Verändertes Leseverhalten von Kindern und Erwachsenen

Verändertes Leseverhalten von Kindern und Erwachsenen

Michael Behr hatte ja neulich von den Kinderbüchern berichtet, die künftig mit gekürzten Texten erscheinen werden aufgrund der veränderten Lesegewohnheiten der Kinder. Meine These war gewesen, dass der Apfel nicht weit vom Birnbaum fällt und die Eltern ihre Lesegewohnheiten durch das Netz ja auch schon verändert haben. Karl Olsberg meinte sogar vor einigen Jahren, dass die Leute bald keine Bücher mehr lesen würden, nur noch Kurzgeschichten. (Ich glaube ja, er wollte mich trösten, weil ich damals glaubte, keinen Roman, sondern nur Kurzgeschichten schreiben zu können.)

Aber vielleicht kommt ja der Fortsetzungsroman ganz neu in Mode, in gut verdaulichen Häppchen als Textnachricht per WhatsApp und gleich vorgelesen als Audio hinterher, das Mini-Hörbuch. Lässt sich auch supereasy weiterverschicken ans gesamte Telefonbuch. Nur wie kriegen wir das nun monetarisiert?

Vielleicht müssen wir mit der Zeit gehen und eine SMS-Geschichten-App entwickeln. Die verbinden wir dann mit unseren Blogs und können so unsere erlauchten hochbezahlten Gedanken bequem an den interessierten Handyjunkie bringen. Auf Klebezetteln – auch darüber tauschte ich mich neulich hier aus, kann ich mir das Vorhaben allerdings nicht gut vorstellen; das wäre völlig unwirtschaftlich und auch nicht umweltschonend.
Mir sind aber auch schon diese bei WhatsApp kursierenden Videos aufgefallen, die kleine Geschichten erzählen. Vielleicht ist das die künftig dominierende Erzählform von Geschichten.

Übrigens, habt ihr mal einen Blick in Richtung der Spieleautoren geworfen? Da hat sich sehr viel rasanter sehr viel mehr verändert. Und auch da gibt es immer noch die Brettspiele, egal ob auf dem Handy in der U-Bahn gezockt wird.

Zeit zum Spielen ebenso wie zum Lesen von Büchern muss man sich nehmen. Ich will wieder mehr Romane lesen und werde dafür weniger Zeit in Blogs und Foren verbringen. Und ich werde selektiver lesen, nicht mehr jeden einzelnen Beitrag. Das ist gar nicht immer so einfach, weil mich vieles reizt. Aber von der Masse bin ich einfach erschlagen und irgendwo muss einfach Schluss sein.

Der Vorfall vom 18.2. (I can tell #metoo)

Heute vor 12 Jahren wurde ich in meiner eigenen Wohnung Opfer eines Raubüberfalls. Es war eine Beziehungstat, nachdem ich eine Beziehung beendet hatte, die sich hatte entwickeln können, weil ich nicht in der Lage war, rechtzeitig NEIN zu sagen.

Es war CSD gewesen, ich war auf einen One-Night-Stand aus gewesen. Wie das außerhalb des BDSM-Bereichs unter Heten üblich ist, gab es keine klaren Absprachen, einfach rin in die Kiste und probieren, was geht. Am nächsten Morgen bekam ich einen Heiratsantrag, hallelujah!

„Du bist meine Traumfrau!“ *möööööööööp! Pulleralarm!

Dieses Wort Traumfrau hat sich mit der Zeit zu einem Trigger entwickelt.

Da ich das aber irgendwie süß fand – ich meine, ich hatte ja noch die Hupen und so – und ich Mitleid hatte, habe ich an der Stelle nicht klipp und klar zur Tür gewiesen. Ich wollte ihm nicht weh tun. Schonmal zwei falsche Gründe, mit einem Mann was anzufangen, aber ich war jung und naiv und er war so nett leicht zu begeistern mit seinen bescheidenen Träumen.

