Warum nur geht mir das immer wieder so nahe?

Warum nur geht mir das immer wieder so nahe?

Es ist so, dass ich hochsensibel bin. Die Frage ist rhetorisch. Es ärgert mich und wäre mal wieder ein Fall fürs mimimi. Ich weiß, warum ich keine Distanz wahren kann. Ich sehe mich in dem jungen Mann wieder. Schon einmal war mir das passiert mit einem Patienten, während meines Vertiefungspraktikums. Da war die mangelnde Distanz unprofessionell. Jetzt bin ich Kollege – da ist es einfach menschlich, finde ich. Ich habe mich u.a. ja wegen dieser Problematik gegen die Tätigkeit als Genesungsbegleiter entschieden.

Weil ich das einfach nicht in den Griff kriegen können kann. Heute war doppelt doof, weil ich einen Tag nicht geschlafen habe und gerade von tags auf nachts schlafen umschalten wollte, als mich abends ereilte, miterleben zu müssen, wie der Knabe sich mal wieder in Diskussionen verstrickte, die beiden Seiten nur Kummer bereiteten. Weil wegen diese Sache mit der Kommunikation ist eine, wo mindestens zwei Seiten dran sägen und eben auch Verantwortung haben.

Und nun geht mir der Scheiß rauf und runter, ich fiebere mit und überlege, welche Lebensratschläge ich ihm erteilen könnte, welche Verhaltensvorschläge ich machen könnte. Wie der Dialog hätte erfolgreich verlaufen können. Wo ich die Fehler auf beiden Seiten sah. Und mich doch machtlos erleben musste, nur sehr zaghaft überhaupt eingreifend und mit der Vermittlung über- und eigentlich auch gar nicht gefordert.

Das müssen die beiden lernen. Aneinander womöglich.

Ich könnte Geschichten darüber schreiben noch und nöcher, aber sie langweilen mich schon beim Gedanken daran. Ein idealer, konfliktloser Dialog ist nicht von Interesse in der Literatur. Aber er könnte es versuchen mit einem, wo eine Seite sich besonnen verhält, während die andere auf die Beziehungsebene der Botschaft reagiert. Wäre ne super Schreibtherapie-Übung. Dazu müsste er Verantwortung übernehmen. Verantwortung für die Gefühle des Lesers. So wie er es bei seinen Geschichten sonst auch tut.

Zerbrich Dir nicht den Kopf für andere„, hat meine Mutter mir oft gesagt.

Ja, würde ich gerne tun, nur wie zum Teufel soll das gehen? Ich zerbreche ihn mir, dieser abendliche Konflikt im Chat hat mich aufgewühlt und lebt in mir weiter, raubt mir den so wertvollen Schlaf und wegen meiner Erkrankung *mimimi* muss ich mir schon wieder Sorgen machen, nun nicht wieder in die andere Richtung aus dem Lot gerate.

Wieviel Pillen muss ich nehmen, damit ich in diese scheißverdammte Gesellschaft passe?

Muss ich meinen Roman im Psychotikerforum schreiben, weil die da gepflegt miteinander umgehen, weil sie wissen, wie das ist? Könnte ich thematisch tatsächlich tun, denn Verrückt vor Liebe weist Figuren mit psychischen Erkrankungen auf. Sicher werde ich mir auch einzelne Probeleser dort rauspicken, aber Schriftsteller, die mir konstruktive Kritik geben, werde ich da nicht allzu viele finden.

Projekt nachts schlafen ist gescheitert, wir sind wieder im Level überhaupt schlafen angelangt. Die letzten Tage bzw Nächte, als ich nur nachts on war und niemand dort im Chat anzutreffen, waren irgendwie ruhiger. Auch die Nacht mit der geklauten Stunde, die war sehr schön zu dritt verchillt. Ein Freund von mir arbeitet ja am liebsten nachts, weil es da ruhiger ist. Ich fand die Frühschichten in der Küche immer sehr angenehm. Aber da lag ich auch um vier Uhr nachmittags platt im Bett und nichts anderes ging.

Der nette Nebeneffekt wird sein, dass ich schlafentzügig wieder schreibfreudiger sein werde und nicht mehr so durchhänge wie die letzte Woche. Wenn „psychisch stabil“ unter Lithium ein Hin- und Herpendeln bedeutet, wie mit dem Kollegen neulich besprochen, dann bin ich ja stabil. Wenn einer fragt: Es geht mir gut. ;)

Es geht mir auf den Sack! *mimimi

Was wäre also für mich das korrekte Verhalten? Den Chat zu verlassen, sobald sich hitzige Diskussionen anzetteln? Das habe ich eine Weile im Psychoseforum gemacht, weil Menschen in einer gewissen mitteilungsbedürftigen Weltrettungsstimmung einfach nicht zu bremsen sind. Aber auch, weil mich ganz normale Harmlosigkeiten total auf die Palme gebracht haben. Solche, die nicht hochsensible Personen gar nicht wahrnehmen. Über den Punkt bin ich, glaube ich, hinweg.

