„Ui, toll!“ will ich hören

„Ui, toll!“ will ich hören

04.07.18

Ich muss feststellen, dass ich immer wieder nach Bestätigung giere und das im Schreib-Forum durch Kollegen und Freunde nicht ausreichend bedient werden kann. Oft habe ich das belächelt, wenn Autoren sich gegenseitig über den grünen Klee lobten für Texte, die das in meinen Augen nicht verdient hatten. Nun sehe ich das anders. Der Mensch braucht lobende Worte, nicht das Werk.

Ich brauche das. Jetzt insbesondere, da ich selbst fast alles von mir Geschriebene miserabel finde oder zumindest immer wieder infrage stelle, ebenso wie mich selbst. Es ist das erste Mal, dass ich einen Roman schreibe und immer wieder vermute ich hinter der nächsten Ecke die bahnbrechende Erkenntnis, die Hammer-Methode, die mir bisher gefehlt hat. Aber für kreativ Schaffende gibt es keine Arbeitsanleitung, nach der man sich Schritt für Schritt richten kann.

Viele lassen sich durch den Schreibprozess begleiten. Ich habe mich dazu einem Forum angeschlossen, andere besuchen Treffen oder nehmen sich einen Coach. Ich frage morgen meine Ärztin, was sie von einer Runde Ergotherapie diesbezüglich hält. Darüber hatte ich schon einmal nachgedacht, fand das dann aber unangemessen, weil ich mich ja nicht so krank fühlte einerseits und anderen nicht auf der Tasche liegen wollte andererseits. Vielleicht wäre ein Coach die Lösung.

05.07.18

Yes! Ich habe eine Verordnung für Ergotherapie bekommen. Meine Ärztin meinte, es gibt zwar Patienten, die sich bespassen lassen durch Behandlung, aber ich habe ja ein Ziel. Eigentlich sogar drei. Das mit dem Schlafen, Essen und Schreiben hinkriegen.

Vielleicht werde ich diesmal nicht nur mit der halben Arschbacke dasitzen. Ich werde Texte auch inhaltlich besprechen können und ich werde auf jeden Fall die Sache mit meinem Therapeuten besprechen können. Vielleicht finde ich Wege, das irgendwie einzurenken, vielleicht bekomme ich auch den Impuls, dass das in diesem Fall eher keinen Sinn hat. Seither hatte ich jedenfalls keinen Bedarf an einem Gespräch mit meinem Psychologen.

Ich hatte mir auch Gedanken darüber gemacht, wie es nach der Aussteuerung bei der Integrierten Versorgung weitergeht. Ich hatte überlegt, ob eine ASP-Maßnahme für mich passend sein könnte. Da habe ich sogar bei einer Einrichtung angerufen und mich nach den Kosten erkundigt. Dabei handelt es sich um eine Art Alltagsbegleitung für psychisch kranke Menschen.

Dann habe ich zum Glück erfahren, dass ich bei der IV auch weiterhin zu Gesprächen kommen kann im Bedarfsfall. Da ist zwar nicht mehr die Notfallversorgung im Angebot, aber Beratungsgespräche. Von denen ich in der Vergangenheit so gut wie keinen Gebrauch gemacht habe. Aber die bevorstehende Veränderung macht mich schon nervös, ich habe dort seit fünf Jahren einen Vertrag, der jetzt ausläuft.

Mit Ergotherapie bin ich aber dann doppelt abgesichert. :))

Meine Kontakte im Schreib-Forum werde ich dann nicht über Gebühr strapazieren müssen mit meinem erhöhten Pflegebedarf. Das wäre mir nämlich echt schade drum. Und mir wird es helfen, den Entwurf runterzuschreiben, wenn ich erstmal tüchtig auf die Schulter geklopft bekomme, ohne dass dies gleich mit Kritik verbunden ist, woraus ich wieder Überarbeitungswünsche ableite.

„Das können Sie nicht!“

„Das können Sie nicht!“

Mir hat eine Bewegungstherapeutin, als ich in der Psychoedukationsgruppe mein Vorhaben, jetzt einen Roman schreiben zu wollen, äußerte, diesen Satz an den Kopf geknallt. „Wenn Sie ein Buch schreiben wollen, müssen Sie etwas erlebt haben. Und Sie müssen es verarbeitet haben.“

Leider wusste ich nicht, dass das völliger Nonsens ist, und habe mich für vier Jahre ins Bockshorn jagen lassen. Zum einen kannte die Dame mich kaum – sie wusste nur von Psychoseerfahrung und nicht von trans* -,zum anderen verarbeite ich ja gerade durch das Schreiben.

