Veränderungen

Veränderungen

Hallo zusammen,

ich freue mich riesig, dass ich mittlerweile über 75 Follower habe. Gleichzeitig hat mich dieser Umstand auch so sehr eingeschüchtert, dass ich in der letzten Zeit den ein oder anderen Beitrag dann doch wieder verworfen habe.

Vor zwölf Jahren habe ich mein allererstes Blog mal gestartet, um der Welt mein Leid zu klagen sozusagen, bekam so gut wie gar keine Resonanz, und dieses hier habe ich vor zwei Jahren eröffnet, um mir eine Anhängerschaft zu erschreiben, der ich dann eines Tages einen Roman präsentieren kann, von dem ich im Augenblick überhaupt nicht mehr sicher bin, ob ich ihn je vollenden werde.

Auch bekomme ich immer wieder große Zweifel, ob ich mich mit dem von mir geschaffenen Ingo S. Anders überhaupt identifizieren möchte, ob ich mich für den Kerl nicht eher schämen sollte. Wenn ich den im Spiegel sehe, denke ich oft, dass ich auf den Spiegel im Bad am besten auch noch verzichten sollte.

Im Oktober waren wir im Urlaub, auf Kreta. Dort habe ich Reisetagebuch geführt und das hat mir sehr gut getan. Wieder hier zurück denke ich, dass ich doch nun auf jeden Fall etwas zu erzählen hätte (viele frühere Themen hielt ich für nicht erzählenswert), aber irgendwie fehlte mir trotzdem der Mitteilungsdrang, denn ich hatte ja bereits einiges niedergeschrieben und ich hatte keine Lust, alles noch einmal wiederzukäuen. Als Fazit kann ich jedenfalls festhalten, dass es für mich nicht hilfreich ist, dass eine feste Struktur außen existiert – es reicht jedenfalls nicht, um mich in diese einzufügen. Ich kann dennoch nicht im dafür gedachten Zeitfenster innerhalb eines 24-Std-Tages ausreichend schlafen. Mein Schlafzeitfenster verschiebt sich auch ohne nennenswerte Erlebnisse, die mich überdurchschnittlich beschäftigen und nachhallen müssen und kollidiert somit mit Terminen, die ich eigentlich wahrnehmen wollen würde. Deshalb experimentiere ich nun als nächstes mit der Möglichkeit, einen ganz individuellen Schlaf- und Wachrhythmus zu kreieren, der planbar sein soll, so dass ich mir Termine in die Zeitfenster lege, in denen ich ohnehin wach sein werde. Ehrlich gesagt glaube ich aufgrund meiner bisher beobachteten sehr unregelmäßigen Schlafintervalle nicht an einen Erfolg, will es aber dennoch nicht unversucht lassen.

Zum Thema Umzug könnte ich wirklich lang und breit wettern, aber da es sich bei den Beteiligten u.a. um Vertragspartner von uns handelt, verkneife ich mir das aus rechtlichen Gründen lieber. Das Prozedere überfordert mich einfach. Heute morgen hatte ich einen Termin, den ich unterschätzt habe und der mit Begleitung ganz anders abgelaufen wäre.

Leider muss ich mich oft dafür rechtfertigen, dass ich verrentet bin. Die Leute glauben, man geht einfach zum Arzt, wenn man keine Lust mehr hat, zu arbeiten und schwups, wird man kaputtgeschrieben. Auch wenn ich sage, dass ich schwerbehindert bin, wird oft hinterfragt inwiefern und laienhaft beurteilt, ob das angemessen sei. Das stinkt mir tierisch und am liebsten würde ich einfach Stillschweigen darüber bewahren, aber zum einen kann ich einfach nicht meine Klappe halten, fühle mich unwohl damit, etwas zu verheimlichen und zum anderen denke ich, dass es der Öffentlichkeitsarbeit nicht damit gedient ist, wenn man sich versteckt. So übrigens auch hinsichtlich trans* und auch mit Schwulen haben heute noch viele Leute ein Problem. Einer schrieb mir, auch sein Bruder sei „so einer wie ich“ gewesen und dass er das toleriere und zugleich hatte er ein enormes Unbehagen mit mir einige wenige private Zeilen zu wechseln. Er hatte wohl Angst, er könne sich anstecken oder die Leute könnten glauben, er habe Gefallen an mir gefunden, falls unsere private Konversation zu lange dauert …

