TransMann

Da ich eine Geschlechtsangleichung hinter mir habe, bezeichne ich mich in gewissen Kontexten auch als Transmann.

Geschichten wie Herr Otto Mayer oder Therapie sollen einen ungefähren Eindruck davon vermitteln, wie sich das anfühlt, aufgrund des unpassenden Äußeren falsch angesprochen zu werden.

Meinen Weg der Transition (anderes Wort für Geschlechtsangleichung) habe ich seit 2008 in unregelmäßigen Abständen in Blogbeiträgen protokolliert. Diese finden sich in der Kategorie TransWeg.

2015-08-01 CSD Parade_Lysander

(CSD 2015, Original hier – ich habe es mir erlaubt, das Foto zu screenshotten und mit meinem Namen zu versehen, da immerhin ich selbst im Vordergrund bin und ich auch nicht gefragt wurde, ob ich im Internet hochgeladen werden will. Wenn Du damit nicht einverstanden bist, nimmt bitte Kontakt mit mir auf – ich entferne das Bild dann umgehend. Mir ist klar, dass auch der_die Fotograf_in ein Recht an dem Bild hat, aber wenn man sich nicht persönlich kennt, ist eine solche Zustimmung schwer einzuholen. Für die Menschen im Hintergrund gilt dasselbe.)


Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

(Talmud)

Spätestens seit George Orwell und seinem Buch 1984 wissen wir auch, dass das Fehlen von Worten das Denken einschränkt. Auch hier liegt eine wechselseitige Bedingung zugrunde, die aufzeigt, wo jede_r selbst Einfluss auf das eigene Schicksal nehmen kann – bei den eigenen Gedanken und einer feinfühligen Ausdrucksweise, die nicht zwingend jedes Wort auf die Goldwaage legen muss.

Ich möchte das obige Zitat daher umdrehen:

Durch mein Schicksal hat sich mein Charakter geformt.
Mein Charakter ist mit bestimmten Gewohnheiten vertraut.
Die Macht der Gewohnheit lässt mich bestimmte Handlungen wiederholen.
Meine Handlungen beschreibe ich in mir vertrauten Worten.
Mein Wortschatz bestimmt die Ausdehnung des Raums,
in dem meine Gedanken sich zu Hause fühlen dürfen.

(Lysander)

Frei übersetzt ins Englische:

My destiny has formed my personality.
My (genital) character is used to selected habits.
The force of habit makes me to re-enact.
I describe (change of) scenes in my own words.
My word pool is where my mind is allowed
to swim with or without water wings.

(Lysander)

Dazu gebloggt:

 

Weiterführende Links:

  • Immer mehr ich: Dokumentation einer Radiosendung von Transidenten über Transidente im Radio FSK 93,0 Hamburg. Interessant für alle, die einen tieferen Einstieg ins Thema Trans* wünschen.
  • Trans*beratung Nord e.V.: Eine Anlaufstelle vor Ort in Hamburg für Menschen mit Fragen zur Geschlechtsidentität.
  • FTM-Portal: Sicherlich die erste Anlaufstelle im deutschen Sprachraum für alle, die sich mit ausschließlich „weiblich“ nicht korrekt beschrieben fühlen.
  • Deutsche Gesellschaft für Trans- und Intersexualität e.V.: Vielen wohl in erster Linie durch den dgti-Ausweis bekannt.
  • Trans Recht e.V.: Ein in Bremen ansässiger Verein, der bei Rechtsfragen im Zusammenhang mit Transsexualität vermittelt.
  • Atme e.V.: Ein Verein, der sich für Menschenrechte im Zusammenhang mit Transsexualität einsetzt.
  • Bundesverband Trans*: Eine Organisation, die für mehr Sichtbarkeit von Trans*personen sowie geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in unserer Gesellschaft steht.
  • two hearted man: Blog eines Transmanns