Genausogut hätte sie sagen können: „Sie sind nichts, Sie können nichts, Sie können noch nicht einmal putzen!“ Das wäre vermutlich weniger verheerend gewesen, weil ich natürlich weiß, dass ich putzen kann. (So gehört von einem Vorgesetzten in der Küche während meiner Kochlehre, aber da erwarte ich es auch nicht anders.)

Die Ergotherapeutin war damals übrigens ganz auf meiner Seite, wenn nicht schon Feuer und Flamme. Für sie habe ich immer Kurzgeschichten geschrieben und diese dann mit ihr besprochen. Das hat mir sehr gut getan und Spaß gemacht. Ich hätte große Lust, meinen Roman mit einer Ergotherapeutin zusammen zu schreiben, Kapitel für Kapitel zu besprechen. Davon würde ich sicherlich ungemein profitieren.

Aber da denke ich dann wieder, dass das (vom Eigenanteil abgesehen) die Krankenkasse trägt und ich will der Allgemeinheit nicht auf der Tasche liegen, wenn es mit einem Schreib-Forum auch getan ist. Ich frage mal meinen Therapeuten, was er dazu meint.


 

Und eben ist es mir wieder passiert: Ich bekomme eine Meinung, um die ich nicht gebeten habe. Ich habe im Chat laut darüber nachgedacht, wie ich eine Szene beim Rollenspiel darstellen kann. Es ging mir dabei darum, dass alle Leser etwas damit anfangen können, sowohl RPG-Cracks als auch Menschen, denen diese Art des Zeitvertreibs völlig unbekannt ist.

Was ich im Einzelnen gefragt habe, weiß ich nicht mehr, war aber ausschlaggebend für eine unschöne Unterhaltung, die dann damit endete, dass derjenige nun gar nichts mehr zu meinem Projekt sagen wollte. Ich bin nicht der erste, mit dem er aneinander geraten ist. Er glaubt nun, seine Kritik sei nicht erwünscht, weil sie auf die Planungsebene abzielt. Das ist nicht der Grund.

Er kannte weder Figur noch Szene, unterstellte aber, ich wisse nicht, dass die Darstellung des Charakters im Vordergrund zu stehen habe. Ich bekam das Gefühl, ich hätte keine Ahnung von dem, was ich da tue – jedenfalls schien er wohl davon auszugehen. Leider verwendet er sehr viele akademisch geprägte Fachwörter und wollte mich in eine Fachsimpelei ziehen darüber, was bei der Planung dieser Szene zu beachten sei.

Es handelt sich um einen Schriftsteller, der selbst erst ein Kapitel geschrieben hat und einige Kurzgeschichten. Da ist es schwer, den Eindruck zu gewinnen: „Boah, der hat es echt drauf, so wie er will ich auch schreiben können.“ Vor diesem Hintergrund fällt es mir schwer, Kritik anzunehmen, die auf meine Arbeitsweise abzielt und sich nicht auf meinen Text beschränkt.

Wie ich arbeite, passe ich an, sobald ich die Erfahrung mache, dass das für mich Vorteile bringt, etwas zu ändern. Wenn ich selbst mit meiner Arbeitsweise nicht zurechtkomme. Aber ich möchte mir nicht sagen lassen, wie ich zu arbeiten habe. Bisher plane ich keine Szenen. Meine Kurzgeschichten habe ich bis auf eine Ausnahme auch nicht geplant. Es würde mir auch niemals Spaß machen und das ist offensichtlich der gravierende Unterschied zwischen besagtem Herrn und mir.

Den Spaß werde ich mir nicht verderben lassen und dazu muss ich eben an der richtigen Stelle die Ohren auf Durchzug stellen.

Update: Er hat sich entschuldigt, noch bevor ich die Worte gefunden hatte, ihm zu erklären, dass mir seine Kritik nicht jederzeit willkommen ist, sondern nur dann, wenn ich um Feedback bitte. Er kam von selbst drauf. Ich bin sehr froh, dass er sich wieder eingekriegt hat.

Ich mag den Mann wirklich sehr gerne und er hat mir bisher schon sehr geholfen mit seinem Wissen übers Plotten, seinem Sprachgefühl und der einfühlsamen Art, Rückmeldungen zum Text zu geben. Wäre dem nicht so, hätte ich wohl einfach nur den Kopf geschüttelt über so einen Arschgeigerich und mir nichts weiter dabei gedacht.