Diese Themen gehen mir sowas von auf den Sack mittlerweile, ich bin diese elenden Diskussionen leid. Mit dem Schreiben dachte ich, ich schaffe mir ein Thema, das ich mit anderen Leuten teilen kann, wo ich diesem Alltag etwas entfliehen kann und was mache ich? Ich schreibe über einen bipolaren Genesungsbegleiter.^^ So langsam wird mir klar, warum andere über Mörder, Ritter, Raumschiffe oder magische Wesen schreiben. Bis Ende des Jahres habe ich mir noch frei genommen auch wegen des Umzugs, aber danach will ich dann wieder durchstarten und mich täglich ans Schreiben setzen. Gut ein Dreivierteljahr Arbeit steckt bereits in dem Roman, wäre schade, wenns verkommt. Möglicherweise muss tatsächlich ein anderes, fiktiveres Werk her. Ich halte mir beide Optionen offen.

Eine weitere Veränderung macht sich seit Montag bemerkbar: Meine Stimme. Viele Jahre habe ich mir sehr viel Mühe gegeben, tiefer zu sprechen und je mehr ich mich anstrengte, desto weniger klappte es. Jetzt scheint sich eine Blockade gelöst zu haben. Auf einmal fühlt es sich ganz leicht und stimmig an, nachdem ich meinen Körper beim Singen an die Vibrationen in meinem Brustkorb gewöhnt habe. Natürlich ist mein Umfeld überrascht, mich nun tiefergelegt zu hören, aber wer mich noch nicht kennt, dem fällt meine Stimme nicht als ungewöhnlich auf; aus meiner Sicht klingt sie erst jetzt normal.

Im Augenblick bin ich im Begriff, einem Sportverein beizutreten, der mir hier Sportangebote macht, ähnlich denen im Urlaub: Vorne hampelt einer zur Musik und alle hampeln mit. Sowas macht mir ungemein Spaß, egal ob sich das nun Zumba schimpft oder Aerobic. Nur tut es meinem Knie nicht gut, wenn ich das Programm nicht an manchen Stellen entschärfe, Drehungen bekommen ihm gar nicht, ebenso hüpfen oder Treppensteigen. Zudem werden auch kurze (12km) Wanderungen angeboten, die ich gerade noch bewältigen kann. Den guten alten Crosstrainer habe ich leider so in Erinnerung, dass mir nach zwanzig Minuten die Zehen einschlafen. Und seine Motivationskünste sind auch irgendwie … eingestaubt.

Eine weitere Baustelle ist mein Schokoladenkonsum. Der ist so hoch, dass ich im Urlaub sogar abgenommen habe, weil ich dort auch mal Fleisch, Fisch und Gemüse zu mir genommen habe sowie ausgewählte Sättigungsbeilagen. Bei Hunden gilt: Andere Umgebung, andere Regeln. Und genau das werde ich mir auch auferlegen. In der neuen Wohnung gibt es keine Schokolade mehr. Spätestens da.

Das sind jetzt ziemlich viele Veränderungen auf einmal, aber manchmal fällt es kumuliert leichter.

Euer schlafloser Ingo

PS: Papa, falls Du das liest … danke für die BUZ und Happy Birthday!

In Köln findet am Pfingstmontag die vierte Mad Pride statt

In Köln findet am Pfingstmontag die vierte Mad Pride statt

Viele erleben uns als irritierend, wenn wir sind, wie wir sind. Viele meinen, unser Alltag wäre leidvoll. Doch das ist ihr Problem, nicht unseres.