Ich will teilnehmen am scheißnormalen Leben mit Zickenkrieg und Ätzkollegen. Und ich habe im Schreibforum genau das gefunden und ich habe jede Möglichkeit, mich sofort zurückzuziehen, sobald Miss Nölnase auftaucht und trotzdem tue ich es nicht. Wenn ich mich nur in Watte packe, fühle ich mich auch elend. Alles schon ausprobiert.

Was mir jetzt noch fehlt zum normal sein ist ein Freundeskreis, dem ich vorjammern kann, wie gottverdammt stressig so ein Leben als Schriftsteller doch ist. Die Bezahlung ist unterirdisch und der Lektor – ja, ich freu mich schon aufs Lektorat! Wenn mich denn einer will – also mein Buch. Wenn ich es denn schaffe zu schreiben.^^

Wenn ich lauthals über meinen unsensiblen, sturen und verständnislosen Lektor plärren kann, dann bin ich glücklich. Für einen klitzekleinen Moment zumindest. Bis mir wieder einfällt, was ich dafür alles auf mich nehmen musste. Zeichen um Zeichen, Zeile um Zeile, Seite um Seite. Diese verdammte, ätzende, anstrengende Schreiberei!

Ich will genau das haben und nichts anderes. Und wenn ich mich durch Kindergeschichten quälen muss, damit ich aus meiner Komfortzone rauskomme, dann tue ich das aus freien Stücken. Wenn die dann hinreichend für niedlich befunden worden ist, poste ich die auch bestimmt – noch habe ich ja keinen Ruf zu verlieren.

Nicht alles, was schwankt, ist bipolar

Nicht alles, was schwankt, ist bipolar

Am vergangenen Sonntag habe ich mich mit anderen Genesungsbegleitern aus meinem EX-IN-Kurs getroffen.

Ein Kollege ist auch bipolar, hat aber im Gegensatz zu mir 23 Jahre Erfahrung mit der Erkrankung, davon ist er 18 Jahre stabil – trotz eines einschneidenden Lebensereignisses vor zwei Jahren. Er sprach davon, dass auch bei ihm das Schlafen immer mal wieder eine Riesennummer ist, dass er zwischenzeitlich richtig Angst vor dem Einschlafen hatte – so ging es auch mir. Auch er nimmt zusätzlich zum Lithium ein Neuroleptikum, damit er schlafen kann. Auch er hat immer mal wieder leichte Schwankungen nach oben in Richtung Manie sowie nach unten in Richtung Depression. Die er aber gut im Griff hat dank der Medis. Er kommt über längere Zeit mit sechs, sieben Stunden Schlaf aus und arbeitet bis zu 50 Stunden die Woche, daneben findet er noch Zeit für seine Kinder. Das finde ich beachtlich.

Es tut gut, mit diesem Erleben nicht allein zu sein. Und es macht mir Hoffnung, dass es auch mir möglich ist, trotz Erkrankung das beste für mich rauszuholen. Im Augenblick ist es die Arbeit an meinem Roman, die ich ganz auf meine Bedürfnisse abstimmen kann. (Dazu: behindertengerechter Arbeitsplatz)

Ich reduzierte das Olanzapin, weil ich zu viel schlief, weil ich zu langsam war im Kopf und zu wenig Ideen hatte, weil mich das total lähmte und mein Leben wenig lebenswert machte. Das ist jetzt mit der Mindestdosierung nicht mehr der Fall. Ich habe im Augenblick eher wieder zu viele Ideen, ich schlafe grenzwertig wenig und bin leicht hypoman, aber ich fühle mich endlich wieder wohl. Die Dosierung scheint jetzt endlich zu stimmen.

Ich bin lebendig, habe am Leben teil so gut es geht. Da mir dieses Treffen wichtig war, hatte ich auf den Stammtisch am Vorabend verzichtet. Ich hatte nämlich mal wieder Lust, aber abends unter Leute zu gehen ist viel zu spät, um noch zu einer halbwegs akzeptablen Uhrzeit Schlaf zu finden. Damit wäre das heutige Treffen gelaufen gewesen, beides zusammen hätte ich nicht bewältigen können. Nach anderthalb Stunden reichte es mir auch und eine halbe Stunde später klinkte ich mich aus.