Therapiesitzung bei Bedarf

Therapiesitzung bei Bedarf

5. März 2018

Heute war ich so weit. Nachdem ich den Psychologen nun ein halbes Jahr von einer Sitzung pro Monat „kenne“, mich also an sein Aussehen gewöhnt habe, wollte ich damit beginnen, das Thema anzusprechen, weshalb ich mir den Therapieplatz gesucht hatte. Mit dieser Suche hatte ich vor zwei Jahren begonnen, als ich sehr verzweifelt sehr viel in mein Tagebuch geschrieben hatte. Dieses hatte ich heute mitgenommen, als Mutmacher. Ich hätte es jederzeit aufschlagen und daraus vorlesen können.

Vielleicht wäre das sogar besser gewesen. Es ist nämlich irgendwie irgendwas schief gelaufen. Seine Reaktion war in etwa so, wie ich das all die Zeit befürchtet hatte, dass eine Reaktion sein könnte, wenn ich meine Gedanken* äußere. Ich bin gar nicht dazu gekommen, richtig zu erzählen, da brachte er mich mit seiner Vorstellung davon, was in Ordnung sei und was nicht, völlig durcheinander.

Ich zog mich auf Oberflächlichkeiten zurück und stellte am Ende der Sitzung fest, dass ich keine (nennenswerten) Probleme habe (die eine Therapiesitzung rechtfertigen). Wir vereinbarten dann, dass ich mich melde, wenn ich ein Gespräch mit einer außenstehenden Person brauche.

Der Tag wird wohl nicht kommen, da ich ja auch seitens der IV keine Gespräche mehr brauche. Ich müsste akut depressiv oder manisch werden, um ein entsprechendes Mitteilungsbedürfnis zu entwickeln, dass so stark ist, dass ich mich einer fremden Person anvertraue, damit mir überhaupt jemand zuhört. (In solchen Fällen suche ich idR den Chat meines Vertrauens auf, weil mich das idR nachts überkommt, wenn ich nicht schlafen kann.) Und dann soll ich die Geduld haben, vorher einen Termin zu vereinbaren und auf ein solches Gespräch zu warten?

Ich bin frustriert und enttäuscht, weil aus meiner Sicht die ganzen Bemühungen um einen Therapieplatz für die Katz waren. Wahrscheinlich wieder ein Fall, wo ich auf mein Bauchgefühl hätte hören müssen. In den probatorischen Sitzungen hatte ich die ersten beiden Male kein gutes Gefühl und glaubte, es läge an mir und ich müsse mich erst an ihn gewöhnen.

Wahrscheinlich war das das letzte Mal, dass ich mir einen Therapieplatz gesucht habe. Offensichtlich sind solche Gespräche für mich nicht hilfreich. Eine Frage, die er am Anfang mindestens zweimal gestellt hat. Für mich ist das Schreiben hilfreich und wie ich jetzt gelernt habe das Führen innerer Dialoge, was ich beim Schreiben tun kann bzw seit Jahren tue indem ich blogge oder auch Geschichten schreibe.

Ich brauche kein Gegenüber, das mich in den Arsch tritt oder den Finger in die Wunde legt. Vielleicht ist das die Ausnahme, aber ich arbeite freiwillig an mir und entwickele mich gerne weiter, da braucht man nicht rüpelig werden, egal ob es ums Gewicht geht (sagte er auch, das sieht man, dass ich nicht gerade abgenommen habe – aber selber ne Wampe!) oder um andere Themen.

Was ich mir denn wünschen würde für mein Leben. Natürlich, dass ich nicht krank bin, dass ich Vollzeit arbeiten und drüber kühmen kann wie alle anderen (wertvollen! normalen!) Leute auch. Bevor ich das erste Mal in die Psychiatrie kam, hatte ich die Tendenz zu diesen bipolaren Schwankungen bereits. Das fiel auf, aber ich wurde nicht ausgesondert.

Er hat recht damit, dass das Gewicht das einzige ist, dass ich tatsächlich in der Hand habe. Die Krankheit ist nunmal da, damit muss ich klarkommen. Mit trans* sowieso. Weil ich nicht arbeiten kann, bekomme ich Rente. Ist doch alles super mittlerweile, den Umständen entsprechend. Das einzige, womit ich mein Leben noch verbessern kann, wäre Abnehmen. Trostlose Aussichten.