Die Einladung zur Mad Pride am Pfingstmontag, den 21. Mai 2018 ab 13 Uhr spricht sowohl psychisch Kranke und andere Behinderte, aber auch Transleute und eben doch wieder Schwule an. Ich sehe mich da in vier Zielgruppen. Der CSD in Köln findet zusätzlich im Juli statt.

Laut dem Pressetext wird die Parade vom Landesverband Psychiatrie-Erfahrener getragen. Denen könnte ich ja mal einen dezenten Hinweis geben, dass ich mich von „Transen“ nicht angesprochen fühlen will. Von „Tunten“ allerdings auch nicht. Genausowenig sehe ich mich als „Psycho“. Das soll wohl lustig sein oder empowernd oder beides, aber ich finde das nicht hilfreich, das klingt in erster Linie marktschreierisch und schreckt mich eher ab als mich anzusprechen. Dabei spreche ich selbst auch von „Spaßtransen“ und kenne ja auch „Berufstransen“. Aber das alles in einem Kontext, in den es passt. Viele Transleute sind von dem Begriff „Transen“ beleidigt, weil er vielfach abwertend gebraucht wird. Genau da wollen die Initiatoren wohl ansetzen und ihn zurückerobern. Vielleicht eine Frage der Zeit, bis ich das anders sehe.

Nach der Parade treten in Odonien verschiedene Bands auf, unter anderem BRINGS. Sommerblut, das Festival der Multipolarkultur dauert vom 5. -21. Mai 2018.

Mich hat ein Bekannter hier aus Hamburg darauf aufmerksam gemacht und gefragt, ob ich hingehen will. Ja, reizen täte es mich schon. Endlich wieder ein Anlass für eine Reise ins Rheinland. Das würde mich schon freuen. Die Bewegung täte mir sicherlich gut.

Was mir zusagt ist die Uhrzeit, ich muss nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen und das Konzert dauert auch nicht bis in die Puppen. Das scheint mir gut zu bewältigen. Ich weiß aber nicht, ob ich den Belastungen einer Zugreise und dem Trubel vor Ort gewachsen bin. Und ich bin so schlecht verplanbar.

Aber brauchen wir überhaupt eine Prideveranstaltung wie den CSD für Ver-rückte? Wenn ich mir ansehe, was der CSD in 25 Jahren geleistet hat: Ja, das ist bitter nötig.

Party statt Pathologie können wir hier in Hamburg auch brauchen. Es muss einfach transparenter werden, wie viele das Thema psychischer Krankheit betrifft, es tut gut zu sehen, wie viele sympathisieren und wir müssen dahin, dass man keine Angst mehr haben muss, sich erstmals in Behandlung zu begeben aus Sorge, abgeschrieben zu werden, wenn das publik wird. Viele halten mit ihrer Krankheit hinter dem Berg aus Angst vor dem Stigma und viele werden auch wirklich noch ausgegrenzt, vor allem am Arbeitsplatz. Das habe ich selbst ja auch erlebt.

Mit meine Geschlechtsangleichung hatten die Kolleginnen und Kollegen kein Problem, aber nachdem ich in der Psychiatrie war, wurde ich geschnitten, weil alle mit mir überfordert waren. Viel zu oft wird mir auch in Gesprächen gesagt „Aber du hast ja bestimmt einen guten Therapeuten, mit dem du darüber reden kannst“ und das passiert mir nur dann, wenn bekannt ist, dass ich eine Diagnose habe. Gelte ich als „gesund“ kann ich stundenlang rumjammern, wie schwer mir das Leben doch fällt, da werde ich nicht weggeschickt.

Sowas muss sich ändern. Wir brauchen alle mehr Wissen über psychische Erkrankungen, über das Leben damit und das bereits bevor es uns selbst erwischt. Und, das wäre der nächste Punkt, wir müssen dringen mal etwas an dieser kranken Gesellschaft ändern, die uns alle krank macht. Und wir selbst machen doch diese Gesellschaft aus, jeder einzelne von uns.

