werden will. Ich kann mir eine Tätigkeit außer Haus an drei Tagen die Woche zu je drei Stunden gut vorstellen. Das gibt etwas Struktur für die Woche und bietet soziale Kontakte, die mir in gewissem Maß gut tun. Mit Hausarbeit und Arztterminen ist die restliche Zeit schnell gefüllt. Das finde ich etwas schade, weil ich gerne wieder mehr schreiben würde.

Wenn ich auf das letzte Jahr blicke, so ist das Schreiben völlig in den Hintergrund geraten. Ich habe fast nur geschrieben, wenn es eine Aufgabe war, die uns gestellt wurde – weil ich mich insgesamt zu kaum etwas aufraffen konnte, weil alles so viel Kraft kostete. Ich habe die leise Hoffnung, dass das Lithium mir auch damit helfen kann, weil ich dieses Nicht-aufraffen-können für depressive Symptome halte.

Schaffe ich es kaum zu bloggen, ist an das Schreiben eines Romans nicht zu denken. Und ich möchte gerne wenigstens einmal in meinem Leben ein Manuskript fertigstellen. Einmal. Theoretisch habe ich beste Rahmenbedingungen, weil ich finanziell gut versorgt bin und nicht arbeiten muss, leider aber auch nicht kann.

Was mir fehlt, ist Kontinuität. Durch die ständigen wechselnden Phasen schaffe ich kaum etwas zu Ende zu bringen. Erst lege ich in manischem Übereifer los, dann liegt alles monatelang brach, weil ich nur noch im Bett oder vor dem Fernseher liege. Dann ist mir alles zu viel und meine gesteckten Ziele erscheinen mir allesamt überhöht und unrealistisch. Zwischendurch produziere ich Mist, wenn ich psychotisch bin (Beispiel: Gutenachtgeschichte für Psychotikerverstehenwoller).

Vielleicht sollte ich nur einen oder zwei Tage die Woche arbeiten, dann hätte ich mehr Zeit zum Schreiben. Ich muss es nur dann auch wirklich tun und mich tatsächlich daransetzen. Ich denke es würde mir gut tun, wenn ich wieder zur Schreibwerkstatt ginge, weil ich dann nicht ganz so alleine mit meinem Werk wäre. Mir hilft es, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand meine Arbeitsleistung erwartet.

Aus meiner Studienzeit weiß ich noch, wie schwer es mir gefallen ist, alleine am Schreibtisch mit dem Stoff zu kämpfen. Zum Glück hatte ich einen Kommilitonen, der mir per Messenger half. Rückwirkend betrachtet ist mir aber klar, dass ich zu der Zeit depressiv war und ich deshalb blockiert war, genauso wie ich zuvor manische Energie gehabt hatte. Wie wohl die Mitte sein wird?

Ich möchte schon gerne als Genesungsbegleiter tätig werden, fühle mich aber bisher immer wieder unfähig und glaube, dass ich den Leuten mitunter auch schaden kann. Genauso wie ich zwischenzeitlich immer wieder denke, dass meine Texte nichts taugen. Beides in meinem Alltag unterzubringen sollte wohl möglich sein. Ich denke auch, dass mir die Abwechslung gut tun wird.

Was ich noch unterbringen muss ist eine Psychotherapie. Die ist lange überfällig und nicht zum ersten Mal habe ich auch von mir aus den Wunsch danach. Im Augenblick habe ich auch die Kraft, einen Therapieplatz zu suchen. Terminlich gesehen ist es besser, die Suche ab August anzugehen. Im Augenblick bin ich noch ausgebucht.

Wahrscheinlich läuft es doch wieder darauf hinaus, dass ich weniger Zeit habe als mir lieb ist – sobald der Antrieb wieder da ist.

Nochmal kurz Neuigkeiten sammeln

Also icke bipolar jetzt. Nicht mehr schizo-affektiv offiziell. Also Psychosen ab jetzt nur noch heimlich und in Blogbeiträgen oder Geschichten chiffriert.