Natürlich freue ich mich, dass ich mir meine Zeit beim Schreiben frei einteilen kann. Vor allem aber bin ich froh, dass ich überhaupt wieder schreiben kann und nicht dazu verdammt bin, vor der Glotze dahinzuvegitieren. Wenn dann andere am Wochenende über ihren Schichtdienst klagen oder übers frühe Aufstehen am Montag jammern, dann bringe ich vielleicht beim nächsten Mal den Spruch: „Du hast doch bestimmt einen guten Therapeuten, dem Du das erzählen kannst?“


* Es ging um die Behandlung durch eine Schulpsychologin, die offensichtlich EEG und EKG an mir durchgeführt hat und dazu Fragen stellte, die mich auch aufgrund des Szenarios ungeheuer einschüchterten. Von anderen Psychologen weiß ich, dass eine Dipl.-Psych. das nicht darf. Körperliche Untersuchungen müssen Ärzte durchführen. Das ist der Anfang dessen, woran ich mich erinnere, aber soweit kam ich gar nicht mit meinen Ausführungen.^^

Buxtehude singt!

Montags gehe ich zum Chanten.

[Video aus Datenschutzgründen entfernt.]

Mein Lieblingslied Fest verwurzelt (in der Erde) hat mich tatsächlich wieder geerdet und gerade am 19. Februar war das bitter nötig.

Thomas Jüchterunser Musiktherapeut, hat Flyer verteilt. Mein Schatz und ich überlegen, da hinzugehen. Das wird sicher schwer für mich mit so vielen Fremden, aber das gemeinsame Singen schafft so etwas Verbindendes, man schwingt gleich mit.

Mitsingtage 15.-18. März 2018 – Programm des Festivals

Der Vorfall vom 18.2. (I can tell #metoo)

Heute vor 12 Jahren wurde ich in meiner eigenen Wohnung Opfer eines Raubüberfalls. Es war eine Beziehungstat, nachdem ich eine Beziehung beendet hatte, die sich hatte entwickeln können, weil ich nicht in der Lage war, rechtzeitig NEIN zu sagen.

Es war CSD gewesen, ich war auf einen One-Night-Stand aus gewesen. Wie das außerhalb des BDSM-Bereichs unter Heten üblich ist, gab es keine klaren Absprachen, einfach rin in die Kiste und probieren, was geht. Am nächsten Morgen bekam ich einen Heiratsantrag, hallelujah!

„Du bist meine Traumfrau!“ *möööööööööp! Pulleralarm!

Dieses Wort Traumfrau hat sich mit der Zeit zu einem Trigger entwickelt.

Da ich das aber irgendwie süß fand – ich meine, ich hatte ja noch die Hupen und so – und ich Mitleid hatte, habe ich an der Stelle nicht klipp und klar zur Tür gewiesen. Ich wollte ihm nicht weh tun. Schonmal zwei falsche Gründe, mit einem Mann was anzufangen, aber ich war jung und naiv und er war so nett leicht zu begeistern mit seinen bescheidenen Träumen.

Als er mich bei yahoo hinzufügen wollte, ging das nicht. Ich hatte ihn auf der blacklist!!! Das bedeutet, der ist mir im Netz bereits als absolutes NOGO aufgefallen, als er versucht hatte, mich über den Messenger zu daten. Was das angeht, kann ich mich wirklich auf meine Intuition hundertpro verlassen, im Netz habe ich immer sofort die Arschgeigen ausgefiltert. Die Typen, die ich hatte, waren alle schwer in Ordnung und konnten bis auf einen ihr Glück nicht fassen. Und bei dem hat sowas von Mega-Alarm gebrüllt, aber ich habe ihn ignoriert, weil ich ihm gefallen wollte.

Um das nur kurz zu skizzieren: Über ein halbes Jahr hinweg hat es sich so entwickelt, dass sich zunächst zeigte, dass er nicht nur lammfromm und ein bisschen dümmlicher Schuljunge sein konnte, sondern auch sehr leicht aufbrausend und brutal – ohne allerdings je handgreiflich zu werden. Es wechselte für mich unberechenbar und ich bekam Angst vor ihm. Die steigerte sich derart, dass ich, als mir längst klar war, dass ich das Ganze dringend beenden muss, nicht mehr lange aushalte, viel zu viel Angst vor seiner Reaktion darauf hatte.

Das ganze komplizierte sich noch durch meine BDSM-Neigung, die bei ihm etwas antriggerte, was später vor Gericht relevant wurde. Er heulte wie ein Schloßhund auf der Anklagebank und bekam am Ende zwei Jahre auf Bewährung, dafür dass er mich dillettantisch gefesselt, beraubt und mich sowie andere bedroht und gestalkt hat. Ich selbst habe mich noch dafür stark gemacht, dass der arme Junge in die Psychiatrie kommt und nicht wieder in den Knast, was mir einen Rüffel des Richters einbrachte, der mich ohnehin viel zu gefasst fand. Dabei hatte ich eine derartige Angst, dass ich mich ein halbes Jahr nicht in meine Wohnung gewagt habe und bei einem Messie (!!!) Unterschlupf suchte, weil ich niemandem anders mehr vertrauen konnte.