Ich werde meinen Schlaf weiter beobachten, denn unter sechs Stunden sollte er nicht fallen. Denn dann geht es wieder durch den Schlafentzug in die Manie und von der Manie in die Psychose und spätestens dann wieder in die Klinik und damit in die Fixierung. Wenn man diese Kausalkette einmal begriffen hat, diese Gesetzmäßigkeit der bipolaren Störung, dann begreift man, dass hypoman zu sein nicht einfach bedeutet, eben gute Laune zu haben und eine besonders dolle kreative Schaffensphase. So kann es im Idealfall laufen, dazu muss man aber seine Frühwarnzeichen kennen und entsprechende Strategien ergreifen wie binaurale Klänge hören oder andere Entspannungstechniken anwenden und / oder eben Pillen einwerfen. Jeder Betroffene muss seinen eigenen Weg finden. Ich habe für mich herausgefunden, was mir wann gut tut und was nicht.

Mein Fehler am Sonntag war sicherlich, in den Chat zu gehen, denn dort habe ich mich mit einer anderen Schriftstellerin intensiv ausgetauscht und wir haben meine Geschichte einmal komplett durchgeplottet. Das hat zum einen gedauert bis viertel nach zwölf und zum anderen nochmal gedankliche Prozesse in mir ausgelöst. Genau das war es, was ich hatte vermeiden wollen, als ich mich von der Gruppe um fünf verabschiedet hatte.

Nun denn, das ist eben das Leben. Ich kann mich nicht permanent nur isolieren und vor jeglichen Inspirationen Reißaus nehmen. Es bedrückt mich ohnehin schon, dass ich meine Freunde idR so selten sehe. Zu sozialen Kontakten wird einem aber auch immer von Therapeuten geraten, die ihre Tage damit verbringen, die ganze Zeit mit Menschen zu reden. Das sagte mir ein Kollege, der sich ebenfalls früh ausklinkte und auch eher introvertiert ist.

Zu Hause war ich gegen sechs und es ist jetzt gleich wieder sechs. Zwölf Stunden Nachklingen wäre es nicht gewesen, wenn ich im Chat nur entspannendes, lustiges Rumgeblödel gefunden hätte wie so oft. Ich muss das noch üben, mehr gestaltend einzugreifen. Ich hätte es zum Beispiel beim Pitch belassen können und dann sagen, dass ich heute abend nicht weiter drüber sprechen will. Aber ich hatte für heute schon meine Heldentat, als ich mich von der Gruppe verabschiedete und nicht noch mitging, obwohl ich sehr neugierig war, mich auch mit anderen auszutauschen.

Bereits als ich heimkam, war ich richtig übervoll mit Eindrücken, habe meinem Schatz eine zwanzigminütige WhatsApp geschickt und von meinem Tag erzählt, der nun diesmal wirklich aufregend war im Vergleich zu meinen sonstigen Tagen. Ich achte eben idR darauf, nicht zu viele Aufreger in meine Woche einzubauen. Weil ich hochsensibel bin und um meine Schwierigkeiten mit der Reizüberflutung weiß.

Ich weiß, dass ich mich gerne mehr mit Menschen im RL austauschen würde. Aber ich weiß auch, dass da die Reizflut eine sehr viel höhere ist und ich irrelevante Daten verarbeiten muss wie Gerüche und Hintergrundgeräusche, die ich bei Kontakten via Internet nicht habe. Und erst nachdem ich die neu obendrauf gekommenen Plotgedanken zu meinem Roman abgearbeitet hatte, kam ich dazu, diese RL-Begegnung zu reflektieren.

Andere haben einfach nur gute und schlechte Tage, ich schwanke zwischen Hypomanie und Subdepression hin und her. Das Fatale ist, dass ich manisch immer so eine Ausstrahlung habe, dass die Leute auf mich zukommen und ich dann nicht nein sagen kann zu endlosem Gequatsche, weil ich selbst ja auch kontaktfreudig und mitteilsam bin. Aber genau das ist dann Gift.

Einem Maniker hört man am besten nur stumm nickend zu oder bleibt einsilbig und gibt ihm nach Möglichkeit keine neuen Impulse, die das Gedankenkarussell nur weiter drehen lassen.

Trotzdem empfinde ich diese phasenhaften Schwankungen nicht ausschließlich als eine Krankheit, denn sie begleiten mich schon mein Leben lang und werden das auch weiterhin tun.