Die Gay-X-Men treffen sich künftig jeden 2. Samstag und nicht mehr jeden 3. Samstag! Der Termin wurde bewusst auf den selben Tag gelegt, an dem sich abends die Hanse-X-Men treffen.

Beim QRS bin ich bis auf Weiteres ausgestiegen. Das wird mir einfach zu viel mit den Ehrenämtern. Die Seite Queer Refugees bleibt natürlich erhalten.

Seiten überarbeitet: 

 

  1. Diagnose = Störung?
  2. Manie
  3. Depression
  4. Zur Mitte finden
  5. Das Gleichgewicht halten

 

 

Neue Geschichten:

Zwangstherapie: Do-it-yourself-Psychosethriller (nach einer wahren Begebenheit)

Vorwort

So, und jetzt mal hübsch langsam auf Video übersetzt für die Hektiker vor der Flimmerkiste, das hier ist dann das Ergebnis, wenn man mit Medikamentengewalt aus nem feuchten Traum rausgerissen wird: So fühlt sich der Morgen danach an, wenn man lauter Löcher in der Schüssel hat und sein Puzzle nicht mehr sortiert kriegt.

Ihr habt nur ein paar Erinnerungsfetzen (netterweise habt ihr der Fairness halber auch die ganze Welt als Zeuge, aber die Beweise hab ich natürlich, damit ihr die Ver-rückten seid.)

Und wenn ihr nicht so blöde wärt, ewig darüber zu debattieren, wer wer ist und was krank und gesund und wer Angehöriger und Patient, Täter, Opfer, Polizist, Weihnachtsmann und Kasperletheatermarionettenstrippenzieherich is – ja dann könnt ihr euch mal vllt ne Ahnung davon haben, wie sich das in meinen Kinderschühchen anfühlt und was glaubt ihr wohl, womit das ganze hier angefangen hat?

Egal, sortieren wir mal, der Märchenonkel erfindet einfach mal was dazu. Das nennen wir dann der Einfachheit halber einfach mal Halluzinationen, damit wir klare Verhältnisse schreiben und sich keiner für das Ende der Geschichte interessiert. Könnte ja noch die Wahrheit rauskommen und dann wirds richtig unangenehm.

Kapitel 1 – 1. Einladung

Kapitel 2 – Nachweis der Einvernehmlichkeit

Diese Stelle hier, die wollen wir zu Lehrzwecken – ja genau, einfach mal offen lassen. Ich seh schon, Du lernst schnell. Da sprechen wir dann von Erinnerungslücken.

Kapitel 3 – Glaubst Du an Reinkarnation?

Erzähl mir mal bitte ne Gutenachtgeschichte in Deinem Tagebuch zum Thema Wiedergeburt. Nur als Zeichen, ob Du mir noch folgen kannst.

Kapitel 4-9 – Lange Leitung

[Diese Videos werden später hier eingebaut, die laden noch hoch. Bitte etwas langsamer beeilen.]

Biste selber schuld, hast Du so gewollt. Hättest Du mir beim Gedankensalat sortieren geholfen, dann hätte ich Dir auch beim Videosalat – aber nein… ist ne Frage der Zeit, dann sortiert sich das von selber.

Kapitel 10 – Compliance

Nochmal die Frage: Glaubst Du an Wiedergeburt?

 

Na, haben wir schon einen Behandlungserfolg? Biste jetzt schon hilfsfähigkeitsuneinsichtig oder willste weiterspielen? Nochmal Tagebuchgeschichte und bei der Gelegenheit die Frage: Sehe ich doppelt, bin ich besoffen oder wer halluziniert hier eigentlich und warum zum Henker hängt an der Wand ein Zettel, auf dem steht:

Willst Du Löcher in die Luft gucken oder schreiben?