Um den Mist und vor allem das ganze Nachspiel mit Polizei, Anwalt, Weisser Ring, Psychologinnen, Gericht zu verdauen, habe ich I can tell geschrieben, damit den Englischkurs in Verlegenheit gebracht und es später ins Deutsche übertragen: Über das Danach.

Heute frage ich mich natürlich, ob ich das zur Feier des Tages mal mit meinem Therapeuten besprechen sollte. Eigentlich juckt es mich nicht mehr wirklich, schon lange nicht mehr, aber vielleicht ist genau das der Grund, warum ich das überhaupt mal besprechen kann, ohne dabei auf 180 zu kommen. Und wer weiß, was alles damit zusammenhängt.

Das ist mein Beitrag zur #metoo-Bewegung: Sexuell belästigt wurde ich an meinem Arbeitsplatz in der Küche während meiner Kochlehre. Da wurde mir von den (marrokkanischen) Spülern völlig selbstverständlich an die Brüste gegrabscht. Die fanden das lustig und waren der Überzeugung, das Recht dazu zu haben. Als es mir zu bunt wurde, bekam einer von ihnen vor den anderen mein Knie in die Eier und dann hatte ich meine Ruhe. Der heute sich jährende Vorfall fühlte sich für mich an wie eine Vergewaltigung, auch wenn keine stattfand. Ich habe die Geschichte erzählt, um aufzuzeigen, wie wichtig es ist, dass man sich möglichst früh zur Wehr setzt und unmissverständlich Grenzen aufzeigt.

Identität: Ausstellung 30.08.2016-18.09.2016

Identität: Ausstellung 30.08.2016-18.09.2016

In Hollern-Twielenfleth bei Hamburg im Alten Land findet derzeit diese Ausstellung statt:

Identität (Ausstellung) 2

Heike Rolshoven ist meine Kunsttherapeutin, deren Atelier ich von unserem Balkon aus sehen kann. Sie selbst ist nicht sehr internetaffin (ich finde Heike lediglich beim Hospizverein), aber die GALERIE RUVANECK hat eine Homepage. Rudolf van Eckendonk hat sogar eine schicke Karte bereitgestellt.

Meine Bilder aus der Reihe „Sensibilität und Gleichgewicht“, drehen sich ebenfalls ums Thema Identität, nämlich (von unten nach oben) um den Aspekt der hochsensiblen Wahrnehmung (HSP), um meinen wiedergefundenen Glauben zu Gott (ich bin Gottes Sohn) und die Frage der Geschlechtsidentität.

Reihe Sensibilität und Gleichgewicht

(Falls jemand meine Bilder käuflich erwerben möchte: Für diese Werke auf Leinwand stelle ich mir je 350,- vor oder als Paketpreis für alle drei zusammen 990,- EUR.)

Weitere Kunstwerke von mir findet ihr auf der Seite Atelier.

 

Anleitung Therapeutisches Rollenspiel (1. Entwurf)

Update:

Dieser Beitrag erhält sehr viele Aufrufe. Leider ist es nicht wirklich eine Anleitung geworden, da ich den Text seinerzeit im Wahn verfasst habe…

Gedacht hatte ich an eine Version des üblichen Rollenspiels mit vereinfachter Charaktererstellung und dem Ziel, bestimmte soziale Kompetenzen zu trainieren bzw. Themen zu bearbeiten. Das kann zum Beispiel das Anliegen sein, Geld schätzen zu lernen und man bekommt dann im Abenteuer die Herausforderung, Reichtümer anzuhäufen.

Meine Idee ist noch nicht wirklich ausgereift.


Liebe Lesenden, der Herr Rollenspieltherapeut erklärt euch heute, wie man ein therapeutisches Rollenspiel spielt.

Für den Einstieg geht es zunächst um die von mir noch nicht getestete Variante des einvernehmlichen Rollenspiels. (Die TPE-Variante ist nur für Fortgeschrittene, funktioniert aber auf jeden Falle und erzeugt zuverlässig eine Verhaltensänderung aller Beteiligten.)

Man nehme einen runden Tisch und für alle beteiligten hinreichend Sitzgelegenheiten. Eine Person – in diesem Falle: ich – übernimmt die Spielleitung. Die Spielleitung achtet darauf, dass die Spielregeln eingehalten werden.

Eine (andere) Person übernimmt die Verantwortung für die Kommunikation und sorgt moderierend dafür, dass bei Bedarf auf die Meta-Ebene (hier: Spieler-Ebene) zurückgekehrt wird. Meta-Kommunikation, also hier die (Feedback-)Gespräche von Spieler zu Spieler sind wichtig zur Beziehungspflege und damit zur Erhaltung tragfähiger Beziehungen (im Übrigen auch: Ehen).