Tagebuchgedanken

Tagebuchgedanken

23. Februar 2018

Inzwischen bin ich gut ausgeschlafen und wieder sehr viel ruhiger. Durch die Medireduktion anfälliger geworden, hatte mich der 18. Februar ziemlich getriggert. Ich bekam einen ungemeinen Schreibdruck und machte mir so einige Gedanken, die eigentlich ins Tagebuch gehören. Mit der Hand schreiben wäre vielleicht auch eine Idee gewesen, wenn ich nicht das enorme Bedürfnis gehabt hätte, damit sofort an die Weltöffentlichkeit zu gehen.

Ich habe lange hin und herüberlegt: Gehören solche Tagebuchgedanken, ellenlange Selbstbetrachtungen in dieses Blog? Sollte ich nicht doch besser in meinem Genesungsblog posten, wenn es um meine Krankheit geht? Deshalb landete zwischenzeitlich einiges im Papierkorb.

Dazu kam im Zuge meiner Anmeldung bei Facebook die Frage, was ich für ein Image haben will. Will ich nicht seriöser auftreten? Kauf man Bücher nicht lieber von einem, über den man noch nichts weiß oder nehmen vielmehr Verlage lieber jemanden, aus dessen Leben nicht bereits prekäre Details bekannt sind? Gibt das später, wenn ich mal veröffentlicht habe, einen Shitstorm, der mein doch recht persönliches Blog überrollt? Oder ist es doch genau ein Verkaufsvorteil, dass ich der bin, der ich bin?

Ich bin zum Schluss gekommen, dass jedes Buch seinen Käufer findet, jeder Autor seinen Leser. Die Leute, die mich bisher schätzen, tun das ja auch, weil ich so bin, wie ich bin und nicht anders.

Natürlich könnte ich als Schriftsteller ein eigenes Blog führen, in dem ich nur Schriftsteller bin und nichts Privates von mir preisgebe. Bei Facebook habe ich eine solche Seite erstellt, auf der ich darauf achte, dass es nur ums Schreiben geht und Geschichten teile ich da. Da muss ich ja nicht noch ein extra Blog pflegen, zumal ich hier bei diesem jetzt die neue URL habe. Und ehrlich gesagt finde ich das immer ein bisschen schade, wenn Autoren sich so wenig zeigen. Andersherum könnte ich das wohl auch kaum, ein Image pflegen, bei dem ich ständig darauf achten muss, dass ich mich nicht verplappere.

Weil ich nicht so gerne für die Tonne arbeite, habe ich nun mehrere Beiträge in einem zusammengefasst. Vielleicht kann ja doch jemand davon profitieren. :)

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Satz mit x

Ich war bei einer Abnehmgruppe, die mich ja anfangs sehr getragen hat und zunächst lief es super und wir lernten sogar etwas über Abnehmen und Psychopharmaka.

Dennoch habe ich in den letzten sechs Wochen wieder zugenommen, bin fast wieder bei 130kg. Das ist nicht die Gruppe schuld, aber trotzdem ist die Gruppe für mich nicht die Stütze, die ich mir gewünscht hätte.

Es gibt durch die Leitung immer wieder Anregungen, dies zu überdenken und jenes zu probieren. Für mich viel zu spät, da ich ja nicht gerade anfange mit Abnehmen, sondern schon weiß, was für mich funktioniert und was nicht.

Außerdem vertrage ich so viel Inspiration einfach nicht. Ich bin hochsensibel und schnell reizüberflutet. Es wäre eine gute Gruppe, um zu üben, mich wieder normal ins Gespräch einzubringen, ohne dass mir ein Therapeut einen Raum öffnet. Aber dafür bin ich im Augenblick nicht fit genug.

Mitgenommen habe ich mir, dass ich besser einmal die Woche wiege und einen deutlichen Erfolg erkenne als mich mit täglichen Schwankungen rauf und runter zu frustrieren.

Als ich das erste Mal so gut abgenommen habe, hatte ich eine Gruppe in einem kleinen Forum, wo ich immer mein Gewicht gepostet habe. Das hatte einen gewissen WW-Effekt wie das gemeinsame Wiegen in der Gruppe. Diese Gruppe ist leider aufgelöst worden, u. a. weil ich der einzige war, der abgenommen hat.^^

Ich werde meine Dienstage also wieder bei der Genesungsgruppe verbringen.

Und mein Ding machen, wieder für mich abspecken, nicht für bunte Sticker. ;)

Wolltest Du nicht Kalorien zählen?