(Ingo S. Anders, Schriftsteller)

Aber – in Deinem eigenen Interesse – einfach mal offen lassen. Und? Was macht die Krankheitsuneinsichtigkeit? Gehts uns schon besser Frau Therapeutin? Will ich gar nicht schuld sein, sach mal besser nix, da reg ich mich nur auf.

Kapitel 11 – Augenhöhe vs. Ausgeliefertsein

Das Video erinnert mich an meinen Bruder, ich bin aber gar nicht so sicher, ob ich überhaupt einen Bruder habe und andererseits: Warum verkleidet der sich als Frau?

Da komme ich Dir mal bissl entgegen und frage Dich gar nicht erst, weil ich weiß, dass Du davon keine Ahnung hast. Na, was macht die Compliance? Schon krankheitsuneinsichtiger? Wie war das nochmal mit der nervigen Debatte, die mich auf die Palme bringt?

Kapitel 12 – Covern

Noch mal zur Erinnerung: Ich weiß, wer ich bin. Falls ich das mal vergessen sollte, kann ich das auf meinem Ausweis nachlesen. Mehr kann der Polizist eh nicht prüfen. Aber ich brauche den Ausweis nicht in der Hand halten, weil ich ich bin. Ich kann mich daran erinnern, was auf meinem Ausweis draufsteht. Aber wenn das mit dem Vertrauen eher etwas zwiespältig ist, dann im Zweifel lieber einmal zu viel kontrolliert als einmal zu wenig. Doppelt gemoppelt hält eben besser und Polizisten sind und bleiben die besten Angsttherapeuten.

Kapitel 13 – Akteneinsicht

Ich sag mal nix dazu. Inzwischen haste schon in etwa ne Vorstellung davon, was ich mit Gedankenlesen meine. Wenn ich da aus Versehen Therapie statt Telepathie war, ja mein Gott ich hätt gesagt, das wär nen Freudscher gewesen, aber dann einigen wir uns darauf, das einen Flüchtigkeitsfehler zu nennen, dann fühlen wir uns beide miteinander wohl.

Kapitel 14 – Supervision

Ich denke mal, inzwischen weißt Du, dass ich mit blablabla, Mäxchen, blablabla einfach nur meine, dass wir eben aneinander vorbeireden, obwohl wir eigentlich dasselbe Ziel im Auge haben. Und Supervision ist eben das, was ich meine mit aneinander überweisen oder wie ich das bezeichnet habe, habe ich selbst schon wieder vergessen. Augenhöhe halt. Bei uns heisst das Peerberatung.

Kapitel 17 – Der Morgen danach: Amnesie nach dem Diktat

Alles dreht sich.

Wo war ich nur in der Nacht von Freitag auf Montag?

Postkarte, (c) Design: http://www.fine-art-panorama.com | (c) Photo: Voller Ernst

Das Karussell dreht sich zusehends langsamer, man ist zwar wieder in der Realität, aber immer noch nicht ganz klar, wer wer ist, ob man geträumt hat, .aber das lassen wir jetzt erstmal….

Kapitel 16 – Flashbacks

Jetzt tauchen so langsam die ersten Erinnerungsfetzen auf, die völlig aus dem Kontext gerissen sind. Damit haste ne Traumafolgestörung.

Denk Du Dir mal aus, was ich denken soll und meine Mama weiß schon gleich instinktiv , dass sie besser keine Fragen stellt. Denn solange man nicht geklärt hat, was nun wirklich passiert ist, ist man geneigt, die Geschichte immer weiterzuerzählen, um sich zu beruhigen. Deshalb kann das das ziemlich kontraproduktiv sein, wenn man dann immer zwischen der Angst vor der Mama und der Angst um die Tochter hin- und herpendelt. Da nimmt man dann in der Hektik den Handlungsfaden, mit dem man sich gerade wohler fühlt. Und schwupps, schon biste mitten im Wahn, weil Du in der Eile die Realität mit der Wirklichkeit verwechselt hast und die Möglichkeit besteht, dass Du Dir die ganze verworrene Geschichte selbst erzählt hast, um Dich zu beruhigen.