Als er mich bei yahoo hinzufügen wollte, ging das nicht. Ich hatte ihn auf der blacklist!!! Das bedeutet, der ist mir im Netz bereits als absolutes NOGO aufgefallen, als er versucht hatte, mich über den Messenger zu daten. Was das angeht, kann ich mich wirklich auf meine Intuition hundertpro verlassen, im Netz habe ich immer sofort die Arschgeigen ausgefiltert. Die Typen, die ich hatte, waren alle schwer in Ordnung und konnten bis auf einen ihr Glück nicht fassen. Und bei dem hat sowas von Mega-Alarm gebrüllt, aber ich habe ihn ignoriert, weil ich ihm gefallen wollte.

Um das nur kurz zu skizzieren: Über ein halbes Jahr hinweg hat es sich so entwickelt, dass sich zunächst zeigte, dass er nicht nur lammfromm und ein bisschen dümmlicher Schuljunge sein konnte, sondern auch sehr leicht aufbrausend und brutal – ohne allerdings je handgreiflich zu werden. Es wechselte für mich unberechenbar und ich bekam Angst vor ihm. Die steigerte sich derart, dass ich, als mir längst klar war, dass ich das Ganze dringend beenden muss, nicht mehr lange aushalte, viel zu viel Angst vor seiner Reaktion darauf hatte.

Das ganze komplizierte sich noch durch meine BDSM-Neigung, die bei ihm etwas antriggerte, was später vor Gericht relevant wurde. Er heulte wie ein Schloßhund auf der Anklagebank und bekam am Ende zwei Jahre auf Bewährung, dafür dass er mich dillettantisch gefesselt, beraubt und mich sowie andere bedroht und gestalkt hat. Ich selbst habe mich noch dafür stark gemacht, dass der arme Junge in die Psychiatrie kommt und nicht wieder in den Knast, was mir einen Rüffel des Richters einbrachte, der mich ohnehin viel zu gefasst fand. Dabei hatte ich eine derartige Angst, dass ich mich ein halbes Jahr nicht in meine Wohnung gewagt habe und bei einem Messie (!!!) Unterschlupf suchte, weil ich niemandem anders mehr vertrauen konnte.

Um den Mist und vor allem das ganze Nachspiel mit Polizei, Anwalt, Weisser Ring, Psychologinnen, Gericht zu verdauen, habe ich I can tell geschrieben, damit den Englischkurs in Verlegenheit gebracht und es später ins Deutsche übertragen: Über das Danach.

Heute frage ich mich natürlich, ob ich das zur Feier des Tages mal mit meinem Therapeuten besprechen sollte. Eigentlich juckt es mich nicht mehr wirklich, schon lange nicht mehr, aber vielleicht ist genau das der Grund, warum ich das überhaupt mal besprechen kann, ohne dabei auf 180 zu kommen. Und wer weiß, was alles damit zusammenhängt.

Das ist mein Beitrag zur #metoo-Bewegung: Sexuell belästigt wurde ich an meinem Arbeitsplatz in der Küche während meiner Kochlehre. Da wurde mir von den (marrokkanischen) Spülern völlig selbstverständlich an die Brüste gegrabscht. Die fanden das lustig und waren der Überzeugung, das Recht dazu zu haben. Als es mir zu bunt wurde, bekam einer von ihnen vor den anderen mein Knie in die Eier und dann hatte ich meine Ruhe. Der heute sich jährende Vorfall fühlte sich für mich an wie eine Vergewaltigung, auch wenn keine stattfand. Ich habe die Geschichte erzählt, um aufzuzeigen, wie wichtig es ist, dass man sich möglichst früh zur Wehr setzt und unmissverständlich Grenzen aufzeigt.

Mein Debüt in der Schreibkommune

Ingo schreibt anders, kurz Ingo S. Anders, der Name sollte Programm sein. Ich bin Hausmann und Schriftsteller. Nebenan in der Küche läuft die Waschmaschine und beruhigt mich mit ihrem Surren, während ich zum ungefähr vierten Mal an meinem ersten Roman sitze. Diesmal ist es mir wirklich ernst damit, diesmal werde ich durchhalten. Werde ich? Das…

über Ingo schreibt anders — Schreibkommune

Im neuen Gewand

Das neue Theme und der Namenswechsel ist euch vielleicht schon aufgefallen. Lysander trage ich nur noch im Untertitel, ansonsten steht jetzt überall Ingo S. Anders.