Motivationshilfe, Foto und Design: Horst L. Médo

Identität: Ausstellung 30.08.2016-18.09.2016

Identität: Ausstellung 30.08.2016-18.09.2016

In Hollern-Twielenfleth bei Hamburg im Alten Land findet derzeit diese Ausstellung statt:

Identität (Ausstellung) 2

Heike Rolshoven ist meine Kunsttherapeutin, deren Atelier ich von unserem Balkon aus sehen kann. Sie selbst ist nicht sehr internetaffin (ich finde Heike lediglich beim Hospizverein), aber die GALERIE RUVANECK hat eine Homepage. Rudolf van Eckendonk hat sogar eine schicke Karte bereitgestellt.

Meine Bilder aus der Reihe „Sensibilität und Gleichgewicht“, drehen sich ebenfalls ums Thema Identität, nämlich (von unten nach oben) um den Aspekt der hochsensiblen Wahrnehmung (HSP), um meinen wiedergefundenen Glauben zu Gott (ich bin Gottes Sohn) und die Frage der Geschlechtsidentität.

Reihe Sensibilität und Gleichgewicht

(Falls jemand meine Bilder käuflich erwerben möchte: Für diese Werke auf Leinwand stelle ich mir je 350,- vor oder als Paketpreis für alle drei zusammen 990,- EUR.)

Weitere Kunstwerke von mir findet ihr auf der Seite Atelier.

 

Gundermann singt und ich schreibe.

Gundermann singt und ich schreibe.

Wieder eine schlaflose Nacht, wieder binaural beats im Wechsel mit langsamer, ruhiger Musik, die mir hilft, auf dem Teppich zu bleiben.

Auszug:
Vater, Du bist müde […]
Vater, Du fragst Dich – wenn Du fällst: ‚Wer wird mit der Fahne geh’n?‘
Vadder, Du wüsstest es, hättest Du Dich ab und zu umgesehn.
Vater, Du hast mir nicht alle Wahrheit gesagt, dass ich nicht erschreck‘.
Doch Vadder, was soll ich machen, wenn ich sie nach Deinem Tod erst entdeck‘?

Vater, Du bist müde, gib es zu!
Schwerer fällt Dir das gehn.
Vater, Deine Uhr läuft schon so lange Zeit, einmal bleibt sie stehn.

So, liebes Universum – denn aus dem Alter, noch an den Weihnachtsmann glauben zu dürfen, bin ich seit 30 Jahren raus –
liebes Universum, ich wünsche mir nun, dass mein Bruderherz diese Botschaft von mir erreicht und mein Neffe endlich Beerdigung spielen darf.
Ich will nicht wirklich das Sorgerecht beantragen müssen, um meiner Fürsorgepflicht als Onkel nachkommen zu können.

Hintergrundinfo:
Ich bin zwar Neffe einer Juristendynastie, aber wenn das im üblichen Tempo bei Gericht geht, hat der Knabe eher das Abi als ich das Sorgerecht.
Und zu spät ist es ja eigentlich jetzt bereits – dazu reicht meine Psychoedukation der letzten vier Jahre durchaus, um das zu beurteilen, wann ein Kind sich auffällig verhält und was ein natürliches Verhalten wäre.
Ich hätte damals meiner Mutter mitsamt den Kindseltern in den Rücken fallen müssen, anstatt meine eigenen Interessen über die meines Neffen zu stellen. Dieses beschissene Schweigen (=Kommunikationsstörung) muss gebrochen werden, sonst bleibt es nicht bei einem stillen Alarm.
Das meine ich bitterernst, denn ich bin derjenige von euch, der einen „sozialen Selbstmord“ nicht befürchten muss, da die Psychiatrie bereits Rufmord begangen hat – so fühlt es sich jedenfalls für mich an. Insofern habe ich nichts zu verlieren als das Stigma einer Diagnose, die von Anfang an falsch war. Das nennt sich eine Pattsituation im Schach oder auch auf neudoofdeutsch. Win-Win-Win.

Morgen frage ich mal den Chefarzt, was er davon hält, was ich hier so tippsel. Vielleicht ist es so wie ich denke und er kann selbst nicht sagen, ob ich dissimuliere oder simuliere und wenn das der Fall ist, werde ich mich an Eckart von Hirschhausen wenden.
Der ist nämlich ein Arzt, der auf seine eigenen Rat-Schläge hört, anstatt den Patienten Wasser zu predigen und selbst Wein zu saufen.

Überlegt mal selber: Habe ich das nun wirklich nachts um halb vier eben so runtergetippt oder ist der Beitrag geplant gewesen, vor- oder rückdatiert und ich liege tatsächlich gerade im Bett? eMail-Abonnenten wissen mehr!
Genau: Offen lassen. Ist mir nämlich hackenkackenscheißegal. Meine Fans stehn drauf, ein bissl auf die Folter gespannt zu werden.