Um das abzukürzen: Deshalb hilft mir das ganz gut, wenn ich mir einfach vorstelle, der Arzt bekommt die Tablette angeboten.

Kapitel 17 – Rollenwechsel

Betrachten wir also mal den nächsten Schnipsel aus Behandler_innen-Sicht. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer, oder? Da braucht man nämlich keine Angst haben, für verrückt erklärt zu werden und das finde ich immer unheimlich beruhigend.

Und jetzt habe ich es auch plötzlich gar nicht mehr so eilig mit dem langsamer werden, weil mir klar geworden ist was Du mit dem „offen lassen“ eigentlich meintest: Dass das eigentlich ganz egal ist, was nun wichtig ist, wenn wir alle nur gemeinsam runterkommen. Dann kann man nämlich hinterher in Ruhe über alles reden. Leider haben wir, und ich möchte das jetzt gar nicht näher ausführen, jedoch eine Vereinbarung darüber getroffen, dass wir uns zum Spaziergang am Friedhof treffen möchten. Wenn ich nun auf die Uhr gucke ist es schon nach elf und ich will Dich doch nicht enttäuschen und Dich versetzen oder sowas. Ich will gerne alles in Ruhe vorbereiten und sicherheitshalber ne Viertelstunde früher da sein, und mich auf den Ort eingrooven und so – alles nur zu Deinem Besten? Und Du? Was machst Du? Du setzt mir die Pistole auf die Brust, stellst ein Ultimatum und spielst mit mir ungefragt Geiselnehmerdrama? Im Ernst? Frisch retraumatisiertes Inzestopfer, 36jähriger Ehemann, der sich für ein zehnjähriges von der eigenen Mutter misshandeltes Mädchen hält – behandelt ihr eure Kundschaft immer so zuvorkommend?

Zieh mal Deinen eigenen Schluss aus der Tatsache, dass ich einfach nur den Kopf schüttel und Deinen Kollegen hinter meinem Rücken Lügen über mich verbreiten lasse, anstatt meine eigene Mutter zu erwürgen. Die brauche ich nichtmal nett bitten, mich einvernehmlich anzubinden in Verbindung mit dem Versprechen, mich nicht zu vergiften, bei Mama kann ich immer in den Arm genommen werden, wenn ich alleine Angst im Dunkeln habe und tränenüberströmt vor ihrer Haustüre stehe, ganz egal, was ich ausgefressen habe. Die weiß nämlich, wovon sie keine Ahnung hat.

Kapitel 18 – Blinder Farbiger

Raus aus meinen Gedanken, ab ins Bett!

Überleg doch mal selber, wie unlogisch sich das anhört, wenn einer steif und fest behauptet, ich könnte meinen Gedankensalat nicht alleine sortieren, andererseits aber auch rumerzählt, er könne gar keine Gedanken lesen.

Um das abzukürzen, verbleiben wir dann einfach so, dass Du die Geschichte weitererzählst, dann bin ich aus dem Schneider. Das Kapitel mit der Einvernehmlichkeit habe ich für Dich schonmal vorbereitet, das findest Du bei Youtube, sobald das eben hochgeladen ist oder vielleicht schlafe ich noch ne Nacht drüber, oder vielleicht kommt das auch nie, das lassen wir – richtig – einfach mal als Erinnerungslücke da, die dann mit der Phantasie des Publikums gefüllt wird und simsalabim haben wir ne Fortsetzungskurzgeschichte im Videoformat als Psychose zum Nacherzählen für Anfänger oder auch anders formuliert: Ein Therapeutisches Rollenspiel.