Eine (weitere) Person ist zuständig dafür, dass die Rollen innerhalb des Spiels nicht durcheinander gebracht werden. Das entspricht also einem ingame-Rollenspieltherapeuten. Ein Spielleiter, der das Spiel zu leiten spielt – ich bin ja der Rollenspieltherapeut, der auf Spielerebene die Karten mischt und Rollen zuteilt und somit der outgame-Spielleiter. Der ingame-Spielleiter kontrolliert lediglich die Charaktere und nicht die Spieler.

Vielleicht kann der Herr R. sich einmal hierzu äußern, da er sehr viel Erfahrung mit dem Meistern von RPGs hat. Natürlich freue ich mich auch über die Sichtweise der Psychologiestudentin M. G.

Die vierte Person ist schließlich dafür zuständig, dass die Kommunikation zwischen den Charakteren stimmt. Das wäre die ingame-Beziehungspflege.

Alle anderen Spieler_innen sind nur Teilnehmer_innen oder Publikum.

Die Form des Rollenspiels richtet sich nach dem Zweck.

Sitzt man tatsächlich gemeinsam in einem Raum an einem Tisch, so bietet sich an, die verschiedenen Rollen auf Moderationskarten zu notieren. Dies hilft allen, in ihrer Rolle zu bleiben und nicht zu vergessen, welchen Platz in der Geschichte sie haben – der Stuhl, auf dem man sitzt, gerät höchstens bei einem Toilettengang (ob nun mit der ohne Stuhlgang) in Vergessenheit.

Diese Situation lässt sich in einer zusätzlichen Ebene auch einfach nur be-schreiben und so wären wir nicht mehr beim persönlichen Gespräch, sondern bei einer Schreibtherapie gelandet. Diese kann zB online stattfinden über in einem Chat, bei einer Skype-Konferenz oder eben über ein Blog.

Das Schreiben lässt sich wiederum einsparen, wenn man seine Gedanken einfach nur denkt. Das kann allerdings gefährlich werden, weil diese Gedanken nicht von allen Mitspielern lesbar und somit nicht nachweisbar sind – und schon hat man mir eine Psychose angehängt. Und das mir als Ober-Gedankenkontrolleur!

Daher bestehe ich auf der Schriftform. Würde ich an der Line arbeiten, würde ich mir das Geschichtenerzählen bezahlen lassen. Aber dann würde mein Image arg darunter leiden, was im Zusammenhang mit der schmutzigen Phantasie gewisser Saubermänner und Gutmenschen zusammenhängt, die mir so peinliche Fragen nach meiner Berufstätigkeit stellen, weil ihnen nichts bekloppteres für SmallTalk einfällt als DeepThroat – eben die Frage nach meinem Gelderwerb.

Vielleicht gibt es ja irgendwo eine Telefonseelsorge für einfallslose Schriftsteller_innen? Da könnte ich mir gut vorstellen, ein bisschen auszuhelfen und Nachhilfe gleichermaßen in Diktat zu geben. Aber auch damit lande ich wieder beim Telefonsex: Herr Lehrer liest dem faulen Schüler die Leviten – rohrstockfrei!

Game Over

Game Over

Anders als vorhin (Der Tango als paartherapeutisches Element) angenommen, hat es nun heute überhaupt nicht geklappt mit dem Tanzen. Es fehlte ein Schlüssel, weshalb wir den Raum nicht nutzen konnten.

Unterwegs zu einer anderen Location, wo heute eine Milonga stattfindet, haben wir uns ein wenig unterhalten. Dort angekommen stellte ich fest, dass mir 9 EUR Eintritt für diese Milonga zu teuer waren.

Wir setzten uns also auf ein Getränk zusammen und haben sozusagen vor Zeugen (Tanzlehrer und Tanzpartnerin) ganz offiziell unsere Trennung vollzogen.

Von meiner Seite steht das Angebot: Sobald mir eine Paartherapie konkret angeboten wird, bin ich dabei. Aber ich initiiere keine mehr.

Das kommende Jahr wird mein EX-IN-Jahr und das werde ich so oder so in einer eigenen Wohnung verbringen. Tanzen kann ich auch gerne woanders, damit wir uns nicht in die Quere kommen. Ebenso wie ich die gemeinsame Wohnung bereitwillig aufgebe, weil ich weiß, dass ich in der Lage bin, mir eine neue zu suchen – mit oder ohne Hilfe.

Meinem Ex wünsche ich viel Kraft und Erfolg bei der angestrebten Einzeltherapie.