Der nächste (offizielle) Follower ist im Übrigen die Nr. 35. 


All die Schläge, all das Lächeln, das Du in der Welt verteilst, holen Dich irgendwann ein, wenn Du Dich noch so beeilst.

[…]

Wir sehn uns heut nacht an den Brühl’schen Terrassen.

(Gerhard Gundermann)

Kromlau Rhododendronpark, Faszination Rakotzbrücke

Eingescannte Postkarte

Sonjas Fotoknipstalent ist ganz schön ansteckend. Da muss ich echt ganz dolle Abstand nehmen, sonst mache ich bald nur noch Fotos und Bildbände sind sooo sauteuer, die kann sich doch keiner leisten zu kaufen, menno! Und Fotos werden so gerne geklaut, Texte ja eher nicht so. Naja, Sonja hat sich ja auch bei mir mit dem Kaputttippseltalent ein bissl angesteckt. Vielleicht gleichen wir uns gegenseitig aus, so yin-yang-mäßig. ;D

Ok, mal ehrlich: Ich war mehrmals in Dresden und habe echt keine Peilung, wo diese depperten Terrassen sein sollen. Ich glaube, ich war da schon und habs nicht gemerkt, weil es nicht so aussieht wie das, was ich mir unter „Terrasse“ vorstelle.

Aber ich sage mal „Gute Nacht allerseits“ da kann nichts schief gehen. *lächel

Na, wer will mitkuscheln?

Na, wer will mitkuscheln?

Jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr im Studio TanzKunst (Jürgen Robisch) in Ottensen.

Jeden 3. Mittwoch im Monat sollte Milonga sein, wenn ich mich nicht irre. Besser mal selber auf unserer Seite bei Facebook nachlünkern, dann war ich es nicht. ;)

Lasst euch nicht irritieren, ursprünglich wollten wir unter uns bleiben, aber inzwischen sehen wir das nimmer so eng, wer Männlein und wer Weiblein is.

Seelensex rulez – Gruppenkuscheln, yeah! Tantramassage inkl.

Für Fortgeschrittene: (Hab vergessen wie das heisst, wo mehr als zwei Tango tanzen. Leider ist der Deppenschutz im Gesichtsbuch immer noch aktiv, sonst hätte ich mal geguckt, ob ich euch mit nem Link erfreuen kann. Fragt also pls mal Onkel Google für  mich, trau dem im Augenblick lieber nicht übern Weg, fühle mich irgendwie so beobachtet und sehe ständig Zeichen und Botschaften und sowas.

Kurz gesagt: Ihr müsst mal die Verantwortung für eure Daten selbst übernehmen, das kommt ja unterm Strich ja nachher doch aufs selbe raus. Mich könnt ihr nicht rankriegen für eure eigene Blödheit. Und immer dran denken: Big Brother is watching…

Freu mich schon, was morgen wieder in der Zeitung steht, was ich angeblich ausgefressen haben soll, aber nicht mit mir: Ich war Erster. Damit kommt ihr nicht durch. Das müsst ihr doch mal langsam einsehen.

Also mal so gesagt: Ordnungsfetischisten bitte hier entlang zum Figurenpauken: Queer Tango im el bajo (Das ist ne freundliche Einladung. Darf man ablehnen. Wär aber unhöflich, dann ist der Papa traurig…)

BTW: Queer Tango Festival Berlin 2016, Kuschel mal einer Lucas für mich, bin out of order, sry. Zu den Einzelheiten

Beeilt euch, sonst verschlaft ihr die tollsten Parties, das hier ist schon vorbei: Queer Tango Festival Hamburg 2011 (zur Geschichte: Die schwule Wiege Hamburgs)

Schnell anmelden zum Queertangomarathon 2016, 28.-30. Oktober 2016

Hier die Anleitung in der Ficki Wiki

  1. Gehirn einschalten
  2. siehe 1.

So und sicherheitshalber mal lieber aus Versehen ne Klammer zu viel zu als eine zu viel offen lassen – könnte bös ins Auge gehen, gell. ;)))

Dann doch lieber Dresche vom Maschinchen, dat meint et doch nich so, dat is doch die sanfte Tour…. uuiuiui, bevor mich doch noch einer für den Sündenbock hält, geht ich mal schnell in Garten, Gänseblümchen pflücken.