Und jetzt, nachdem ich Dich nun zwangstherapiert habe und Dich ohne Happy End im Nirvana verrecken lasse, jetzt sind wir quitt bitteschön, weil mir nämlich wichtig ist, ist Freund und Feind auseinanderhalten zu können, wenn ich auf der Flucht bin.

Aber ich kann Dich beruhigen: Das ist egal, wer die Pillen nimmt oder ob gar keine im Spiel sind, das funktioniert trotzdem. An Wiedergeburt glaubst Du doch inzwischen auch schon, oder? Oder haperts noch mit der Krankheitsuneinsichtigkeit? Noch ne Runde Karussell? Oder rückste freiwillig die Patientenrolle wieder raus? Sonst kann ich Dir nämlich gar nicht mehr versprechen, dass ich mich nicht mit mit Dir verwechsel, denn das bringt mich dermaßen auf der Palme, dass ich, wenn mir noch eine Viertelstunde bleibt, bis ich ins Bett muss, nun echt nicht darüber streiten will, ….

Mach einfach die blöde Tür auf und nimm mich endlich in den Arm. Ich hab nämlich noch ein Date. Heute ist übrigens mein zweiter Geburtstag. Und ich bin schwanger. Und ich will jetzt sofort auf die Wöchnerinnenstation verlegt werden, sonst komme ich mit dem

Und bevor Du fragst: Ich habe mich am 08.08.08. im FTM-Portal angemeldet. Lies den Rest selbst nach und nachdem wir eine Nacht darüber geschlafen, darfst Du dann auch in Ruhe erklärten, was ich gemeint habe, weil ich nämlich immer noch nicht verstanden habe, wie man derart hilfsfähigkeitsuneinsichtig sein kann, weil mir ich so viel Dummheit einfach nicht nachvollziehen kann. Dazu fehlt mir wohl das Einfühlungsvermögen. Noch 7 Minuten.

Kapitel 19 – Ursachenforschung

 

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leider muss man es vorher leben…. Nen Film dagegen kann man auch zurückspulen und dann geht das plötzlich ganz schnell.

Drei Minuten.

Noch zwei Minuten.

Die Wehen werden häufiger und ich glaube Du verstehst langsam, dass dieses Fristende einfach nur die Abbruchbedingung ist, damit ich pünktlich ins Bett komme. Und hier wird dann langsam ausgeblendet….

Fortsetzung folgt. Keine Fragen. Das ist nicht verhandelbar. Ich will jetzt endlich Ficken verdammt! Jetzt haste deine einvernehmliche TPE-Rapesession und dann fragste noch so blöde, warum ich so viel so schnell schreibe und merkst gar nicht, wie Du mit dem Hinweis auf den Fristablauf selbst verraten hast, wer Du bist? Du wolltest Geiselnehmerdrama spielen, nicht ich. Weisste was, dann erklär Du das doch auch den Fritzen von der Presse, die hat wohl der Himmel geschickt. Und alle in Zimmermannshose sind meine Freunde und die haben es verdammt eilig!

Und ich klebe hier stundenlang am Computer fest und habe immer noch nichts gegessen, weil Du zu feige bist, hier anzurufen.

Das ist dann, zur Sicherheit dann auch schon die Antwort auf die Frage, wie ich in einer Woche 5kg abnehmen kann. Einigen wir uns auf „Schlank im Schlaf“.

Kapitel 20 – Einvernehmlichkeitsbeweis

Kapitel 21 – Offene Fragen

Happy End.

Dann einigen wir uns einfach auf „Missverständnis“, wenn durch fehlende Informationen ein falscher Eindruck entsteht. Hätt ich „Bildungslücken“ genannt, aber egal. Ich will jetzt nicht steiten. Ich bin auf der Flucht und suche einen Zufluchtsort.