Feuchter Traum mit oder ohne Sch(l)af

Beim Gruppensex ist es irgendwie egal, wer wen lieb hat oder nicht  – Hauptsache am Ende sind alle zufrieden und keiner ist schuld, oder?

Ich mein, den Ärzten ist doch auch egal wie ich das hinkriege, nicht ständig durchzudrehen. Solange ich mir selber ne Gutenachtgeschichte erzähle, dann muss ich dem Arzt ja auch nicht verraten, wie er das geschafft hat. Sonst fällt er nachher noch vom Glauben ab und dann muss ich ihn zwangstherapieren und dat dreht sich dann ewig so im Kreis. Nee, da muss man dann einfach mal nen Schlussstrich ziehen.

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Oder eben den Drehtürpatient mimen. Merkt ihr noch was? Is mir hupe. Warum soll ich Pillen fressen, wenn ich mit der Zunge drankomme? Also ehrlich…. das ist doch einfach.

Naja, erklär nem Psychosomatiker mal was von Somatophysik, da versteht der nur Bahnhof. Funktioniert trotzdem. Das ist doch die Hauptsache. Man darf nur seine Ziele nicht aus den Augen verlieren, hat der Herr Doktor gesagt. Und solange alle dasselbe Ziel haben, ist dat auch plötzlich ganz einfach, an einem Strang zu ziehen. Naja, manche haben halt nich so den Überblick, kann ich verstehen.

Soweit mein heutiger Beitrag zu Weltfrieden, Völkerverständigung und Arterhaltung. Aber ficken könnt ihr euch selber, ich kann ja nicht alles alleine machen – sonst komme ich ja nie ins Bett. Klingt paradox? Einfach mal runterfahren. Ich mache das immer so: Erst den Computer runterfahren, dann kann ich mir Zeit lassen. Sonst ist das immer son Wettrennen, wer zuerst in die Heia darf.^^

Ende der Geschichte.

Spaß und Ernst verwechselt, sry

Zu Risiken und Nebenwirkungen erklärt Ihnen Lysander, der befreite Mann, welchen Bären uns die Pharmaindustrie mit Hilfe der Packungsbeilage diesmal aufbinden will.

Bitte erschlagen Sie nicht den Arzt mit dem Apotheker, sondern verkuppeln Sie die beiden miteinander.

Verstehen müssen Sie aas nicht, warum Gesundheit eine Krankheitsmangelerscheinung ist. Tun Sie es einfach, mir zuliebe, ja?

Das war: Verhaltensforschung.

Der nächste bitte!

/Vorhang fällt


/Psychose Ende

Puuuh, was für ein Höllenritt.

Es ist wirklich nicht einfach, jemandem aus der Psychose herauszuhelfen. Wie soll das auch gehen, wenn der andere sich in seiner eigenen Phantasie verlaufen hat? Wenn das nicht klappt, da in den Kopf reinzugucken, dann finden wir gemeinsam vielleicht einen Weg, die Gedanken da herauszulocken. Eigentlich ganz einfach.

Aber, wenn etwas zu einfach scheint, dann braucht man auch Vertrauen, um sich nicht verarscht zu fühlen. Wenn man allerdings nur lange genug Kasperletheater spielt, dann ist doch ganz egal, wie das Stück heißt: Man findet einen Weg, „Bitte bleib bei mir!“ so zu formulieren, dass man zueinander findet. Herr Jost vom AKH kann einem dabei helfen.

Das wird uns Herr Unger nach der Rückkehr aus seinem Urlaub bestätigen. Wenn ich es nicht bis dahin geschafft habe, rechtzeitig aus dem Labyrinth herauszufinden, dann rettet mich Herr Unger.Das ist doch eine Rolle, die jeder gerne einnimmt, oder?

Also, mal ein Tipp für alle Psychotiker: Wenn der Film Dir Angst macht, dann wechsel einfach mal die Filmrolle. Sowas können Ärzte nicht. Aber es gibt Menschen, die bleiben bei Dir, bis Du den richtigen Film gefunden hast. Und dann holen die Dich überall aus der Scheiße raus, egal, was Du verkackt hast. Und damit verdienen die sogar Geld als Mietfreunde. Echt wahr.

So ein Job nennt sich Genesungsbegleiter. Sehr vielseitiger Beruf, von Schutzengel bis Terrorist alle Rollen dabei. Man muss nur dazu bereit sein, sich die Deppenmütze aufsetzen zu lassen, andererseits aber auch in der Lage sein, klar zu machen, welcher Film erst ab 18 ist und daher jetzt nicht infrage kommt.