Das hängt damit zusammen, dass ich vorhabe – sollte es zu einer Veröffentlichung meines aktuell in der Mache befindlichen Romans kommen – dies unter meinen Pseudonym „Ingo S. Anders“ zu tun. Das ist natürlich weit voraus gedacht, macht in meinen Augen aber durchaus Sinn.

Warum jetzt? Weil ich jetzt anfange, unter Ingo S. Anders zu bloggen bei der Schreibkommune, dem dem Schreib-Forum zugehörigen Blog. Im Augenblick haben wir dort erst zwei Follower, aber ich gehe davon aus, dass die Seite das Potential hat, in kürzerer Zeit eine weitaus größere Fangemeinschaft an sich zu binden als mein persönliches Blog. Meine dortigen Beiträge habe ich vor, hier zu rebloggen.

Ich habe mir auch darüber Gedanken gemacht, ob ich hier wieder eine Struktur einhalten will, wie ich es anfangs ausprobiert hatte mit bestimmten Themen an bestimmten Wochentagen. Dadurch fühle ich mich jedoch zu eingeschränkt auf der einen Seite und auf der anderen Seite finde ich selbst als Leser es auf die Dauer langweilig, wenn es dienstags dies und donnerstags das gibt. Auch an eine mögliche Fortsetzung meiner Reihen habe ich gedacht. Im Augenblick fühle ich mich aber ganz wohl damit, nach Lust und Laune zu bloggen und werde das bis auf weiteres so beibehalten.

Es bleibt also ansonsten alles beim Alten. Vorerst. 😉

Überarbeiten

Es ist nicht das erste Mal, dass ich etwas überarbeitet habe. Es ist aber das erste Mal, dass ich einen Teil eines größeren Ganzen überarbeitet habe. Und der innere Kritiker hat nun Oberwasser gekriegt, will am liebsten alles verwerfen und nochmal ganz neu anfangen. Wenn ich dem nachgebe, komme ich aber nicht weiter.

Ich will weiterschreiben. Vermutlich ist es keine kluge Idee gewesen, zum Beginn meiner Schreibwoche zu überarbeiten. Ich glaube, ich brauche eine Schreibpause, um von Überarbeiten wieder umzuschalten auf das Schreiben des ersten Entwurfs. Am Ende wäre es daher weniger gefährlich, da bringt es mich nicht raus aus dem Gefühl, dass ich gut genug schreibe. Gut genug, um weiterzuschreiben.

Wenn ich bei meinen Kolleginnen und Kollegen Feedback gebe, dann ist zwar auch der Kritiker draußen, weshalb ich das erst nach dem Schreiben an meiner eigenen Geschichte mache, aber das Gefühl für meinen eigenen Text bleibt unberührt.

Was ich für mich noch finden muss: Welcher Anregung gehe ich nach und was nehme ich lediglich zur Kenntnis? Bisher tendiere ich dazu, fast alles zu übernehmen, was mir vorgeschlagen wird. Bisher habe ich auch das Gefühl, dass meine Szenen dadurch gewinnen. Anderen fallen Lücken auf, die dadurch entstanden sind, dass für mich einiges selbstverständlich ist, was ich aber noch nicht ausformuliert habe.

Mehrfach angekreidet wurde mir das Fehlen von Emotionen oder auch Nähe zu den Figuren. Da frage ich mich langsam, ob ich es einfach nicht aushalte, wenn die Szenen noch gefühlsbeladener werden oder ob das zu meinem Stil gehört. Oder habe ich einfach vergessen, die Emotionen hinzuschreiben? Teilweise lag die Ursache auch darin, dass ich mir die Figur anders vorgestellt habe als der Leser.

Ich werde sicherlich noch häufiger überarbeiten und wieder und wieder überarbeiten. Vier von fünf Kapiteln habe ich nun geschafft. Diese erste Runde war sehr lehrreich für mich und die Szenen haben durchaus gewonnen. Mein gut-genug-Gefühl inzwischen auch.