Jetzt habe ich leider eine Zeit mehr, die Viertelstunde ist rum. Ich habe auch noch was anderes zu tun. Wann der fehlende Schnipsel wieder auftaucht, kann ich echt nicht sagen, aber so gut Dreiviertel davon sind wieder da, wenn ich Ihnen mal meine Beobachtungen schildern darf. Jetzt haben wir den Termin schon überzogen, tut mir leid, irgendwo müssen wir jetzt mal nen Punkt machen und  morgen früh sieht die Welt schon wieder anders aus. Ich hab auch noch andere Patienten, denen ich eine Gutenachtgeschichte erzählen will.

Entschuldigung angenommen?

Kapitel 22 – Spurensicherung

Vor dem Betrachten der Beweisbilder bitte schriftlich (auf Papier!) ihr Einverständnis unterzeichnen und Hinz und Kunz von der Schweigepflicht entbinden. Solange Sie mir nicht vertrauen wollen, können wir uns nicht gemeinsam beruhigen. Ich bin nicht nur damit einverstanden, dass Sie das Feuer eröffnen, sondern, ganz im Gegenteil, ich bitte Sie sogar darum. Ihn unser aller Interesse. Das ist wichtig, um das nachher erklären zu können, wie das mit der Schiesserei gemeint war, wer warum mit dem Schusswechsel angefangen hat und ob das alles einvernehmlich war und warum wir hier überhaupt von einem Geiselnehmerdrama sprechen, obwohl wir gemütlich im Kino sitzen. Der Film war wohl einfach zu gut, was? Das hat sich so echt angefühlt, dass Du ganz vergessen hast, dass du nur im Kino sitzt oder? Jetzt verstehe ich, dass Du deshalb das Wort „Ultimatum“ verwendet hast. Wolltest mir ein Kompliment machen, wie toll Du das findest, dass ich ganz klar bei Verstand bin und so gut alles unter Kontrolle habe, damit Dir ganz klar erkenntlich bleibt, dass Du im Kino sitzt. Dann kann ich nämlich bei Dir anrufen oder den Publikumsjoker nehmen oder einfach die Beweisfotos vorlegen. Also noch einmal ganz langsam: Bitte auf OK klicken, dass Sie damit einverstanden sind, dass ich Ihnen einen Keks zum gemeinsamen Baldrianteetrinken anbieten darf. Von den schmutzigen Phantasien des Publikums und dadurch ausgelöster Konsequenzen distanziere ich mich hiermit ausdrücklich. Dieser Kopfkinofilm unterliegt der Freiwiligen Selbstkontrolle. FSK 18+. Film ab! Zu den Beweisfotos

Kapitel 22 – Beweisführung

Kein Kommentar.

Kapitel 23 – Abspann

Ein KopfkinoFilm von Ingo S. Anders. Angucken auf eigene Gefahr. Alle Rechte vorbehalten. Raubkopieren verboten, Verlinkung erwünscht.

Jetzt, wo allen klar sein sollte, was auf dem Spiel steht:

Warum werden Raubkopierer härter bestraft als Kinderficker? Na, bevor sich noch einer traut, das Gehirn wieder einzuschalten sag ichs euch mal eben: Damit die Sache im möglichst kleinen Kreis bleibt und die Opfer sich nicht noch mehr schämen müssen.Es geht nicht um die Musikvideos. Wenn die Künstler zu doof sind, ihre Produkte besser abzusichern, sind sie selber schuld. Die sollen nicht son mimmi machen. Aber wir dürfen nicht riskieren, dass noch mehr Leute den Film gucken, sonst gibt es mehr und mehr Mitwisser und je mehr Pub, warum likum, desto mehr Zeugen für die falsche Seite. Wenn die Kreise immer weiter gezogen werden, ist nachher noch die ganze Welt von einem Kinderpornoring umspannt. Und wenn Kinderfickerei erstmal normal wird, ja dann ist das halt so. Dann haben die Kinder auch nicht mehr so ne Angst. Die kriegen die erst dann, wenn Du ihnen erklärst, dass sie missbraucht worden sind.