Also: Arsch huh und Zäng ussenand! (Arsch hoch und Zähne auseinander!)

Diese Mad Pride klingt nach einer Party, die bestimmt auch meinem Onkel gefallen hätte.

Nochmal kurz Neuigkeiten sammeln

Also icke bipolar jetzt. Nicht mehr schizo-affektiv offiziell. Also Psychosen ab jetzt nur noch heimlich und in Blogbeiträgen oder Geschichten chiffriert.

Die Gay-X-Men treffen sich künftig jeden 2. Samstag und nicht mehr jeden 3. Samstag! Der Termin wurde bewusst auf den selben Tag gelegt, an dem sich abends die Hanse-X-Men treffen.

Beim QRS bin ich bis auf Weiteres ausgestiegen. Das wird mir einfach zu viel mit den Ehrenämtern. Die Seite Queer Refugees bleibt natürlich erhalten.

Seiten überarbeitet: 

 

  1. Diagnose = Störung?
  2. Manie
  3. Depression
  4. Zur Mitte finden
  5. Das Gleichgewicht halten

 

 

Neue Geschichten:

Na, wer will mitkuscheln?

Na, wer will mitkuscheln?

Jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr im Studio TanzKunst (Jürgen Robisch) in Ottensen.

Jeden 3. Mittwoch im Monat sollte Milonga sein, wenn ich mich nicht irre. Besser mal selber auf unserer Seite bei Facebook nachlünkern, dann war ich es nicht. ;)

Lasst euch nicht irritieren, ursprünglich wollten wir unter uns bleiben, aber inzwischen sehen wir das nimmer so eng, wer Männlein und wer Weiblein is.

Seelensex rulez – Gruppenkuscheln, yeah! Tantramassage inkl.

Für Fortgeschrittene: (Hab vergessen wie das heisst, wo mehr als zwei Tango tanzen. Leider ist der Deppenschutz im Gesichtsbuch immer noch aktiv, sonst hätte ich mal geguckt, ob ich euch mit nem Link erfreuen kann. Fragt also pls mal Onkel Google für  mich, trau dem im Augenblick lieber nicht übern Weg, fühle mich irgendwie so beobachtet und sehe ständig Zeichen und Botschaften und sowas.

Kurz gesagt: Ihr müsst mal die Verantwortung für eure Daten selbst übernehmen, das kommt ja unterm Strich ja nachher doch aufs selbe raus. Mich könnt ihr nicht rankriegen für eure eigene Blödheit. Und immer dran denken: Big Brother is watching…

Freu mich schon, was morgen wieder in der Zeitung steht, was ich angeblich ausgefressen haben soll, aber nicht mit mir: Ich war Erster. Damit kommt ihr nicht durch. Das müsst ihr doch mal langsam einsehen.

Also mal so gesagt: Ordnungsfetischisten bitte hier entlang zum Figurenpauken: Queer Tango im el bajo (Das ist ne freundliche Einladung. Darf man ablehnen. Wär aber unhöflich, dann ist der Papa traurig…)

BTW: Queer Tango Festival Berlin 2016, Kuschel mal einer Lucas für mich, bin out of order, sry. Zu den Einzelheiten

Beeilt euch, sonst verschlaft ihr die tollsten Parties, das hier ist schon vorbei: Queer Tango Festival Hamburg 2011 (zur Geschichte: Die schwule Wiege Hamburgs)

Schnell anmelden zum Queertangomarathon 2016, 28.-30. Oktober 2016

Hier die Anleitung in der Ficki Wiki

  1. Gehirn einschalten
  2. siehe 1.

So und sicherheitshalber mal lieber aus Versehen ne Klammer zu viel zu als eine zu viel offen lassen – könnte bös ins Auge gehen, gell. ;)))

Dann doch lieber Dresche vom Maschinchen, dat meint et doch nich so, dat is doch die sanfte Tour…. uuiuiui, bevor mich doch noch einer für den Sündenbock hält, geht ich mal schnell in Garten, Gänseblümchen pflücken.