Also falls ich morgen an mehreren Orten zur selben Zeit sein sollte, einfach nicht weiter drüber nachdenken, dann is mir mal wieder der Kalender verrutscht. Ich gebs ja schon freiwillig vorher zu.^^

Ach, und einer geht noch: Save the date 5. November 2016

Wenn mir einer freiwillig den Gefallen tut, meinen Kalender zu vergewaltigen: Nee, Wolf, da is wohl mal ne Nachtschicht fällig, oder? Überleg Dir mal besser ganz genau, wer da nach her als Depp da steht. Siehste. Wusste ich doch. So isser brav. Ja, guter Junge. Wenn Du hübsch bitte-bitte machst und mich zum Tanz aufforderst, überlege ich mir das vielleicht nochmal, aber geh mir erstmal aus der Sonne – zu Deiner eigenen Sicherheit. Wenn ich mich vergesse, haben wir alle schlechte Karten. Wir schippern nämlich in derselben Arche, falls Dir das entgangen sein sollte Du Schaf.

Augenblick, Kalender sagt: Day of Remembrance bei Hein und Fiete

Gruselig, gell? Und das ist mein Papierkalender, der ist wirklich harmlos. Stellt euch mal vor, wenn Onkel Google den in die Finger kriegt, dann gnade euch Gott – ne besser gar nicht weiter drüber nachdenken. Trotzdem, noch ein kleiner Hinweis, sicherheitshalber: Auch beim Kreistanzen Obacht, ich warne euch.

 

Geräuschvolle Stille (Oxymoron)

8. Juli 2016

Ein Oxymoron, juhu! Genauer gesagt handelt es sich um ein contradictio in adjecto, wie mein Deutschlehrer mir erfolgreich vermitteln konnte. Was haben wir nun davon? Ich schulmeistere mal wieder und texte euch mit unnützem Wissen zu über Namen für Wortkonstrukte.

Noch so ein Fachwort ist Tautologie, was eine überflüssige Bedeutungsdopplung bezeichnet, welche durch das vorangestellte Adjektiv ausgelöst wird. Solche Wie-Wörter sollte man streichen, weil das Wie bereits durch das Hauptwort transportiert wird.

Beispiele:

  • nasses Wasser
  • weibliche Kanzlerin
  • weißer Schimmel

Die Überflüssigkeit ergibt sich dabei aus dem Kontext. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass Wasser nass ist. Trockeneis ist im Übrigen kein gefrorenes Wasser, sondern nicht mehr flüssiger Stickstoff (?).

Unsere Kanzlerin ist (gehen wir mal der Einfachheit halber von zwei Geschlechtern aus) eine Frau, was durch die Endung „in“ bereits gesagt ist, also braucht man sie nicht noch als „weiblich“ zu bezeichnen. Journalisten bilden gerne Wendungen wie „erste weibliche Präsidentin“, weil sie außer acht lassen, dass eben die Präsidentinnen davor auch schon alle weiblich waren und die anderen Menschen vor der ersten Präsidentin korrekt als Präsidenten zu bezeichnen waren.

Das dritte ist der Klassiker unter den Beispielen, das immer herangezogen wird. Dabei geht man davon aus, dass mit „Schimmel“ ein weißes Pferd gemeint ist. Niemand würde weißes weißes Pferd schreiben und daher solle man auch auf weißer Schimmel verzichten. Da ich mir gerne einen Spaß daraus gemacht habe, meine Lehrer vorzuführen, habe ich an dieser Stelle jeweils vorgeschlagen, doch lieber den schwarzen Rappen zu verpönen, damit man den Weißschimmel auch weiterhin vom Blauschimmel unterscheiden kann. Und außerdem hätten fast alle als Schimmel bezeichneten Pferde schwarze Einsprengsel, weshalb ein weißer Schimmel wirklich etwas Besonderes ist und auch so bezeichnet werden dürfen müsse.

Soviel zu meinen Gedanken über den Titel, kommen wir nun zur Sache: Stille.

10. Juli 2016

 

Donnerstagabend saß ich im Dunkeln am Rhein und genoss die Stille.

Nachts am Rhein

Nachts am Rhein

Dabei fiel mir auf, dass auch diese relative Stille immer noch sehr viele Geräusche bietet. Tagsüber fahren an derselben Stelle sehr viel mehr Radfahrer auf dem Radweg hinter mir und neben den Frachtern auch Motorboote und Kanus oder Kajaks sowie Ausflugsdampfer auf dem Wasser vor mir. Auf der Autobahnbrücke jaulte nachts ein einzelnes Motorrad, welches mir deshalb auffiel, weil nachts so wenige darüberfahren. Auch Autos sind nachts weniger unterwegs, aber immer noch so viele, dass ein steter Geräuschpegel von der Autobahn ausgeht. Weiterlesen

Hochsensibel und erschöpft? Wie man der Erschöpfung Herr werden kann

Hochsensibel und erschöpft? Wie man der Erschöpfung Herr werden kann

Donnerstag, 30. Juni 16

Ich mag Thomas Bröker von einigen Videos und seiner Homepage her; er ist für mich ein gutes Beispiel eines sensiblen Mannes, der erfolgreich im Leben steht und sich nicht hinter (s)einer Frau versteckt.