So jedenfalls fühlte ich mich dann, als mein Schwager, der zugleich mein Schwiegervater ist (gefühlt, bitte Ebenen sortiert, dass sind Gedanken – meine Phantasie -, nicht die Realität), warum erschreckst Du Dich so, wenn ich meine Frau vor Deinen Augen schlage? Warum erzählst Du mir, Du hättest mich missbraucht? Also ich meine, diese Geschichte da: Irre gesund habe ich Dir gegeben und Dich gefragt, wie wie sie auf die wirkt. Ich hatte Dir gesagt: Das ist eine Geschichte. Klar und deutlich. Eine Geschichte ist eine Geschichte ist eine Geschichte. Kannst Du Dir vorstellen, was für einen Streifen Du in meinem Hirn ausgelöst hast damit, dass Du Deinen Kopfkinofilm bewertet hast anstatt meine Geschichte? Wolltest Du das wirklich oder war das aus Versehen? Ich nehms Dir nicht übel, möchte nur Deine Bildungslücken füllen: Schieb nicht mir die Schuld für Deine Angst in die Schuhe, sonst steckst Du Dich an. Das ist so. Glaub mir einfach, ich weiß, wovon ich rede. Ich bin Kinderpornostar, wenn ich das will. Aber da gibts kein Publikum in meinem Kinosaal, damit mich keiner dabei erwischt.

Beim nächsten Mal, lieber Micha, machen wir das dann einfach so: Du fragst mich einfach vorher ganz lieb, ob ich Lust habe, mit Dir klettern zu gehen und Du mir eine Geschichte erzählen darfst. Ich sag jetzt schonmal, dass ich da total Bock drauf hätte. Dann darfst Du auch mit mir spazieren gehen und mir in aller Ruhe erklären, wie ich Dich dazu bewegen kann, mich anzubinden, wenn ich mal Angst davor habe, irgendwem was anzutun, weil ich nicht mehr klar trennen kann, was Film und was Fiktion ist, wenn du die Nerven verlierst und mir einen solchen Schrecken einjagst. Das tut mir leid, ich wollte Dir keine Angst machen. Aber werden doch einfach mal ein besserer Kopfkinofilmrollensortierer anstatt mit mir darüber streiten zu wollen, wer wessen Gedanken kontrolliert. Solange ich Grund zur Annahme habe, dass Du vor Gericht aussagen wirst, Gedankenkontrolle sei nicht möglich und Gedankenlesen auch nicht, bleibe ich bei meiner Aussage: Ich bin klar bei Verstand. Ich habe meine Gedanken unter Kontrolle. Denn überlege doch mal: Du kannst ja nie in Erfahrung bringen, was in meinem Kopf vorgeht, wenn Du mich nie ausreden lässt, damit ich Dir erklären kann, dass ich extra meine Gedanken für Dich aufgeschrieben habe, damit Du mir beim Sortieren hilfst. Das war doch nur ein Angebot. Ich dachte, Du warst derjenige, der mir helfen wollte. Ich rede die ganze Zeit davon, dass ich ohne Deine Hilfswut besser klar komme, weil ich nicht so blöd bin, mir Dein Vertrauen erprügeln zu wollen.

Na? Wie war ich, Baby?

Kapitel 24 – Zeugen

So, ihr zwangstherapiertes Publikum, alle weiteren Fragen lasse ich jetzt mal offen, die Antworten kriegt ihr erst, wenn ihr sie hören wollt.

Was denkst Du dazu, liebe therapeutenseele? Schafft Nadja das, mir das auf deutsch zu verklickern, ohne dass ich nen Termin machen muss oder kannste das alleine? Mir egal, habe schon alleine alles sortiert. Jetzt, da ich kühlen Kopf bewahren kann, darfste versuchen, mich nochmal durcheinanderzubringen. Haste Lust?