Also falls ich morgen an mehreren Orten zur selben Zeit sein sollte, einfach nicht weiter drüber nachdenken, dann is mir mal wieder der Kalender verrutscht. Ich gebs ja schon freiwillig vorher zu.^^

Ach, und einer geht noch: Save the date 5. November 2016

Wenn mir einer freiwillig den Gefallen tut, meinen Kalender zu vergewaltigen: Nee, Wolf, da is wohl mal ne Nachtschicht fällig, oder? Überleg Dir mal besser ganz genau, wer da nach her als Depp da steht. Siehste. Wusste ich doch. So isser brav. Ja, guter Junge. Wenn Du hübsch bitte-bitte machst und mich zum Tanz aufforderst, überlege ich mir das vielleicht nochmal, aber geh mir erstmal aus der Sonne – zu Deiner eigenen Sicherheit. Wenn ich mich vergesse, haben wir alle schlechte Karten. Wir schippern nämlich in derselben Arche, falls Dir das entgangen sein sollte Du Schaf.

Augenblick, Kalender sagt: Day of Remembrance bei Hein und Fiete

Gruselig, gell? Und das ist mein Papierkalender, der ist wirklich harmlos. Stellt euch mal vor, wenn Onkel Google den in die Finger kriegt, dann gnade euch Gott – ne besser gar nicht weiter drüber nachdenken. Trotzdem, noch ein kleiner Hinweis, sicherheitshalber: Auch beim Kreistanzen Obacht, ich warne euch.

 

Nach dem CSD ist vor dem CSD: Schriftsteller auf Urlaub

Nach dem CSD ist vor dem CSD: Schriftsteller auf Urlaub

Montag, 4. Juli 2016

Schwul bin ich ja auch noch, egal ob ich schreibe oder nicht. Und da bin ich nicht der einzige. „Und das ist gut so“, müsste ich als Berufsschwuler wohl dazu sagen. So jemand bin ich aber nicht, genauso wie ich keine Berufstranse bin. Ich bin ich und das auch noch im Urlaub. (Ob man von Krankheit wirklich Urlaub nehmen kann, lasse ich an dieser Stelle mal offen; vom Patientenalltag kann man sich dagegen sehr gut beurlauben, indem man sich von jeglichen Terminen durch Ortsabwesenheit entzieht.)

am 3. Juli 2016 fand die CSD-Parade Demo Colognepride 2016 in Köln statt, die (aus politischen Gründen) offiziell als „Demonstration“angekündigt worden ist, weshalb ich mich schwer getan hatte, sie auf der Homepage bei der Suche nach „Parade“ überhaupt zu finden. Nichtsdestotrotz ist es mir dank tatkräftiger Unterstützung gelungen, dort im Trans*Block mitzulaufen.

Video-Beweis: http://livestream.com/CSD2016/parade/videos/128533876

Das Video ist über drei Stunden lang. Nein, ich habe es nicht angesehen. Es wurde mir von einem Fan zugemailt, der mir eine SMS schrieb, dass er mich im Livestream gesehen habe. Ich bin etwa ab 2:25:00 im Bild.

Es war für mich bei aller Reizüberflutung in erster Linie ein ausgedehnter Spaziergang durch die Menschenmassen, der mir großen Spaß gemacht hat, auch wenn oder weil ich nach sechs Stunden Gehen bzw. Stehen auf Asphalt meine körperlichen Grenzen deutlich gespürt habe. Urban Hiking ist das neue Wandern, yeah! (Und ich dachte, ich habe eine tolle Idee, dabei hat schon jemande anders eine Website darüber erstellt.)