Kann sonst üble Konsequenzen haben, wenn da was schief geht. Von wegen „keine Operation am offenen Herzen“, Frau Friegel. Sie haben wirklich keine Ahnung, aber Sie haben alles richtig gemacht. Das war super – so ein Rollenvorbild brauchte ich, um ganz auf Nummer sicher zu gehen. Einfach Vater, Mutter, Kind und ich diskutiere nicht mit, sondern bleibe einfach stur das Kind, bis die anderen kapiert haben, welches Spiel gespielt wird.

Dann nehme ich es auch mit Ärzten auf, die daran glauben, Pillen würden einem Psychotiker helfen können, der nicht in der Lage ist, seinen Gedankensalat zu sortieren.Ich bin doch nicht bescheuert und prügel mich ums Bett, wenn wir uns bereits darauf geeinigt hatten, dass ich dringend schlafen muss. Psychosen sind nämlich Folge von Schlafentzug und für beide Parteien schädlich, egal, wer nun alles verrückt ist.

Da hilft das dann manchmal, einfach auf stur zu schalten und zu sagen: Nein, Du darfst erst dann ins Bett, wenn Du die Pille gefressen hast, von der ich glaube, dass sie Dir hilft. Besser der Papa hat ne Meise, als wenn das Kind nun noch mehr Angst kriegt.

Ich freue mich total auf meinen neuen Job, aber auch wenn ich jetzt ausgeschlafen habe, habe ich mir etwas Erholung verdient.

Und ich verspreche euch, mit Leuten wie Herrn Unger und seiner Truppe ist es mir ganz gleich, ob ich nun im Gedankenkarrussell spazieren fahre oder stundenlang im Rettungswagen oder ob wir in einem Boot sitzen – nur lesen Sie bitte die Leviten, die ich Ihnen schreibe. Sonst wird das nix.

Bei Wildfremden, die sich mein Vertrauen erprügeln wollen, da fehlt mir die Geduld. Vor allem kann ich da nicht sicher sein, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem ich alles aufklären kann. Aber für Familie und Freunde bin ich bereit, bis zum Äußersten zu gehen. Da lasse ich mich wieder und wieder misshandeln – Hauptsache, ich tue niemandem weh. Wer mich kennt, weiß das auch.

Wenn ich nicht weiß, wann der Film zu Ende ist, ist das ein bisschen schwierig, dessen Ende abzuwarten. Andererseits gibt es ja solche Filme, die man am liebsten immer weitergucken will. Und wir wissen ja alle, dass mit Ausnahme von Würsten alles ein Ende hat – auch der schönste Traum.

Ich glaube, der Spuk ist erstmal vorbei. Und wenn ich mal in Zweifel gerate, dann lasse ich mal einfach offen, welche Wahrheit die richtige ist. Ich weiß, dass ich schreiben kann und ich bestehe auf einem Happy End für alle Beteiligten. Deshalb, wie Volker so sagte, Entschuldigung annehmen kann ja nie verkehrt sein. Das ist ein gutes Vorbild.

Einfach mal aus der Rolle fallen kann jedem mal passieren und als Kind habe ich immer schon aus der Reihe getanzt. Wenn ihr keinen Mut findet, es mit mir auszuhalten, dann laufe ich eben weg, damit ich euch nichts antue. Es erfordert wirklich Nerven wie Drahtseile, um diese Zweifel auszuhalten.

Deshalb empfinde ich Beschreibungen wie „psychisch minderbelastbar“ als absolut beleidigend. Als Arbeitgeberkind, das in eine Krankenpflegerfamilie eingeheiratet hat, kann ich sehr gut Freund oder Feind auseinanderhalten, wenn ihr mir einfach ein bisschen helft, die Grenzen zu erkennen, geltende Regeln zu verstehen und mir so dabei zu helfen, mich richtig zu verhalten, bis ich selber wieder klar denken kann.

Ich bin sicher, solange die Stimmung nicht zu gereizt wird, finde ich überall wieder heraus und jeder, der sich mit mir wohl fühlt, lässt sich mit recht wenig Worten dazu bringen, dass ich mich einfach dafür entschuldige, Spaß und Ernst miteinander verwechselt zu haben. Notfalls bin ich auch dazu bereit, die beiden in Erni und Bert umzutaufen.

Wer nun immer noch nicht erkannt hat, wer wer ist – kein Problem. Aber wer keinen Spaß versteht, der darf dann einfach nicht mehr mitspielen. Und das schönste ist doch, wenn man als Psychotiker mit seinen Phantasieprodukten Geld verdienen kann. Dann braucht man auch keine Angst vor seinen eigenen Gedanken zu haben.

Noch Fragen?

 

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