Kapitel 25 – Reizüberflutung

Sonja, dann lies doch einfach langsamer, wenn Du wirklich alles lesen willst. Ich kann nix dafür, wenn Du Dich reizüberflutest und dann nicht mehr weißt, welche Botschaften überhaupt an Dich gerichtet sind.

Kapitel 26 – Beziehungsgedanken

Jeder macht sich doch mal Gedanken um seine Beziehung, um Ehekrisen vorzubeugen. Oder haste schon wieder nen falschen Schuh erwischt? Damit landeste bei mir in der falschen Schubslade, Vorsicht.

Kapitel 27 – Diagnose

So und jetzt reiß Dich bitte mal zusammen und quassel mir nicht beim Sortieren dazwischen, in Deinen blöden Hilfsversuchen. Ich hab keine Lust, Dich bei der Arbeit stören zu müssen, damit ich endlich schlafen darf. Gib einfach zu, dass die Pillen Dir auch nicht helfen, mich ins Bett zu kriegen und fertig. Da glaubste doch selber nicht dran, dass Du mir helfen kannst, meine Gedanken zu sortieren. Warum versuchste das dann immer wieder?

Nun mal ein Experiment, bitte anschnallen.

Diagnosen

rechts: isolierte Vena-accessoria-anterior-Insuffizienz mit Seitenastvarikosis bei intakter Crosse, Cockett-II-perforansveneninsuffizienz Bakerzyste.

links: isolierte Vena-accessoria-anterior-Insuffizienz mit Seitenastvarikosis bei intakter Crosse, Cockett-II-perforansveneninsuffizienz

(Auszug aus Kopie des Arztbriefes an mich, Krankenhaus Tabea Hamburg)

Glaubt ihr echt jetzt fang ich auch noch an, Fachchinesisch zu pauken? Ich habe einen sehr guten Freund, den ich euch empfehlen kann, als Chefdiagnostiker einzustellen. Der ist nämlich so nett, für mich die Tippse zu spielen und Medizin zu studieren und wenn ihr nen Übersetzer braucht, dann teile ich den gerne mit euch. Und weil ihr so gerne euer Wissen aus der Beobachtung von Verhalten zusammenbastelt, habe ich da mal was zurechtgebastelt.

Sil ist nämlich ein Freund und tut mir den Gefalllen, eine kleine Nebenrolle in meinem Kopfkino zu übernehmen, damit er mir damit helfen kann zu erkennen, dass er auf der Spielerebene betrachtet die ganze Zeit an meiner Seite war, auch wenn ich ihn nicht mehr wiedererkannt habe, weil er im Kino plötzlich ganz anders aussieht. Bei ihm ist mir das aber ganz egal, da gucke ich mir jeden Film an, solange er neben mir im Kinosessel sitzen bleibt und seine Nerven behalten kann. Denn wenn der vergisst, dass wir im Kino sitzen, wer soll mir denn dann noch helfen können, meinen Verstand zu behalten?

Über die Gedankensalatsortierunfähigkeit will ich jetzt mal nicht streiten und Ordnungsfetischismus erkläre ich auch nicht, einigen wir uns einfach mal darauf, dass ihr mich gerne zum Orthopäden begleiten dürft, wenn ihr euch dann wohler mit mir fühlt, dann geht bitte erstmal zum Godopäden, sonst wird das nie was mit dem Spaziergang heute!

Kapitel 28 – Bleib bei mir, hör mir zu, rede mit mir

[Dialog einsetzen]

Kapitel – 2. Einladung

 

Ende

Alles gut.

Nachwort

Hier ist Platz für eure eigenen Gedanken. Bitte mit Copy Paste unten ins Kommentarfeld oder bei Über-Ausführlichkeit auch gerne als eigener Blogbeitrag und kurz hier unten verlinken. Dankeschön!

Bis auf Wiederlesen, ihr Lieben.

 

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