Ein Künstler hat uns mit Aquarellstiften bunte Tattoos aufgemalt, die der in Schauern immer wieder einsetzende Regen leider allzubald wieder abgewaschen hat. Zum Glück habe ich rechtzeitig Fotos machen können: Weiterlesen

Therapieabbruch – Strukturwechsel

Therapieabbruch – Strukturwechsel

Mittwoch, 25. Mai 2016

So ihr Lieben, Schluss mit lustig.

Ich habe an einer Ergotherapie teilgenommen (das dritte Mal insgesamt in den letzten drei Jahren, ich steh total auf Ergo) und hatte vom ersten Moment an das Gefühl, dort nicht gut aufgehoben zu sein. In Begleitung habe ich die Räumlichkeiten das erste Mal aufgesucht und fast schon über meinen Kopf hinweg wurde ein Termin vereinbart. In dem Moment war ich außer mir und nicht in der Lage, das abzulehnen oder anderweitig gestaltend einzugreifen.

Als ich dann dort im Wartebereich saß bestätigte sich noch vor der Bekanntschaft mit der Therapeutin mein Ersteindruck: Das geht gar nicht hier. Die Räume sind viel zu offen gestaltet und es ist grausam hellhörig. Glastüren sind eine nette Sache für Konferenzräume, aber wenn ich therapiert werde in einer Einzelsitzung, wünsche ich dabei keine unnötige Ablenkung.

Gegen Publikum habe ich nichts, solange es sich nicht bewegt. Aber eine im Flur vorbeihuschende Person ist nunmal ein visueller Reiz, der mich unnötig belastet, wenn ich meine volle Konzentration brauche. In diesem Raum habe ich nie sitzen müssen, aber dennoch fiel es mir auf.

Ich habe Verständnis dafür, dass die Türe zum Treppenhaus mit einem Keil blockiert werden muss, weil man zu faul ist, den Klient_innen die Türe einzeln zu öffnen. Trotzdem fände ich es angenehmer, wenn man etwas Geld in die Hand nehmen und eine technisch komfortablere Lösung suchen würde, damit der Schall aus dem Treppenhaus auch dort bleibt.

Was ich aber das allerschlimmste finde, und das habe ich mehrfach und erstmals gleich bei der ersten Begegnung mit der Therapeutin rückgemeldet: „Wenn ich da sitze und warte, dann möchte ich mir nicht anhören müssen, wie ihre Kollegin auf der Toilette strullert.“ Weiterlesen

17. Mai 2016: Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.

(Molière)

  • Hamburg: 18:30 Rathausmarkt Luftballon-Aktion
  • Köln. 18:30 Roncalliplatz Luftballon-Aktion
  • München 19:30 Müllerstraße Luftballon-Aktion
  • Berlin: 15:00 Wittenbergplatz IDAHOT-Kundgebung, danach Picknick mit Luftballons (17 Uhr)

Details und weitere Veranstaltungen: queer.de

Schwule Sauna

Gestern abend um 18 Uhr haben sich ein gutes halbes Dutzend Transmänner zusammengefunden, um im Hotel Deutsche Eiche gemeinsam die Schwule Sauna aufzusuchen.

Für mich war das der erste Besuch eines solchen Etablissements. Von einem der Gay-X-Men wusste ich, dass es sich bei einer Schwulen Sauna sozusagen um eine Mischung aus Sauna und Swingerclub handelt, aber natürlich ohne Frauen. Diese Vorabinformation zu haben war ganz hilfreich. Die Regeln sind ähnlich wie beim Swingen Alles kann, nichts muss und Nein heißt nein. Und wer nicht begafft werden will, muss sich eine Kabine nehmen.

Ich fand diese Kombination von Saunieren und Swingen einerseits sehr angenehm, da ich es in der Therme in Köln oft sehr schade fand, dass die Aufsicht da nur bis zu einem gewissen Punkt die Augen zudrückte und hier die Übergänge gewollt fließend sind. Andererseits fehlte mir der perverse Einschlag. Nippelkneifen war bei den Herren bereits über die Schmerzgrenze… Es gab zwar auch einen „Folterkeller“, aber niemanden mit Interesse daran.