Er ist sich seiner Schwäche(n) bewusst und gerade die Tatsache, dass er diese zulassen kann, macht ihn in meinen Augen stark. Er respektiert seine Grenzen und bestätigt mir nochmal meine eigenen Erfahrung: Ich erhole mich rasch, auch wenn ich mich sehr erschöpft fühlte, wenn ich mir rechtzeitig eine Auszeit gönne.

https://www.youtube-nocookie.com/embed/2OOeKNFLlW0

Es fasziniert mich, dass auch Thomas von solchen Situationen beschreibt, in denen er ein Projekt uuunbedingt noch abschließen will. Das kenne ich nur zu gut.

Er kommt gar nicht auf die Idee, seine Erschöpfung als Symptom einer Erkrankung zu interpretieren und „gesund werden“ oder genesen zu wollen, sondern er ist sich völlig darüber im Klaren, dass es an unpassenden weil reizüberflutenden Rahmenbedingungen liegen muss, wenn er chronisch erschöpft ist. Folgerichtig passt(e) er dann diesen Rahmen an sich an und nicht anders herum.

Ich stand immer schon auf Langweiler und was andere so richtig öde finden – im Büro zum Beispiel die Ablage zu machen – dabei blühe ich so richtig auf. Immer wurde mir das Gefühl gegeben, nicht richtig zu sein, so wie ich bin, und das verpaarte sich mit meinem Drang, den Erwartungen anderer gerecht werden zu wollen: Weiterlesen

Bist Du noch krank oder schon verrentet?

Freitag, 24. Juni 16

Hallo ihr Lieben,

ich versuche, etwas mehr Transparenz zu schaffen (hinsichtlich Sonjas Frage, wie ich das alles schaffe) und jeweils den Tag dazuzuschreiben, an dem ich schreibe. Ich fange jetzt um elf Uhr abends an und habe mir ein Zeitfenster von drei Stunden gesetzt, nach dem mein Handy mich daran erinnert, auch mal eine Pause bzw. Feierabend zu machen.

Damit ich das dann auch höre – weil ich Kopfhörer aufsetzen und Musik hören muss, um mich hier (siehe )auf überhaupt irgendetwas konzentrieren zu können – höre ich die Musik vom Handy. Natürlich habe ich Ruhemodus eingeschaltet und zudem draußen an meine Bürotür das Bitte-nicht-stören-Schild (wie im Hotel rot, andere Seite grün: Bitte aufräumen) gehängt.

Übrigens habe ich jetzt drei Tabs auf, um dem neuen Konzept folgend zwischen gestern, heute und morgen springen zu können.

Soviel zur äußeren Ordnung. Los geht’s mit der Gegenwartsbewältigung.

Montag.

Nachdem wir am Wochenende zur Familienaufstellung für Schwule (Thema: Sexualität und Beziehung)  in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen waren, fing die Woche eigentlich recht gechillt an. Ausschlafen, Bilder aufhängen, Belege für die Steuer zu Ende raussuchen. Meine 3 TO DOs für den Tag. Alle erledigt und den Rest erfolgreich vertagt.

An der Aufstellung selbst hatte ich absichtlich nicht teilgenommen, weil ich bereits total reizüberflutet war und einfach nur Ruhe und nach zwei schlaflosen Nächten einfach nur noch schlafen wollte. Ich habe es sehr genossen, durch die Nennung meiner Diagnose von dem Leiter der Veranstaltung davon befreit zu werden, in seinem Setting Klient sein zu müssen.

Davor war ich nie auf die Idee gekommen, dass diese Diagnose mich auch einmal schützen könnte – bisher hatte ich es nur als Bedrohung erlebt, weil ich davon ausging, wenn man erstmal weiß, dass ich offiziell für plem erklärt worden bin, sei dies ein Freifahrtschein dafür, mir Gewalt anzutun.

Der veranstaltungsleitende Therapeut bestätigte mir die Einschätzung meiner Begleiter bei der Integrierten Versorgung, dass das Risiko einer Retraumatisierung bei einer Teilnahme jetzt viel zu hoch wäre und er wollte das Risiko daher nicht übernehmen. Das deckte sich mit meiner eigenen Einschätzung meiner Verfassung. Weiterlesen

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