Mein Traum vom Schreiben

In meinem Traum war alles ganz anders. In meinem Traum war das Schreiben als einsamer Schriftsteller romantisch. Ich konnte mich da sitzen sehen bei Kerzenlicht an einem Pult aus Holz mit schräg nach vorne hin abfallender Arbeitsfläche und einer Rinne für die Schreibutensilien. Gerade hielt ich einen Federkiel in der Hand, den ich eben in Tinte getaucht hatte und schickte mich an, meine kostbaren Worte aufs Pergament zu kritzeln.

Natürlich brauchte ich Ruhe zum Schreiben und verbat mir jede Unterbrechung, so dass ich mich monatelang nirgendwo blicken ließ und auch meine Hausangestellten meinen Arbeitsraum während etlicher Stunden am Tage nicht betreten durften – auch nicht, um mich an die Mahlzeiten zu erinnern.

Woran ich wohl schrieb? Es war sicherlich etwas Weltbewegendes, sonst würde ich nicht so besessen daran arbeiten. Keine Minute ließ ich ungenutzt verstreichen. So bewegend es war, es war ebenso geheim. Niemand durfte einen Blick darauf erhaschen. Nicht, bevor mein Werk veröffentlicht werden würde. Und dann, wenn es soweit war, dann würde es einen riesigen Paukenschlag geben, da war ich sicher.

Stattdessen klingelte und klingelte der Timer nicht.

Und in Wirklichkeit tausche ich mich in einem Internetforum mit schreibenden Kollegen aus, weil ich es alleine mit meinen Gedanken nicht aushalten kann, und meine einzige Hausangestellte ist ein Staubsaugroboter.

 

Entstanden in einer Schreibübung in nur einer Stunde, bei der von dem Satzanfang In meinem Traum weitergeschrieben werden sollte.

Ich darf mitspielen!

Ich hatte mich einem kleinen Schreibforum angeschlossen und nachdem ich gut drei Wochen an drei Aufgaben gearbeitet habe zum Hintergrund des Projekts, der Figurenentwicklung und Zusammenfassungen bin ich nun aufgenommen worden in die Riege derer, die ihre Schreibprojekte in einem geschützten Bereich des Forums bearbeiten. 😀

Ich freue mich, weil ich dort einen Haufen Probeleser versammelt finde, die allesamt selbst an ihren Projekten arbeiten und entsprechend ein anderes Feedback geben können als beispielsweise meine Mutter (no offense).

Meine Mutter findet nämlich alles toll, was ich schreibe. Das ist natürlich super, weil es die Motivation aufrechterhält und das Ego streichelt, aber nicht hilfreich, wenn man einen Text ausarbeitet, der an einen Verlag und letztlich an den Leser verkauft werden soll.

Meine ersten vier Kapitel habe ich schon eingestellt, am fünften arbeite ich noch. Ich gehe davon aus, dass mich diese kleine Leserschaft ausreichend motivieren wird, weiterzumachen. Meine ersten Kurzgeschichten hatte ich allesamt in Foren veröffentlicht und mich sehr an dem „Applaus“ erfreut. Das hat mich motiviert, immer weiterzumachen.

Wenn ich meinen Roman später über einen Verlag (momentan tendiere ich dazu) veröffentlichen will, kann ich ihn natürlich nicht schnipselweise in meinem Blog hochladen. Ich nehme an, dafür habt ihr alle Verständnis.

Mit meinen Kurzgeschichten halte ich das anders, weil ich da schnell eine neue schreiben kann, wenn ich eine für eine Platzierung in einer Zeitung brauchen sollte und die, die ich jetzt hier online habe, sind qualitativ auch nicht allzu hochwertig. Mit anderen Worten: Sie müssten mal dringend überarbeitet werden.

Ich werde nun einiges zu tun haben, weil ich natürlich nicht nur meine Texte einstellen und auf Kommentare warten kann, sondern auch die Werke der anderen begutachten und kommentieren werde. Darauf freue ich mich schon!

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