Meine Welt ist das also nicht so wirklich, aber ich wollte es mal ausprobiert haben. Natürlich bin ich dennoch dabei, wenn die Gay-X-Men in Hamburg in die Schwule Sauna gehen. Vielleicht ist das Publikum dort ja ein anderes.

Stimmtraining-Workshop am 18.04.16

Den letzten Termin der Gay-X-Men hatte ich dafür genutzt, einen Stimmtraining-Workshop anzubieten. Meine persönlichen Erfahrungen mit Stimmtraining und meinen Weg, wie ich zu meiner Stimme gefunden habe, hatte ich vorab beschrieben.

Eine aktuelle Stimmprobe von mir kann ich euch nun auch zur Verfügung stellen:

Zum Vergleich noch einmal meine Stimme damals, nach einem Jahr Testo, wie ich den „Herr Otto Mayer“ spreche:

Vor dem Workshop hielt sich meine Aufregung zum Glück in Grenzen, obwohl ich nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Würde ich überrannt werden oder alleine dasitzen? Ich habe mich bewusst nicht zu sehr vorbereitet, um nicht zu enttäuscht zu sein, falls alles für die Katz gewesen wäre. Es war eine sehr angenehme Überraschung, dass es eine sehr intensive Begegnung zu zweit werden sollte.

Ich habe vor, die in diesem Workshop vermittelten Übungen auch nach und nach als Videos aufzunehmen und hier zur Verfügung zu stellen. Um euch schonmal einen ungefähren Eindruck zu vermitteln, zeige ich euch mal das Konzept, das ich mir vorher zurechtgelegt hatte:

  1. Atemtechniken, lockern
  2. Knattern  (Übung zur Lockerung des Kehlkopfes, erweitert die Stimmgrenze nach unten)
  3. Brummen wie ein Auto, das in den Kurven quietscht (Kehlkopf lockern)
  4. Summen wie eine Biene (Kehlkopf lockern)
  5. Ausfallschritt und dabei klatschen (Koordination Bewegung und Atem)
  6. Auf dem Thron Platz nehmen (Mentaltechnik, Visualisierung)
  7. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (kurz PMR, Entspannungstechnik)
  8. Fortschrittstagebuch

Das dahinterstehende Prinzip, wie ich schon auf der Seite Stimmtraining beschrieben habe, ist zunächst die Entspannung sowie die Verbesserung der Körperwahrnehmung und dann die Koordination der Bewegung mit der Atmung. Dieses Prinzip findet sich auch im Sport wieder, ganz besonders deutlich beim Schwimmen – aber auch beim Yoga oder anderer Körperarbeit, bei der PMR oder beim Singen. Da wird jeder etwas finden, das ihm am ehesten zusagt.

Mit meinem Workshopteilnehmer gemeinsam habe ich nicht nur eine Entspannungsübung gemacht, sondern auch zusammen gesungen. Die obige Reihenfolge habe ich dabei nicht eingehalten, aber die Liste war mir eine wichtige Gedankenstütze.

(Wenn man nur einen Teilnehmer hat, ist es doch recht einfach, das Programm auf diesen individuell zuzuschneiden. Je größer das Publikum wird, desto schwieriger wird das, gemeinsame Vorlieben zu finden. Ich glaube, ich bevorzuge doch Einzelsitzungen, um mich besser auf mein Gegenüber einlassen zu können.)

Im Austausch für mein Wissen bin auch ich beschenkt worden. Ich habe den Tip bekommen, als beruhigende Musik Taizé-Lieder zu googlen und mich über MET zu informieren.

Bei letzterem handelt es sich um eine Klopftherapie, die man erlernen und bei sich selbst anwenden kann: MET-Klopftherapie. Für einen Ersteindruck gibt es auch eine schriftliche Anleitung MET/EFT eines Schülers des erstverlinkten Herrn Franke.

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